Tipps für Estland

    • Baltikum

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    • Tipps für Estland

      Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, werde ich im Sommer eine einwöchige Veranstaltung in Tallinn besuchen. Zunächst hatte ich mir überlegt, den Hin- und Rückweg irgendwie auf dem Landweg zurückzulegen und mir ein paar Dinge entlang der Strecke anzusehen. Nun bin ich zum Schluss gekommen, dass diese Anreise übers Land entweder zu lange dauern wird (meine Urlaubstage sind begrenzt), oder zu stressig ausfallen wird. Deshalb werde ich jetzt wohl doch fliegen und die dadurch gesparten Tage im Land selbst verbringen - etwa mit einem Mietwagen.

      Nun habe ich langsam angefangen, mich schlau zu machen, was man denn in diesem Land alles anfangen kann. Besonders zufriedenstellend war meine Suche allerdings nicht. Als Kontrast zu meinem Stadt-Aufenthalt würde ich gerne etwas von der Natur im Land sehen. Kann mir der eine oder die andere von Euch vielleicht mögliche Reiseziele und/oder Aktivitäten empfehlen?

      Danke!
    • Hm, ich hoffe, ich kann dir da etwas Neues sagen. Aber ich versuche es mal:

      An erste Stelle setze ich mal den Suur Munamägi (höchster Punkt im gesamten Baltikum):


      Gar nicht so weit weg, gibt es einen netten Aussichtsturm mit Blick auf ein paar Seen bei Rõuge. Ist nichts besonderes, sieht aber nett aus:


      Ebenfalls im Südosten des Landes gibt es die Sandsteinhöhlen im Piusa-Urstromtal:


      Der Südosten ist sowieso das, was mir in Estland ziemlich gut gefallen hatte. Im Nordosten fand ich es nicht so spektakulär. Da wäre natürlich der Blick von Narwa auf die Festung Iwangorod in Russland ganz nett. Die Nordküste hat viel Wald, ein wenig Steilküste und ein paar historische Bauten. Muss man jetzt aber auch nicht unbedingt gesehen haben.

      Im Südwesten gibt es eine ganze Menge Hochmoore (Raba). Hier ist zum Beispiel ein Aussichtspunkt inklusive Holzweg in das Moor:


      Obwohl, ein größeres Hochmoor gibt es auch im Norden, östlich von Tallinn (Viru raba). Da war ich auch mal:


      Die Highlights von Estland sind meiner Meinung nach aber die beiden Inseln Hiiumaa und Saaremaa. An den Wochenenden sind da aber die ganzen Hauptstädter. Sollte man also, wenn möglich, auf die Werktage legen. Auf Saaremaa gehört pflichtgemäß der Besuch des Kaali-Kraters dazu. Ist nicht wirklich groß, aber dir werden wohl die meisten Esten sagen, dass du da hin musst.

      Estland habe ich übrigens ziemlich gut kennengelernt, weil mich eine ehemalige Brieffreundin namens Maarika einst einlud. Ich habe sie in Tallinn abgeholt und wir fuhren erstmal nach Tartu, um dort noch einen Freund und eine weitere Freundin abzuholen. Zu viert sind wir dann fast eine Woche durch das Land. Sie freuten sich, dass sie kostenlos zu den Highlights gefahren wurden und ich freute mich, das kleine Land aus der Perspektive von Einheimischen kennengelernt zu haben. Sie waren es auch, die mir das Zählen auf Estnisch beibrachten: Üks, Kaks, Kolm - habe ich nie vergessen. Genauso, dass Deutschland Saksamaa heißt.
      Ich werde auch nie vergessen, wie Maarika ihren Bekannten in Tartu anrief und ihm erzählte, dass wir kommen würden. Ich habe von dem Telefonat nur ein Wort verstanden: markant. Damit beschrieb sie mein damaliges Wohnmobil. Mit dieser Angabe konnte er uns dann in Tartu erkennen. Wir reden hier von 2004. Da waren Wohnmobile in Estland noch nicht so häufig vertreten.
    • Suur tänu (vielen Dank)!

      Was Du geschrieben hast, Michael, überschneidet sich (natürlich) teilweise mit dem, was ich bereits an anderen Stellen im Netz gefunden habe. Bezüglich der Orte, die Du am Anfang Deines Beitrags mit Karte aufgeführt hast: Sind das Stellen, wo man nur kurz hinfährt und gleich wieder weg ist, oder sind das Landschaften, in denen man sich auch etwa einen Tag lang "austoben" kann? Etwa eine ausgedehnte Wanderung drehen oder so?

      Die großen Inseln habe ich - ganz pauschal - auch schon empfohlen bekommen. Nur fehlt mir da auch noch ein wenig die Vorstellung, was man dort anstellen kann. Mal abgesehen vom Krater, den ich mir mal notiert habe - der aber anscheinend auch nur ein kleiner Fleck am Rand eines Dorfes zu sein scheint.

      Michael Moll schrieb:


      Die Highlights von Estland sind meiner Meinung nach aber die beiden Inseln Hiiumaa und Saaremaa. An den Wochenenden sind da aber die ganzen Hauptstädter. Sollte man also, wenn möglich, auf die Werktage legen.
      Der Tipp dürfte wertvoll sein. Wahrscheinlich werde ich samstags fliegen, und hatte erst gedacht, vom Flughafen Tallinn aus direkt die Inseln anzusteuern. Aber dann sollte ich für den ersten Tag vielleicht doch eher ins Landesinnere - etwa zum großen(suur) Eier(Muna)berg(mägi) oder so.
      Naja, und dann muss ich mich wohl noch bezüglich Übernachtungsmöglichkeiten schlau machen. Ich habe ja dort nicht mein eigenes Bett im Fahrzeug.
    • Klar, die Sehenswürdigkeiten in Estland sind doch recht überschaubar. Als Moni und ich später dort unterwegs waren, haben wir ein wenig schmunzeln müssen. Denn beinahe alles, was irgendwie anders ist, wird als Sehenswürdigkeit angepriesen - inklusive Hinweis in Tourimusbroschüre und braunem Tourismusschild. Das können dann so Sachen sein wie "Größter Findling in Estland" oder sogar "Größter Findling in Süd-Ost-Estland".
      So ähnlich ist es auch mit dem Krater. Die haben dort den Krater und sind irgendwie stolz drauf, dass der Meteorit dort eingeschlagen ist. Aber rein optisch ist es eben ein "kleiner Teich".

      Es ist landschaftlich wirklich schön und wir haben auch wieder Lust, mal dorthin zu fahren. Das ist gar keine Frage, aber man darf auch nicht zu viel erwarten. Die Inseln sind sehr erholsam - wenn man ein wenig am Strand spaziert, durch die kleinen Ortschaften schlendert, mal eine Burg, ein Kriegsdenkmal oder einen Leuchtturm besichtigt. Aber es sind eben nicht DIE Sehenswürdigkeiten, die es dort gibt.

      Bei den drei erstgenannten Stellen ist man ziemlich kurz. Der Suur Munamägi hat halt den Aussichtsturm, das andere ist auch nur ein Aussichtsturm und die Sandsteinhöhlen hat man auch schnell durch. Ich denke, das kann man ganz entspannt an einem Tag schaffen und Tartu wäre dafür ein ganz guter Ausgangspunkt.

      Wenn du ganz viel Zeit hast, könntest du ja auch am Ufer vom Peipussee entlang fahren. Auch nicht spektakulär, aber eben etwas abseits der üblichen touristischen Routen. Da kommst du dann an so Orten wie Alatskivi vorbei.

      Wie gesagt, alles irgendwie entspannter und überschaubarer. Maarika hatte mich damals ganz stolz auch nach Keila-Joa gebracht, wo es einen kleinen Wasserfall gibt. Vermutlich wäre ich so nicht hingefahren.
    • Gut, ich hatte ohnehin nicht vor, auf meiner Reise möglichst viele "Punkte" im Sinne von abgeklapperten Sehenswürdigkeiten zu sammeln. Ich stelle mir das eher so vor, dass ich für ein paar Tage irgendwo mein Quartier aufschlage und von dort aus kleinere Touren zu machen. Vielleicht Wanderungen mit höchstens einer kurzen Anfahrt mit dem Auto, oder falls ich ein Rad mieten kann, auch mal eine Fahrradtour. Längere Autofahrten dann eigentlich nur noch zum Standortwechsel. Wenn auf diesen Routen dann besondere Orte liegen, warum nicht? Aber wichtiger ist mir doch eher, diese Landschaft, die Du ja selbst als schön bezeichnest, intensiv zu erleben. Und dazu gehören eben nicht nur die Highlights, sondern auch das Land abseits der Touristenströme (das dann gar nicht mal so weit weg sein müssen).

      Für eine erste Inspiration habe ich jetzt mal eine Seite mit diversen Wandervorschlägen gefunden (loodusegakoos.ee/where-to-go/). Dann habe ich gesehen, dass die OpenStreetMap auch ein paar markierte Wanderwege kennt (zum Teil die aus der verlinkten Seite). Sicher gibt es da noch mehr. Dann habe ich mal auf Google nach ein paar Hotels auf dem Land gesucht und festgestellt, dass auch im Landesinneren die Zimmer an Sommerwochenenden knapp werden.

      Ich sehe schon - ich werde hier noch einiges an Vorbereitungs- und Recherchearbeit benötigen. Aber das steigert ja nur die Vorfreude auf die Reise!