Vielleicht eine blöde Frage, aber meine höchste Erfahrung liegt eben nur beim Guffert mit knapp 2.200 Metern: Wie sehr macht sich denn der Unterschied mit der dünneren Luft bemerkbar (als Beispiel zwischen 2000 und 4000 Metern?
Bei meinen Bergtouren habe ich bisher noch keine Probleme mit der Höhe gehabt. Meine bisher einzige Viertausender-Tour hatte ich mit einer Übernachtung auf 1700m (Saas Fee) vorbereitet, und dann ging es mit diversen Gondel- und Tunnelbahnen bis auf 3500m hoch, so dass der eigentliche Aufstieg nur noch ein "Spaziergang" von 500 Höhenmetern war, den wir wegen der Höhe sehr gemächlich angegangen sind. Auf dem Gipfel habe ich mit einer Mitwanderin noch zusammen singen können.
Deutlich stärker habe ich die Höhe auf einer Bustour durchs Hochland von Tibet gespürt. Dort hatte der Reiseveranstalter dafür gesorgt, dass unsere Übernachtungsorte allesamt unterhalb von 3000 m lagen. Tagsüber ging es aber zu Zielen, die auf 4200 m lagen, manche Pässe auf der Strecke waren sogar noch höher. Hier habe ich beim Erklimmen der Stufen eines Tempels schon deutlich gemerkt, dass ich keine großen Sprünge machen konnte. Ein Mitreisender (Leistungssportler, aber auch nicht mehr der jüngste) hat wähend der weiteren Fahrt dann noch sein Mittagessen wieder von sich gegeben.
Eine Bekannte von mir, die in jungen Jahren mal als Entwicklungshelferin in den peruanischen Anden unterwegs war, bekam bei späteren Reisen in diese Gegend dann auch massive Probleme, worauf ihr der Arzt jeglichen Aufenthalt oberhalb von 3000 m verboten hat. Irgendwo bei 3000 scheint dementsprechend die Grenze zu liegen, ab der man die Höhe wirklich am Körper spürt (mal abgesehen von der Anstrengung, überhaupt so weit hoch zu kommen).
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Wikipedia hat eine schöne Liste mit allen Viertausendern in den Alpen. Ich habe zwar ohne viel Hoffnung ein paar Stichproben gemacht, aber erwartungsgmäß keinen 4.000er gefunden, den man "normal" erwandern könnte.
Naja, irgendwo zwischen 3000 und 3500m liegt in den Alpen die Grenze des ewigen Eises. Das heißt, ohne Eis- bzw. Gletscherausrüstung kommt man in diesen Gefilden kaum noch irgendwo hin.
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Im Übrigen ist meine Frage natürlich nicht ganz einfach zu beantworten. So werde ich zum Beispiel im nächsten Jahr auf dem Cime de la Bonette stehen. Der ist 2.860 m hoch. Nur: Mein Wagen steht dann in der Zeit auf der Ringstraße hinter dem Col de la Bonette auf 2.801 Metern
Da brauchen wir also nicht übers Wandern reden und dennoch ist man ziemlich weit oben (aber ich freu mich trotzdem schon).
Klar, bei dieser Frage kommt es halt darauf an, wie hoch man auf der Straße kommt. Deshalb dürfte der Piz Boé auch als Tagestour zu schaffen sein, weil man da mit der Straße auf 2240 m hoch kommt. Bei der Zugspitze (Tal auf 1000m) oder dem Piz Lischana (Talort 1250m) muss man schon eine ganz andere Kondition mitbringen, um an einem Tag ohne technische Hilfen rauf und wieder runter zu kommen.
Man könnte jetzt noch schauen, ob es in der Nähe vom Umbrailpass (2501 m) / Stilfser Joch (2757 m) noch technisch machbare Gipfel gibt. In diesem Revier kenne ich mich bisher nicht aus.