Deutsche Ortsnamen bei Googlemaps

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  • Irgendetwas hat Google bei seinem Kartendienst verändert und das - meiner Meinung nach - nicht zum Vorteil.
    Suche ich Riva del Garda, dann wird mir in der Karte die Ortschaft Reiff angezeigt. Östlich davon liegt laut Google die Ortschaft Turbel, die eigentlich Torbole heißt.


    In Polen das gleiche Spiel: Suche ich nach Kołobrzeg, dann wird mir sowohl in der Karte als auch in der Seitenleiste der alte deutsche Name Kolberg angezeigt. Bei Gdańsk (Danzig) und Oświęcim (Auschwitz) könnte ich noch darüber hinwegsehen, weil die deutschen Begriffe für uns gebräuchlicher sind. Aber wenn ich mich bei Nowy Sącz herumtreibe und auf Verkehrsschildern logischerweise die Bezeichnung Neu Sandez nicht finde, dann ist der Nutzen von Googlemaps irgendwie nicht mehr so gut wie vorher.


    Weitere Beispiele: Františkovy Lázně in Tschechien ist Franzensbad, dementsprechend ist Mariánské Lázně Marienbad und České Budějovice ist Budweis.
    Székesfehérvár in Ungarn ist Stuhlweißenburg und Érd bei Budapest ist Hanselbeck...

  • Noch mehr Beispiele:


    In Frankreich (Elsass-Lothringen) findet man auf Google Maps Städte wie Zabern, Diedenhofen und Schlettstatt. Auf den Schildern vor Ort wird man die aber vergeblich suchen, denn dort ist von Saverne, Thionville und Sélestat die Rede.


    Manchmal waren die Google-Leute aber auch nicht ganz so konsequent. In der Schweiz findet man zwar einerseits Freiburg (Friboug), Genf (Genève) und Sitten (Sion), aber andererseits hat man sich die Bezeichnung "Bellenz" für Bellinzona gespart.


    Ebenso in Slowenien: Dass sich hinter "Aßling" der Grenzort Jesenice versteckt, muss man wohl wissen. Hingegen hat man sich den deutschen Namen "Laibach" für Ljubljana dann doch verkniffen, dabei wäre mir dieser eher noch eingeleuchtet. Und bei Maribor gab es wohl ein kleines Tauziehen, ob der deutsche oder der slowenische Name verwendet werden sollte: Anstelle von "Marburg an der Drau", wie ich es erwartet hätte, steht dort jetzt "Maribor an der Drau". Auch eine interessante Zwischenform.


    In Rumänien, bzw. genauer: Siebenbürgen, sollte man zusätzlich auch noch eine andere Karte mit den aktuellen rumänischen Ortsnamen dabei haben, sonst hat man schnell verloren.


    Also, ich kann einen gewissen Trend zum Eindeutschen von Ortsnamen eigentlich nur dort nachvollziehen, wenn es um Länder geht, in denen ohehin eine ganz andere Schrift verwendet wird. Ob man 北京 nun als "Peking" oder als "Beijing" transkribiert, ist mir ziemlich egal. Ähnlich auch im Fall von arabischen Ortsnamen. Aber dort, wo mit lateinischen Buchstaben geschrieben wird, sollte auch die einheimische Bezeichnung in der Karte zu finden sein - und wenn man es denn gerne möchte, evtl. ein abweichender deutscher Ortsname daneben. Aber ausschließlich eine deutsche Ortsbezeichnung anzuzeigen, die auf den Schildern im Land nicht zu finden ist, und die vor Ort auch kaum noch einer kennt, finde ich reichlich ungeschickt.

  • Aber ausschließlich eine deutsche Ortsbezeichnung anzuzeigen, die auf den Schildern im Land nicht zu finden ist, und die vor Ort auch kaum noch einer kennt, finde ich reichlich ungeschickt.

    Ganz meine Meinung. Danke für deine Beispiele.
    Es ist wirklich schade, dass es so ist und ich bin der Ansicht, dass sich Google damit ein wenig verrennt. Allerdings scheint es bei Bingmaps auf den ersten Blick auch nicht besser zu sein. Hier konnte ich die Ortschaft Neusatz finden. Ein Blick in Openstreetmap offenbart mir, dass es sich um Novi Sad handelt.


    Überhaupt ist ein Vergleich zwischen den Kartendiensten interessant. Östlich von Belgrad gibt es laut Bingmaps die Ortschaft Weißkirchen. Bei Openstreetmap wird sie auch Weißkirchen genannt. In Klammern steht dahinter der Ortsname auf Kyrillisch: Бела Црква. Zum Vergleichen auf Ortsschildern vielleicht noch hilfreich, aber zum Lesen und "Übersetzen" nicht so sehr. Aber hier hätten wir ja dann wieder Googlemaps. Und dort erfahren wir, dass es sich um Bela Ckrva handelt.




    Maribor an der Drau

    Unglaublich... :S

  • Überhaupt ist ein Vergleich zwischen den Kartendiensten interessant. Östlich von Belgrad gibt es laut Bingmaps die Ortschaft Weißkirchen. Bei Openstreetmap wird sie auch Weißkirchen genannt. In Klammern steht dahinter der Ortsname auf Kyrillisch: Бела Црква. Zum Vergleichen auf Ortsschildern vielleicht noch hilfreich, aber zum Lesen und "Übersetzen" nicht so sehr. Aber hier hätten wir ja dann wieder Googlemaps. Und dort erfahren wir, dass es sich um Bela Ckrva handelt.

    Bei der Openstreetmap ist der Name in mehreren Sprachen vorhanden. Welcher davon angezeigt wird, ist dann eine Frage, die das jeweilige Anzeigeprogramm für sich beantworten muss. Im genannten Beispiel findet man folgende Namen in der Openstreetmap-Datenbank:


    (Offizieller) Name: Бела Црква
    Mehrsprachiger Name Deutsch: Weißkirchen
    Mehrsprachiger Name Englisch: Bela Crkva
    Mehrsprachiger Name Ungarisch: Fehértemplom
    Mehrsprachiger Name Rumänisch: Biserica Albă
    Mehrsprachiger Name Russisch: Бела-Црква
    Mehrsprachiger Name Serbisch: Бела Црква
    Mehrsprachiger Name Serbisch(latein): Bela Crkva


    Schaut man sich den Ort auf openstreetmap.org in der "Standard"-Ebene an, erscheint nur der serbische Name. In manchen anderen Kartenebenen erscheint sowohl "Бела Црква" als auch "Bela Crkva". Wo ist bei Dir der deutsche Name aufgetaucht?
    Die Handy-App OsmAnd, die mit OpenStreetMap-Karten arbeitet, hat für die groben Maßstäbe eine "Übersichtskarte der Welt", in der alle Ortsnamen - falls vorhanden - auf Deutsch angezeigt werden, während man für die detaillierten Offline-Karten über Optionen einstellen kann, ob man die Ortsnamen in der jeweiligen Landessprache oder in einer anderen Sprache sehen will.


    Ich vermute mal, dass Google und Bing auch die Ortsnamen in mehreren Sprachen kennen, denn sonst würde man bei der Suche nach "Bela Crkva" nicht in "Weißkirchen" landen. Welcher Name in welcher Situation angezeigt wird, ist aber wie gesagt etwas anderes.

  • Schaut man sich den Ort auf openstreetmap.org in der "Standard"-Ebene an, erscheint nur der serbische Name. In manchen anderen Kartenebenen erscheint sowohl "Бела Црква" als auch "Bela Crkva". Wo ist bei Dir der deutsche Name aufgetaucht?

    Ach ja, OSM gibt es ja in mehreren Varianten. Da habe ich nicht dran gedacht, sorry. Ich war bei openstreetmap.de und da dann auf OSM Deutscher Stil. Klar, mit Klick auf OSM Standard ist die deutsche Schreibweise natürlich auch verschwunden. Meine Schuld.

  • Aha, es tut sich wohl etwas. Ich habe gerade zufällig gesehen, dass ich zwischen den Sprachen umschalten kann.
    Ich weiß nicht, ob das bei jedem ist oder nur, wie bei mir, wenn man mit dem Google-Account eingeloggt ist. Zumindest habe ich links im Menü nun eine Sprachauswahl. Damit ändert sich aber dann alles, auch die Auswahlfelder im Menü, und man sieht die Kartenangaben entsprechend der eingestellten Sprache. Das heißt, wenn ich auf Polnisch klicke, dann ist Göttingen nun Getynga während die polnischen Ortschaften nicht mehr mit ihren deutschen Namen gezeigt werden. Wähle ich Englisch aus, dann wird zwar aus München Munich und aus Nürnberg Nuremberg, aber auch hier sind natürlich die deutschen Bezeichnungen in Polen, Tschechien und sonstwo nicht bekannt.
    Klickt man allerdings dann auf die Ortsnamen, wird entsprechend nun auch der sprachlich zugehörige Wiki-Artikel angezeigt. Na ja, man kann nicht alles haben. Auf jeden Fall ist das jetzt eine bessere Lösung als nur die deutschen Namen lesen zu können.
    Doch Google ist ja auch bekannt dafür, dass sich alle naselang mal etwas ändert. Schauen wir also mal, wie das in vier Wochen aussieht.

  • Ich komme mit der Sprachumstellung ganz gut zurecht. War jetzt eine Runde in den Baltischen Staaten und mit der angebotenen Sprachumschaltung kommen auch die Landesspezifischen Namen:


    Mit meinen original Spracheinstellungen ..



    Nun Sprache umschalten




    Polski = Polnisch



    Schon sieht es "polnisch" aus ...


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