Abspaltung von Schottland

    • Großbritannien

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    • Abspaltung von Schottland

      Was meint ihr? Werden die Schotten sich am 18. September dafür entscheiden, aus dem Vereinigten Königreich auszutreten?
      Ich denke zwar, dass sich die Befürworter nicht durchsetzen werden, finde die Angelegenheit aber recht spannend. Auch mit dem Hintergrund, was sich dann alles ändern würde (sowohl für Reisende als auch für Einheimische) bzw. welche Einzelschicksale es gibt, die dann davon betroffen wären.
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Hm....interessantes Thema. Ehrlich gesagt finde ich, dass beide Seiten recht überzeugende Argumente haben. Für die Unabhängigkeitsgegner dürfte von Vorteil sein, dass Großbritannien im Moment eine massive Anti-Europa-Politik verfolgt und damit sozusagen die kollektive Unabhängigkeit von einem noch größeren "Feind" ansteuert, das eint die Insel dann letztendlich doch wieder. Angesichts der Pläne einer europäischen Arbeitslosenversicherung, finanziert durch Milliardentransfers, kann ich das nachvollziehen, ich bin ebenfalls extrem europamüde...
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Ehrlich gesagt, verstehe ich dieses nationale Bestreben nicht. Die ganze europäische Welt versucht näher aneinander zu rücken. Seit Jahrhunderten ist die Britische Wirtschaft auf einer Einheit zwischen beiden Ländern ausgerichtet. Warum jetzt unbedingt eine Abspaltung passieren soll, dass leuchtet mir nicht ein. Vor allem war ich entsetzt, als ich Sean Connerys Gesicht als Botschafter für diese Sache gesehen habe. Ist er etwa wirklich schon so alt, dass er starrsinnig geworden ist und sich wie ein Esel vor diesen Karren spannen lässt? Ich kann auch nicht wirklich erkennen, dass die Schotten in jüngster Zeit so arg von den Britten drangsaliert wurden, dass man eine Spaltung anregen muss. Ich finde irgendwann muss man die alten Geschichten ruhen lassen und nach vorne sehen. Da profitiert vielleicht auch die Wirtschaft und Wissenschaft und macht einen Sprung nach vorne.
    • RE: Abspaltung von Schottland

      reisefan2 schrieb:


      Ehrlich gesagt, verstehe ich dieses nationale Bestreben nicht.


      Ich schon.

      reisefan2 schrieb:


      Die ganze europäische Welt versucht näher aneinander zu rücken.


      Ähhhh.....nein, tut sie so pauschal nicht, will sie nicht - siehe Türkei, siehe Finnland und Norwegen und die Schweiz und Island.

      reisefan2 schrieb:

      Seit Jahrhunderten ist die Britische Wirtschaft auf einer Einheit zwischen beiden Ländern ausgerichtet.

      :lach: Ja klar. Da redest Du am besten mal mit einem Schotten, der wird Dir in kürzester Zeit den Unterschied zwischen "wirtschaftlicher Einheit" und "Ausbeutung" darlegen und zwar beginnend mit der Union mit England 1707: Stichwort z.B. highland clearances. Da solltest Du in jedem Fall mal etwas echtes Wissen erwerben .... "wirtschaftliche Einheit"....

      reisefan2 schrieb:

      Warum jetzt unbedingt eine Abspaltung passieren soll, dass leuchtet mir nicht ein.

      Weil die Zeiten günstig sind: England ist z.B. innenpolitisch und aussenpolitisch zur Zeit schwach, das Commonwealth ist tot. Schottland selbst besitzt einen stabilen Tourismus, der vier Milliarden Euro jährlich ins Land spült und hunderttausende Arbeitsplätze schafft, zudem besitzt es Bodenschätze (über die es gerne selbst verfügen möchte). Die Unabhängigkeitsbestrebungen gibt es schon länger, aber Schottland bekam ja erst 1999 ein eigenes Parlament zugebilligt - seither geht es natürlich etwas intensiver weiter, denn die Möglichkeiten sind viel greifbarer. Auch ier hilft es, sich erst mal ein bisschen mit moderner schottischer Geschichte vertraut zu machen, ehe man loslegt.

      reisefan2 schrieb:

      Vor allem war ich entsetzt, als ich Sean Connerys Gesicht als Botschafter für diese Sache gesehen habe. Ist er etwa wirklich schon so alt, dass er starrsinnig geworden ist und sich wie ein Esel vor diesen Karren spannen lässt?

      Schon wieder "ähhhh..." - denn: Sir Sean, wie sie ihn liebevoll nennen, unterstützt die SNP (Schottische National Partei, links-konservativ) bereits seit Ewigkeiten finanziell und jetzt eben auch marketingmässig.

      reisefan2 schrieb:

      Ich kann auch nicht wirklich erkennen, dass die Schotten in jüngster Zeit so arg von den Britten drangsaliert wurden, dass man eine Spaltung anregen muss. Ich finde irgendwann muss man die alten Geschichten ruhen lassen und nach vorne sehen.

      Genau das tun die Unabhängigkeitsbefürworter: Nach vorne sehen und die letzten vierhundert Jahre englischer Oberherrschaft einfach ignorieren :D, es ist eben alles eine Frage des Standpunktes.

      reisefan2 schrieb:

      Da profitiert vielleicht auch die Wirtschaft und Wissenschaft und macht einen Sprung nach vorne.


      :lach: Ok, dann schau mal hier: klick - Telefon, Penicillin, Dampfmaschine...Schotten sei Dank!
      Und nicht zu vergessen Gerard Butler.... :dream:
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Jerome schrieb:


      Also ich werde am 18. keine hundert Kilometer von der schottischen Grenze entfernt sein :D
      Entweder sehe ich ein bombastisches Feuerwerk oder es dudeln die ganze Nacht traurige Säcke....


      Kann ich mit? :D
      Ich glaube, wenn ich so nah vor Ort wäre, würde ich sogar ganz nach Schottland fahren. Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwo irgendeine Veranstaltung geben wird. Weißt du, wann die Wahllokale schließen und ab wann mit den ersten Ergebnissen gerechnet werden kann?
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Ich muss zugeben, dass ich das jetzt richtig spannend fand. Bin irgendwann in der Nacht wach geworden und habe als erstes geschaut, ob ich schon eine Eilmeldung auf dem Telefon hatte. Für mich war es auch noch ganz interessant, weil ich gestern noch einen Vortrag über meine Wohnmobilreise durch England und Schottland hielt. Passte ganz gut zu dem Abend.
      Aber jetzt hat sich ja alles Munkeln über "was wäre wenn" erledigt.
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Wir sind vier Tage zuvor aus Schottland zurück gekommen. Haben also die Endphase noch vor Ort erlebt. Während im Norden sehr viele blaue "Yes" schilder anzutreffen waren nahme es in Richtung Süden ab. So waren wir uns dann eben auch nicht mehr sicher, wie es wohl ausgehen wird. Aber trotzdem hat es mich überrascht, das Ergebnis. So wie ich es vor Ort eingeschätzt habe hätte ich mit einem ganz schwachen Sieg für YES gerechnet.
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Die Abstimmung war in den britischen Medien ein Riesenthema, nix mit britscher Zurückhaltung und so :)
      84% der Wahlregistrierten haben abgestimmt und Glasgow für sich allein genommen hätte in der Tat mit YES gestimmt (keine Ahnung, ob das hier in den Medien kommuniziert wurde).
      Spannend war es, ich hätte aber kein so (hauch)dünnes Ergebnis erwartet. DA sind die Schotten doch freiheitslustiger als ich erwartet hätte :)
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Echt? Glasgow mehrheitlich mit Ja? Unser Eindruck war, und den machen wir verstärkt an Edingbourgh fest, dass je "städtischer" es wurde deste mehr Gegener traten auf. Nicht nur was die Plakatierung betraf, sondern auch in Gesprächen beim Einkaufen.
      Die meisten Befürworter erlebten wir eher im Nordosten bzw. an der Ostküste.
    • RE: Abspaltung von Schottland

      YES - das kann ich absolut bestätigen, zumindest was ich in den vier Wochen mitbekommen habe, sowohl "optisch" als auch in den Kontakten. Für die Schotten an der Ostküste war aber auch die Abstimmung schon so gut wie gelaufen, natürlich Pro Selbständigkeit.
      Aber abschließend betrachtet muss ich zumindest feststellen, dass es kein eindeutiges Ergebnis war, sondern schon ein relativ "knappes".
      Was ich aber umso positiver finde ist die Beteiligung an dieser Abstimmung - zumindest wenn ich die Wahlbeteiligung bei der letzten Kommunalwahl hier in NRW, vor allem aber bei mir in der Gemeinde (knapp über 50 %) betrachte.
      Gruß ralf, der ruri
    • RE: Abspaltung von Schottland

      Auf jeden Fall. Eine Beteiligung von 80% stellt jede Schweizer Volksabstimmung in den Schatten. Dort können sie nämlich froh sein, wenn sie wenigstens einmal 50% Beteiligung hinbekommen. Ist aber auch etwas anderes, wenn man viermal pro Jahr an die Urne gebeten wird.

      Und ja, 45% ist zwar rechnerisch eine klare Entscheidung, aber letztlich ist doch fast die Hälfte der Wähler überstimmt worden. Deshalb hat London ja auch umgehend mit der Ankündigung von Zugeständnissen reagiert.