Reisebericht mit dem Wohnmobil nach Texel und Amsterdam

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    • Reisebericht mit dem Wohnmobil nach Texel und Amsterdam

      Das passiert mir auch nicht immer, dass ich einen kompletten Reisebericht bereits am Tag nach der Ankunft zuhause online gestellt habe. Wer den ausführlichen Bericht über die Ostertour lesen möchte, der ist auf meiner Webseite richtig: dieweltenbummler.de/reisen/woh…nach-amsterdam-und-texel/

      Hier gibt es nun eine etwas kürzer gehaltene Version für's schnelle Überfliegen:
      Am Donnerstag starteten wir gegen Mittag und waren um ca. 16 Uhr am Wohnmobilstellplatz in Amsterdam. Zum Glück waren noch einige Plätze frei. Es sollte sich herausstellen, dass spätere Ankömmlinge in einer Schlange vor dem Stellplatz warten mussten, bis ein Plätzchen frei wird.


      Zu Fuß ist man in zehn Minuten an einem Fährableger, wo man die kostenlose Fähre direkt bis zum Hauptbahnhof nutzen kann. Die Fahrt dauert rund eine Viertelstunde. Von da an gingen wir bei Kälte und Wind durch die Stadt und schauten uns einfach ein wenig um, ohne irgendetwas Besonderes besichtigen zu wollen. Natürlich waren wir an der Prinsengracht und an den vielen anderen Grachten. Wir standen auch vor dem Anne-Frank-Haus, aber die Schlange vor der Ausstellung war uns einfach zu heftig. Wüsste man nicht, dass in der Nähe das Anne-Frank-Haus wäre, dann würde man sich fragen, warum die Menschen auf einem freien Platz in einer langen Schlange stehen.














      Die kleinen Gassen von Amsterdam fand ich ganz nett, die klassische Fußgängerzone eher enttäuschend. Das hätte auch von irgendeiner Provinzstadt sein können und war ziemlich austauschbar.
      Unser erster Eindruck war, dass die Stadt sehr hektisch wirkte. Und das kurioserweise, obwohl ja kaum Pkw-Verkehr unterwegs ist. Aber eben die Radler, die rasant an einem vorbeizischen. Das machte mich stellenweise etwas nervös. Und die Anzahl der Straßenbahnen fand ich ebenfalls faszinierend.
      Für den ersten Abend war das ein ausreichender Eindruck.










      Am Karfreitag nutzten wir auch noch den Vormittag und schauten uns den Beginenhof an und beobachteten das Treiben rund um das Rijksmuseum. Auch hier stand man ziemlich lange an. Zur Zeit werden dort Werke von Rembrandt gezeigt. Gar nicht weit von dort entfernt, befindet sich dann noch das van Gogh-Museum. Hier war die Schlange noch heftiger. Erst steht man vor einem Tickethäuschen für die Eintrittskarten an und später noch vor dem eigentlichen Museum. Um also die Ausstellungen in Amsterdam zu sehen, muss man schon deutlich mehr Zeit mitbringen.
      Wir hatten aber nur die 24 Stunden, denn wir wollten ja noch weiter.







      Gegen 14 Uhr kamen wir wieder am Stellplatz an, wo wir schon freudig erwartet wurden. Denn hier standen die Wohnmobile, wie schon erwähnt, Schlange. Und die Insassen waren froh für jeden, der zum Auto zurückkam und den Platz wieder verließ. Die Kosten beliefen sich übrigens auf 18 Euro für die 24 Stunden. Es ist ein einfacher Schotterplatz ohne Sanitäreinrichtungen. Aber freundlich und komplett eingezäunt. Strom hatten wir auf dem Platz nicht.

      Auf dem Weg nach Texel machten wir noch kurz Stopp in Beemster, einem Polder, der auf der Unesco-Welterbeliste verzeichnet ist und an einem Abschnitt der Stellung von Amsterdam, ebenfalls Weltkulturerbe.
      Tja, und dann wollten wir eigentlich den Wohnmobilstellplatz in Den Helder ansteuern. Wir planten nämlich, uns am Abend das Städtchen anzuschauen und erst am Samstag nach Texel überzusetzen. Doch sechs Kilometer vor Den Helder überlegten wir uns das dann anders. Denn wir standen dort im Stau. 2 Stunden lang! Verursacht wurde der Stau durch die Urlauber, die zur Fähre wollten. Und während man im Stau gaaaanz langsam vorwärts kommt, passiert man auch den Stellplatz in Den Helder. Aber den wollten wir dann nicht mehr. Wir dachten uns, wenn wir hier schon so lange stehen, dann soll es sich auch lohnen und wir fuhren spontan schon an dem Abend rüber nach Texel.


      Auf dem Schiff war der Stau auch schon wieder vergessen. Man hat ja dann Blick aufs Meer und die frische Seeluft um die Nase herum. Spätestens dann ist alles wieder gut.
      Unser Ziel war der Campingplatz De Shelter bei De Koog. Wir hatten uns schon vorher über die anderen Campingplätze informiert, zum Beispiel De Krim im Norden. Aber die erschienen uns einfach zu groß. Wir wollten es lieber klein und gemütlich und das passte auf dem Platz De Shelter wunderbar.
      Von dort kann man ganz gut in die Dünenlandschaft wandern und in wenigen Minuten zum Strand. Dort fanden wir das Strandrestaurant Paal 21. Innen war es zu voll, also setzten wir uns nach draußen. Netterweise bekommt man dann Decken, weil es ja doch noch ein wenig kühl war. Und dann bekam ich endlich das, worauf ich mich seit Tagen freute: Kibbelinge - meine Lieblingsspeise in der Niederlande, seitdem ich sie im letzten Jahr zum ersten Mal probierte. Ein gelungener Abend.


      Am Samstag ließen wir das Auto stehen und machten vielmehr zwei Wanderungen am Strand bzw. im Nationalpark "Dünen von Texel". Die morgendliche Runde betrug 7,5 Kilometer und am Nachmittag spazierten wir nochmal rund 11,5 Kilometer durch die Gegend. Wir sind schon länger nicht mehr so viel an einem Tag gelaufen. Aber ohne Gepäck im flachen Land und ganz gemütlich war das eigentlich kaum spürbar. Nur der Gegenwind war lästig und kalt. Und abends gab es wieder Kibbelinge in Paal 21 ;)



      Da wir nun einen Tag früher als geplant auf die Insel fuhren, beschlossen wir, auch einen Tag früher wieder auf das Festland zu fahren. Wir berüchteten nämlich für Ostermontag die entsprechende Rückreisewelle. Doch erst wollten wir uns noch andere Teile der Insel ansehen. So zum Beispiel den Leuchtturm im Norden, eine Windmühle im Osten, den Hauptort Den Burg und die Dünenlandschaft im Süden. Besonders letztere hat es uns ziemlich angetan. Und ehe wir uns versahen, sind wir bei einem Prachtwetter noch 8,5 Kilometer durch die Dünen und am weiten, endlosen Strand entlang gewandert. Die Dünen hatte ich so in dieser Form noch nicht gesehen. Ich kannte Dünen bisher nur als wellige Sandlandschaft. Aber hier war es so, dass so manche Düne aus einem ansonsten flachen Boden anstieg und man um so manche Düne herumwandern konnte. Außerdem waren die meisten total unberührt, was natürlich umso schöner aussah.



      Allerdings wurde es dann doch später als geplant und wir verließen die Insel erst am frühen Abend. Machte aber nichts. Unser nächstes Ziel sollte ein Stellplatz am IJsselmeer sein. Dabei fuhren wir über den 32 Kilometer langen Abschlussdeich. Schnurgerade trennt er die Nordsee vom IJsselmeer bzw. ließ das IJsselmeer durch seinen Bau sogar erst entstehen. Wirkte schon ein wenig kurios.



      Am letzten Tag, dem Ostermontag wollten wir noch zwei weitere Weltkulturerben besichtigen. Da wäre zum einen das Dampfschöpfwerk Woudagemaal, das ziemlich wichtig für das IJsselmeer ist und Schokland. Schokland war mal eine Insel und befindet sich heute mitten im Noordoostpolder. Ein kleiner Rundweg über die ehemalige Insel zeigt die Geschichte und es ist echt interessant zu sehen, dass das Meer früher bis dorthin reichte. Leider hatten aber die Museen in beiden Einrichtungen geschlossen. Auch die Gedenkstätte vom einstigen Durchgangslager in Amersfoort hatte geschlossen. Lediglich der Außenbereich war zugänglich. Nicht weit von dort entfernt, befindet sich die Pyramide von Austerlitz. Diese wurde von napoleonischen Soldaten gebaut und ich hatte angenommen, dort wäre nicht viel los. Aber ganz im Gegenteil. Hatten drei interessante Objekte leider geschlossen, so war hier richtig Trubel. Die Pyramide selbst war dabei nur zweitrangig. Für die meisten Besucher war der kleine Freizeitpark mit Karussell und Gewinnspielen wichtiger. Das fand ich ein wenig schade. Aber na ja...



      Und zum Schluss fuhren wir noch zum geografischen Mittelpunkt der Niederlande, womit ich einen Mittelpunkt mehr in meiner Sammlung hatte. Tja, und damit ging ein wirklich rundum gelungenes Osterwochenende schon wieder zu Ende. Aber schön war es und ich denke, dass ich Texel sicher wieder sehen möchte. Bei Amsterdam bin ich mir nicht ganz so sicher. War eine nette Stadt, hat mich aber nicht ganz so umgehauen wie zuletzt Venedig.