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Wohnmobilreise durch Ungarn von Pécs nach Baja

Wohnmobilreise von Pécs nach Baja in Ungarn

Entfernung: Rund 161 Kilometer.
Strecke: Straße 6 bis nach Pécsvárad – Nebenstraße bis nach Felsőmező – Straße 56/E73 südwärts bis nach Mohács – Straße 56/E73 nordwärts über Bátaszék nach Szekszárd – Landstraße über Őcseny und Decs bis nach Várdomb – Straße 56/E71 südwärts bis nach Bátaszék – Straße 55 bis nach Baja.
Reisedauer: mindestens ein Tag.
Höhepunkte: Gedenkpark Mohács **.

Route: Pécsvárad ist leicht über die Straße 6 zu erreichen, indem wir einfach die nächsten 14 km der Beschilderung folgen.

Pécsvárad liegt südlich des Mecsek-Gebirges und ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Wanderung zum höchsten Berg, dem Zengó mit seinen 682 m. Im Ort findet man eine der ersten Benediktinerabteien, die Anfang des 11. Jahrhunderts von König Stephan I. gegründet wurde. Der erste Abt, Bischof Astrzik überbrachte dem König die heilige Krone aus Rom. Das Kloster brannte jedoch im Jahr 1157 nieder. Beim Wiederaufbau erweiterte man das Gebäude um eine Etage. Doch die Mönche flohen vor den Türken aus Pécsvárad und kehrten nie mehr zurück.

Die hier befindliche Burg wurde zwei Jahrhunderte später errichtet, ist aber nicht bedeutend. Die Benediktiner hielten in der Burg den Herzog Béla versteckt. Er wurde später als König Béla II. gekrönt.
Im Inneren kann man das Burgmuseum und auch die als Unterkirche bezeichnete Klosterkapelle besichtigen. Das Burgmuseum zeigt archäologische Exponate.

Route: Nachdem wir in Pécsvárad die Bahngleise überqueren, erreichen wir nach 1500 m den Abzweig Richtung Mohács. Nach 34 kurvenreichen Kilometern erreicht man in Felsőmező die Donau und biegt rechts ab nach Mohács.

Am 29. August 1526 erlitt das ungarische Heer eine tragische Niederlage. 20.000 Soldaten starben auf dem Schlachtfeld beim Kampf gegen das osmanische Reich. Mit diesem Datum begann für 150 Jahre die Herrschaft der Türken in Ungarn. Ort dieses geschichtsträchtigen Ereignisses war Mohács. Das Schlachtfeld ist zum 450. Jahrestag der Schlacht zu einem Gedenkpark angelegt worden. Es befindet sich südlich der Stadt zwischen Mohács und der ungarisch-kroatischen Grenze in unmittelbarer Nähe de Straße 56.

Besucht werden kann der Park in den Sommermonaten von 9 – 17 Uhr und im Winter von 10 – 16 Uhr, montags ist er geschlossen.

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1926, zum 400. Jahrestag der Schlacht, wurde im Stadtzentrum auf dem Széchenyi tér eine Gedenkkirche im byzantinischen Stil errichtet. Um den nationalen Zusammenhalt Ungarns zu verdeutlichen, hat man in das Fundament der Kirche aus 3000 Gemeinden, 52 Städten und den 25 Höfen der Komitatshäuser jeweils ein Kilo Erde eingelassen.

Die Votivkirche, die an die legendäre Schlacht erinnern soll, kann von Mo – Fr von 9 – 12 und von 13 – 16 Uhr besichtigt werden.

In jedem Februar findet in der Donaustadt ein traditionelles Fest statt. Der so genannte Buscho-Umzug ist eine Art Faschingsumzug, der zum alten Brauchtum der Serben zählt. Die Teilnehmer des Umzugs tragen eine furchteinflößende Maske, Tierhäute und Kuhglocken um den Körper und knattern mit lauten Ratschen. Sie beerdigen damit den Winter und begrüßen gleichzeitig den Frühling. Der Legende nach sollen diese Buschos auf diese Art die angreifenden Türken aus der Stadt vertrieben haben.
In der Korsós útca 2 trifft man auf die serbisch-orthodoxe Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Die Ikonostase ist 100 Jahre jünger.

Route: Auf der E73/56 geht die Fahrt weiter nordwärts nach Szekszárd, das in knapp 50 km erreicht wird.

Campingplatz Aréna, Dunaszekcső, Tel: 069-33 51 61. Ca. 9 km nordöstlich von Mohács beim Ort Dunaszekcső befindet sich auf der linken Seite dieser Campingplatz mit einfachem Standard. Die sanitären Einrichtungen sind sauber und gepflegt. Auf dem Platz ist ein kleiner Abschnitt für FKK-Urlauber.

Dort wo der Sió in die Donau fließt, befindet sich der sogenannte Gemenc-Wald. Dieses Landschaftsschutzgebiet ist geprägt von Weihern, Sümpfen und kleinen Inselchen. Der Wald kann nur bei einer Schiffsfahrt oder bei einer Fahrt mit der Schmalspurbahn erreicht werden. Die Bahn verkehrt zwischen Bárányfok und dem Gemenc-Donauufer sowie zwischen Pörböly und Malomtelelő.

Rund 10 km westlich des Sió-Deltas befindet sich die Stadt Szekszárd. Sie war bereits in der Zeit des römischen Reiches ein Weinanbaugebiet. Wie bereits in Villány ist auch hier der Rotwein besonders beliebt.
Eine der größten einschiffigen Barockkirchen Europas befindet sich am Béla tér. Erbaut wurde sie Anfang des 19. Jahrhunderts im Zopfstil nach Entwürfen vom Hofarchitekten Thaler. Der Turm brannte in den 1920er Jahren nieder.

Spaziergang durch Szekszárd

Namensgeber für den Platz im Zentrum Szekszárds war König Béla I. Er war es auch, der im 11. Jahrhundert die Benediktinerkirche bauen ließ. Überreste von diesem Bauwerk findet man im Hof des klassizistischen Komitatshaus. Freigelegt worden sind die Ruinen der Abtei 1967. Zu ihrer Glanzzeit gehörten 44 Dörfer bzw. Ortschaften zu ihrem Besitz. Am östlichen Ende des Hauptplatzes findet man das alte Komitatshaus. Es wurde von Mihály Pollack entworfen.

Besichtigen kann man ebenfalls im Ort das Mihály-Babits-Museum. Es erinnert an den gleichnamigen Lyriker und wurde in seinem Geburtshaus eingerichtet. Zu sehen sind unter anderem sein Mobiliar, einige Erinnerungsstücke sowie Handschriften des ungarischen Dichters.

Route: In Szekszárd fahren wir Richtung Gemenc-Wald, überqueren die Gleise rechts vom Bahnhof und verlassen auf diesem Weg den Ort. Nach 3 km erscheint der Abzweig nach rechts in Richtung Őcsény. Weitere 3i Kilometer hinter Őcsény gelangen wir nach Decs.

Die Region zwischen Szekszárd und Baja wird Sárköz genannt. Mit etwa viereinhalbtausend Einwohnern ist der kleine Ort Decs das Zentrum von Sárköz. Traditionelle Brauchtümer der ungarischen Volkskunst werden hier noch gepflegt und angewandt. Dazu zählen handwerkliche Arbeiten wie sticken, klöppeln und weben. Die vollendeten Handarbeiten werden im Heimatmuseum von Decs gezeigt.

Route: Um nun die Donau zu überqueren, müssen wir leider einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. In Decs fahren wir nicht über die Bahngleise, sondern auf der gleichen Straße weiter, auf der wir nach Decs hinein gefahren sind. Nur wenige Meter hinter dem Ortsausgang treffen wir auf eine Weggabelung. Dort biegen wir rechts ab in Richtung Sárpilis, welches wir durchqueren. Im 3 km später folgenden Várdomb treffen wir wieder auf die E73/56, biegen links ab und fahren südwärts bis Bátaszék. Dort geht es ostwärts die nächsten 20 km bis nach Baja.

Im Wohnmobil durch Ungarn

In der wasserumströmten Stadt Baja leben knapp 40.000 Menschen. Für Touristen hat sie jedoch nicht viel zu bieten. Auffällig ist der markante Szentháromság tér. Der große Kopfsteinpflasterplatz bietet einen Blick auf die Petőfi-Insel. Die Insel liegt im vorbeiziehenden Fluss Sugovica und ist das eigentliche Zentrum des Tourismus in Baja.

Das wohl interessanteste Museum in der Donaustadt ist das Türr-István-Museum. Hier kann man Interessantes und Wissenswertes über die Donaufischerei erfahren. Es ist das größte seiner Art in Ungarn. Benannt ist das Ausstellungsgebäude nach dem Sohn der Stadt, der als Architekt für den Bau des Kanals von Korinth verantwortlich ist.

Aber wirklich berühmt geworden ist Baja durch einen Eintrag in das weltbekannte Guinness-Buch der Rekorde. An jedem zweiten Samstag im Juli wird in über 2.000 Kesseln die berühmte Fischsuppe von Baja gekocht. Dieses Volksfest ist ein Ereignis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man Karpfen auf seiner persönlichen Lieblingsspeisekarte stehen hat.

Sugovica Camping, Petőfi-sziget, Tel: 079-32 17 55, Fax: 079-32 31 55. Auf der Petőfi-Insel gelegen neben dem gleichnamigen Hotel, rund 120 Wohnmobile finden in der Zeit von Mai bis September Möglichkeiten hier Platz; Bademöglichkeiten, Entsorgung der Chemietoilette und Waschmaschine stehen zur Verfügung

Der Text ist ein Auszug aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer für Ungarn. Die Angaben können daher veraltet sein.

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