Beiträge von Michael Moll

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    Ach Mensch, durch Corona habe ich es verpeilt danach zu suchen. Schade. Ich hätte vermutlich sogar in der richtigen Gegend gesucht. Denn ich habe mich erst vor ein paar Tagen mit dem Fliesenmuseum in Harlingen befasst. Da hätte ich einen ganz guten Ansatzpunkt gehabt und hätte nicht soo falsch gelegen.

    Bei uns sind inzwischen diese Großmärkte für alle Kunden zugänglich!

    Interessant. Nein, soweit sind wir hier noch nicht (zumindest gestern halt noch nicht).


    Übrigens, das ist der Text unseres Hinweisschildes:

    Nachdem wir am Montag zuhause waren, hatte ich zunächst ein schlechtes Gewissen, ob das nicht zu unhöflich sei. Wäre nicht "Liebe Gäste, wegen Covid.... usw." höflicher gewesen? Vermutlich, aber mittlerweile denke ich, ist eine klare Ansage nicht das Verkehrteste und ich habe kein schlechtes Gewissen mehr. Denn ich muss euch wohl nicht sagen, dass auch wir in der letzten Nacht ein Wohnmobil VOR dem Platz stehen hatten. Manche schnallen wirklich nichts.

    Und ich kann es einfach nicht fassen. Aktuelle Screenshots:




    Und noch Garmisch-Partenkirchen:




    Und heute Morgen haben wir uns auch mal wieder rausgewagt. Wir dachten, wir hätten eine pfiffige Idee und wollten ganz früh morgens in der Metro einkaufen. Grundgedanke dahinter:

    1. Da kommt nicht jeder rein.

    2. Gastronomen haben derzeit keinen Bedarf.

    3. Dort knubbelt es sich nicht so in den Gängen.


    Na ja, zumindest Punkt 3 traf zu, seht selbst.








    Ich meine, wir reden hier von einem Großmarkt. Und wenn man in einem Großmarkt vor solchen Regalen steht und man den Satz "Die Versorgung ist gesichert" im Kopf hat, dann wird es irgendwie gruselig. Da kann man mir sagen, was man will. Übrigens, das Toilettenpapier auf dem vorletzten Bild war zehn Minuten nach dem Foto komplett weg. Es war noch keine 8 Uhr.

    Und ich muss jetzt mal ein wenig Frust loswerden. Im Netz sind die Bilder von Corona-Parys zu sehen, in den Netzwerken erzählen manche Wohnmobilisten, dass es "ihre Angelegenheit" wäre, wenn sie unterwegs seien und einer der Gäste, die wir am Montag quasi rausgeschmissen haben, kann laut Facebook-Posting immer noch nicht verstehen, warum Stellplätze ohne Sanitärbereich geschlossen werden müssen.

    Das alles finde ich schon unerträglich und ist mehr als beratungsresistent.


    Aber jetzt habe ich diese Leute auch noch am Telefon. Gerade eben:

    "Ich wollte mal fragen, ob Sie am Wochenende geöffnet haben."

    Mit gestellter Empörtheit und realer Verwunderung: "Bundesweit haben praktisch alle Stellplätze geschlossen."

    "Ach so?"

    "Ja, es gibt eine Reisebeschränkung. Wir haben am Montag zugemacht und mittlerweile darf man nirgendwo zu touristischen Zwecken übernachten. Das gilt auch für Campingplätze und Hotels."

    "Ja, Hotels wusste ich. Aber Stellplätze? Wir dachten.... wir könnten ein wenig Fahrrad fahren."


    Mir fällt zu dieser Uninformiertheit und in meinen Augen auch Ignoranz einfach nichts mehr ein.

    Vor zehn Minuten bekam ich einen Anruf. Unbekannte Handynummer, kann ich mir also schon denken:

    "Ist bei Ihnen auch geschlossen? Sie wissen schon. Camping und so."

    "Ja, selbstverständlich."

    Grummelnd: "Ja, selbstverständlich? Ach so..."

    Legt auf.


    Mehr muss ich nicht sagen, oder? Ich kann es einfach nicht fassen. Im Übrigen ist das auch ein schönes Beispiel für "nicht richtig informiert". Dass wir geschlossen haben, kommunizieren wir in fetten, roten Buchstaben auf der Website, bei Instagram und bei Facebook. Ein Blick würde genügen.


    Da ich ja immer einen Blick via Webcam auf die anderen Stellplätze werfe, gebe ich euch in diesem Zusammenhang mal einen aktuellen Einblick in meine Webcam-Lesezeichen:


    Stellplatz Brokdorf: 0

    Wilhelmshaven: 0

    Garmisch: 10

    Bad Soden-Salmünster: 0

    Freiburg: 11

    Holzminden: 0

    Bad Salzuflen: 1

    Nesselwang: 15

    Harlesiel: noch keine Saison

    Eiderblick: 0

    Ditzum: 0 (riesiger Hinweis auf der Seite, dass ab heute geschlossen)

    Cuxhafen: 5, soweit ich das erkennen kann. Heute morgen waren es noch locker 40

    Hornbach: 1

    Büsum: 0

    Soest: 0

    Nordkap: Schnee

    Dawson City: -6,3° Celsius und viel Schnee

    Queen Mary: Abbruch der aktuellen Weltreise und ohne Passagiere auf dem Weg von Australien nach Hause in Southampton

    Queen Elizabeth: Abbruch der aktuellen Weltreise, Verbleib in Australien


    So, jetzt wisst ihr, was ich mir täglich so anschaue ;)


    Aber es sind in der Tat eben noch Leute unterwegs. Leute, die dann rumgrummeln, wenn man ihnen mitteilt, man habe selbstverständlich geschlossen.


    Mir passt das alles ebenso wenig wie allen anderen auch. Aber es ist jetzt nun mal so und es ist nicht nur eine Gruppe von Menschen betroffen, sondern jeder Einzelne.


    Wir persönlich haben das Glück, dass wir alles von zuhause erledigen können. Vorräte sind voll, ich schreibe momentan vormittags den nächsten Reiseführer und nachmittags ein paar Blog-Beiträge. Aber auch das ist jetzt eine Sache, die ich aktuell nicht mache: Ich veröffentliche die Beiträge nicht, das mache ich später, wenn alles vorbei ist. Es macht ja keinen Sinn, irgendetwas Schönes über die Wanderwege in Hintertucksdorf zu schreiben und die Leute noch zu irgendetwas zu animieren. Aber andererseits muss ich auch sagen, dass solche Sachen zurzeit sehr wenig gelesen werden. Die Besucherzahlen meiner Website (und auch die von dem polnischsprachigen Blog meiner Frau) sind momentan absolut eingebrochen. Verstehe ich.


    Was die Finanzen betrifft: Ja, wir haben natürlich Umsatzeinbußen. Blöderweise frisch aus dem Winter raus und direkt zum Saisonstart. Aber wir wissen, dass es nicht an uns liegt und wir wissen, dass es allen (!) anderen auch so geht.

    Bei mir gibt es eben zwei Situationen. Einmal der nun brach liegende Stellplatz und zum anderen die Arbeit als Autor/Referent. Heute Abend hätte ich einen Vortrag gehabt, vorgestern genauso. Und der nächste wäre am 2. April gewesen. Alle natürlich geplatzt. Der Abschluss der Saison wäre am 7. Mai zum Thema Oberitalien. Ich erwarte nicht, dass dieser Vortrag stattfindet.

    Außerdem wurde halt das Buch "Oberitalien mit dem Wohnmobil" auf Eis gelegt. Wenige Stunden bevor es in den Druck gehen sollte. Ein Jahr Arbeit und hohe Kosten, für die ich in Vorleistung gehe, waren (vorläufig) für die Katz. Klar, das Buch wird später erscheinen, aber die Einnahmen für dieses Jahr werden mir dennoch fehlen. Darüber hinaus werde ich das Buch natürlich überarbeiten und aktualisieren müssen, obwohl es noch nie im Handel war.

    So die Situation bei mir.


    Vorteil als Stellplatzbetreiber: Wir haben keine Lieferungen zu bezahlen wie zum Beispiel der Einzelhandel oder die Gastronomie. Dennoch haben wir natürlich Fixkosten wie Versicherungen, Gebühren, Tilgungen, Zinsen, Telefon, Pacht, Kosten für den Steuerberater, Personalnebenkosten und nicht zuletzt Personalkosten. Ich werde einen Teufel tun und unseren Mitarbeiter entlassen oder unbezahlt in den Urlaub schicken.

    Wir gehen sogar ganz anders vor: Meine Frau hat noch eine sehr kleine Wohnung in Polen zur Vermietung. Der Mieter ist ein junger, netter Musiker. Was glaubt ihr, was der sich gefreut hat, als meine Frau ihm gestern schrieb, wir würden auf die nächste Miete verzichten.


    Trotzdem: Wir hoffen, dass das bayerische Soforthilfe-Programm Schule machen wird. Das wäre auch für uns eine erhebliche Erleichterung. Aber ich gehe fest davon aus. Es gibt so viele Menschen, die finanzielle Hilfe brauchen werden. Da wird auf jeden Fall etwas kommen (müssen).


    Übrigens: Gestern erhielt ich einen Anruf von den Ruhrnachrichten, die mich um ein paar Informationen und um ein Bild baten. Herausgekommen ist der heutige Zeitungsartikel:


    https://www.ruhrnachrichten.de…-geschlossen-1505066.html

    Nun ja, finanziell kriegen wir das eine Zeit lang schon hin. Aber blöd ist's schon. Sind gestern kurz vor der Rede der Kanzlerin angekommen und haben sechs Wohnmobilpärchen vom Platz gebeten. Der Montag als einer der ruhigsten Tage erschien uns dafür als sinnvoll. 18 Uhr war auch gut, weil dann üblicherweise die meisten von Radtouren etc. vor Ort sind. Nur einer hatte schon eine Kleinigkeit getrunken, konnte aber wenigstens noch auf den Parkplatz vor dem Platz fahren. Ein weiterer (Stammgast) gesellte sich dazu. Den anderen vier Besatzungen haben wir ein paar Tipps geben können.

    Zwei waren etwas uneinsichtig:

    "Kann ich mal die Nummer von dem haben, der das veranlasst hat?" - "Ja, beim Bundeskanzleramt. Oder meine, denn ich bin hier der Chef und entscheide zumindest hier."


    Ein anderer mit Münchener (!) Kennzeichen: "Wieso? Im eigenen Wohnmobil ist man doch sicher. Gilt das jetzt in ganz Deutschland?" Oder so ähnlich, habe dann ein wenig auf Durchzug gemacht. Es gab zu tun.


    Nach einer Stunde hatten wir dann den Platz komplett abgesperrt. Heute Morgen sah ich kurz ein Womo vor dem Platz stehen, das jetzt wieder weg ist. Wäre also so weitergegangen, wenn wir das nicht unterbrochen hätten.


    War schon ein irgendwie trauriger Moment, als dann die Wohnmobile weg fuhren und wir vor einem leeren Platz standen. Aber schlimmer (für den Platz) wäre schlechte Presse wie in Ischgl oder die Pleite. Und noch viel wichtiger ist die Gesundheit aller.


    Wir hatten am Wochenende ein volles Haus und ich hatte deswegen ein furchtbar schlechtes Gewissen den Nordkirchenern gegenüber. Mir passte das überhaupt nicht. Wir hatten ja schon vorher unseren Mitarbeiter (83 J.) in Zwangsurlaub geschickt. Aber ältere Personen hören ja so gut auf jüngere. Insofern war ich gestern Abend dann auch erleichtert, dass es jetzt vorläufig vorbei ist.

    Nach wochenlangem Ausnahmezustand sehe ich das nicht mehr so.

    Nicht, dass wir uns missverstehen. Ich finde grundsätzlich, dass Eigenverantwortung normal sein sollte und jeder eigentlich wissen sollte, was zu tun ist. Aber da das eben nicht so ist, funktioniert Eigenverantwortung einfach nicht. Und deswegen unterstreiche ich deine Quasi-Aussage, dass mal jemand klare - und meinetwegen auch unpopuläre - Entscheidungen hätte treffen sollen.

    aber ich empfinde es einfach so und ein bisschen Eigenverantwortung gegenüber von Mitmenschen sollte normal sein, ohne das man gerade gleich den Notstand ausrufen muss.

    Das siehst du so und das sehe ich so. Eigentlich.

    Denn sowohl die Erfahrungen im näheren Umkreis in den letzten Tagen als auch zahlreiche Ereignisse auf unserem Stellplatz lassen mich immer öfter an der Eigenverantwortlichkeit der Menschen zweifeln.

    Ich kann immer nur wiederholen: Wir haben als Stellplatz mit null Schildern begonnen, weil alles selbsterklärend ist. Mittlerweile haben wir aber sogar Schilder anfertigen lassen, auf denen wir die Nutzung unserer Mülltonnen erläutern. Und das sind nur die harmlosen Sachen. Die ekeligen und haarsträubenden Dinge will ich besser nicht öffentlich machen.