Kurze Wohnmobil- und Museumtour nach Holland

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  • Am Wochenende waren wir wieder für ein kurzes Wochenende unterwegs. Dieses Mal ging es in die Niederlande und dennoch waren wir - wie schon im Monat zuvor - auf den Spuren des D-Days.

    Die Reise führte uns zunächst nach Overloon. Dort fand im September/Oktober 1944 die größte Panzerschlacht auf niederländischem Boden statt, nachdem die Operation Market Garden fehlschlug. Auf dem damaligen Schlachtfeld wurde bereits 1946 ein Museum eingerichtet.

    Dieses Museum ist sehr modern ausgestattet und wird stets aktualisiert. So hat man beispielsweise die Überreste eines Kampfflugzeuges erst vor wenigen Jahren entdeckt und im Jahr 2021 der Ausstellung hinzugefügt:


    Dazu gab es eine große Ausstellung von Kriegsgeräten bzw. -fahrzeugen. Damit konnte ich nicht ganz so viel anfangen. Schlicht, weil ich mich technisch gar nicht auskenne. Beeindruckend war aber dieses wirklich riesige Amphibienfahrzeug. Es ist das letzte in Europa verbliebene Fahrzeug dieser Art und kann mal eben mindestens einen Panzer transportieren. Allein die Reifen haben einen Durchmesser von über 3 Metern:


    Zu den Highlights des Museums gehört die sogenannte D-Day-Experience. Hier betritt man eine Art immersives Erlebnis und erlebt man die Ereignisse vom 6. Juni 1944 nach. Im ersten Raum wird man per Video empfangen. Nach der Begrüßung geht es in den nächsten Raum, wo man darauf wartet, eines der Higgins-Boote zu betreten, mit denen die alliierten Soldaten an die Strände der Normandie gebracht wurden. Man versucht, die Eindrücke bei der Anlandung - so gut es eben geht - nachzustellen. Und schließlich öffnet sich das Boot und man steht inmitten der Kämpfe. Es ist laut und ohrenbetäubend, wenn man dann durch eine Nachstellung der französischen Strände während der Kämpfe "spaziert":

    Hier ist man noch "im Boot":

    Und anschließend geht es dann durch die Strände der Normandie. Wie gesagt, hierbei wird geschossen, geschrien und gekämpft. Es ist also laut und man wird mit "Go, go, go"-Aufrufen dazu bewegt, sich von Station zu Station zu begeben.


    Ganz am Ende gibt es dann die Möglichkeit, in einer Telefonzelle über die Geschehnisse zu sprechen:

    Bemerkenswert hier: Man spricht mit ChatGPT. Das KI-Modul, dass es ja nun noch nicht so ewig lange gibt, wurde integriert, um unterschiedliche Gespräche führen und weitere Informationen erhalten zu können. Die KI fragte zum Beispiel auch, wie man sich nach den gerade gesehenen Ereignissen fühle.

    In einem anderen Ausstellungsbereich erfuhr man darüber, wie man in den Niederlanden die Zeit des Zweiten Weltkriegs erlebte, während anderswo generell die Tragödien des Krieges erzählt wurden:

    Das Museum ist nicht nur eine Ausstellung, sondern versucht auch, pädagogisch an die Thematik heranzugehen. Als wir ankamen, verließ gerade eine große Schulklasse das Museum. Da waren wir nicht traurig, dass wir die vielen Schüler gerade eben verpasst hatten.

    Am Abend übernachteten wir auf dem Stellplatz Bos & Heide am Nationalpark Maasduinen und drehten noch eine kurze Runde durch einen sehr kleinen Teil des Nationalparks:

  • Michael Moll 23. März 2026 um 09:45

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Am nächsten Morgen widmeten wir uns weiterhin dem Thema und fuhren nach Arnhem, wo die Schlacht um die Brücke von Arnheim tobte. Hierbei handelte es sich um die bereits erwähnte Operation Market Garden.

    Hierfür besuchten wir das Airborne Museum Hartenstein. Mit einem Audioguide wurden wir von Saal zu Saal geführt. Der Audioguide funktionierte überraschend gut. Beim Betreten der Säle hielt man das Gerät einfach in die Nähe eines RFID-Chips und schon begann die Erläuterung, ohne dass andere Besucher gestört wurden.

    Beeindruckend hier war ein Kinosaal, in dem der Ablauf der Schlacht sehr gut visualisiert wurde. In diesem Raum musste man den Audioguide einmal kurz in Richtung Decke halten, damit die Erklärungen des Audioguides mit den Bildern auf der Leinwand synchronisiert sind. Im Erdgeschoss finden alljährlich wechselnde Ausstellungen statt. Für die diesjährige waren wir zu früh, sie eröffnet kurz nach Ostern. Sie wird die polnische Armee zum Thema haben, denn diese war an der Befreiung der eingekesselten alliierten Soldaten der Operation Market Garden beteiligt.

    Im Untergeschoss erlebte man die Geschehnisse ähnlich wie im Museum zuvor. Nur, dass man dieses Mal nicht mit dem Higginsboot anlandete, sondern mit einem Gleitsegler hinter der Frontgrenze abgesetzt wurde und man schließlich durch die Kulisse der Schlacht rund um Hartenstein ging. Damals wurde versucht, die eingekesselten Soldaten über den Rhein (Waal) in Sicherheit zu bringen. Später kämpfte man schließlich um die nahegelegene Brücke von Arnheim:


    Die Ereignisse wurden bekanntlich mit dem Film "Die Brücke von Arnheim" verfilmt. Aber die Operation Market Garden wurde filmisch auch in der Serie "Band of Brothers" festgehalten. Von der Serie erzählte ich bereits in meinem Beitrag von der Ardennenreise. Da ging es um die Einheit der Easy Kompanie.

    Nach der Besichtigung besuchten wir noch den nahegelegenen Soldatenfriedhof (übrigens nur einer von vielen auf dem Weg zwischen Overloon und Arnhem). Neben anderen Nationalitäten stehen hier vor allen Dingen die polnischen Soldaten im Fokus:


    Eigentlich wollten wir auch noch das weitere Museum besuchen, das sich direkt an der Brücke von Arnheim befindet. Aber die Parksituation vor Ort ließ das nicht zu. So entspannt man ja durch die Niederlande fahren kann, so schwierig ist es, mit dem Wohnmobil einen Parkplatz in einer niederländischen Stadt zu finden. Diesen mussten wir daher aufgeben und so fuhren wir zu einem Wohnmobilstellplatz, der die Form eines Schmetterlings besitzt. Das sieht man natürlich am besten von oben in der Satellitenansicht:

    Camperpark de Vlinder · Holterveldseweg 4, 7255 KH Hengelo, Niederlande
    ★★★★★ · Wohnwagenpark
    maps.app.goo.gl

    Daher heißt der Platz auch Vlinder, was auf Niederländisch eben Schmetterling bedeutet.

    Wir hatten viel Platz und es war sehr angenehm:

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