Beiträge von Dorit

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    Und hier kommt die letzte Etappe unserer Reise mit Molde und Bergen.

    Montag, 23.06.2014
    Molde

    Pünktlich erreichen wir unser heutiges Tagesziel Molde. Das Wetter sieht besser aus als an den vergangenen Tagen, wir haben sogar etwas Sonne. Von unserem Balkon aus beobach-ten wir vier Seeadler in der Ferne.
    Nach dem Frühstück laufen wir in die Stadt, eigentlich wollten wir auf den Berg Varden wan-dern, aber der Plan erfährt eine Änderung, wir düsen mit dem Taxi zum Flughafen (170 NOK) und mieten dort ein Auto (690 NOK inkl. Vollkasko). Dann machen wir uns auf den Weg und fahren entlang der E 64 zur Atlantic Road. Ein lohnenswerter Ausflug, prächtiges Wetter und großartige Ausblicke unterwegs und direkt an der Atlantic Road. Wir beobachten Austernfischer, verschiedene uns unbekannte Singvögel und sogar eine Otterfamilie mit Nachwuchs. Die Rückfahrt führt uns über Bud, wo es noch einen erhaltenen Bunker der Wehrmacht zu besichtigen gibt, aber uns läuft ein wenig die Zeit davon. Also fahren wir ohne Stress zurück nach Molde, tanken (2 € der Liter Super im Erdölland Norwegen) und geben das Auto wieder zurück. Soeben landet eine Maschine in Molde International und das ist der Grund, warum vor dem Terminal ein Bus auf die Handvoll Passagiere wartet, die in die Stadt wollen. Das lassen wir uns nicht entgehen (60 NOK pro Person), ansonsten hätte man erst ein Stück zur Hauptstraße laufen und auf den Bus 701 warten müssen, der aber nur alle 30 Minuten fährt. So gelangen wir wieder in die Stadt, schlendern noch ein wenig durch die Straßen und essen ein Eis. Molde ist für sich betrachtet nicht sehr schön, die Stadt wurde nach dem Krieg neu aufgebaut und hat daher wenig historische Bausubstanz zu bieten.
    Wir trinken noch einen Kaffee und sind dann beim Auslaufen auf Deck 11.
    Dann nimmt unser Schiffchen Fahrt auf und Kapitän Kafezis bietet uns eine eindrucksvolle Route kreuz und quer durch die Fjorde, vorbei an Ålesund. Unterwegs an der engsten Stelle begegnet uns noch die Nordlys, am Ufer brennen überall Sonnenwend-Feuer, die Menschen stehen um die Feuer und winken uns zu. Wir lassen die eindrucksvolle Kulisse an uns vorbei ziehen und genießen unser Abendessen dabei im Ozeanview. Diesen Blick hat man unten im San Marco nicht, es wäre frevelhaft, sie diesen Anblick wegen eines Essens entgehen zu lassen.
    Später schauen wir noch Fußball auf der Kabine und trinken dabei ein Bierchen.


    Dienstag, 24.06.2014
    Bergen

    Wir machen pünktlich 8 Uhr in Bergen fest, direkt neben uns rangiert eine MSC am Pier ein. Zum Frühstück nimmt die Schiffsführung am Tisch neben uns Platz und frühstückt in aller Ruhe, außer dass sich der Kapitän ständig mit irgendwelchen Leuten fotografieren lassen muss, die arme Sau. Dabei wollte er doch nur mal schnell frühstücken. Die Leute sind aber auch rücksichtslos, sehen, dass der Mann essen und sich mit seiner Crew unterhalten will, uns stören ihn dennoch ohne Unterlass.
    Nach dem Frühstück gehen wir von Bord, es gibt einen kostenlosen Shuttlebus ins Zentrum, da wir uns mitten im Industriehafen befinden und Fußgänger hier nicht gern gesehen sind. Das Shuttle ist aber vorbildlich organisiert, mit Einweisern und es fährt alle Nasen lang. Wir werden mitten im Zentrum abgesetzt und marschieren gleich los Richtung Fischmarkt. Der wird eben erst aufgebaut, sieht aber jetzt schon verlockend aus. Wir wollen hoch auf den Berg Fløyen. Es fährt eine Seilbahn hinauf, als wir aber die schier unendliche Menschen-schlange an der Talstation sehen, fällt uns die Entscheidung für eine kleine Wanderung sehr leicht. Nach einer reichlichen Stunde erreichen wir den Gipfel, der Spaziergang ist echt schön, zuerst gewinnt man zwischen den Häusern schnell an Höhe und hat immer wieder schöne Blicke über die Stadt, später läuft man durch einen herrlichen Wald bis zum Gipfel. Von hier oben hat man einen phantastischen Blick, auch wenn es vor Leuten nur so wimmelt – es sind insgesamt fünf Kreuzfahrtschiffe heute in Bergen. Wir genießen die Aussicht, berg-ab nehmen wir die Seilbahn (86 NOK für 2 Personen), ist besser für die Knie. Unten ange-kommen gehen wir zunächst in Richtung Bryggen, die alten bunten Holzhäuser aus dem 12. Jahrhundert sind schon hübsch anzusehen, auch wenn man sie vor Menschen und Bussen kaum sehen kann. Früher hieß Bryggen mal Tyskebryggen (deutscher Kai), aber das hat sich nach dem 2. Weltkrieg geändert; wer könnte es den Norwegern verdenken.
    Dann essen wir auf dem Fischmarkt jeder ein wirklich gutes Krabbenbrötchen (85 NOK das Stück), wahrlich kein Schnäppchen, aber gut. Wir bekommen sogar als Nachschlag einen Teller Garnelen, da muss man sich nicht streiten. Am Tisch hinter uns nehmen der Alte und der Chief unerkannt ein paar Krabbenbeine zu sich. Endlich kann der arme Kerl mal in Ruhe essen, im Gegensatz zu heute früh.
    Wir streifen noch ein wenig durch die Fußgängerzone, essen ein wirklich gutes Softeis und gehen schließlich noch durch alte, ruhige Gassen oberhalb von Bryggen. Hier stehen schöne alte Holzhäuser, eins hübscher als das andere.
    Schließlich schlendern wir zurück zum Shuttlebus, der uns reibungslos zum Schiff bringt. Ganz in der Nähe hat inzwischen die Finnmarken festgemacht und wird neu ausgerüstet für den Turn nach Kirkenes. Wir trinken gemütlich unseren Kaffee im Außenbereich des Ocea-view, das Wetter lässt das problemlos zu. Dann geht’s es auch schon los und Kapitän Kafe-zis macht laut seiner Aussage sein liebstes Manöver, einen sog. Hafen-Donut (180° Turn) und verspricht, dabei seinen eigenen Rekord von 45° pro Minute zu brechen. Nach der Dre-hung sitzen wir so, dass wir den schönen Blick auf Bergen genießen können. Nach einiger Zeit kommen drei Asiatinnen, klatschen ihre Taschen auf unseren Tisch und beginnen, sich an der Reling direkt vor unserem Tisch gegenseitig mit ihren Schmierfonen und Tablets zu fotografieren. Das verstärkt unseren Eindruck, der sich seit unserem Auslaufen in Amster-dam zunehmend verfestigt: die Asiaten (zumindest hier an Bord) sind entgegen der landläu-figen Annahme extrem laut, rücksichtslos und dominant. Sie schleppen früh 15 Stühle durch das Restaurant, damit alle an einem Tisch sitzen können, dabei bleiben 4 Tische ohne Stüh-le zurück, sie schreien alle wüst durcheinander, während sie sich unterhalten, verlassen ihre Tische wie die Schweine und vor allem drängeln sie sich überall und wirklich bei jeder Gele-genheit sowas von gnadenlos vor, dass es einem die Sprache verschlägt. Und das sind kei-ne schwarzen Schafe, jedenfalls nicht hier an Bord, die machen das alle so. Wir mögen sie nicht mehr.


    Mittwoch, 25.06.2014
    Seetag

    Wir schlafen in Ruhe aus, frühstücken und ziehen uns gleich zwei Vorträge rein: der erste von Don Enright über Delfine in den kalten nördlichen Meeren und anschließend den von Kapitän Kafezis über die „Geheimnisse“ der Navigation. Weit kommt er allerdings nicht mit seiner Präsentation, es wird eher eine lockere Fragestunde. Er bewältigt es bravourös. Er versteht es, die Leute locker und humorvoll zu unterhalten, zwischen den Zeilen kann man jedoch sehr gut heraushören, dass er, wenn es um die Führung des Schiffes geht, absolut kompromisslos ist. Gibt uns ein gutes Gefühl.
    Mittags essen wir was im Oceanview, nachmittags liegen wir auf dem Pooldeck, es ist sonnig und geschätzt knapp 20°C.
    Abends kehren wir wieder ins Oceanview ein, später nehmen wir noch einen Drink und dann heißt es auch schon wieder Koffer packen, morgen werden wir schon wieder in Amsterdam sein und unsere Heimreise antreten.

    Donnerstag, 26.06.2014
    Heimreise

    Nach dem Frühstück räumen wir unsere Kabine und verlassen pünktlich das Schiff. Draußen müssen wir ca. eine halbe Stunde auf unser Shuttle warten, es ist aber auch wirklich überall wahnsinnig viel Verkehr und Stau. Problemlos kommen wir am Parkhaus an, wo unser Auto abfahrtbereit für uns vorgehalten wird.
    Auf der Heimreise kommen wir in mehrere Staus, erreichen aber schließlich gegen 18.30 Uhr Dresden, erledigen noch die nötigsten Einkäufe und begrüßen unsere beiden Katzen gegen 19.00 Uhr.

    Fazit:
    Eine sehr schöne Reise, auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat, aber darauf kann man sich einstellen, wenn man nach Skandinavien reist. Das Schiff entsprach eigent-lich in allen Belangen unseren Vorstellungen, hier wurden wir von Celebrity absolut nicht enttäuscht.
    In den meisten Häfen zu wenig Zeit, aber das liegt nun mal in der Natur einer solchen Reise-art. Wo es einem besonders gut gefallen hat, kann man ja auf eigene Faust noch einmal wieder kommen.

    Shame on me! Hier fehlt ja noch die Hälfte. Weiter gehts mit Tromso.

    Freitag, 20.06.2014
    Tromsø
    Wir laufen überpünktlich noch vor 10 Uhr in Tromsø ein. Wir haben den Transfer über die Reederei gebucht für 12 $ pro Person. Der Bus bringt uns zügig ins Zentrum, es sind ca. 4 km. Direkt an der Touristeninformation werden wir abgeladen, fassen einen Stadtplan und schlendern durch die Stadt, wir wollen aber gleich zur Eismeerkathedrale, nachmittags soll das Wetter schlechter werden. Wir finden den öffentlichen Bus (Linie 26), die bringt uns über die große Brücke direkt zur Kathedrale. Ein interessanter, aber für meinen Geschmack nüch-terner Bau. Interessant ist, dass zwischen den Dachelementen Licht herein kommt. Als wir wieder gehen, sehen wir, dass wir 40 NOK Eintritt hätten bezahlen müssen. 10 € für zwei Personen nur für die Besichtigung eines Gotteshauses ist schon kein Schnäppchen mehr und daher verzichten wir auf die nachträgliche Entrichtung des Entgeltes. Mit dem Bus geht es zurück in die Stadt, das Wetter lässt uns den Gedanken, die große Brücke zu Fuß zu ü-berqueren, schnell verwerfen. Wir schlendern durch die Fußgängerzone, schauen die katho-lische Kirche an, nutzen im Rathaus die öffentlichen Toiletten for free (Eingang zum Kino nutzen, dann gleich rechts halten), dann nehmen wir in einer kleinen Mall einen leckeren Imbiss und beschließen den Botanischen Garten zu besuchen. Mit der Linie 20 kommen wir direkt bis hin (unmittelbar am Uni-Gelände) und er ist wirklich sehr schön, es werden so gut wie alle Kontinente sozusagen „pflanzlich“ dargestellt.
    Anschließen zurück in die Stadt fährt uns der Bus vor der Nase weg, kurz danach kommt die Linie 34, die fährt auch ins Zentrum, allerdings umrundet der Bus erst einmal fast die ganze Stadt und so bekommen wir noch einiges zu sehen, u.a. den Flughafen. Schließlich landen wir wieder an der Tourist-Info und sehen, dass die Richard With an der Pier festgemacht hat. Rotzfrech gehen wir an Bord, ganz selbstverständlich bekommen wir einen Besucheraus-weis und können uns frei auf dem ganzen Schiff bewegen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und erkunden „unser“ Schiff, auf dem wir ja schon fest gebucht hatten (siehe Anmer-kung am Dienstag, 17.06.2014). Es ist wirklich sehr schön und gediegen, der Vergleich zur Constellation ist etwa wie Riesen-Urlauber-Hotel mit 2100 Betten gegen eine gepflegte 5-Sterne-Pension. Aber der Preis eben…
    Zurück im Shuttlebus muss ich stehen, der Fahrer hatte sich verzählt, ist aber ja nicht schlimm. Was aber schlimm ist: in der Reihe, in der ich stehe, sitzt eine Frau am Fenster, die mit ihrem Schmierfon alles, aber auch wirklich alles knipst. Während der 10 Minuten Fahrt bannt sie geschätzt 400 Bilder auf die Speicherkarte, selbst die Fahrt durch den Tunnel wird lückenlos dokumentiert. Dabei nimmt sie ihre Umgebung ausschließlich über das Display wahr, reale Wahrnehmung hat sie nicht mehr. Wenn das die ganze Reise so geht, und sie sich für jedes Foto zu Hause nur 30 Sekunden Zeit nimmt, hat die gute Frau nicht mehr ge-nug Lebenszeit, um alle Bilder anzuschauen.
    Der Shuttelbus bringt uns wieder zurück zum Schiff, wir trinken eine Tasse Kaffee und schauen anschließend dem Auslaufmanöver zu.
    Es hätte auch den öffentlichen Bus vom Cruise Terminal in die Stadt gegeben (Linie 42), man hätte dazu ca. 400m über das Hafengelände laufen müssen (ist ausgeschildert). Aller-dings kostet die Stundenfahrt 90 NOK für zwei Personen, also ca. 11 €. Da war in diesem Fall der Transfer über die Reederei gebucht ausnahmsweise günstiger. Es gibt wohl irgend-eine Tageskarte, aber da haben wir in der Kürze der Zeit nicht herausgefunden, wo wir die hätten kaufen können.
    Wetter ganztägig trübe, kurze Nieselschauer, windig, 5°C.
    Abends essen wir im Oceanview, wir haben um 18.00 Uhr einfach noch keinen Hunger.

    Samstag, 21.06.2014
    Honningsvåg

    Pünktlich 7.00 Uhr erreichen wir Honningsvåg. Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg komplett zer-stört, nur die Kirche blieb sozusagen im Dorf.
    Nach dem Frühstück beobachten wir noch eine Zeit lang den Regen, brechen dann aber doch auf, das Wetter können wir ja nun nicht ändern. Mit dem Schirm bewaffnet erkunden wir den kleinen Ort, es ist überall total ruhig, Samstag eben. In einem winzigen kleinen La-den trinken wir einen Kaffee und begeben uns danach Richtung Bushaltestelle, der Bus 330 soll uns zum Nordkap bringen, die Fahrkarten hatten wir ja bereits gebucht. Als wir ankom-men, steht schon eine ordentliche Schlange und wir sind die letzten. Nach 5 Minuten kommt der Bus angebraust und hält am Ende der Schlange genau auf unserer Höhe, hier greift mal wieder das alte Sprichwort von den Letzten, die die Ersten sein werden. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir das Kap bei ziemlich trübem Wetter, wenigstens regnet es nicht mehr. Wir begeben uns direkt zum Globus, es ist allerhand los und die aufliegenden Wolken verziehen sich für eine viertel Stunde. Für ein paar Fotos, u.a. von der westlich liegenden Landzunge, die eigentlich der nördlichste Punkt ist, reicht es, es ist auch fast kein Wind. Dann noch einen Tee und Ansichtskarten aus dem Souvenirshop, und schon bringt uns der Bus wieder zurück nach Honningsvåg. Ich mache noch ein paar Fotos vom Hafen, das Hur-tigrutenschiff ist inzwischen angekommen. Zurück an Bord nehmen wir noch einen kleinen Snack, bis zum Abendessen vertrödeln wir die Zeit, essen ein Eis und faulenzen.
    Gegen 19.00 Uhr passieren wir das Nordkap, leider hüllt es sich in Wolken, nur für einen kurzen Moment kann man den Globus mehr erahnen denn erkennen. Etwas Nieselregen kommt noch hinzu. Wir setzen uns auf Deck 10 hinter Glas und beobachten die vorbeizie-hende Küstenlinie, auch den Vogelfelsen Gjesværstappan, auf dem unzählige Papageien-taucher und Dreizehenmöwen brüten. Zu sehen sind sie allerdings von hier aus nicht, dazu ist das Wetter zu trübe und der Felsen ist zu weit entfernt. Aber wir können sie auf und über dem Wasser beobachten, in großer Zahl tummeln sie sich in unmittelbarer Umgebung des Schiffes.
    Ursprünglich wollten wir die Birdsafari als Ausflug buchen, das wären allerdings 179 $ pro Person gewesen. Man hätte das auch preiswerter vor Ort buchen können, aber bei diesem Wetter hätte das keinen Sinn gehabt.
    Alternativ zum Bustransfer (490 NOK pro Person, ca. 61 €) hätte man lokal ein Auto mieten können, wir finden Preise von 950 NOK für 4 Stunden bzw. 1100 NOK für 8 Stunden zuzüg-lich Benzin. Da wäre man wesentlich flexibler gewesen und hätte unterwegs mal anhalten oder nach Gjesvær fahren können (Nordkapp Bilservice AS, AVIS). Allerdings wäre dann noch der Eintritt für die Nordkaphalle und die dortige Parkgebühr dazu gekommen.
    Wetter ganztägig immer wieder Regen, trübe, 5°C.


    Sonntag, 22.06.2014
    Seetag

    Wir schlafen gemütlich aus, nach dem Frühstück lauschen wir einem Vortrag von Kapitän Kafezis, er hat zwei Jahre lang den Bau der Solstice in Meyer-Werft Papenburg begleitet. Er macht eine nette Präsentation mit vielen Bildern und interessanten Fakten. Schwer beein-druckt ist er, als er berichtet, dass die Deutschen dieses erste Schiff einer völlig neuen Klas-se vorfristig und in perfekter Qualität ausgeliefert bekommen. Nachmittags besuchen wir noch einen Vortrag über die hiesige Vogelwelt und ich im Anschluss das Showkochen. Wäh-rend so einem Seetag wollen die Leute beschäftigt sein, für den Pool ist es zu kalt. Wir trö-deln noch etwas über Deck 11, es ist fast windstill und es wird auch langsam wärmer.
    Nach dem Abendessen vertingelt meine Frau noch knapp 40 € im Casino, wir trinken ein Bier in der Rendevouz Lounge und lassen den Tag auf der Kabine ausklingen.

    Danke für die schönen Fotos, Bandit. :)
    Thüringen ist immer eine Reise wert. Gerade weil es nicht so krachende Highlights gibt, ist alles sehr ruhig. Und das Essen!!! Bratwürste, Klöße, Rostbrätl, hmmmmmm..lecker.

    Und die Hundedame sieht ja richtig Klasse aus. Wunderschöne Fellfarben. Mit ihr werdet ihr sicher tolle Touren machen. Wie alt ist sie denn?

    VG, Dorit

    Ich danke dir trotzdem für die Fotos, Micha. :)

    Auch Essen ist zu weit. Ich werde im November die Caravaning Messe in Leipzig besuchen, das hat schon Tradition. Und bei dieser Messe gibt es immer eine ganze Halle mit Reiseveranstaltern, Gastländern, Gastregionen, regionale Anbieter. Das geht von Hotels über Kurkliniken bis hin zu Familienunterkünften, Campingplätzen usw.
    Wir teilen unseren Besuch immer so ein, dass wir uns zuerst die neuen Wohnmobile anschauen, dann die Länder-Halle und zum Schluss schauen wir uns meistens noch die Ausrüstungshalle an. Dort findet der moderne Camper alles was er (nicht) braucht. Die neuesten Zelte, Wäscheleinenaufbewahrungsboxen, Besteck, Isomatten und Moskitonetze. :) Hach, ich freu mich jetzt schon drauf. Wir werden nächster Jahr sicher keine Tour machen, aber so ein bisschen was fürs Fernweh gönnen wir uns.

    VG, Dorit

    Ein sehr guter Start, lieber Michael! Nicht kleckern, sondern klotzen. :)

    Ich würde mich über ein paar Neuigkeiten aus dem Hause Laika freuen. Und über Reisetipps für die Mitte Deutschlands. Also mit "Mitte" meine ich die geografische. :) Thüringen, Sachsen Anhalt, Hessen, Rheinland-Pfalz ....

    LG, Dorit

    Wenn du ein Kind an Bord hast, muss es eben für alle etwas Interessantes geben, Jerome. Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass vor allem Geologie durchaus spannend von Kindern empfunden wird. Hast du da einen konkreten Tipp?

    VG, Dorit

    Rabe, das ist auch nicht das Ziel dieses Gebäudes, irgendwo reinzupassen. :) Es ist schlicht eine Industrie-Immobilie. Eine Traglufthalle, in der ursprünglich Zeppeline gebaut werden sollten. Und als dieses Geschäft nicht funktionierte, wurde es umgebaut und das Erlebnisbad läuft erfolgreich. Wenn man drin ist, sieht man das Äußere nicht. :)

    Hallo Elfe,

    Ich vermute, du suchst weitere Ausflugsorte innerhalb von Deutschland? Nord, Süd, Ost, West?

    Mir persönlich hat es im Technikmuseum Speyer sehr gut gefallen. In unserem Reisebericht hier im Forum habe ich letztes Jahr auch was darüber geschrieben. Kannst ja mal schauen. Im gleichen Bericht erwähne ich Peter Wohlleben. Revierförster in der Eifel, der sehr spannende Führungen durch seinen Wald anbietet.
    Tief im Osten, in der Nähe von Cottbus gibt es das Tropical Island, ein Erlebnisbad der ganz besonderen Art. Badelandschaften, Strand, Sport und Spiel, dazu Gastronomie und ein Campingplatz. Der Clou - alles ist indoor, in Europas größter Traglufthalle.
    Im Norden, Nähe Rostock, der Vogelpark Marlow. Absolut familientauglich und wunderschön. (Mein Profilfoto entstand dort).

    VG, Dorit

    Heute sind wir endlich am berühmten Geiranger Fjord angekommen. Wir sind so gespannt und erstmal enttäuscht über das schlechte Wetter. Aber das ändert sich bald.

    Mittwoch, 18.06.2014
    Geiranger

    Nach nur 60 Seemeilen erreichen wir Geiranger, also wahrscheinlich sehr zeitig, als wir 6.00 Uhr den Balkon betreten, sind wir schon lange da. Das Wetter ist trübe, die Wolken hängen tief. Als einziges von heute insgesamt sieben Kreuzfahrern bekommen wir den sog. Sea-walk, eine schwimmfähige und ausklappbare Pier. Fein, bleibt uns das zeitaufwändige Ten-dern erspart. Nach dem Frühstück begeben wir uns in Theater, es ist der Sammelpunkt für die Ausflüge. Wir haben den Ausflug „Geiranger Höhepunkte“ für 99$ pro Person gebucht. Alles klappt reibungslos, der Bus mit einem deutschen Reiseleiter (Rico aus dem Eichsfeld) bringt uns mit Zwischenstopps vorbei am Djupvatnet-See auf den 1500 m hohen Daslnibba, von dem aus man einen traumhaften Blick auf den Fjord und die umliegenden Berggipfel hat, allerdings nicht heute, die Sicht beträgt 40 m. Schade, aber nicht zu ändern. Wieder zurück nach Geiranger, wir besuchen das Fjord-Zentrum. Es wird uns eine Dia-Show geboten und die Besichtigung des Museums, leider ist die halbe Stunde zu kurz. Weiter fahren wir noch die Adlerstraße hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir nun auch wirklich den Fjord sehen können, denn inzwischen sind die Wolken verschwunden und die Sonne scheint. Zurück in Geiranger endet der Ausflug. War zwar kein Schnäppchen für 99 $ pro Person, aber insgesamt gut gelungen. Wäre auf eigene Faust nicht so gut geworden.
    Zu Fuß schlendern wir noch durch Geiranger, machen etwas Umsatz im einzigen Super-markt des Ortes (Euro-Scheine werden akzeptiert, man bekommt das Wechselgeld in NOK) und gehen entlang eines reißenden Stromes bergauf nochmals zum Fjordzentrum. Unter-wegs treffen wir auf den Kapitän und den Chief, beide in Räuberzivil und total schlumpsig, der Chief macht ein Foto von uns. Im Fjordzentrum roch es bei unserem ersten Besuch so verführerisch nach frischen Waffeln, da genehmigen wir uns jetzt jeder eine, lecker. Wieder zurück am Wasser gehen wir ein Stück auf den direkt am Wasser gelegenen Campingplatz und treffen auf ein Pärchen Austernfischer mit 3 Jungvögeln. Ein Norweger sitzt vor seinem Wohnmobil, die Austernfischer fressen ihm fast aus der Hand und schleppen die Weißbrot-krumen ans Ufer, wo laut rufend die Küken warten. Wir schauen fast eine halbe Stunde zu, es ist zu schön. Schließlich verkrümelt sich die Familie in Richtung Spielplatz und sucht dort nach artgerechtem Futter, völlig unbeeindruckt von den vielen Menschen. Auf Texel bin ich nicht näher als 20 Meter an die Vögel rangekommen und hier rennen sie mich fast über den Haufen.
    An der Pier vor der Touristeninformation gibt es Free WIFI. Hunderte von Leuten fummeln voller Verzweiflung auf ihren Schmierfonen herum; kein Accesspoint der Welt kann so viele Clients gleichzeitig bedienen. Von denen bekommt keiner mit, in was für einer tollen Umge-bung er sich eigentlich befindet, die Leute können einfach nicht mehr 12 Tage am Stück off-line sein. Im Grunde eine besorgniserregende Entwicklung.
    Wir erleben noch das Auslaufen der Nordnorge, inzwischen sind 4 Kreuzfahrer angekom-men. Wir begeben uns an Bord, trinken einen Kaffee auf Deck 11 und sind beim Auslaufen 16.00 Uhr in der ersten Reihe. Wir gleiten langsam bis zu den sieben Schwestern, dem spektakulären 300 Meter hohen Wasserfall. Kapitän Tasos Kafezis erzählt ein paar Worte zur Legende und damit nun wirklich auch jeder von überall aus die Sieben Schwestern und den gegenüberliegenden Freier sieht, macht er mit dem Bötchen eine 360°-Wende. Wir fah-ren eben erster Klasse, erst der Seawalk und nun noch ein Kreisel, das machen die anderen nicht. Kaum haben wir diese Attraktion passiert, beginnt es wieder zu regen. Wir stellen uns etwas unter und genießen weiterhin die Fahrt durch den Geirangerfjord. Es ist auf jeden Fall beeindruckend, an den rund 1000 m hohen steilen Felswänden vorbei zu fahren.
    Später füllen wir uns die Bäuche im Oceanview vom Buffet, es ist alles lecker, wenig Leute, man hat seine Ruhe und kann beim Essen ganz entspannt auf die draußen vorbei gleitende herrliche Landschaft schauen.
    Wetter früh trübe mit tief hängenden Wolken, im Tagesverlauf klart es zunehmend auf mit längeren sonnigen Passagen, nach Auslaufen wird es wieder trübe und regnerisch.


    Donnerstag, 19.06.2014
    Seetag

    Wir verbringen den Tag im Wesentlichen mit Faulenzen und Nichtstun, ohne das uns das besonders schwer fallen würde. Um 14.00 Uhr queren wir den Polarkreis und auf dem Pool-deck findet die entsprechende Party statt. Kafezis darf/muss den Fisch als Erster küssen, er ist ein guter Entertainer. Eine doch große Menge an Gästen macht die Prozedur ebenfalls mit, und das, obwohl es echt kalt und windig ist.
    Unterwegs nach Tromsø sehr wechselhaft und stürmisch, Regen peitscht, kurz darauf wie-der die tief stehende Sonne und das zaubert uns sogar einige Regenbögen aufs Meer. Wir sehen ziemlich nah am Schiff einige Basstölpel.

    Und weiter geht's.

    Montag, 16.06.2014
    Stavanger

    Die Nacht verläuft ruhig. Wir sind zeitig auf den Beinen, es ist eben hier oben schon sehr zeitig hell, Sonnenaufgang ist 4.25 Uhr. Wir laufen pünktlich 7.00 Uhr in Stavanger ein, das Wetter ist noch etwas trübe. Wir verfolgen das Einlaufen auf Deck 11 und gehen direkt da-nach zum Frühstück. Unmittelbar nach uns laufen ein Kreuzfahrer der Holland-Amerika-Linie sowie ein großer Kahn von P&O Cruises ein.
    Danach klären wir unseren Transfer zum Nordkap, es gibt eine lokale Busverbindung, die insgesamt fast 60 € günstiger ist. Online fest gebucht, die Tickets als pdf auf eine SD-Karte und diese lassen wir uns in der i-Lounge ausdrucken.
    Gegen 9.00 Uhr verlassen wir das Schiff und schlendern durch die noch leere Innenstadt. Dann entern wir einen Bus und machen eine Stadtrundfahrt. Die ist wirklich empfehlenswert. Anschließend erkunden wir die Stadt zu Fuß auf eigene Faust, essen ein belegtes Brötchen und schlendern durch die alten weißen Holzhäuser, die zum Teil über 300 Jahre alt sind. Leider sind außer uns noch viele andere Touristen auf diese Idee gekommen, wir hätten das gleich früh vor der Stadtrundfahrt machen sollen, da wären wir dort allein gewesen.
    Zum Kaffee sind wir wieder zurück auf dem Schiff und genießen die Sonne, die uns heute den ganzen Tag von einem herrlich blauen Himmel herab verwöhnt hat.
    In entgegengesetzter Reihenfolge der Ankunft verlassen die drei Schiffe den Hafen gegen 17.00 Uhr. Wir verfolgen das Auslaufen auf Deck 11, allerdings frischt der Wind wieder sehr stark auf und es wird im Schatten ziemlich kühl. So verziehen wir uns ins Innere und verfol-gen bei einem Pils die erste Halbzeit von Portugal-Deutschland. Zur Halbzeitpause rücken wir ins Oceanview ein und plündern das Buffet.
    Stornierung des bereits bei Celebrity gebuchten Transfer zum Nordkap ist problemlos.


    Dienstag, 17.06.2014
    Ålesund

    Wir sind wie immer pünktlich an unserem Tagesziel, was wir heute 10.00 Uhr erreichen. Nach dem Frühstück sind wir auf Deck 11 und beobachten das Einlaufen. Am Pier macht soeben das südgehende Schiff der Hurtigruten, die Richard With (das Schiff, auf dem wir unsere ursprüngliche Hurtigruten-Reise 2012 gebucht hatten, bevor Dorit die Karibik-Kreuzfahrt gewonnen hatte) die Leinen los.
    Wir gehen von Bord und schlendern durch die Stadt. An unserem Weg findet sich ein Laden für maritimen Bedarf, eine herrliche Fundgrube für alles, was irgendwie mit der Schifffahrt zu tun hat. Dorit deckt sich mit Mütze, Schal und Handschuhen ein. Wir schlendern weiter, doch einsetzender Regen treibt uns zurück aufs Schiff, wo wir etwas essen und anschließend Si-esta halten. Nachmittags ziehen wir noch einmal los und erklimmen über 416 Stufen den Berg Aksla. Oben haben wir eine wirklich schöne Aussicht über die Stadt und die vorgelager-ten Inseln, auch wenn das Wetter trübe ist. Nach dem Abstieg am Schiff angekommen, be-ginnt es wieder zu regnen. Wir essen im San Marco zu Abend, anschließend vertrödeln wir die Zeit bis zum Auslaufen um 22.00 Uhr. Das schaue ich mir von Deck 11 aus an, es hat immer wieder etwas und ist sehenswert.

    Hallo Reiseweltmeister,

    nun möchte ich euch doch noch unseren Reisebericht zu unserer jüngsten Kreuzfahrt zur Verfügung stellen. Ich mach's aber häppchenweise, weil er doch auch wieder recht ausführlich geworden ist. Aber über Norwegen kann man eben richtig ins Schwärmen geraten. Lest selbst!

    Celebrity Constellation
    12 Nächte Polarkreis 14.06.-26.06.2014
    Ab/an Amsterdam

    Freitag, 13.06.2014

    Dresden – Recke

    Wir haben uns für die Anreise einen Tag vorher Zeit genommen, nicht dass uns auf den 740 km bis Amsterdam was dazwischen kommt und wir wegen einem Stau das Schiff verpassen. Kurz vor dem Mittag brechen wir Richtung Westen auf, wir kommen reibungslos durch. In Bad Oeyenhausen gehen wir noch etwas Reiselektüre und ein vergessenes Halstuch kaufen, dann kommen wir prompt in eine Vollsperrung der BAB 30. Wir haben aber Glück, die Polizei öffnet eine gesperrte Abfahrt, und nach einer knappen Stunde können wir unsere Fahrt fortsetzen. Kurz vor 20 Uhr erreichen wir unser Etappenziel in Recke, wir haben per HRS im „Alten Gasthaus Göcke“ reserviert. Das Zimmer ist einfach, aber einwandfrei, die Küche ausgezeichnet. Man tut sich schwer mit unserem Wunsch, am Samstag um sieben Uhr zu frühstücken, am Ende ist es aber kein Problem. Wir schlafen nicht besonders, Ökolärm weckt uns gegen 4.00 Uhr. Sowas sind wir nicht gewöhnt, wir brauchen lärmende Müll-autos. Nach schließen des Fensters wird es besser.
    Wetter heiter bis wolkig, trocken außer in Sachsen-Anhalt, da regnet es mal.


    Samstag, 14.06.2014

    Recke – Amsterdam
    Pünktlich um sieben erscheinen wir beim Frühstück und das ist wirklich sehr gut. Wir stärken uns, entrichten die geforderten 65 € und brechen Richtung Amsterdam auf. Bei prima Rei-sewetter kommen wir gut voran, kurze Rast in der Nähe unseres Zieles unterwegs bei Mc-Donalds, dann erreichen wir auch schon unser Parkhaus in der Nähe des Flughafen Schip-hol (http://www.parkvia.com/de-DE/hafenparkplatz/amsterdam-hafen). Wir warten zehn Mi-nuten, dann kommt schon unser Shuttle. Mit kurzem Stopp am Airport, wo andere Gäste aussteigen, erreichen wir nach ca. 30 Minuten Fahrzeit gegen 11.50 Uhr das Passenger Terminal Amsterdam. Check in geht reibungslos, nach nicht einmal einer Stunde sind wir an Bord. Wir gehen zunächst wie alle ins Oceanview, die Kabinen sind verständlicherweise noch nicht fertig. Wir essen etwas im Freien, das Wetter beginnt aufzuklaren, dann werden die Kabinen freigegeben, wir werfen das Gepäck ab und schlendern langsam zur SNRÜ. Die ist wie von X nicht anders gewohnt, leger und locker, Kapitän Kafezis beliebt, genau wie sein älterer Bruder auf der Silhouette, zu scherzen.
    Kurz danach ist es bereits 16.30 Uhr, Zeit zum Auslaufen. Pünktlich heißt es „Leinen los“ und schon bewegt sich der Kollos. Gemächlich gleiten wir an der Altstadt von Amsterdam vorbei, sehen die ausgedehnten Hafenanlagen, hübsche Wohnbebauung am Ufer und immer wieder große und kleine Flugzeuge, die auf der 36L starten und direkt über uns hinweg fliegen.
    18.30 Uhr erreichen wir die Schleusen bei lJmuiden, werden innerhalb einer halben Stunde geschleust und erreichen bei inzwischen strahlend blauem Himmel die Nordsee. Der Wind frischt auf und wir nehmen unser erstes Abendessen im Oceanview ein, unsere Dining Time ist längst vorbei.
    Danach räumen wir die Koffer aus, anschließend genehmigen wir uns auf Deck 11 einen Welcome Drink. Anschließend auf die Kabine, steuerbord geht die Insel Texel durch. Schö-nen Gruß an unser Vogel-Paradies!
    Unsere Kabine 8026 ist spürbar kleiner, als die auf der Silhouette. Ablagen gibt es ausreichend, die Klimaanlage kann man nicht komplett ausschalten. Das Bad ist okay, abgesehen vom Duschvorhang, gegen den wir beide eine Phobie haben. Aber das kann uns die Laune nicht vermiesen. Morgen werden wir unseren Kabinensteward bitten, uns zwei einzelne Bettdecken zu geben, mit dieser riesigen Plane für zwei könnte man eine mittleres Zelt bauen, aber wenn die ganze Nacht jemand am anderen Ende zerrt, ist das dem Nachtschlaf nicht förderlich, finden wir jedenfalls.


    Sonntag, 15.06.2014
    Seetag

    Gegen 7.00 Uhr aufgestanden, im Oceanview gefrühstückt, es ist noch relativ ruhig, Seetag eben, und die ganzen Amerikaner haben wohl noch mit ihrem Jetlag zu kämpfen. Frühstück reichhaltig und für jeden was dabei. Der Kaffee schmeckt auch, und es gibt ihn, im Gegensatz zu Royal Carribean, auch aus richtigen Tassen.
    10.00 Uhr stellt sich die deutsch sprechende internationale Botschafterin vor, sie gibt auch einige Erläuterungen zu den Ausflügen. Ihre Schilderung von gerade mal neun Taxis in Honningsvåg lässt in uns die Entscheidung reifen, den Transfer zum Nordkap hier an Bord zu buchen, für stolze 119 $ pro Person. Die ziehen die Leute hier wirklich ab. Wir können aber von hier aus nicht prüfen, ob man vernünftig auf eigene Faust an den vermeintlich nördlichsten Punkt gelangen kann. Das werden wir morgen mal in Stavanger tun, stornieren können wir ja immer noch.
    Mittags im Oceanview gegessen, kleine Siesta, Kaffee und eine kleine Leckerei ebenda, wieder schön windgeschützt im Freien. Man kann die Sonne und den moderaten Wind bei einem herrlichen Blick auf unsere Achtersee genießen, Urlaub eben.
    Abends ist Gala, und wir probieren nun auch den Service im San Marco, dem Hauptrestaurant aus. Wir haben einen Tisch für uns allein, allerdings im Eingangsbereich, morgen kom-men wir erst 18.15 Uhr, da ist der große Tross schon durch. Essen ist vorzüglich und qualitativ spürbar besser als oben am Buffet. Nicht, dass es oben schlecht wäre, keinesfalls, aber hier spielt sich das meiste in Richtung Sterne-Niveau ab.
    Anschließend nehmen wir einen Drink im Foyer und bewundern die Abendroben der anderen Passagiere, dann ist Kapitäns-Toast mit Vorstellung der Crew. Wie schon von seinem gro-ßen Bruder bekannt, macht es Kafezis locker und recht unterhaltsam. Kein Vergleich zu der kühlen Schwedin bei RCC vergangenes Jahr. Die Musical-Show brechen wir für unseren Teil nach 20 Minuten ab, wir sind eben Kulturbanausen, außerdem ist die See etwas rau geworden und das macht sich in dem geschlossenen Theater irgendwie unangenehm bemerkbar.
    Zum Schluss drehe ich noch eine Runde über Deck 4 und 11, oben kann ich mich nicht auf den Beinen halten, da haben wir ein hübsches Stürmchen bekommen. Mal sehen, wie die Nacht wird.

    Die Campingmöbel haben wir in der Heckgarage mitgenommen.
    Ich habe mir gestern nochmal unsere alten Checklisten und Berichte angesehen. Das gesamte Küchenzeug packe ich in so eine Klappbox, die man auch gern zum einkaufen nimmt und trage es so ins Wohnmobil. Dort wird alles verstaut, die Box wird zusammengeklappt und irgendwo hingepackt. So haben wir gleich für unterwegs einen Einkaufshelfer und Wäschekorb in einem. :)

    VG, Dorit

    Ja, wir haben immer alles selbst mitgenommen und kennen es auch nicht anders. Was das Geschirr angeht: es gibt sehr gutes, wertiges Campinggeschirr, Plastik, sieht aber besser aus. Michael hat hier mal so ein Set verlost. Plastik hat zwei Vorteile, erstens leicht, zweitens klappert nicht. Und für zwei Personen braucht man nicht viel. Je zwei tiefe und flache Teller, ein Schneidebrett, zwei Tassen, zwei Müslischüsseln, die auch für Salat gehen. Beim Besteck ganz ähnlich, alles aufs nötigste reduzieren und gut. Da nehmen wir aber normales Besteck. Alle Schubladen und Schränke, auch den Besteckkasten lege ich vor der Fahrt mit Anti-Rutsch-Folie aus, dann scheppert nichts. Bei den Töpfen mache ich es so, dass ich zwei kleine, einen mittleren und eine Pfanne mitnehme, fertig ist die Laube. Ich koche im Urlaub sehr gern, aber nur einfache Gerichte, was ich regional bekomme. Und Improvisation ist der halbe Camperspaß.
    Im Camperbedarf gibt es sogar kleine Gewürzdosen, 5 in 1 oder so, mehr brauche ich nicht. Wichtig ist unsere Kaffeemaschine. Da haben wir eine kleine gekauft, die sich hervorragend in den Hängeschränken verstauen lässt. Ansonsten, was braucht man noch. Ein Weinglas, ein Bierglas. 2 Kaffeepötte. Diese Dinge wickel ich vor der Abfahrt in ein Küchentuch, oder lege sie in die Müslischüssel. Klappert nicht.
    Wie gesagt, wenn man zwei, drei Wochen unterwegs ist, braucht man keinen ganzen Hausstand. Man hat ja auch keinen Geschirrspüler, wo erstmal alles gesammelt wird. Im Womo waschen wir brav nach jeder Mahlzeit ab, wobei wir nur früh und abends indoor essen. Tagsüber verpflegen wir uns rechts und links der Landstraße.

    Aber warum musstet ihr denn stornieren? Da blutet mir ja das Herz!
    VG, Dorit

    Und du siehst, wie weit du mit deinen Zahlen von der Realität weg bist. Mich stört dieses pauschale Verurteilen und der lässige Umgang mit Zahlen sehr. Denn sicher sprichst du mit Freunden und Bekannten über deine Eindrücke. Da fällt dann auch in einem Nebensatz diese unglaubliche Zahl. Zwei, drei deiner Leute schnappen es auf, tragen es weiter. Ebenso wie diejenigen hier im Forum, die mal schnell quer lesen. Auch die schnappen das auf, treten es breit.
    Fühle dich bitte nicht persönlich angegriffen, Rabe. So wie du reden viele. Vor allem die, die noch eine Kreuzfahrt gemacht haben. Die echten Kreuzfahrer wissen, dass auch sie einsame Gegenden entdecken können, wenn sie Lust darauf haben. :)

    VG, Dorit

    Rabe, der Trick ist, dass die wenigsten dieser 15.000 (?) im Ort selbst bleiben. Etwa die Hälfte fährt mit Bussen zum Trollstigen, viele fahren zu dem anderen Aussichtspunkt hoch über dem Fjord. Manche machen was auf eigene Faust, usw. Wir waren ja im Ort unterwegs und abgesehen von den etwa 100 Menschen, die rund um die Touristen-Info saßen und wie paralysiert auf ihren Handys und Tablets rumwischten, war es beschaulich.
    Die 15.000 Passagiere halte ich für zu hoch gegriffen. Unsere Constellation hatte mit 2000 Passagieren noch die meisten. Die MS Rotterdam hat gut 1400, die Azamara Journey weniger als 700, die MS Freundschaft knapp 400. Dazu das Hurtigruten-Schiff, dieses Mal die Nordnorge, mit 620 Passagieren. Welche die anderen beiden Kreuzfahrer waren, die erst nach unserer Abreise in den Fjord kamen, weiß ich leider nicht. Aber an dieser Aufstellung siehst du, dass ZEITGLEICH maximal 6100 Menschen mit Schiffen ankamen. Davon gehen ca. 80% tatsächlich an Land. Ich schreibe das hier mal so ausführlich, weil mir diese permanenten Horrorszenarien à la Bildzeitung nicht gefallen. Wir überfallen niemanden.

    VG, Dorit

    Danke! Das war 2010 an der Costa de la Luz, ca. 50 km von der portugiesischen Grenze entfernt. Wochentags war der Strand immer so leer, weil die Einheimischen nur am Wochenende kamen. Aber auch dann war Platz für alle.

    VG, Dorit