Und hier kommt die letzte Etappe unserer Reise mit Molde und Bergen.
Montag, 23.06.2014
Molde
Pünktlich erreichen wir unser heutiges Tagesziel Molde. Das Wetter sieht besser aus als an den vergangenen Tagen, wir haben sogar etwas Sonne. Von unserem Balkon aus beobach-ten wir vier Seeadler in der Ferne.
Nach dem Frühstück laufen wir in die Stadt, eigentlich wollten wir auf den Berg Varden wan-dern, aber der Plan erfährt eine Änderung, wir düsen mit dem Taxi zum Flughafen (170 NOK) und mieten dort ein Auto (690 NOK inkl. Vollkasko). Dann machen wir uns auf den Weg und fahren entlang der E 64 zur Atlantic Road. Ein lohnenswerter Ausflug, prächtiges Wetter und großartige Ausblicke unterwegs und direkt an der Atlantic Road. Wir beobachten Austernfischer, verschiedene uns unbekannte Singvögel und sogar eine Otterfamilie mit Nachwuchs. Die Rückfahrt führt uns über Bud, wo es noch einen erhaltenen Bunker der Wehrmacht zu besichtigen gibt, aber uns läuft ein wenig die Zeit davon. Also fahren wir ohne Stress zurück nach Molde, tanken (2 € der Liter Super im Erdölland Norwegen) und geben das Auto wieder zurück. Soeben landet eine Maschine in Molde International und das ist der Grund, warum vor dem Terminal ein Bus auf die Handvoll Passagiere wartet, die in die Stadt wollen. Das lassen wir uns nicht entgehen (60 NOK pro Person), ansonsten hätte man erst ein Stück zur Hauptstraße laufen und auf den Bus 701 warten müssen, der aber nur alle 30 Minuten fährt. So gelangen wir wieder in die Stadt, schlendern noch ein wenig durch die Straßen und essen ein Eis. Molde ist für sich betrachtet nicht sehr schön, die Stadt wurde nach dem Krieg neu aufgebaut und hat daher wenig historische Bausubstanz zu bieten.
Wir trinken noch einen Kaffee und sind dann beim Auslaufen auf Deck 11.
Dann nimmt unser Schiffchen Fahrt auf und Kapitän Kafezis bietet uns eine eindrucksvolle Route kreuz und quer durch die Fjorde, vorbei an Ålesund. Unterwegs an der engsten Stelle begegnet uns noch die Nordlys, am Ufer brennen überall Sonnenwend-Feuer, die Menschen stehen um die Feuer und winken uns zu. Wir lassen die eindrucksvolle Kulisse an uns vorbei ziehen und genießen unser Abendessen dabei im Ozeanview. Diesen Blick hat man unten im San Marco nicht, es wäre frevelhaft, sie diesen Anblick wegen eines Essens entgehen zu lassen.
Später schauen wir noch Fußball auf der Kabine und trinken dabei ein Bierchen.
Dienstag, 24.06.2014
Bergen
Wir machen pünktlich 8 Uhr in Bergen fest, direkt neben uns rangiert eine MSC am Pier ein. Zum Frühstück nimmt die Schiffsführung am Tisch neben uns Platz und frühstückt in aller Ruhe, außer dass sich der Kapitän ständig mit irgendwelchen Leuten fotografieren lassen muss, die arme Sau. Dabei wollte er doch nur mal schnell frühstücken. Die Leute sind aber auch rücksichtslos, sehen, dass der Mann essen und sich mit seiner Crew unterhalten will, uns stören ihn dennoch ohne Unterlass.
Nach dem Frühstück gehen wir von Bord, es gibt einen kostenlosen Shuttlebus ins Zentrum, da wir uns mitten im Industriehafen befinden und Fußgänger hier nicht gern gesehen sind. Das Shuttle ist aber vorbildlich organisiert, mit Einweisern und es fährt alle Nasen lang. Wir werden mitten im Zentrum abgesetzt und marschieren gleich los Richtung Fischmarkt. Der wird eben erst aufgebaut, sieht aber jetzt schon verlockend aus. Wir wollen hoch auf den Berg Fløyen. Es fährt eine Seilbahn hinauf, als wir aber die schier unendliche Menschen-schlange an der Talstation sehen, fällt uns die Entscheidung für eine kleine Wanderung sehr leicht. Nach einer reichlichen Stunde erreichen wir den Gipfel, der Spaziergang ist echt schön, zuerst gewinnt man zwischen den Häusern schnell an Höhe und hat immer wieder schöne Blicke über die Stadt, später läuft man durch einen herrlichen Wald bis zum Gipfel. Von hier oben hat man einen phantastischen Blick, auch wenn es vor Leuten nur so wimmelt – es sind insgesamt fünf Kreuzfahrtschiffe heute in Bergen. Wir genießen die Aussicht, berg-ab nehmen wir die Seilbahn (86 NOK für 2 Personen), ist besser für die Knie. Unten ange-kommen gehen wir zunächst in Richtung Bryggen, die alten bunten Holzhäuser aus dem 12. Jahrhundert sind schon hübsch anzusehen, auch wenn man sie vor Menschen und Bussen kaum sehen kann. Früher hieß Bryggen mal Tyskebryggen (deutscher Kai), aber das hat sich nach dem 2. Weltkrieg geändert; wer könnte es den Norwegern verdenken.
Dann essen wir auf dem Fischmarkt jeder ein wirklich gutes Krabbenbrötchen (85 NOK das Stück), wahrlich kein Schnäppchen, aber gut. Wir bekommen sogar als Nachschlag einen Teller Garnelen, da muss man sich nicht streiten. Am Tisch hinter uns nehmen der Alte und der Chief unerkannt ein paar Krabbenbeine zu sich. Endlich kann der arme Kerl mal in Ruhe essen, im Gegensatz zu heute früh.
Wir streifen noch ein wenig durch die Fußgängerzone, essen ein wirklich gutes Softeis und gehen schließlich noch durch alte, ruhige Gassen oberhalb von Bryggen. Hier stehen schöne alte Holzhäuser, eins hübscher als das andere.
Schließlich schlendern wir zurück zum Shuttlebus, der uns reibungslos zum Schiff bringt. Ganz in der Nähe hat inzwischen die Finnmarken festgemacht und wird neu ausgerüstet für den Turn nach Kirkenes. Wir trinken gemütlich unseren Kaffee im Außenbereich des Ocea-view, das Wetter lässt das problemlos zu. Dann geht’s es auch schon los und Kapitän Kafe-zis macht laut seiner Aussage sein liebstes Manöver, einen sog. Hafen-Donut (180° Turn) und verspricht, dabei seinen eigenen Rekord von 45° pro Minute zu brechen. Nach der Dre-hung sitzen wir so, dass wir den schönen Blick auf Bergen genießen können. Nach einiger Zeit kommen drei Asiatinnen, klatschen ihre Taschen auf unseren Tisch und beginnen, sich an der Reling direkt vor unserem Tisch gegenseitig mit ihren Schmierfonen und Tablets zu fotografieren. Das verstärkt unseren Eindruck, der sich seit unserem Auslaufen in Amster-dam zunehmend verfestigt: die Asiaten (zumindest hier an Bord) sind entgegen der landläu-figen Annahme extrem laut, rücksichtslos und dominant. Sie schleppen früh 15 Stühle durch das Restaurant, damit alle an einem Tisch sitzen können, dabei bleiben 4 Tische ohne Stüh-le zurück, sie schreien alle wüst durcheinander, während sie sich unterhalten, verlassen ihre Tische wie die Schweine und vor allem drängeln sie sich überall und wirklich bei jeder Gele-genheit sowas von gnadenlos vor, dass es einem die Sprache verschlägt. Und das sind kei-ne schwarzen Schafe, jedenfalls nicht hier an Bord, die machen das alle so. Wir mögen sie nicht mehr.
Mittwoch, 25.06.2014
Seetag
Wir schlafen in Ruhe aus, frühstücken und ziehen uns gleich zwei Vorträge rein: der erste von Don Enright über Delfine in den kalten nördlichen Meeren und anschließend den von Kapitän Kafezis über die „Geheimnisse“ der Navigation. Weit kommt er allerdings nicht mit seiner Präsentation, es wird eher eine lockere Fragestunde. Er bewältigt es bravourös. Er versteht es, die Leute locker und humorvoll zu unterhalten, zwischen den Zeilen kann man jedoch sehr gut heraushören, dass er, wenn es um die Führung des Schiffes geht, absolut kompromisslos ist. Gibt uns ein gutes Gefühl.
Mittags essen wir was im Oceanview, nachmittags liegen wir auf dem Pooldeck, es ist sonnig und geschätzt knapp 20°C.
Abends kehren wir wieder ins Oceanview ein, später nehmen wir noch einen Drink und dann heißt es auch schon wieder Koffer packen, morgen werden wir schon wieder in Amsterdam sein und unsere Heimreise antreten.
Donnerstag, 26.06.2014
Heimreise
Nach dem Frühstück räumen wir unsere Kabine und verlassen pünktlich das Schiff. Draußen müssen wir ca. eine halbe Stunde auf unser Shuttle warten, es ist aber auch wirklich überall wahnsinnig viel Verkehr und Stau. Problemlos kommen wir am Parkhaus an, wo unser Auto abfahrtbereit für uns vorgehalten wird.
Auf der Heimreise kommen wir in mehrere Staus, erreichen aber schließlich gegen 18.30 Uhr Dresden, erledigen noch die nötigsten Einkäufe und begrüßen unsere beiden Katzen gegen 19.00 Uhr.
Fazit:
Eine sehr schöne Reise, auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat, aber darauf kann man sich einstellen, wenn man nach Skandinavien reist. Das Schiff entsprach eigent-lich in allen Belangen unseren Vorstellungen, hier wurden wir von Celebrity absolut nicht enttäuscht.
In den meisten Häfen zu wenig Zeit, aber das liegt nun mal in der Natur einer solchen Reise-art. Wo es einem besonders gut gefallen hat, kann man ja auf eigene Faust noch einmal wieder kommen.