Höchste erwanderbare Alpengipfel

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  • Kennt ihr die höchsten Punkte oder Gipfel in den Alpen, die man erwandern kann?
    Die Frage klingt vielleicht sonderbar, weil man natürlich theoretisch den Gipfel des Mont Blanc erreichen kann. Aber da ich kein Bergsteiger bin und keine Ahnung von der notwendigen Ausrüstung habe, meine ich ganz herkömmliche Wanderungen ohne besonderes Equipment und Wanderungen, die man auch vom Tal aus unternehmen kann, da ich nicht erst mit einer Seilbahn fahren möchte.


    Mein Wissen beschränkt sich darauf, dass man den Guffert besteigen kann (weil ich es schon tat) und dass man auch zu Fuß auf die Zugspitze kommt. Aber dann hört es auch schon auf. Kennt ihr eine Liste mit Gipfeln für den Otto-Normal-Wanderer?

  • Von einer Liste im Netz wüsste ich nichts. Für mich stellt sich auf jeden Fall vorher die Frage, was Du unter "erwandern" verstehst. Kannst Du das beispielsweise anhand der SAC-Skala präzisieren?


    Aus eigener Erfahrung kenne ich beispielsweise:
    Zugspitze (2962m) von Ehrwald aus: T3 (Ameisenstraße)
    Piz Lischana (3105m, Unterengadin bei Scuol): T4
    Piz Boé (3152 m, Sellagruppe, Südtirol): Bis zur Boé-Hütte etwa T3. Die letzten 200 Höhenmeter habe ich nicht gemacht. Die sind möglicherweise T4.


    Wenn Du diese Touren komplett ohne Seilbahn machen willst, dann kommst Du in aller Regel um eine Hüttenübernachtung nicht herum. Einzig beim Piz Boé sollte es vom Pordoi-Joch aus auch ohne Übernachtung machbar sein. Ich muss allerdings dazu sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, mehr als einen Tag in diesen faszinierenden Gebirgslandschaften unterwegs zu sein.


    Für den bisher einzigen Viertausender, den ich bestiegen habe (Allalinhorn, 4027m, angeblich einer der einfachsten) braucht man schon volle Gletscher-Ausrüstung, d.h. Steigeisen, Seil und Eispickel.


  • Für mich stellt sich auf jeden Fall vorher die Frage, was Du unter "erwandern" verstehst. Kannst Du das beispielsweise anhand der SAC-Skala präzisieren?


    Also, ich verstehe (für mich) unter "Wandern" noch einen Level bis T4. Wenn ich mal irgendwo beide Hände benötige, um mich festzuhalten, abzustützen, hochzuziehen, dann passt das noch und geht auch völlig in Ordnung - wie gesagt: für mich.
    Schmale Grate (ist das die Mehrzahl?), felsige Passagen, fehlende Wegmarkierungen - all das ist okay. Für mich endet das Wandern, sobald ich Ausrüstungsgegenstände wie Absicherungsseile, Helm, Pickel und dergleichen mitnehmen muss.


    All das natürlich auch unter dem Aspekt der Sicherheit und dem gesunden Menschenverstand. Können kann man sicherlich vieles, auch das ungesicherte Wandern/Klettern. Ich gehe also vom gewöhnlichen "Unterwegssein" aus, bei dem ich nichts weiter brauche als Kondition, einen Rucksack und meine vier Gliedmaßen zur Fortbewegung.


    Hüttenübernachtungen sind auch noch okay, allerdings bringt mich das natürlich auf den Gedanken, meine Frage aufzuteilen in:
    - Welche Gipfel kann man wandernd erreichen
    - Welche Gipfel kann man in Tageswanderungen (hin- und zurück) erreichen


    Zitat


    Wenn Du diese Touren komplett ohne Seilbahn machen willst, dann kommst Du in aller Regel um eine Hüttenübernachtung nicht herum.


    Ich habe zwar keinerlei Alpenhüttenerfahrung, aber eine Seilbahnfahrt hat für mich denselben Stellenwert wie ein Flug :floet:


    Zitat


    Für den bisher einzigen Viertausender, den ich bestiegen habe (Allalinhorn, 4027m, angeblich einer der einfachsten) braucht man schon volle Gletscher-Ausrüstung, d.h. Steigeisen, Seil und Eispickel.


    Vielleicht eine blöde Frage, aber meine höchste Erfahrung liegt eben nur beim Guffert mit knapp 2.200 Metern: Wie sehr macht sich denn der Unterschied mit der dünneren Luft bemerkbar (als Beispiel zwischen 2000 und 4000 Metern?


    Wikipedia hat eine schöne Liste mit allen Viertausendern in den Alpen. Ich habe zwar ohne viel Hoffnung ein paar Stichproben gemacht, aber erwartungsgmäß keinen 4.000er gefunden, den man "normal" erwandern könnte.


    Im Übrigen ist meine Frage natürlich nicht ganz einfach zu beantworten. So werde ich zum Beispiel im nächsten Jahr auf dem Cime de la Bonette stehen. Der ist 2.860 m hoch. Nur: Mein Wagen steht dann in der Zeit auf der Ringstraße hinter dem Col de la Bonette auf 2.801 Metern :floet: Da brauchen wir also nicht übers Wandern reden und dennoch ist man ziemlich weit oben (aber ich freu mich trotzdem schon).


  • Vielleicht eine blöde Frage, aber meine höchste Erfahrung liegt eben nur beim Guffert mit knapp 2.200 Metern: Wie sehr macht sich denn der Unterschied mit der dünneren Luft bemerkbar (als Beispiel zwischen 2000 und 4000 Metern?


    Bei meinen Bergtouren habe ich bisher noch keine Probleme mit der Höhe gehabt. Meine bisher einzige Viertausender-Tour hatte ich mit einer Übernachtung auf 1700m (Saas Fee) vorbereitet, und dann ging es mit diversen Gondel- und Tunnelbahnen bis auf 3500m hoch, so dass der eigentliche Aufstieg nur noch ein "Spaziergang" von 500 Höhenmetern war, den wir wegen der Höhe sehr gemächlich angegangen sind. Auf dem Gipfel habe ich mit einer Mitwanderin noch zusammen singen können.


    Deutlich stärker habe ich die Höhe auf einer Bustour durchs Hochland von Tibet gespürt. Dort hatte der Reiseveranstalter dafür gesorgt, dass unsere Übernachtungsorte allesamt unterhalb von 3000 m lagen. Tagsüber ging es aber zu Zielen, die auf 4200 m lagen, manche Pässe auf der Strecke waren sogar noch höher. Hier habe ich beim Erklimmen der Stufen eines Tempels schon deutlich gemerkt, dass ich keine großen Sprünge machen konnte. Ein Mitreisender (Leistungssportler, aber auch nicht mehr der jüngste) hat wähend der weiteren Fahrt dann noch sein Mittagessen wieder von sich gegeben.


    Eine Bekannte von mir, die in jungen Jahren mal als Entwicklungshelferin in den peruanischen Anden unterwegs war, bekam bei späteren Reisen in diese Gegend dann auch massive Probleme, worauf ihr der Arzt jeglichen Aufenthalt oberhalb von 3000 m verboten hat. Irgendwo bei 3000 scheint dementsprechend die Grenze zu liegen, ab der man die Höhe wirklich am Körper spürt (mal abgesehen von der Anstrengung, überhaupt so weit hoch zu kommen).


    Zitat

    Wikipedia hat eine schöne Liste mit allen Viertausendern in den Alpen. Ich habe zwar ohne viel Hoffnung ein paar Stichproben gemacht, aber erwartungsgmäß keinen 4.000er gefunden, den man "normal" erwandern könnte.


    Naja, irgendwo zwischen 3000 und 3500m liegt in den Alpen die Grenze des ewigen Eises. Das heißt, ohne Eis- bzw. Gletscherausrüstung kommt man in diesen Gefilden kaum noch irgendwo hin.


    Zitat

    Im Übrigen ist meine Frage natürlich nicht ganz einfach zu beantworten. So werde ich zum Beispiel im nächsten Jahr auf dem Cime de la Bonette stehen. Der ist 2.860 m hoch. Nur: Mein Wagen steht dann in der Zeit auf der Ringstraße hinter dem Col de la Bonette auf 2.801 Metern :floet: Da brauchen wir also nicht übers Wandern reden und dennoch ist man ziemlich weit oben (aber ich freu mich trotzdem schon).


    Klar, bei dieser Frage kommt es halt darauf an, wie hoch man auf der Straße kommt. Deshalb dürfte der Piz Boé auch als Tagestour zu schaffen sein, weil man da mit der Straße auf 2240 m hoch kommt. Bei der Zugspitze (Tal auf 1000m) oder dem Piz Lischana (Talort 1250m) muss man schon eine ganz andere Kondition mitbringen, um an einem Tag ohne technische Hilfen rauf und wieder runter zu kommen.
    Man könnte jetzt noch schauen, ob es in der Nähe vom Umbrailpass (2501 m) / Stilfser Joch (2757 m) noch technisch machbare Gipfel gibt. In diesem Revier kenne ich mich bisher nicht aus.

  • Dank elend langsamer Leitung finde ich gerade nichts und frage mal zwischendurch (auf den Rest gehe ich noch später ein): Gibt es eigentlich eine Möglichkeit vom Zugspitzplatt zu Fuß auf den Gipfel zu kommen, ohne die Gipfelbahn benutzen zu müssen? Seilbahn ist ja nicht mein Ding, aber Zahnradbahn mache ich noch ;-)


  • Aber in einer Tageswanderung vom Rhone-Tal ist das auch nicht wirklich machbar, glaube ich zumindest.


    Nur wenn Du die Kondition hast, die 1800 Höhenmeter von Fieschertal zum Eggishorn an einem Tag rauf und runter zu schaffen. Ist nicht ganz unmöglich, aber man sollte gut trainiert und akklimatisiert sein und sich den Tag danach zum Ausruhen reservieren. So mal eben "aus dem Stand" bzw. aus dem Womo raus geht das nicht.


    Eine andere Möglichkeit, den Aletschgletscher von oben zu sehen, wäre eine Bahnfahrt zum Jungfraujoch ("Top of Europe" auf knapp 3500m). Dafür sollte man allerdings das nötige Kleingeld dabei haben.


  • Nur wenn Du die Kondition hast, die 1800 Höhenmeter von Fieschertal zum Eggishorn an einem Tag rauf und runter zu schaffen. Ist nicht ganz unmöglich, aber man sollte gut trainiert und akklimatisiert sein und sich den Tag danach zum Ausruhen reservieren. So mal eben "aus dem Stand" bzw. aus dem Womo raus geht das nicht.


    Eben. Es gibt wohl einen schönen Weg hinauf, aber ist halt trotzdem nichts für "mal eben".



    Eine andere Möglichkeit, den Aletschgletscher von oben zu sehen, wäre eine Bahnfahrt zum Jungfraujoch ("Top of Europe" auf knapp 3500m). Dafür sollte man allerdings das nötige Kleingeld dabei haben.


    Oh ja, das ist natürlich eine interessante Sache. Ich war jetzt so sehr auf das Rhone-Tal konzentriert, dass ich die "Anreise" von Norden gar nicht berücksichtigte. Aber die Preise sind natürlich üppig. Ich sehe zwar die hohen Kosten ein (auch bei Seilbahnen etc.), weil der Betrieb so einer Bahn natürlich auch seinen Preis hat, aber es schreckt natürlich der Aspekt ab, dass man im Endeffekt halt trotzdem nur zwei Stunden auf einem Berg steht.
    Aber das wäre schon eine schöne Sache :dream:

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