Vorab muss ich aber dazu sagen, dass ich es grundsätzlich liebe, Auto/Wohnmobil zu fahren. Da kann man so schön bei entspannen (Hörbuch, Musik, interessante Unterhaltungen, Interessantes aus dem Radio, Kopfkino etc.) und wenn dann unterwegs noch die Landschaft stimmt.... :dream:
Das mit der Landschaft kann ich unterschreiben. Allerdings ist es ja gerade auf Autobahnen immer mehr so, dass man vor lauter Lärmschutzwänden, Tunneln und ähnlichem kaum noch etwas von der Landschaft hat. Dazu kommt, dass man sich doch hin und wieder auf den Verkehr konzentrieren sollte, wodurch man die Landschaft eben nur teilweise genießen kann.
Ansonsten geht es mir gerade auf langen Autobahnstrecken oft so, dass ich mit der Zeit doch recht müde werde. Und nach ein paar Beinahe-Unfällen nach Sekundenschlaf-Attacken nehme ich das definitiv nicht mehr auf die leichte Schulter.
Ich denke, hier sollte man in Stunden rechnen und nicht in Kilometern (siehe unten).
Sehe ich auch so. Je nach Strecke und Fahrzeug sieht die durchschnittliche Kilometerleistung doch schon mal ganz anders aus.
Ich bin früher öfter mal die Strecke Essen-Krakau gependelt (damals 1.080 km und keine durchgehende Autobahn).
Ja, ich habe da auch so eine "Pendel-Strecke" über ca. 750 km nach Frankreich. Sind inzwischen 90% Autobahn, aber auch mit diversen Stau-Fallen dazwischen. Und einigen Abschnitten, wo landschaftlich einfach gar nichts passiert. Und wenn dann die Autobahnausfahrten über 20 km auseinander liegen, muss ich halt wieder aufpassen, dass mir vor Langeweile nicht wieder die Augen zufallen.
Reine Fahrzeit knapp 15 Stunden (inkl. Tankpause und Bewegungspause). Das empfand ich nicht anstrengender als einen normalen Arbeitstag im Büro, wo vielleicht viel Hektik herrschte.
Weiß nicht. An einem Büro-Arbeitstag kann ich immerhin aufstehen, wann ich will, kann mal kurz die Augen vom Bildschirm wegnehmen oder sogar einen Moment mal schließen, und ich muss nicht ständig meinen rechten Fuß in mehr oder weniger konstanter Position auf einem Pedal halten. Solche Kurzpausen und Sitzpositions-Wechsel fehlen mir beim Autofahren definitiv.
Definitiv. Beispiel: 2009 fuhr ich mit einem alten VW-Bus (50 PS) durch Norwegen und war dermaßen von den Passfahrten und den Straßen um die Fjorde herum genervt, dass ich schnell nach Schweden flüchtete, wo breite Straßen deutlich entspannter zu fahren sind.
2012 war ich mit dem Wohnmobil wieder in Norwegen. Der Wagen ist doppelt so groß und doppelt so schwer. Aber dank Servo, ABS und einem normalen Lenkrad (das Lenkrad im VW-Bus war riesig) war diese Reise total angenehm. Und plötzlich störten auch die Pässe nicht mehr.
Trotzdem: Auf einer Autobahn, wo man praktisch nur leicht die Spur halten muss, kommt man natürlich weiter und entspannter voran.
Bei dem VW-Bus muss ich an die Cahrsharing-Autos in der Schweiz denken. Das sind zwar alles moderne PKWs, allerdings grundsätzlich in der minimal motorisierten Variante. Damit über Alpenpässe zu fahren macht definitiv keinen Spaß.
Wenn es darum geht, möglichst zügig ans Ziel zu kommen, ist mir eine gerade Straße natürlich auch lieber als eine kurvige Fjordküsten- oder Passstraße. Allerdings bleibe ich beim Fahren immer deutlich besser wach, wenn hinsichtlich Straßenverlauf etwas "passiert". Also wenn es Kurven gibt, an denen ich schalten muss, oder wo die Landschaft eben hinter jeder Kurve wieder anders aussieht. Ortsdurchfahrten muss ich hingegen nicht haben. Vor allem das Anhalten an Ampeln und anderen Kreuzungen wird doch schnell nervig.
Auf meiner letzten Tour hatte ich jedenfalls eine Etappe, auf der ich 4 Stunden lang auf Landstraßen durch eine Mittelgebirgslandschaft gekurvt bin. Das fand ich wesentlich entspannender als 4 Stunden Autobahn.
Hm, auf Autobahnen mache ich selten Pause bzw. bei Bedarf - spätestens beim Tanken.
Gut, tanken ist klar. Austreten ebenso. Dann gibt es noch die Frage der Verpflegung. Wie ich in Deinem Blog gelesen habe, drückst Du Dir schon mal während des Fahrens ein Brötchen rein. Ich beschränke das bisher eher auf ein wenig Knabberzeug und eine Nuckelflasche, die ich immer in Griffweite habe. Zum "richtigen" Essen steige ich dann doch lieber aus. Allerdings erschrecke ich dann manchmal, dass für ein "kurzes" Essen an einer Autobahnraststätte doch leicht mal eine Stunde draufgeht. In dieser Beziehung habe ich meine Zeitkalkulation noch nicht ganz im Griff.
... und letztlich habe ich doch meistens nach den üblicherweise empfohlenen 2 Stunden jeweils das Bedürfnis, mich mal für eine Weile aus dem Sitz zu schälen.
Auf so Touren wie zum Nordkap oder zuletzt in Großbritannien ergeben sich die Pausen eigentlich von alleine. Sprich: Wenn ein Aussichtspunkt kommt oder eine Sehenswürdigkeit, dann wird angehalten, fotografiert, etwas gegessen etc.
Schon klar. Wenn du im Zielgebiet angekommen bist, dann ist es ja gerade der Sinn der Reise, hier und da mal anzuhalten, um sich irgendwas mal anzuschauen. Mir ging es bei meiner Frage eher um den Weg dorthin - also in Deinem Beispiel die Strecke von zu Hause bis zur England-Fähre bzw. bis nach Norwegen/Schweden.
Abgesehen von diesem ökologischen Irrsinn habe ich dabei die Erfahrung gemacht, dass ich das als anstrengender empfand als meine anderen Autobahnfahrten. Denn es kam Zeitdruck hinzu
Ja, fahrten unter Zeitdruck sind wirklich besonders blöd. Der Stress, wenn einem die Zeit wegen eines Staus oder sonstigen Problems davonläuft, ist wirklich nicht lustig. Und es muss ja nicht unbedingt ein Arbeitgeber sein, der da afu Pünktlichkeit bedacht ist. Mir reicht es da oft schon, wenn ich weiß, dass ich am Ziel zum Essen erwartet werde, oder dass ich eigentlich vor Anbruch der Dunkelheit ankommen wollte. Mir geht es dann oft so, dass ich dann anfange, aggressiver zu fahren, obwohl ich eigentlich weiß, dass man damit auf lange Sicht kaum schneller voran kommt als bei einer entspannten Fahrweise. Das erhöht den Stress nochmal.