Und wenn wir schon in Japan sind - dort ist das Reisen mit der Bahn ein absoluter Genuss. Komfortabel, schnell, PÜNKTLICH!!! Da sollten eigentlich unsere Bahn-Manager mal zur Fortbildung hin und schauen, wie es auch funktionieren kann.
Meiner Meinung nach muss man gar nicht mal so weit reisen, um ein gutes Vorbild zu finden. Die Pünktlichkeit der Schweizer Bahnen ist ja auch schon sprichwörtlich. Das heißt längst nicht, dass die Schweizer keine Pannen kennen würden. Davon habe ich in meiner Zeit als Pendler im Großraum Zürich doch einige erlebt. Aber: Sobald es im System klemmt, schwärmen dort sofort Massenweise Bahnmitarbeiter aus, um an den Bahnhöfen die Passagiere zu informieren und in die richtigen Bahnen zu lenken. Im Regelfall sind diese Leute auch so gut informiert, dass sie qualifiziert Auskunft geben können.
Und: Wenn irgendwo mal ein Zug ausfällt oder massiv verspätet ist, dann zaubern die Schweizer ziemlich schnell einen Ersatzzug aus irgendeinem Depot (und einen Lokführer dazu). Das sind zwar manchmal recht alte Gefährte, die beim Fahren recht ordentlich quietschen, aber sie fahren.
Ich erinnere mich da noch gut an eine Fahrt, bei der ich in Lausanne anstelle eines TGV nach Paris eben so einen Uralt-Zug vorfand. Reisende nach Paris sollten eben in dieses alte Ding einsteigen. Dieser Zug fuhr dann bis zur nächsten Station Vallorbe, wo nach ein paar Minuten der massiv verspätete TGV aus Paris ankam. Wir stiegen dort dann in den TGV ein, der von dort aus fast pünktlich wieder zurück nach Paris fuhr.
Natürlich macht es das Bahnfahren nicht gerade billiger, wenn die Bahnunternehmen so viel Personal und Rollmaterial in der Hinterhand halten müssen. Aber ich finde, es lohnt sich.
Außerdem wünsche ich mir ein bundesweit einheitliches Radwege-Beschilderungssystem wie die Knotenpunkte in Holland und mittlerweile auch am Niederrhein.
Das holländische System kenne ich jetzt nicht. Aber ich fand die Beschilderung sowohl in der Schweiz als auch in Tschechien absolut vorbildlich.
Nicht ganz so schlecht, aber auch nicht dringend notwendig finde ich die Nummerierung polnischer Autobahnausfahrten. Die Abfahrten tragen die Nummern der entsprechenden Autobahnkilometer. Wenn die Autobahnausfahrt Hamburg die Nummer 30 tragen würde und die Ausfahrt in Bremen die Ausfahrt 110, dann wüsste ich sofort, dass es 80 Kilometer zwischen den beiden Ausfahrten sind. Keine soo schlechte Sache.
Diese Nummerierung nach Streckenkilometern kenne ich vor allem aus Österreich. Ein paar weitere mitteleuropäische Länder (Tschechien, Slowakei, Ungarn) sowie Spanien haben sich das auch zum Vorbild genommen. Auch auf den Interstates in den USA sind die Ausfahrten so nummeriert.
Der Vorteil dieser Methode ist aus meiner Sicht nicht nur das Abschätzen der Entfernung, sondern auch, dass man kein Problem bekommt, wenn man nachträglich noch zusätzliche Ausfahrten anlegt. In Deutschland führt das dann zu Ausfahrt-Nummern wie 99a, 99b usw, während man bei Nummerierung nach Kilometern einfach den Streckenkilometer nehmen kann.