Na, da kommt doch schon mal einiges an brauchbaren Infos zusammen. Schauen wir uns das doch mal genauer an:
Kleidung:
Ich persönlich bevorzuge leichte Zip/Outdoorhosen. Eine Radlerhose habe ich nie genutzt und würde es auch zukünftig nicht tun. Eine habe ich an, eine weitere im Gepäck.
Obwohl damals geübter Tourenradler hab ich mir am zweiten Tag Radlerhosen gekauft und würde heute immer mit Radlerhose oder zumindest vor Scheuern schützender (halb)langer (Spezial)Unterwäsche radeln. Da hat sich aber in den Jahren einiges getan 
Hier kommen wir schon gleich zum Thema "Geschmackssache". Je nach Wetter fahre ich kurze (Halbtags-)Touren auch gerne mal mit einer normalen Hose, während ich für Ganztagstouren eher die Radlerhose nehme. Hängt zum Teil aber auch vom Wetter ab. Da ich dazu neige, ziemlich intensiv zu schwitzen, ist eine normale Hose bei mir schon nach wenigen Tagen des Sports nicht mehr "gesellschaftsfähig". Die Radlerhose hat da wirklich den Vorteil, dass sie nach einem abendlichen Waschen am nächsten Morgen wieder trocken ist.
Auch Funktionswäsche/T-Shirts habe ich nie benutzt. Im Grunde hat man mir z.B. in einem Supermarkt nie angesehen, dass das Rad draußen vor der Tür zu mir gehörte.
Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich das gemütliche Radeln bevorzuge und es gemächlich angehen lasse.
Ähnlich wie bei der Hose. Wenn ich mit normalen Baumwoll-T-Shirts bei warmem Wetter fahre, brauche ich irgendwann unterwegs ein frisches. Da lobe ich mir doch das atmungsaktive "moderne Zeug". Stimmt allerdings auch, dass man damit in der Stadt schnell auffällt wie ein bunter Hund.
Regenschutz:
Eine Regenjacke hatte ich immer dabei, auch wenn ich damit immer auf Kriegsfuß stehe. Aber ist halt schon angenehmer.
Regenschutz: Ich war im Sommer unterwegs und wenn es regnete, dann halt "unten ohne", Beine kann man ja abtrocknen und ich trockne mich lieber ab als von innen unter dem Regenzeug durchzuweichen. Regenjacke macht aber Sinn
Mit meiner Fahrrad-Regenjacke bin ich eigentlich ganz zufrieden. Die leistet mir auch bei kurzen Strecken im Alltag ganz gute Dienste (5km Heimweg im strömenden Regen reichen aus, um sowas schätzen zu lernen). "Unten ohne" ist natürlich eine Option. Kenne ich auch vom Wandern so. Nur bedeutet das meistens, dass nach einem ausführlichen Regen dann auch die Schuhe innen wie außen nass sind. Da ist dann eine gute Trockenmöglichkeit am Tagesziel wichtig. Ansonsten ist das auch eine Frage der Temperaturen. An warmen Tagen sicher kein Problem, aber wenn es kühler ist, dann nehme ich trotzdem lieber meine Regenhose. Muss nur noch schauen, dass ich etwas finde, damit mir in diesem Fall nicht die Schuhe vollaufen.
Nur einen Poncho würde ich nicht nehmen. Da schaue ich lieber immer weg, wenn ein Ponchotragender Radler von einem Lkw überholt wird und der Luftzug das dünne Plastikteil anhebt und mit sich ziehen will.
Einen Poncho besitze ich übrigens seit über 20 Jahren, und ungefähr genauso lange weiß ich, dass der höchstens für ganz langsames Fahren auf kurzen Strecken taugt. Ansonsten kämpft man damit noch mehr mit dem Wind als ohnehin schon, und der "See", der sich in dem Teil zwischen den Armen bildet, ist auch nicht so toll. Dafür habe ich jetzt die Erfahrung gemacht, dass das Teil der ideale Regenschutz bei Open-Air-Konzerten ist.
und auch ein dicker, fester Plastiksack als Lining in den Packtaschen als zusätzlichen Nässeschutz für das, was drin ist.
Da sollte eigentlich schon die zweite Haut meiner Packtaschen ausreichen. Da ist mir bisher auch bei ausgiebigem Frühlingsregen noch nichts rein gekommen. Aber die eine oder andere Plastiktüte hilft natürlich beim Strukturieren des Tascheninhalts.
Abendgarderobe:
Falls die "beradelte" Hose am Abend nicht mehr salonfähig sein sollte, dann kommt besagte zweite Hose zum Tragen. Sauberes T-Shirt bzw. dünnes Hemd dann für obenrum.
Nicht ganz unwichtig: Ein zweites Paar Schuhe. Das erste könnte komplett durchnässt sein.
Kurz gesagt: Ein kompletter Satz Austauschklamotten. Und bei der Unterwäsche eher noch einen Satz mehr, um nicht ständig waschen zu müssen.
Reiseunterlagen:
Damals detailreiche Karten, Kopien etc. Heute würde ich GPS und eine grobe Karte mitnehmen. In Herbergen hast du ja keine Probleme mit dem Akkuladen. Und natürlich würde ich mir Tracks, POIs, Pensionen usw. vorher aufs Gerät speichern (wenn ich mir vorstelle, wie komfortabel heute eine Radreise mit diesen Hilfsmitteln ist und wenn ich mich an so manch verzweifelte Suchaktion erinnere ... :dream: )
Informationen aus Reiseführern, falls notwendig, würde ich mir vorher zusammenkopieren, damit nur das notwendigste im Gepäck ist.
Ja, hier wirds modern... GPS und Handy (Ladekabel bzw. Akku-Ladegerät nicht vergessen!) gehören auf Touren ohnehin zu meinen ständigen Begleitern. Für den groben Überblick ist eine Papier-Karte aber nach wie vor nicht verkehrt. Auf so einem kleinen Handy-Display sieht man viel zu oft gar nicht mehr, in welcher Richtung das nächste Fernziel liegt.
Unterkünfte hätte ich mir jetzt vor allem als POI in Handy und GPS abgelegt. Für die Kontaktdaten (um aus einigen km Entfernung schon mal zu fragen, ob ein Zimmer frei ist) ist eine separate Datei bzw. eine Papier-Liste sicher auch nicht verkehrt.
Ausweis, EC-Karte, Kreditkarte, Führerschein (für evtl. Mietwagen bei hoffentlich nicht vorkommenden Reiseabbruch) immer am Körper.
Ich würde meine ganz persönlichen Sachen übrigens in einer Hüfttasche oder einem kleinen Rucksack unterbringen und nicht in den Packtaschen verstauen.
Für die Wertsachen habe ich meine Lenkertasche, die ich bei jedem Verlassen des Fahrrads auch konsequent abnehme (geht ganz einfach) und als Umhängetasche mitnehme.
Tipp für die Dokumente: Ich hab die als Scan bzw abfotografiert in meiner Dropbox liegen und kann so von jedem Internetzugang aus zumindest auf die Kopien zugreifen, falls die mir unterwegs abhanden kommen. Ich schiebe auch alle Buchungsformulare und -bestätigungen immer in den Reiseordner der Dropbox, aus demselben Grund und ich hab da auch eine Adress- und Telefon- und "Sonstiges" - Liste (Telefonnummern für Kartensperrung z.B.)
Das hast Du glaub ich schon mal irgendwo hier im Forum empfohlen. Sollte ich mir vielleicht wirklich mal so einrichten...
Kleinzeug:
Nähgarn
kleines Erstes-Hilfe-Set
Stift/Papier
Feuerzeug
Klebeband
Kabelbinder (wiegen nichts, sind aber sehr hilfreich)
Multifunktionsmesser
Alles anzeigen
Hier wirds langsam interessant. Erste-Hilfe-Set, Schreibzeug und Schweizer Taschenmesser sind ohnehin klar. An Klebeband und Kabelbinder hätte ich jetzt gar nicht gedacht. Kannst Du mir ein Beispiel nennen, wo Du so etwas schon mal gebraucht hast?
Nähgarn und Feuerzeug: Hätte ich jetzt auch nicht im Fokus gehabt.
Werkzeug:
Vorab gesagt: Ich hatte immer zu viel und das Falsche mit. Ausgerechnet bei meiner ersten Europaradreise, wo ich im Grunde meinen ganzen Hausstand dabei hatte, fehlte mir schlicht das ganz einfache Standard-Flickzeug. War natürlich blöd bei der ersten Reifenpanne. Übrigens, Reifenpannen kamen verhältnismäßig selten vor.
Reifenpannen habe ich inzwischen auch immer seltener. Da zahlen sich die "unplattbaren" Reifen doch aus. Trotzdem kommt die kleine Flickzeug-Dose natürlich mit. Was noch? Ich denke jetzt mal an Ersatz-Brems- und Schaltzüge, dazu natürlich das Werkzeug, mit dem man sie montieren kann. Damit dürften sich die häufigsten Probleme wohl beheben lassen. Andere Pannenursachen laufen dann eben unter "Restrisiko". Und ja: Ich weiß, wie das ist, wenn man sein kaputtes Rad erstmal 7 km in die nächste Ortschaft schieben muss. Oder fallen Euch noch Werkzeuge bzw. Ersatzteile ein, die unbedingt mit müssen?
1. Auf jeden Fall vorher prüfen, welche Schraubendreher/-schlüssel und Inbusschlüssel überhaupt notwendig sind, damit man kein unnötiges Werkzeug mitschleppt.
Hmm - da sollte ich wohl mein Werkzeugtäschchen nochmal inspizieren...
2. Vorher zwei neue Schläuche in die Reifen einziehen. Und zwar mit einem herkömmlichen Autoventil, die du dann auch an jeder Tankstelle befüllen kannst. Nicht nur, dass du dir damit mögliches Aufpumpen sparst, sondern auch viel Druck auf die Reifen bekommst (ich fahre mit 5 bar).
5 bar in den Reifen finde ich auch angenehm. Nur passen Autoventile leider nicht duch die Ventil-Bohrungen in meinen Felgen. Für die Tankstellenfüllung habe ich einen kleinen Ventil-Adapter dabei. Leider funktioniert der nicht bei jeder Tankstellen-Luftanlage. Und notfalls komme ich mit der Handpumpe auch in die Nähe der 5 bar.
Bestimmt fällt mir noch etwas ein, aber das fürs Erste.
Gern vergessen: Sonnenschutz, ggf. Krempe für den Helm, Sonnenbrille und je nach geplanter Tourenlänge auch Handschuhe.
Stimmt. Handschuhe müste ich mir wohl neu kaufen. Sonnencreme und Sonnenbrille kommen auf die Liste.
Der Gepäckträger sollte stabil genug für die Beladung sein und die Taschen solltest Du irgendwie sichern können.
Der Gepäckträger dürfte passen. Schwerer als die gelegentlichen Getränke-Transporte (6 Flaschen pro Packtasche) sollte das Tourengepäck eigentlich nicht werden.
Was meinst Du mit "sichern"? Die Taschen irgendwie am Rad festketten oder sowas?
Danke schon mal für die vielen Tipps. Irgendwelche Nachträge?