Oberhalb der Passstraße

Auf dem Weg zum Logan Pass im Glacier Nationalpark

Wir kamen gerade aus Kanada, hatten den Waterton Lake Nationalpark besucht, und schon ging es für uns zum Logan Pass im Glacier Nationalpark. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass der Glacier Nationalpark auf US-amerikanischer Seite und der kanadische Waterton Lake Nationalpark direkt aneinander grenzen und den sogenannten International Peace Park bilden.

Michael Moll

Michael Moll

Ankunft am Glacier Nationalpark

Dennoch besteht keine Möglichkeit, innerhalb der beiden Nationalparks von einem Land in das andere zu wechseln – zumindest nicht mit dem Auto. Zu Fuß auf den Wanderwegen oder mit dem Kanu auf dem Waterton Lake klappt das zumindest nach Voranmeldung. Doch wir waren in dem Fall Autotouristen und verließen daher den kanadischen Nationalpark, fuhren zur Grenze und erreichten wenig später die Ortschaft St. Mary, wo wir direkt zur Einfahrt und zum Besucherzentrum vom Glacier Nationalpark fuhren.

Alte Pferdewagen in St Mary

Alte Pferdewagen in St Mary

Unser Plan war eigentlich, den Glacier Nationalpark komplett von Ost nach West zu durchqueren. Wir wollten auf der Going-to-the-Sun-Road hinauf zum Logan Pass und auf der Westseite wieder hinab bis West Glacier bzw. nach Columbia Falls. Doch die Verwaltung des Nationalparks machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Besucherzentrum vom Glacier Nationalpark

Besucherzentrum vom Glacier Nationalpark

Schon vor dem Besucherzentrum sahen wir den Hinweis, dass die Fahrt nur bis zum Logan Pass möglich sei und auch die nette Dame am Schalter an der Einfahrt teilte uns das sofort mit. Nun, dann war das eben so. Schade, aber nicht zu ändern. Daher heißt die Überschrift dieses Beitrags „zum Logan Pass im Glacier Nationalpark“, denn weiter kamen wir ja nicht.

Michael Moll am Glacier Nationalpark

Michael Moll am Glacier Nationalpark

Ausflug in den Glacier Nationalpark

Aber wenigstens das konnten wir machen und so kann ich zumindest diesen Teil des Nationalparks ein wenig beschreiben. Da das Wetter verdammt schlecht war, wie man auch auf den Fotos überdeutlich erkennen kann, fielen längere Wandertouren leider ins Wasser. Es regnete teilweise in Strömen und gerne wäre ich ein längeres Stück auf dem Highline Trail gewandert.

Saint Mary Lake

Saint Mary Lake

Geplant war auch eine Wanderung vom Logan Pass zum Hidden Lake Overlook. Auch daraus wurde nichts, leider. Außerdem mussten wir natürlich umplanen. Da die eigentlich geplante Strecke nicht befahrbar war, mussten wir uns um eine andere Unterkunftsmöglichkeit kümmern. Das verursachte nach dem Besuch im Nationalpark noch eine längere Autofahrt, womit uns weniger Zeit für den Park blieb. Aber es ließ sich eben nicht ändern.

Wild Goose Island im Saint Mary Lake

Wild Goose Island im Saint Mary Lake

Wie also schon beschrieben, betritt bzw. befährt man den Glacier Nationalpark auf der Ostseite durch den St. Mary Entrance. Wer, wie wir, die Jahreskarte für die US-amerikanischen Nationalparks parat hat, braucht sie nur kurz vorzulegen und kann dann direkt durchfahren. Wir schauten uns noch ein wenig im Besucherzentrum um und folgten schließlich der Going-to-the-Sun-Road.

Tunnel auf der Going to the Sun-Road

Tunnel auf der Going to the Sun-Road

Ausblicke auf den Saint Mary Lake

Sie verläuft zunächst einmal relativ lange Zeit am Ufer der Saint Mary Lakes vorbei. Immer wieder gibt es Möglichkeiten, an einem der Parkplätze anzuhalten und die Aussicht zu genießen. Den wohl schönsten Blick hat man am Wild Goose Island Outlook. Wie der Name schon sagt, blickt man hier auf die kleine Insel namens Wild Goose Island. Sehr schön.

Toller Ausblick vom Logan Pass

Toller Ausblick vom Logan Pass

Weiter geht die Fahrt an steilen Felshängen vorbei bis man das westliche Ende des Saint Mary Lakes erreicht. Von dort an steigt die Going-to-the-Sun-Road an. Wie das in den USA so üblich ist, steigen die Gebirgsstraßen eher langsam an und besitzen, anders als zum Beispiel in den Alpen, kaum Serpentinen.

Straße am Logan Pass

Straße am Logan Pass

Die Going-to-the-Sun-Road macht hierbei keine Ausnahme. Sie besitzt im Wesentlichen nur eine einzige Spitzkehre und selbst diese ist recht großräumig angelegt. Wenig später durchquert man noch einen kurzen Tunnel und schon dauert es nicht mehr lange, bis man den großen Parkplatz am Logan Pass erreicht.

Oberhalb der Passstraße

Oberhalb der Passstraße

Der Logan Pass ist gerade einmal etwas mehr als 2000 Meter hoch

Auch hier gibt es wieder ein Besucherzentrum und, wie schon weiter oben beschrieben, einige Möglichkeiten für Wanderungen. Im Besucherzentrum fand ich ein Ratespiel für Kinder ganz interessant. Es wurden Fragen gestellt, die man durch Umdrehen eines Holzdeckels sofort beantwortet bekommt. Kennt man in der Regel auch von woanders her. Eine der Fragen lautete, ob nun die Straße über den Logan Pass oder die Trail Ridge Road im Rocky Mountain Nationalpark höher sei. Die Antwort ist eindeutig, denn die Trail Ridge Road ist mit über 3.700 Höhenmetern die höchste Passstraße Nordamerika.

Highline Trail mit Handlauf

Highline Trail mit Handlauf

Alleine, dass der Logan Pass mit dieser beeindruckenden Höhe verglichen wird, ist irgendwie niedlich. Denn der Logan Pass bringt es eigentlich nur auf 2.026 Meter. Das sind ein paar Meter weniger als der Oberalppass (2.033 m) in der Schweiz. Der Furkapass, ebenfalls in der Schweiz, ist sogar 400 Meter höher und ganz zu Schweigen vom Stilfser Joch in Italien (2.757 m) oder dem Col du Galibier (2.642 m) in Frankreich. Also so gesehen fällt der Logan Pass eher bescheiden aus.

Heavy Runner Mountain rechts im Bild

Heavy Runner Mountain rechts im Bild

Nichtsdestotrotz ist es schön dort und man kann tolle Ausblicke genießen. Umgeben wird er von Gipfeln wie dem markanten Clements Mountain und dem Mount Oberlin oder auch dem Pollock Mountain. Zwischen Mount Oberlin und dem Pollock Mountain verläuft die Passstraße ab dem Logan Pass weiter, war aber für uns halt gesperrt.

Glacier Nationalpark

Glacier Nationalpark

Wanderung auf dem Highline Trail

Oberhalb der Passstraße befindet sich aber ein Wanderweg, den ich trotz der Wetterlage wenigstens ein Stück weit begehen wollte. Der Highline Trail ist eigentlich mehrere Kilometer lang und verläuft als Streckenwanderung unterhalb der Berggipfel des Glacier Nationalparks. Gleich hinter dem Logan Pass zeigt er eine besondere Schönheit. Und zwar blickt man in das Tal hinab, in das man eigentlich hinab fahren würde.

Außerdem ist der Weg hier auch ein wenig herausfordernd. Er ist nicht besonders breit. An einer Seite erhebt sich die steile und raue Felswand. An der anderen Seite geht es genauso steil hinab. Ein falscher Schritt und man landet unten auf der Straße. Nur ein einfacher Handlauf und die eigene Trittsicherheit verhindert das.

Blick in das tiefe Tal

Blick in das tiefe Tal

Auch wenn man zwischen dem Besucherzentrum in St. Mary und dem Logan Pass je Richtung 30 Kilometer zurücklegt, so lohnt es sich auf jeden Fall, auch für diesen kurzen Aufenthalt. Uns hat es sehr gut gefallen. Gerne wären wir gewandert, hätten uns besseres Wetter gewünscht und wären auch gerne komplett über den Pass gefahren. Aber man kann nicht alles haben und unter diesen Voraussetzungen war es trotzdem toll.

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