Blick über den Riddarfjärden

Stadtrundgang durch Stockholm

In der unregelmäßigen Serie „Stadtrundgänge“ will ich heute einen kleine Stadtbesichtigung der schwedischen Hauptstadt Stockholm machen. Ein paar Reisetipps für Stockholm hatte ich bereits im Reiseforum gegeben, heute sollen noch ein paar dazu kommen. Natürlich kann und will ich an dieser Stelle nicht jede Sehenswürdigkeit in der Stadt vorstellen, sondern einfach einen kleinen Einblick von dem geben, was ich mir gerne angeschaut habe. Weitergehende Informationen erhält man daher entsprechend in dem von mir geschriebenen Reiseführer über Südschweden.

Skyline von Stockholm

Skyline von Stockholm

Da ich mich in der Regel mit dem Wohnmobil in Stockholm aufhalte und auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz auf der Insel Långholmen (Koordinaten: 59.320443, 18.031294) übernachte, beginnt der Stadtrundgang natürlich auch dort. Wer mit dem Zug anreist, spart sich einige Meter, denn der Bahnhof liegt sehr günstig im Stadtviertel Norrmalm, wo man in wenigen Schritten zum Stadshus gelangt aber eben auch nach Gamla Stan.

Bei Gamla Stan handelt es sich um die Altstadt mit ihren zahlreichen kleinen Gassen, die eine eigene Insel im Riddarfjärden bzw. in der Schärenwelt von Schweden bildet. Von der Insel Långholmen mit seinem Wohnmobilstellplatz braucht man rund eine halbe Stunde auf dem Södar Mälarstrand, um die zwei Kilometer bis Gamla Stan zurückzulegen. Dabei ist man gleichzeitig auf dem Hälsan Stig unterwegs, was nichts anderes als Gesundheitsweg bedeutet. Wer diesem folgt, legt neun Kilometer zurück und ich finde es echt gut, dass die Schweden so einen Gesundheitswanderweg angelegt hat.

Außerdem passiert man auf dem Abschnitt einige Schiffsanlegestellen und kann einen schönen Blick über den Riddarfjärden hinweg zum Stadshus von Stockholm werfen. Über eine Brücke gelangt man schließlich in die Altstadt, Gamla Stan, genannt. Bevor wir uns der Altstadt widmen, empfehle ich einen kurzen Gang auf die westlich gelegene Insel Riddarholmen. Sie beherbergt die Riddarholmskirche, den Stenbockspalast und die Evert-Taube-Terrasse (Koordinaten: 59.325074, 18.061506).

Aussicht von der Evert Taube-Terrasse

Aussicht von der Evert Taube-Terrasse

Benannt wurde diese Terrasse nach dem schwedischen Dichter, der 1976 in Stockholm verstarb – Evert Taube halt. Von dem Platz aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Stadshus, also dem Rathaus, das mit seinem hohen Turm markant auffällt. Über die Zentralbrücke und eine weitere kleine Brücke gelangt man sehr schnell zum Rathaus, kann bei Bedarf den Turm besteigen und im vorgelagerten Stadshuspark die erste kleine Pause genießen – und logischerweise zurückblicken zur Insel Riddarholmen und nach Gamla Stan.

Blick nach Riddarholmen

Blick nach Riddarholmen

Der Hauptbahnhof ist nun auch nicht mehr weit entfernt, doch wir wollen ja lieber in das Gewusel der Hauptstadt eintauchen. Also gehen wir nach der Pause am Rathaus ein Stück zurück, unterqueren dieses Mal die Zentralbrücke und spazieren geradeaus weiter. Es dauert nicht lange, bis wir auf die quer verlaufende Drottinggatan treffen. Wem es um das reine Shoppen geht, der biegt nun besser nach links ab und kann sein Geld in den zahlreichen Geschäften und Boutiquen lassen. Doch für den Besuch weiterer Sehenswürdigkeiten und der Altstadt geht es nach rechts.

Über die kleine Brücke Riksbron erreichen wir die Insel Helgeandsholmen. Sie beherbergt die Gebäude des schwedischen Reichstag, den wir nach dem Durchqueren eines Portals passieren. Noch vor der Brücke sollten wir jedoch einen Blick nach rechts unten werfen. Dort befindet sich die Skulptur der walisischen Künstlerin Laura Ford, die zwar auf den ersten Blick niedlich wirkt, aber Teil einer Serie von Skulpturen ist, die sich mit dem Thema Obdachlosigkeit befasst (Koordinaten: 59.328409, 18.066657).

Skulptur von Laura Ford

Skulptur von Laura Ford

Hinter dem Reichstag wartet eine weitere kleine Brücke auf uns und wir sehen schon vor uns das königliche Schloss von Stockholm. Das im Barock erbaute Schloss wirkt recht kastenförmig und stellenweise sogar ziemlich langweilig. Aber es ist eben das Schloss. Türmchen und Zinnchen darf man hier nicht erwarten. Passenderweise hat das Schloss auch noch einen quadratischen Grundriss. Interessant zu sehen sind natürlich die Palastwachen, die Kanonen und mit ein bisschen Zufall muss man sogar eine Wagenkolonne Platz machen, in der eines der Mitglieder der schwedischen Königsfamilie gerade das Haus verlässt. Wenn es gerade Mittag ist, dann sollte man sich ein wenig Zeit nehmen, um die Prozedur der Wachablösung zu verfolgen, sieht nett aus (Koordinaten: 59.326471, 18.070566).

Südlich vom Schloss befinden sich dann die Domkirche, das Nobelmuseum, der Stortorget als beliebter Treffpunkt für Touristen und natürlich die zahlreichen Gassen der Altstadt bzw. von Gamla Stan. Eine der beliebtesten ist zum Beispiel die Västerlånggatan, in der man natürlich nicht umhin kommt, sich mit ein paar Andenken aus den zahlreichen Souvenirläden einzudecken.

Es kann in Gamla Stan aber auch weniger rummelig zugehen. So zum Beispiel am Tyska Brunnsplan, der sich gleich neben der deutschen Kirche befindet (Koordinaten: 59.323869, 18.072907). Mein absoluter Favorit ist jedoch Järnpoike, die wohl kleinste Statue der Stadt. Sie befindet sich an einem ruhigen Ort hinter der finnischen Kirche (Koordinaten: 59.325510, 18.072346) und stellt einen kleinen sitzenden Jungen dar. Um ihn herum liegen oft ganz viele Münzen und sein Köpfchen ist auch schon ziemlich blank poliert, da es verschiedene abergläubische Rituale gibt, die Glück bringen sollen.

Järnpoike

Järnpoike

Auf der Västerlånggatan kommt man schließlich in den südlichsten Bereich von Gamla Stan, wo auf dem Järntorget eine andere, weitere Skulptur steht. Sie ist dem bereits erwähnten Dichter Evert Taube gewidmet. Von hier kommt man nun relativ einfach über den Söder Mälarstrand wieder zurück zum Wohnmobilstellplatz auf der Insel Långholmen.

Auf der von mir vorgeschlagenen Strecke legt man ungefähr zehn Kilometer zurück. Der Stadtrundgang war für mich Teil einer Wohnmobilreise zum Nordkap, als ich mich auf dem Rückweg von Stockholm nach Kopenhagen befand.

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