Erfahrungen mit Trampen und Trampern

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  • Hallo,


    ich habe in den letzten Wochen wieder viele Tramper gesehen und bin teilweise erstaunt, dass es noch so viele Menschen gibt, die per Autostopp verreisen. Mir persönlich wäre das zu mühsam, daher würde mich mal interessieren, ob das einer von euch (früher) mal gemacht hat. Oder habt ihr vielleicht schon mal Tramper mitgenommen? Oder nehmt ihr generell keine Tramper mit, weil ihr evtl. Angst habt oder das vielleicht sogar als Schmarotzen betrachtet?


    Viele Grüße
    Michael

  • Ich habe mich selbst noch nie an den Straßenrand gestellt und versucht, ein Auto anzuhalten. Mir ist es im französischen Zentralmassiv nur einmal passiert, dass ich mit vollem Gepäck von einer Unterkunft in die nächste Stadt zu Fuß gelaufen bin und der erste Autofahrer, der mich überholt hat, gleich die paar Kilometer in die Stadt mitgenommen hat. Wäre nicht unbedingt nötig gewesen, aber nett war es trotzdem.


    Selbst fahre ich ja eher selten Auto, aber wenn, dann sind es meist längere Strecken. In der letzten Zeit habe ich dann hier und da mal Anhalter mitgenommen. Das eine Mal in Frankreich waren es zwei junge Franzosen mit Rasta-Mähne, Gitarre und Djembe, die Freunde in der Provence besuchen wollten. Das andere Mal waren es zwei Geschichts-Studenten aus Zagreb, die nach Berlin wollten In beiden Fällen ergab sich ein recht nettes Gespräch während der Fahrt. Da ich allein unterwegs war, kam mir das ganz recht, denn das Radio und die CD-Sammlung werden irgendwann doch uninteressant.
    Angst hatte ich da eigentlich nicht. Der Kontakt hatte sich beide Male auf einer Raststätte ergeben, wo ich mich selbst erst ein Weilchen erholt hatte. Die Jungs waren mir schon bei der Ankunft aufgefallen, und so hatte ich sie schon ein wenig beobachtet, bevor sie mich bzw. ich sie angesprochen hatte.


    Bei diesem Thema erinnere ich mich auch daran, dass ich vor längerer Zeit auch mal Leute über eine Mitfahrzentrale über eine Strecke von 600km mitgenommen hatte. Da waren es 6 Stunden Fahrt mit vollem Auto, und irgendwie hatte ich bei jeder Rast das Gefühl, unter Druck zu stehen und meine "Passagiere" nicht zu lange warten zu lassen. Mich einfach mal in die Ecke zu setzen und die Augen zu schließen war da nicht drin. Die Anhalter hatte ich jeweils für eine Etappe von Raststätte zu Raststätte an Bord. Die Entscheidung war recht spontan gefallen, und ich hätte sie auch genauso gut ablehnen können, wenn ich aus irgendwelchen Gründen keine Lust gehabt hätte. In diesem Sinne fand ich den Kontakt mit den Trampern ganz in Ordnung.

  • Dann decken sich unsere Erfahrungen teilweise. Mir fallen zwei besondere Begebenheiten ein:
    In Norwegen blieb ich mal vor ein paar Jahren mangels Sprit mit meinem damaligen VW-Bus liegen. Zu Fuß kam ich nicht weit, weil mich eine Mutter mit ihrer Tochter gesehen hat wie ich mit dem leeren Reservekanister an der Straße entlang lief. Sie brachten mich zu einer Tankstelle und zurück. War mir schon fast unangenehm.
    Das zweite Erlebnis hatte ich, als ich Paris mit dem Auto verließ und mich wunderte, dass da jemand an der Autobahnauffahrt steht und ein Pappplakat mit den Buchstaben MüN hochhielt. Es war ein großes ü, dass ich hier gerade nicht tippen kann. Ausgerechnet das ü fand ich aber seltsam in Frankreich und dann auch noch an der falschen Autobahn. Also fragte ich ihn, ob er wirklich München meinte. Er bejahte und freute sich trotzdem, dass ich ihn bloß ins Ruhrgebiet mitnehmen könnte. Ich empfand das als Umweg, ihm war das egal. Also trennten sich nach ein paar Stunden unsere Wege in Bochum. Später mailte er mir, dass er bereits am nächsten Morgen in München ankam und Erfolg hatte.


    Weshalb ich diesen Thread aber gestartet habe: Vor drei Wochen sprachen uns fünf (!) Frauen auf den Lofoten an, ob sie mit könnten. Da frage ich mich, wie sie sich das in einem Wohnmobil, das als Viersitzer vorgesehen ist, vorstellen.

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