Es ist bald soweit - die Queen Mary 2 wird für einige Wochen außer Dienst gestellt und erhält eine Modernisierung. Ende März 2027 wird der Oceanliner für fast sieben Wochen eine Werft besuchen und (vermutlich) im Trockendock überarbeitet.
Dabei handelt es sich um das Half-Live-Refit. Die Queen Mary ist für eine Lebensdauer von 40 Jahren ausgelegt. 2004 berührte sie zum ersten Mal Wasser, also hätte dieses Refit in der Hälfte ihres Lebens eigentlich schon stattfinden sollen. Aber Corona kam dazwischen und hat so einiges aufschieben lassen. Später war das Refit für 2026 geplant, wurde aber nun auf 2027 verschoben.
Was wird gemacht?
Von der meisten Arbeit wird man als Gast auf dem Schiff nicht viel zu sehen bekommen. Hierbei geht es nämlich um die Maschinen. Ich habe gelesen, dass wohl aktuell sogar irgendwelche Teile von Gasturbinen sichtbar an Deck untergebracht sind. Vermutlich wird sich das beispielsweise ändern. Was sonst noch so im Maschinenraum gemacht wird, weiß ich nicht. Aber man kann sich natürlich vorstellen, dass es um sparsameren Verbrauch geht, in welcher Form auch immer.
Weil so ein riesiger Umbau natürlich sehr viel Geld verschlingt, versucht man diese Ausgabe an anderer Stelle wieder reinzuholen. Das heißt, es wird mehr Kabinen geben. Das geht wiederum zu Lasten von öffentlichen Bereichen. So verschwindet beispielsweise der kleine Buchladen auf Deck 8 neben der Bibliothek. Die Bibliothek bleibt allerdings. Der frei gewordene Platz wird zu einer Penthouse-Kabine umgestaltet. Irgendwie schade, aber in dem Buchladen haben wir nie etwas gekauft und waren wir pro Transatlantikreise nur einmal anwesend. Da finde ich die Bibliothek deutlich wichtiger. Ich gehe davon aus, dass einiges aus dem Sortiment ohnehin dann in den Läden auf Deck 3 verkauft werden wird.
Des Weiteren wird der Indoorspielbereich für Kinder um die Hälfte reduziert. Angesichts der doch sehr wenigen Kinder an Bord dürfte das zu verschmerzen sein. So entstehen also auch auf Deck 5 weitere Kabinen.
Die größte Veränderung wird es auf Deck 13 geben. Bis zum letzten Refit im Jahr 2016 gab es dort oben gar keine Kabinen. Das änderte sich, weil man im vorderen Bereich von Deck 13 einen großen Kabinenblock installierte. Bei unserer ersten Reise wenige Wochen nach dem damaligen Refit nutzten wir die Innenkabine 13023 und waren begeistert. Denn die Kabine war nicht nur neu und frisch, sondern wir brauchten nur aus der Tür raus, einmal nach rechts und hatten ein riesiges Sonnendeck vor der Nase. Hier spielen wir immer Shuffleboard und sind oft sehr alleine unterwegs. Denn gerade auf den Atlantiküberquerungen ist es den meisten dort oben zu windig und zu kalt. Hier ein Blick auf das Sonnendeck in Richtung Bug. Die beiden braunen Holztüren führen zu den Kabinen, die im Jahr 2016 aufgesetzt wurden. Nur wenige Meter hinter der rechten Tür befindet sich unsere Lieblingsinnenkabine.
Leider wird dieses Sonnendeck nun auch mit Kabinen vollgestellt. Nicht ganz klar ist, ob es ersetzt wird, indem es oben auf die neuen Kabinen verlegt wird. Es bleibt ein wenig zu befürchten, dass es nur noch einen Rundgang geben wird, so wie auf den 2016er-Kabinen. Gut zu sehen sind die beiden Treppen rechts und links, die dort hinaufführen. Man kann aber dort eben nur einmal rumgehen und das auch nur auf Gummimatten und nicht auf dem schönen Teak-Holz, das den Charme des Schiffes ausmacht.
Dieses Deck werden wir sehr vermissen. Aber wir verstehen auch, dass man wirtschaftlich handeln muss. Bei dem vorletzten Oceanliner, der Queen Elizabeth 2 kann man einen ähnlichen Werdegang verfolgen. Diese Vorgängerin der Queen Mary 2 wurde 1969 gebaut und war 35 Jahre im Dienst. In den 80er Jahren erhielt auch die QE2 ein umfangreiches Refit, bei dem ebenfalls zusätzliche Kabinen geschaffen wurden. Nur so konnte es ermöglicht werden, dass das Schiff finanziell mithalten konnte.
Einerseits finden wir vor allen Dingen die Veränderungen auf Deck 13 schade, aber andererseits freuen wir uns, dass noch so viel Geld hineingesteckt wird, um die Queen Mary 2 für die nächsten 15 bis 20 Jahre fit zu machen. Auf den amerikanischen und australischen Seiten von Cunard kann man sich auch schon den neuen Deckplan anschauen. Auf der deutschen Seite konnte ich bisher nur neue Kabinennummern gezielt in die Suche eingeben, um sie theoretisch für 2027 und 2028 buchen zu können.