Beiträge von AlexM

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    Nur der Sattel fällt für ein so teures Rad spartanisch aus, ein richtiges Billigmodell. Aber man kann ja tauschen.


    Das hat mir vor Jahren auch ein auf Bromptons spezialisierter Fahrradhändler bestätigt. Und das bezieht sich nicht nur auf den Sattel, sondern auch andere Komponenten wie Bremsen, Reifen und Beleuchtung. Bei meiner damaligen Fahrleistung (deutlich über 1000 km/Jahr) war davon einiges ziemlich schnell verschlissen. Inzwischen kann man neue Bromptons ja auch gleich mit höherwertigen Komponenten bekommen. Kostet halt nochmal extra, aber die Investition lohnt sich.


    Wie lange braucht man eigentlich, um die Falträder zu falten bzw. wieder zusammenzubauen? Oder anders gefragt, wie viele Handgriffe sind vonnöten?


    Mit etwas Übung in etwa 15 Sekunden. Wie gesagt ging das bei mir oft so: Von der Straße rein in den Aufzug, Taste "1" drücken, falten, und wenn die Tür im 1. Strock aufging, war mein Rad fertig gefaltet.
    Manche können es sogar noch schneller:

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    Ich nenne seit über 10 Jahren ein Brompton mein eigen, das mir auf meinem damaligen Arbeitsweg (Fahrrad - S-Bahn - Fahrrad) große Dienste geleistet hat. Meine Erfahrungen damit:
    Das Faltrad fährt sich im Stadtverkehr kaum anders als ein "normales" Fahrrad. Nur der Abstand zwischen Sattel und Lenker ist ein wenig kürzer. Auf gut befestigten Feld- und Waldwegen fährt es auch gut. Hier wirkt das Falt-Gelenk, das ja beim Fahren nicht fixiert wird, wie eine Art Federung. Nur auf lockerem Kies oder Sand kann es schon mal passieren, dass einen das Hinterrad überholt und in die Falt- oder Parkposition geht. Für solches Gelände ist das Rad einfach nicht gebaut.

    Das Falten geht - mit ein wenig Übung - wirklich so schnell wie auf den Demo-Videos. Ich habe es regelmäßig in fahrbereitem Zustand im Erdgeschoss in einen Aufzug mitgenommen und im 1. Stock als handliches Paket wieder herausgenommen.

    Zu beachten ist, dass ein Faltrad zwar im Vergleich zu einem "ausgewachsenen" Fahrrad deutlich weniger Platz wegnimmt, aber trotzdem immer noch die Abmessungen eines ziemlich großen Koffers hat (Brompton: 57x58x27cm, bei mir kommt dann noch die verlängerte Sattelstütze dazu) und mit seinen 9 bis 13 kg (je nach Ausstattung) auch kein sonderlich leichtes Gepäckstück ist. Im Auto sind damit schnell mal 2/3 des Kofferraums voll, oder das Rad muss gar auf einen der Sitze ausweichen, wobei man höllisch aufpassen muss, dass die besonders dreckigen Teile wie Kette und Zahnräder nirgends anecken. In einem T5 muss man sich den Platz fürs Rad dementsprechend auch "reservieren".

    Das Birdy kenne ich bisher nur von Bildern. Dabei habe ich allerdings das Gefühl, dass es im gefalteten Zustand deutlich mehr Ecken und Kanten hat als das Brompton. Auf der Birdy-Seite ist jedenfalls die Rede von "ab 79x61x36 cm" Packmaß, was wohl daran liegt, dass ein paar Teile etwas weiter aus dem "Paket" herausragen.

    Wo wir gerade bei Böhmen bzw. Tschechien sind: Der höchste Punkt eines Landes ist ja oft ein recht bekannter Berg, der auch nicht selten zu einer Art von nationalem Kultobjekt gemacht wird. Der höchste Punkt Tschechiens ist ja bekanntermaßen die Schneekoppe im Riesengebirge. Die habe ich vor einigen Jahren zwar mal aus einiger Entfernung gesehen, aber wegen eines Schneesturms damals nicht bestiegen. Als Gegenstück dazu gibt es ja auch den tiefsten Punkt eines Landes. Bei Ländern mit Meeresküste ist der meist nicht so eindeutig, aber bei Binnenländern kann man so einen Punkt ganz gut bestimmen. Hier haben wir also den tiefsten Punkt der Tschechischen Republik:

    Es handelt sich um das Tal der Elbe an der Grenze zu Deutschland. Hier hat sich der Fluss ja ein tiefes Tal durch das Elbsandsteingebirge gegraben.
    Die Gebäude, die man rechts im Bild sieht, gehören zu den alten Grenzanlagen und befinden sich noch auf tschechischem Boden. Ein Stück dahinter, kurz hinter der Mauer, die man am Ufer sieht, ist dann die Grenze, und damit der tiefste Punkt des Landes. Auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe ist übrigens schon seit ein paar Kilometern Deutschland.

    Hier noch ein Bild aus der Nähe. Der Dampfer befindet sich ungefähr am Grenzpunkt.

    Und hier noch die obligatorische Karte dazu:
    [map]50.887528, 14.233233[/map]

    Einen anderen interessanten Punkt habe ich auf meiner letzten Reise entdeckt:

    Dieses Kreuz, irgendwo mitten in Böhmen, eingekeilt zwischen Hauptstraße und Bahnlinie wurde im Jahr 1858 als Dreiländerpunkt (oder besser: Drei-Provinzen-Punkt) zwischen den Provinzen Leitmeritz (Litoměřice), Jungbunzlau (Mladá Boleslav) und Rakonitz (Rakovník) errichtet. 80 Jahre später, im Jahr 1938 fand es sich an einer ganz anderen Grenze wieder, nämlich zwischen dem deutsch besetzten Sudetenland und dem (noch) halbwegs freien "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren". Ich kannte diese Grenze bisher nur als gestrichelte Linie auf historischen Landkarten, hatte mich aber nie wirklich dafür interessiert, wo sie eigentlich genau verlief. Schon heftig, was für ein großer Teil des Landes da "mal eben" einkassiert wurde... :staun:
    Inzwischen sind die Grenzen neu gezogen, nur das Kreuz erinnert noch an die wechselvolle Geschichte.

    [map]50.401362, 14.451604[/map]

    ... und dann stellt sich natürlich die Frage, ob man nach Besuch eines Landes gleich das komplette Land frei rubbeln darf oder nur (grob) die bereisten Regionen. Gerade bei größeren Ländern wie Russland, China oder Brasilien.

    Auf der Rückseite kann man anstelle der Flugrouten natürlich auch Schiffsrouten einzeichnen.


    Dann werde ich es im Zweifelsfall so handhaben, wie bei diesem Tierchen, das so nett dreinblickte und sich keinen Millimeter rührte:


    Och, wenn die sich wirklich nicht gerührt hätte, wäre ich auf dem Weg direkt an ihr vorbei gegangen und hätte ihr die Stirn gekrault. :cool:
    (irgendwie komme ich mit Kühen besser klar als mit Hunden...)

    @Alex: Ganz schön lange Hörner auf deinen Bildern. Beachtlich.


    Das sind Aubrac-Rinder. Eben eine andere Rasse als was man so in Deutschland und der näheren Umgebung so sieht.

    Vor einiger Zeit habe ich ein paar Verwandte, die zu Besuch waren, durch die Stadt geführt. Da es Sonntag war, waren die Geschäfte in der Innenstadt alle geschlossen (der Viktualienmarkt auch), und wir konnten dort, wo man sonst vor lauter shoppenden Menschen kaum durchkommt, in "Rekordzeit" vom Hauptbahnhof zum Marienplatz gehen. Ein obligatorisches Foto mit dem Rathaus im Hintergrund, und dann ging es rauf auf den Turm des "Alten Peter". Die Aussicht war wunderschön. Allerdings ist der Besuch (wohl gerade am Wochenende) absolut nichts für Klaustrophobe. Wie in solchen Türmen üblich ist das Treppenhaus nicht sonderlich breit, und in diesem Fall kommt noch dazu, dass sich auf- und absteigende Menschen eine Treppe teilen müssen. Im gegensatz zu manch anderem historischen Kirchturm gibt es dort eben nur eine Treppe, und nicht mehrere, die man als "Einbahnstraßen" deklarieren könnte. Und auch oben auf der Turmgalerie war es ziemlich voll und ziemlich eng. Würde ich wie gesagt am Wochenende nicht unbedingt nochmal machen.

    Anschließend sind wir noch in den englischen Garten - genauer gesagt zum Biergarten am Chinesischen Turm gegangen. Das ist zwar eine ordentliche Strecke zu laufen, musste (aus persönlichen Gründen) aber einfach sein. Man hätte die Strecke auch mit U-Bahn und/oder Straßenbahn schneller zurücklegen können.
    [map]48.152009, 11.592349[/map]

    Tja, und nach einer zünftigen Radlermaß und dem passenden Essen dazu ging es dann auch schon wieder zurück zum Bahnhof.

    Hier übrigens auch noch ein paar Bildern von meinen Begegnungen im letzten Jahr:

    Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass die Kühe hier die Öffnung in einem Stacheldrahtzaung blockieren. Da ich an diesem Tag noch in der "Eingewöhnungsphase" an diese Landschaft war, hatte ich noch nicht den Mut, dort einfach durchzugehen, sondern habe einen größeren Bogen gemacht und bin weiter außerhalb über den Zaun gekraxelt. Mit der Erfahrung der folgenden Tage wäre ich wahrscheinlich einfach mitten durch gelaufen.

    Ein paar Tage später kamen mir die Mädels zum Teil auch entgegen, was mich aber gar nicht mehr gestört hat. Einen gewissen Abstand haben sie dann doch eingehalten.

    Zwar nicht mehr ganz Winter und auch nicht ganz die gleiche Region Italiens, aber eine Erfahrung kann ich da doch noch beisteuern:
    Irgendwann im Teenager-Alter war ich mal mit meinen Eltern in den Osterferien in einem Ferienort an der italienischen Adriaküste, ein Stück nördlich von Pescara. Der ganze Urlaub hatte schon etwas surreales: Der Ort war komplett auf Sommer- und Strand-Tourismus eingestellt. Ein riesiger Strand mit fest installierten Sonnenschirmständern, dahinter Hotels und Restaurants, dann Supermärkte mit Hinweis "man spricht deutsch" ... und außer uns kein einziger Tourist in Sichtweite. Natürlich war das Wasser viel zu kalt zum Baden. Die Tage bestanden aus Strandspaziergängen, netten Gesprächen mit Restaurant- und Supermarkt-Inhabern, die mal die Zeit hatten, ihr Deutsch oder Französisch mal mit etwas mehr Ruhe zu pflegen, und hier und da auch mal einem Ausflug ins Hinterland. An die meisten Ausflüge kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern. Nur an einem Tag, an dem wir einen Nationalpark in den Abruzzen aufsuchen wollten, sind wir völlig unvorbereitet mitten im Schnee stecken geblieben. Die Berge sind dort nun mal gute 2000 Meter hoch, und dort ist eben auch im April noch Schnee (und Skibetrieb) angesagt...

    So ähnlich würde ich mir das in Ligurien auch ungefähr vorstellen: Eine nur wenig ausgelastete touristische Infrastruktur an der Küste, und im Hinterland noch ordentlich Schnee auf den Bergen. Nun ist Ligurien nicht ganz so einseitig auf Badetouristen ausgerichtet, aber in diese Richtung dürfte es wohl auch gehen. Die Toskana ist als Binnenregion natürlich etwas anderes. Da die Hügel dort längst nicht so hoch sind, würde ich hier nicht mit allzu viel Schnee rechnen (aber auszuschließen ist er wohl auch nicht). Und in der Emilia-Romagna würde ich mich mich auch eher auf die Städte in der Po-Ebene und an der Küste konzentrieren und die Berge (falls überhaupt im Fokus) für die wärmere Jahreszeit reservieren. Wobei die Berge hier doch niedriger sind als im ligurischen Hinterland.

    Apropos Wandern: Im Sommer kann man das dort fast gar nicht, weil wegen der Waldbrandgefahr der Zugang zu vielen bewaldeten Gebieten komplett verboten ist (und die Polizisten verstehen da überhaupt keinen Spaß). Außerhalb der Hitzeperiode ist es dort aber wunderschön. Zumindest war das mein Eindruck von der Tour auf die Montagne Ste Victoire in der Nähe von Aix-en-Provence.

    Ich habe mich gerade mal etwas im französischsprachigen Internet schlau gemacht. Da gibt es in der Tat recht hässliche Geschichten von Sachbeschädigungen und ähnlichem. Bei solchen Berichten ist mir allerdings aufgefallen, dass es immer Leute betraf, die außerhalb von offiziellen Stellplätzen bzw. Campingplätzen übernachtet hatten. Das scheint also die allererste Regel auf Korsika zu sein: Wildes Campen ist auf der Insel nicht nur verboten sondern auch gefährlich.
    Eine besonders fiese Variante dieser Regel: Sieh zu, dass Du entweder für die erste Nacht einen reservierten Platz hast oder dass Du früh genug auf der Insel ankommst, um Dir noch einen zu suchen. Verlass Dich nicht darauf, am Abend, womöglich bei Dunkelheit, noch mal eben irgendwo einen Platz zu finden. Und je näher Du die Nacht an einem Campingplatz verbringst, desto höher ist offenbar die Wahrscheinlichkeit, Ärger zu bekommen.

    Daneben gibt es aber auch Berichte von sehr begeisterten Wohnmobilisten. Demnach soll es wohl auch möglich sein, auf Privatgrundstücken zu übernachten, wenn man sich entsprechend durchfragt. Konkrete Adressen habe ich allerdings nirgends gefunden. Die gibt es wohl allenfalls per Mundpropaganda.

    Dann scheint es hier und da auch Gegenden zu geben, in denen das Parken mit dem Wohmobil auch tagsüber nicht gerne gesehen ist bzw. mit Höhenbegrenzungen verwehrt wird. Auch hier der Rat: Nicht einfach vor der Einfahrt parken, sondern lieber fragen, wo es genehm ist (und allenfalls darauf hinweisen, dass man eben nur kurz einkaufen oder etwas besichtigen will und nicht über Nacht bleibt). Hintergrund ist wohl, dass manche das Vorurteil pflegen, Wohnmobilisten seien "Schmarotzer", die sich um die Übernachtungskosten drücken wollen und auch sonst kaum Geld auf der Insel lassen.

    Das Hauptproblem liegt wohl nach wie vor darin, dass es große Spannungen zwischen der Inselbevölkerung und den Festlandsfranzosen gibt. Ob Nicht-Franzosen damit auch zum potenziellen "Feindbild" zählen, kann ich jetzt gar nicht sagen. Aber die positiven Erfahrungsberichte empfehlen jedem, die Belange der örtlichen Bevölkerung ernst zu nehmen und sich nicht mit einer überheblichen Einstellung darüber hinwegzusetzen. An diesem Punkt sind die Korsen sehr empfindlich. Also lieber einmal mehr fragen bzw. überhaupt den Kontakt mit den Einheimischen suchen.

    Dann kommt natürlich noch der Punkt, dass die korsischen Straßen (mal abgesehen von der eher flachen Ostküste) sehr eng und kurvig sind, und dass damit natürlich jedes Wohnmobil schnell zum Verkehrshindernis wird. Also der übliche Rat, hin und wieder mal die Schlange, die sich hinter dem Womo gebildet hat, vorbeizulassen. Allerdings heißt es in einem Kommentar auch, dass die Nebenstraßen in Großbritannien und Irland oft noch enger sind...

    Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten für das Mobil scheint es fast nur auf Campingplätzen zu geben, wobei etwa die Hälfte der Campingplatzbetreiber wohl auch darauf besteht, dass man dort mindestens eine Nacht verbringt, um die Anlagen nutzen zu dürfen.

    Ach ja - und bloß nicht in der Hauptsaison (August) hinfahren. Denn dann sind die "erlaubten" Camping- und Stellplätze überfüllt, und der Ärger ist vorprogrammiert.

    Aber schön ist die Insel definitiv. Soviel steht fest. :thumbup: :relax:

    Meine bisherige Erfahrung mit Rindern auf der Weide: größtenteils harmlos. Umso mehr war ich erstaunt, als ich den Bericht über den tödlichen Unfall las. Aber wie Jerome schon geschrieben hat, dürfte der Hund eine plausible Erklärung für das Ausrasten der Kühe sein.
    Mir war bisher eigentlich nur einmal wirklich unwohl. Da lief ich in den Alpen eine Wiese hinunter und hinter mir hörte ich ein paar galoppierende Jungrinder, die mir immer näher kamen. Aber immer, wenn ich mich umdrehte, blieben sie stehen. Die wollten offenbar nur spielen. Trotzdem fiel mir dann ein Stein vom Herzen, als ich irgendwann ein Gatter hinter mir schließen konnte.

    Ansonsten waren die meine bisherigen Begegnungen mit Rindern wirklich harmlos. Die meisten Kühe gehen sowieso aus dem Weg, wenn man sich ihnen nähert. Und wenn nicht, rühren sie sich spätestens nach einem leichten Klaps auf den Hintern.


    Wenn es irgendwo Kühe gibt, gibt es dann auch Bullen in der Nähe?


    In Mitteleuropa eher selten, weil die Kühe in der hiesigen Intensiv-Landwirtschaft meist künstlich besamt werden. In etwas einsameren Gegenden mit extensiver Viehwirtschaft kann man aber durchaus mal einem Stier begegnen. Hier ist vielleicht etwas mehr Respekt (und allenfalls ein etwas größerer Bogen um das Tier) angebracht, aber in aller Regel passiert hier auch nichts. Auch rote Farbe in der Kleidung ist nicht wirklich ein Problem - solange man einen Stier nicht wirklich provoziert.

    Männliche Jungrinder sieht man hingegen häufiger auf den Weiden. Die sind aber genauso harmlos wie ihre Schwestern.


    Macht es einen Unterschied, ob eine Kuh Hörner hat oder nicht?


    Alle Rinder haben Hörner. Manchen Tieren werden sie nur abgeschnitten. Das hat aber keinen Einfluss auf den Charakter der Tiere.

    Ich war einmal an Weihnachten in der Provence. Was dabei sofort auffällt: Die Gegend ist nicht auf Wintertrourismus eingestellt. Viele Unterkünfte (Ferienwohnungen ...) haben keine oder nur eine sehr rudimentäre Heizung. Das mag einem Womofahrer erstmal egal sein, aber an dieser Stelle trotzdem eine kurze Warnung: Auch die Provence kennt Frost, und wenn dazu der Mistral durch sämtliche Ritzen bläst, dann wird es zumindest gefühlt so richtig frostig. Und am besten bei Mistral (=Nordwind) gleich einen windgeschützten Stellplatz suchen.

    Die Straßencafés, die einen Teil des provencalischen Flairs ausmachen, sind im Winter natürlich geschlossen. Wie das mit Museen und anderen Touristenattraktionen aussieht, kann ich jetzt gar nicht sagen, weil ich sowas in diesem Urlaub gar nicht besucht habe. Das normale Leben der Einheimischen läuft natürlich weiter, und das sicher auch etwas entspannter, weil die großen Touristenmassen fehlen. Ich würde mal sagen, dass man die Provence außerhalb der Saison deutlich authentischer erleben dürfte.

    Soweit ich mich an das Wetter erinnern kann, schwankten die Temperaturen irgendwo zwischen -5 und +15 Grad. Schnee ist zwar selten, aber nicht auszuschließen. Vor allem erinnere ich mich an Tage mit stahlblauem Himmel, was besonders beim Wandern in den Bergen beeindruckend war: In der Sonne war es für unsere Verhältnisse frühlingshaft warm, während im Schatten noch der Reif am Boden lag (Achtung, Straßenglätte möglich!).
    Die Landschaft ist zwar prinzipiell mal dieselbe wie im Sommer, aber auch hier werfen die Bäume im Winter größtenteils ihr Laub ab und die Lavendelfelder werden irgendwann im Herbst auch abgeerntet. Aber es hat schon etwas, im Gebirge zwischen wild wachsenden, immergrünen "Kräutern der Provence" zu wandern.

    Mein Fazit: Wer sich bewusst ist, dass auch in der Provence Winter ist, kann hier einen schönen Urlaub verbringen.

    Wo wir schon bei der Schweiz sind: Ich war vor einigen Jahren mal auf der Rütliwiese, die ja im Gründungsmythos der Schweiz eine noch größere Rolle spielt als die Hohle Gasse. Im Grunde genommen ist das eine ganz gewöhnliche Bergwiese in der Nähe des Urnersees. Wenn dort nicht anno 1291 die Schweizer Eidgenossenschaft gegründet einer von vielen Bündnisbriefen des Mittelalters unterzeichnet worden wäre, der heute als Gründungsurkunde der Schweiz verklärt wird.

    [map]Rütli, 6441 Seelisberg, Schweiz[/map]

    Fotos von der Wiese habe ich gerade nicht griffbereit. Vielleicht finde ich in den nächsten Tagen noch welche, die ich nachreichen kann. Auf Google finden sich aber auch einige Ansichten.

    Gut, hier habe ich fast keine Erfahrung, da ich überwiegend im Zelt schlief. Da gab es dann entweder die pralle Sonne zum Trocknen oder eben nichts. Und wenn es sowieso durchregnet, gewöhnt man sich auch an das Anziehen von klätschnassen Socken :angel:


    OK, das erinnert mich jetzt an eine 10-tägige Trekkingtour in den rumänischen Karpaten. Da sind die Schuhe auch nur einmal nass geworden (und nicht wieder trocken). Die Socken haben wir dafür nachts immer im Schlafsack warm gehalten, dann waren sie morgens erträglicher...


    Klingt, als wärest du stramm durchgefahren? Hat bei mir nur selten geklappt. Entweder wollte ich immer irgendwo etwas fotografieren oder ich musste auf der Karte nachschauen, wo es langgeht. Und dann habe ich diese kurzen Momente genutzt, um mich mit Wasser zu versorgen.


    Nee, stramm durchgefahren bin ich eigentlich nur, wenn es geregnet hat (mit entsprechenden Rekord-Durchschnittsgeschwindigkeiten). Ansonsten gab es durchaus immer mal wieder kurze Stopps zum Fotografieren, um ein Bauwerk oder eine Ortschaft etwas auf mich wirken zu lassen, oder auch um einen Geocache zu heben :angel: . Und natürlich auch Orientierungs-Stopps. Natürlich habe ich bei solchen Stopps, oder auch unterwegs, wenn es die Wegbeschaffenheit und der Verkehr erlaubten, immer mal wieder an der Flasche genuckelt. Aber eine größerer Schluck geht bei mir irgendwie nur dann, wenn der Körper ein wenig runtergefahren ist, d.h. bei längeren Pausen (Brotzeit oder Einkehr).

    Wie lief es denn bei dir mit der Orientierung? Hattest du nur GPS oder auch eine (grobe) Karte? War das GPS am Lenker befestigt und damit ständig im Blick? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du damit gemacht?


    Zur Orientierung hatte ich vor allem mein GPS am Lenker(vorbau), auf dem die OpenStreetMap installiert war. Dummerweise hat das mir die Radrouten nur in der sehr detaillierten Auflösung angezeigt, und das auch nur in Deutschland und einem kleinen Streifen hinter der Grenze. Die Befestigung am Lenker war auch nicht ganz optimal, weil der Winkel zwischen dem Display und meiner Blickrichtung nicht gestimmt hat. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen musste ich mich stark bücken oder komplett anhalten, um auch Details auf der Karte im GPS erkennen zu können. Aber grundsätzlich war das schon eine sehr praktische Sache. Zudem war das Gerät gleichzeitig auch Uhr, Tacho, Höhenmesser und Reisecomputer für Durchschnittsgeschwindigkeiten und ähnliche Spielereien.

    Zur zusätzlichen Orientierung hatte ich dann noch das Handy, auf dem auch die OpenCycleMap in diversen Auflösungen offline gespeichert war. Damit konnte ich bei Pausen schon ganz gut sehen, wo ich gerade stecke und wie weit es noch ist. An Papier-Landkarten hatte ich kurz vor dem Start noch gedacht. Da ich aber nur Straßenkarten hatte, auf denen die "fahrradfreundlichen" kleinen Wege höchstens teilweise zu erkennen sind und die ausgeschilderten Fahrradrouten gar nicht verzeichnet sind, habe ich sie doch daheim gelassen. Vermisst habe ich sowas ab und zu mal, wenn ich an einem Etappenort die Planung für die nächsten Tage nochmal anschauen wollte. Aber letztlich ging es auch ohne.

    Schwierig wurde es nur an dem Tag, als ich gleich hinter der deutschen Grenze eine Infotafel fand, auf der es hieß, dass die Streckenführung der Fahrradroute für die nächsten 50 km komplett geändert und neu ausgeschildert worden war. Die OpenCycleMap weiß davon bis heute nichts (werde ich mal ändern müssen, wenn ich dazu komme). Ab da bin ich fast den ganzen Tag "auf Sicht geflogen", d.h. ich durfte wirklich keinen einzigen Fahrrad-Wegweiser verpassen - was auch im Großen und Ganzen ganz gut geklappt hat. Mir war zwar klar, wo ich wieder auf die kartierte Route stoßen würde, aber der direkte Weg dorthin hätte mich größtenteils über stark befahrene Hauptstraßen geführt, worauf ich auch nicht wirklich Lust hatte.

    Hattest du mal irgendwann das Gepäck gewogen?


    Nein, das hatte ich zwar vorgehabt, aber im Eifer des Gefechts vergessen :tja:. Mein Bauchgefühl meint, dass es so um die 15 kg waren.

    Auf jeden Fall. Eine Beteiligung von 80% stellt jede Schweizer Volksabstimmung in den Schatten. Dort können sie nämlich froh sein, wenn sie wenigstens einmal 50% Beteiligung hinbekommen. Ist aber auch etwas anderes, wenn man viermal pro Jahr an die Urne gebeten wird.

    Und ja, 45% ist zwar rechnerisch eine klare Entscheidung, aber letztlich ist doch fast die Hälfte der Wähler überstimmt worden. Deshalb hat London ja auch umgehend mit der Ankündigung von Zugeständnissen reagiert.