Mit dem ADAC habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Meine Plus-Mitgliedschaft wäre vermutlich das Letzte, was ich kündigen würde.
2006 bekam ich in Görlitz eine Hotelübernachtung, weil mein damaliges Wohnmobil den Weg von Krakau nach Hause nicht mehr schaffte.
Ebenfalls 2006 erhielt ich im Süden Spaniens eine weitere Hotelübernachtung sowie einen Mietwagen, mit dem ich nach Dortmund und wieder zurückfahren durfte. Eigentlich hätte ich ein Flugticket bekommen, aber da mir ein Pkw lieber war, erhielt ich diesen.
2012 hatte ich meine bisher letzte Panne, als ich mit dem Wohnmobil in Norwegen steckenblieb.
2019 bekamen wir eine Rückerstattung für einen nicht ganz günstigen Krankenhausaufenthalt in Madison, Wisconsin.
Und nun, am Ende des Jahres 2025, benötigten wir den ADAC erneut. Dieses Mal allerdings mit einer Kleinigkeit. Heiligabend versagte die Batterie meines Pkw den Dienst. Ich bin in letzter Zeit nur sehr wenig gefahren und wenn, dann nur Kurzstrecke. Heiligabend setzte zudem der Frost ein - das Aus für die Batterie. Da wir keinen Stress hatten, kontaktierten wir den ADAC nicht sofort, sondern warteten die Weihnachtsfeiertage ab.
Hierfür nutzten wir zum ersten Mal die Pannenhilfe-App, die - um es Voraus zu schicken - absolut zuverlässig funktionierte. In der App wählt man zunächst aus, ob Pannenhilfe für Kfz/Fahrrad oder für einen Unfall benötigt. Danach kommt die Auswahl zwischen klassischen Pannensituationen (Springt nicht an, Reifen, Schlüssel oder sonstiges). Außerdem kann man wählen, ob man sofort Hilfe benötigt oder ob man einen Termin machen möchte. Letzteres bekommt man entweder für den selben Tag oder für den Folgetag. Man kann also nicht an einem Freitag einen Termin für Montag machen.
Wir wählten einen Termin für den Folgetag (Samstag) und suchten uns dort ein Zeitfenster von zwei Stunden in der Zeit von 11-13 Uhr. Danach kam dann erstmal einen Benachrichtigung, dass man sich melden würde, wenn der Pannendienst unterwegs sei. Wir warteten also ab.
Gegen 12.30 Uhr kam eine Push-Nachricht, dass der Pannenhelfer unterwegs sei und in den nächsten 30 Minuten kommen würde. Zuvor würde er sich nochmal telefonisch melden. Es war also langsam Zeit, die Jacke anzuziehen, zum Auto zu gehen und die Motorhaube zu öffnen. Wenig später kam eine weitere Nachricht, dass man jetzt auf der Karte in der App sehen könnte, wo der Pannenhelfer sei. Die Karte musste man immer wieder aktualisieren, sonst passierte da nichts. Aber so konnte ich sehen, wie er sich näherte. Dann kam der versprochene Anruf des Helfers, der seine Ankunft in den nächsten zehn Minuten ankündigte. Aber das konnte ich ja ohnehin schon erkennen.
Tja, und dann war er auch schon da. Die App hat also super geklappt und würde ich beim nächsten Mal wieder einsetzen.
Zur Panne selbst: Die Batterie wurde getauscht (AGM-Batterie mit 60 Ah, Kostenpunkt 190 Euro). Finde ich total fair, denn sonst hätte ich einen Termin mit der Werkstatt machen müssen und dort den Einbau bezahlt. Die Batterie hätte ich natürlich auch selber tauschen können, aber durch Start-Stopp-Automatik muss diese unter Umständen wieder angelernt werden.
Überhaupt war die Start-Stopp-Automatik ein interessantes Thema dabei. Der ADAC-Mann fragte mich, ob die Start-Stopp-Automatik denn gut funktionieren würde, was ich verneinte. Denn eigentlich klappte das nur bei sehr hohen Temperaturen und auch nur dann, wenn das Auto gute Laune hatte. Er erklärte mir, dass diese vom Werk eingebaute Batterie nicht wirklich die beste sei (deswegen ist sie auch schon nach vier Jahren kaputt) und die Start-Stopp-Automatik nur bei einer guten bzw. leistungsstarken Batterie funktioniert. Mit seinen Worten: "Die Start-Stopp-Automatik funktioniert nur, wenn das Auto weiß, dass es wieder anspringen kann." Oder anders ausgedrückt: Wenn die Start-Stopp-Automatik nicht mehr so häufig einspringt, dann ist das ein guter Indikator dafür, dass die Batterie langsam schwächelt. Bei mir sollte sie wohl jetzt wieder häufiger zu spüren sein. Ich bin gespannt, bin mit der neuen Batterie noch nicht gefahren.
Unangenehmes Erlebnis nebenbei: Der ADAC-Pannenhelfer holte mit einer Zange die Überreste eines kleinen Vogels aus dem Motorraum. Zu erkennen waren nur noch die Beine und der Unterleib. Der klemmte neben der Batterie fest.