Beiträge von Schimmelrieder

Lust auf eine nette und reiselustige Community? Dann melde dich doch ganz einfach, schnell und kostenlos an. Anschließend stehen dir alle Funktionen im Forum zur Verfügung.

    Moin Globus —


    und alle Achtung und unsere Gratulation zu eurer Kondition, da machst du deinem Forumsnamen Globus ja alle Ehre! Wenn wir ab Ende Mai drei Wochen in Irland sind, werden wir uns auf einen Umkreis von rund hundert Kilometern um unser an der Westküste gemietetes Cottage beschränken.


    Tschüüs und alles Gute
    Jürgen

    Landschaft, Literatur & Poesie


    Mai 2019



    Mit ein paar Tagen Verspätung, denn ich war wieder einmal eine Weile off-line, hier nun das Kalenderbild für den Monat Mai. Das Foto entstand im Juni 2017 an der Westküste Irlands, bei dem Text handelt es sich um ein paar Zeilen aus dem gleichnamigen Buch des 1936 geborenen amerikanischen Schriftstellers und Piloten Richard Bach aus dem Jahr 1970.


    Mit einem schönen Gruß in den Mai
    Jürgen

    Moin Vaette —


    ja, dann schlage ich doch mal einen Ausflug auf die kleine Insel Procida im Golf von Neapel vor, wie ihn auch viele Neapolitaner am Wochenende gerne machen. Erwischt man eine der etwas älteren Fähren, die noch ein Außendeck haben, lässt sich beim Verlassen des Hafen ein schönes Foto von Neapels Wasserseite aufnehmen:



    Beim Einlaufen in den Fährhafen von Procida (ausgesprochen Proschida, die erste Silbe betont und zugleich kurz ausgesprochen), zeigt sich die Insel vom Außendeck der Fähre wie folgt. Nicht das Aussteigen vergessen, denn die Fähre hält nur kurz:



    Doch der Fährhafen ist nicht die schönste Seite der Insel, ein aus dem Meer auftauchender Bergzug. Über kleine, steile und enge Gassen geht es hoch zur Piazza Dei Martiri, die auf halber Höhe zwischen dem Hafen und dem Palazzo D’Avalos liegt, in dem einst die Familie Avalos, die über mehrere Generationen die Gouverneure von Procida stellte, residierte. Später wurde er zu einem Gefängnis. Das Foto zeigt ihn rechts der Kirche auf einer Landzunge:



    Auf dem Weg an der Kirche vorbei wandert man zu diesem Palazzo hoch und hat dabei von verschiedenen Stellen aus einen großartigen Panoramablick nach unten auf den Fischerhafen Corricella von Procida (der Fährhafen liegt auf dem Foto nicht sichtbar auf der anderen Seite der Landzunge):



    Auf dem Rückweg vom Palazzo sollte man nicht gleich zum Fährhafen zurück, sondern von der Piazza Dei Martiri aus zunächst zum Fischerhafen hinuntergehen, wo es auch mehrere Restaurants gibt. Hinten sieht man wieder den Palazzo D’Avalos. Hier unten am Fischerhafen wurden Szenen eines Films über Pablo Neruda und seine Zeit im Exil auf Ischia gedreht, da Procida nach Meinung des Regisseurs noch mehr “italienisches Flair” als Ischia besitzt:



    Und mit diesem Foto vom Fischerhafen Corricella beende ich diese kleine Exkursion auf die Insel Procida im Golf von Neapel, wünsche dir eine schöne Reise und allen hier einen schönen Tag.


    Jürgen

    Ein herzlich-österliches moin tosamen —


    auch an meine Vor-Schreiber und alle anderen in diesem Forum, und dann auch noch ein österlicher Gruß von uns. Mit einer kleinen Verspätung zu Ostern (dieses neumodische an Ostern, was sich mittlerweile eingebürgert hat, geht mir irgendwie gegen den Strich) hier dann noch ein paar Ostereier von uns, gefärbt ganz ohne Chemie. Die braune Grundfarbe = Zwiebelschalensud, die grüne Spinat, die gelbe Kurkuma und die blau-graue Blaubeersaft. Was die Muster auf den Eiern betrifft, wurden Pflanzenblätter auf die Eier gelegt, und diese dann in einen alten Nylonsocken gebunden, ehe sie in das kochende Bad gelegt wurden.


    Tschüss für heute, alles Gute euch allen, und vielen Dank an Michael, der dieses schöne Forum jenseits des globalen Universums von Facebook, Instergram, Twitter & Co, mit dem ich mich so gar nicht anfreunden kann, für uns am Leben erhält.


    Jürgen

    Die Heilige Maria mit dem Prügel



    Reist man durch Länder mit katholischer Kultur und Tradition, begegnet man, nicht nur in Kirchen, häufig Marienbilder und Marienstatuen, vorzugsweise sanfte Wesen überwiegend in Blau, mal mit Heiligenschein, mal mit Krone und mal mit beidem. Aber eine solche Maria, wie sie mir vor zwei Wochen in Forio auf der Insel Ischia im Golf von Neapel begegnete, war mit bis dato noch nicht vor die Linse gekommen:



    Die Statue befindet sich über dem Altar der Wallfahrtskirche der Fischer Santa Maria del Soccorso (Heilige Maria, die Retterin) auf einem in die Bucht ragenden Felsen. Die Kirche ist von außen auch sehr eindrucksvoll, war gerade aber voll eingerüstet und mit Planen behängt, so dass ich nur Innenfotos habe.


    In dieser Kirche hat Maria ihren Heiligenschein und die Krone abgelegt und schwingt mit der ansonsten segnenden Hand einen Prügel, um sich und die sich ihr Anvertrauenden gegen wen und was auch immer zur Wehr zu setzen. Wer weiß, ging mir durch den Kopf, hätte sie diesen Prügel schon vor gut 2000 Jahren an dem Tag, den wir heute Karfreitag nennen, so geschwungen, wäre die Sache womöglich anderes ausgegangen.


    Mit einem schönen Gruß in die Ostertage
    Jürgen

    Moin tosamen —


    Ein Aspekt, der für Urlauber abgesehen von Einreiseformalitäten von großer Bedeutung sein kann, wurde bislang noch gar nicht erwähnt, ich stieß darauf heute Vormittag in einem Bericht einer irischen Zeitung: Mit dem Austritt aus der EU verlieren in Großbritannien und Nordirland die European Health Insurance Cards, zu denen auch die Versicherungskarten der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland gehören, ihre Gültigkeit.


    Wenn man bislang (zum Beispiel nach einem Wanderunfall mit einem gebrochenen Fuß) in eine Klinik des Vereinigten Königreiches kam, reichte es, dort seine deutsche Krankenversicherungskarte einlesen zu lassen. Man musste finanziell nicht in Vorleistung treten und sich finanziell und organisatorisch um nichts aber auch gar nichts mehr kümmern. Natürlich kann und sollte man ohne diesen Schutz eine Reisekrankenversicherung abschließen, sie kostet ja auch nicht die Welt, doch ist das Prozedere im Fall des Falles mit ihr erheblich aufwendiger.


    Tschüss bis demnächst
    Jürgen

    Vielen Dank auch für diesen Buchtipp! Auch das trifft sich für mich richtig gut, weil meine Schwester ein großer Irland-Fan ist (ich war selbst auch vor etlichen Jahren einmal dort) ...


    Hallo Miguelete —


    da hätte ich dann noch ein (in meinen Augen) echtes ‘Kleinod der irischen Reiseliteratur’ zu empfehlen. Im normalen Buchhandel seit Jahrzehnten vergriffen, doch – ich habe gerade einmal nachgeschaut – bei zvab.com für wenig Geld antiquarisch erhältlich:



    Eric Streiff


    Inseln am Saume Europas


    Tagebuchblätter aus Irland
    160 S., geb., Fadenheftung, 12 × 19,5 cm
    Mit den Originalfotos des Autors aus dem Jahr 1932
    Sanssouci Verlag, Zürich 1982
    ISBN 3-7254-0361-9


    Mehr als zwanzig Jahre vor Heinrich Böll kam im Sommer 1932 der junge Schweizer Eric Streiff, soeben zum Doktor der Philosophie promoviert, voller Begeisterung und Erlebnishunger nach Irland, um Material für ein Buch zu sammeln. Die Landschaft und die Menschen in ihrer Lebensart beeindruckten ihn so sehr, dass er länger als geplant blieb und erst im Spätherbst mit zwölf Notizbüchern zurückkehrte. Doch das Buch kam so nie zustande, die Blätter vergilbten und gingen zum großen Teil verloren. Nur die Kapitel über Achill Island und die Araninseln blieben durch Zufall erhalten, die der Autor dann 1982, zu dem Zeitpunkt bereits über 80 Jahre alt, mit authentischen Fotos aus jenen Jahren veröffentlichte.


    Es waren vor allem die Menschen, für die sich der junge Streiff interessierte. Zu ihnen ist er gegangen, hat sich ihre Geschichten und Geschichte angehört, ihnen zugeschaut, sie beobachtet und fotografiert. In seinem fünfzig Jahre später hinzugefügten Nachwort hat er versucht sich Rechenschaft zu geben, was das für ihn nun war, ‘das Wesen der Iren’.


    Alles Gute
    Jürgen

    Einen schönen guten Morgen —


    Nachdem bei den Rätseln mit dem Bahnhof von Westport Heinrich Bölls Irisches Tagebuch zur Sprache kam, bietet es sich an, es hier in der Literaturecke vorzustellen:



    Heinrich Böll


    Irisches Tagebuch


    208 S., geb. in grünem Leinen mit SU
    Mit bislang unveröffentl. Fotos und Dokumenten
    Kiepenheuer & Witsch, März 2007
    ISBN 978-3-462-03797-5


    „Das war einmal wieder ein netter Bursche“, sagte der Taxichauffeur, der uns zum Bahnhof fuhr, „ein reizender Kerl.“ „Wer?“ fragte ich. „Dieser Tag“, sagte er, „war das nicht ein Prachtbürschchen?“ Ich stimmte ihm zu; während ich ihn bezahlte, blickte ich nach oben, die schwarze Front eines Hauses hinauf: eben stellte ein junge Frau einen orangefarbenen Milchtopf auf die Fensterbank hinaus. Sie lächelte mir zu, und ich lächelte zurück.


    Mit diesem Satz endete 1957 Bölls Irisches Tagebuch, in dem er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus Irland festgehalten hat. Es gab und gibt bis heute eine Vielzahl von Ausgaben, die links abgebildete erschien im Jahr 2007 zum 50. Jahrestag des Erscheinens der Erstausgabe und wurde durch bis dahin unveröffentlichte Fotos, Dokumente und einen dreizehn Jahre später verfassten Rückblick erweitert. Alfred Andersch, der seinerzeit über eine Auswanderung nach Irland nachdachte, schrieb nach dem Erscheinen der Erstausgabe: “Dieses kleine Meisterwerk einer durch und durch humanen Schreibweise versetzt seine Leser in ein Land der Armut, der Anarchie, des Katholizismus und des Humors, mit anderen Worten in eine Böllsche Utopie, die sich von gewöhnlichen Wunschträumen aber dadurch unterscheidet, dass sie Wirklichkeit war.”


    Seither ist viel Guinness durch irische Kehlen geflossen und das Land hat sich gewandelt, “doch das Irland des Heinrich Böll, in dem der Schriftsteller seit Mitte der 50-er Jahre immer wieder mit und ohne seine Familie lebte und arbeitete, ist noch nicht ganz verschwunden, es hat nur weitere Zeitschichten angesetzt”, lautet das Resümee eines Essays von Bernd Fischer aus dem Jahr 2009.


    Und damit wünschen ich einen guten Start in den neuen Tag
    Jürgen

    Einen schönen guten Morgen —


    lösen muss ich das Rätsel nun nicht mehr, denn Sabine von den Fernschreibern und Globus haben das bereits glänzend erledigt, Sabine, indem sie meine Tipps klug zusammenführte und Globus, der den Bahnhof von Westport gar aus eigener Anschauung kannte.


    Auf diesem Bahnhof also stieg an einem Sonntagnachmittag im Mai 1955 Heinrich Böll mit seiner Frau Annemarie, drei Kindern und einer Bekannten der Familie aus dem Zug, auf Kredit der irischen Eisenbahn, denn nach ihrer Ankunft mit der Fähre in Dublin war es ihnen nicht gelungen, deutsches Geld gegen irisches einzutauschen. Beschrieben ist das in Bölls 1957 erschienen Irischen Tagebuch, das nun als ‘Preisgewinn’ für das Lösen des Rätsels in einer ‘historischen’ Ausgabe aus dem Jahr 1959 an Sabine geht.


    Von Westport aus fuhr die Familie Böll mit dem Bus nach Achill Island. Wäre Böll zwanzig Jahre früher angereist, hätte er auch mit der Bahn weiterfahren können, den bis 1937 führte die Bahnlinie weiter bis an den Achill Sound. Das Foto unten zeigt die Ausfahrt in diese Richtung, die Schienen enden kurz hinter der Kurve:



    Einige hundert Meter hinter dieser Ausfahrt findet sich noch ein Viadukt, über das die Verlängerung der Strecke seinerzeit ging. Die Trasse existiert noch, über sie führt heute ein vor einigen Jahren eingerichteter kombinierte Rad- und Wanderweg von Westport nach Achill Island. Man kann sich in Westport Fahrräder leihen, um mit ihnen auf den historischen Spuren der irischen Eisenbahn nach Achill zu radeln, und sie dort dann wieder abgeben:



    Und nun brauche ich von der Gewinnerin noch eine Versandanschrift für das Irische Tagebuch, als private Nachricht via Forum oder über das Kontaktformular auf einer meiner in der Fußzeile angegebenen Websites, und wünsche allen einen guten Start in die Woche.


    Jürgen

    Moin tosamen —


    ich mache dann mal weiter mit einem neuen Bahnhofsrätsel, dieses Mal mit einem recht kleinen Bahnhof, der heute der Endpunkt einer Eisenbahnlinie ist. Den Namen der Station auf dem oberen Bild habe ich entfernt, doch könnte, wenn man genau hinschaut, ein kleines, durch die Verkleinerung des Fotos allerdings etwas unscharf gewordenes Detail auf dem unteren Bild in Zusammenarbeit mit Mother Google bei einer groben regionalen Zuordnung helfen:




    Da es sich nicht um einen der großen Bahnhöfe der Welt handelt, ist das Rätsel vermutlich recht schwer, und daher gebe ich einen weiteren Tipp: Der Bahnhof taucht in einem Werk eines Literatur-Nobelpreisträgers auf. Und da ich zufällig eine ältere Ausgabe dieses Buches in meiner ‘Verschenkkiste’ habe, möchte ich dieses (falls Interesse daran besteht) als ‘Gewinn’ für die- oder denjenigen aussetzen, die oder der als Erste bzw. Erster die richtige Lösung bringt.


    Damit ziehe ich mich nun für ein paar Tage von diesem Rätsel zurück. Anfang nächster Woche werde ich dann entweder dem ‘Gewinner’ gratulieren oder, falls nötig, einen weiteren Tipp geben.


    Womit ich allen ein schönes Wochenende wünsche
    Jürgen

    Landschaft, Literatur & Poesie


    April 2019



    Nach zwei Wochen Urlaub vom Internet melde ich mich hier im Forum mit dem Kalenderblatt für den Monat April zurück. Das Foto nahm ich im September 2016 auf der Hallig Hooge im nordfriesischen Wattenmeer auf. Bei dem Text handelt es sich um zwei Strophen eines Liedes des in Bremen lebenden niederdeutschen Songpoeten Helmut Debus aus dem Jahr 1981, die ich hier mal, wenn gleich nur inhaltlich und ohne Reim und Poesie, ins Hochdeutsche übersetze:


    Traum von einer Insel


    Ich träum’ von einem Eiland im Meer,
    das treibt unterm Wind, wild und frei.
    Da bau ich das Haus aus Strohwerk und Grün —
    Du bist bei mir, Liebste, da könnten wir sein.


    Hier will ich mit dir überleben,
    weitergeh’n, nicht mehr so bleiben.
    Hier werden wir so, wie wir noch nicht sind —
    Er weht vorbei, Liebste, der kalte Wind.


    Und damit wünsche ich leicht verspätet allen hier einen guten Start in den Monat April
    Jürgen

    Moin tosamen —


    ich kann natürlich nur für mich sprechen, doch hat mich die Umstellung bislang weder gestört noch ‘leiden lassen’.


    Warum ich nun, wenn sie denn schon abgeschafft wird, für die jetztige Sommerzeit als Standardzeit bin, ist simpel: Ich halte mich gerne im Freien auf, bin inzwischen zwar offiziell aus dem Berufsleben raus, freue mich aber nachmittags und abends weiterhin über jede helle Stunde. Nicht nur, um körperlich aktiv zu sein. Wenn das Abendessen vorbereitet wird, schäle und schnibbel ich den ganzen Kram mit Vorliebe von Vögeln umzwitschert auf dem Balkon (in Dortmund) oder in Tönning draußen vor der Tür auf der Terrasse; wenn ich ein Buch lesen oder auch einen Brief schreiben will, ziehe ich mir eher einen warmen Pullover an und setze mich dazu ins Gärtchen, als in der Wohnung in einen Sessel.


    Und je länger es abends hell ist, desto länger ist das abends möglich. Davon abgesehen ist es doch so, dass sich gesellschaftlich Vieles zeitlich nach hinten verschoben hat. Als ich ein Kind war, machten grundsätzlich alle Läden um neun Uhr am Vormittag offen. Gehe ich heute nach Dortmund in die Stadt, hat um 9 Uhr noch kein einziger Laden geöffnet. Viele öffnen gegen halb zehn, manche inzwischen sogar erst um zehn. Und Menschen, die später anfangen zu arbeiten, werden dann — nehme ich mal an — am Tag auch später zu arbeiten aufhören und sich über eine Stunde mehr Helligkeit am Abend auch freuen.


    Soweit mein Senf zu diesem Thema
    Tschüss denn und alles Gute
    Jürgen

    Moin tosamen —


    ich bin mir etwas unsicher, ob es bei diesem Thema "Was ich aus dem Ausland kenne, und auch für Deutschland wünsche" nur um den Verkehr gehen soll, denn ich habe da noch etwas anderes. Was ich mir auch für Deutschland wünsche ist das Bestell-System in britischen und irischen Pubs: Man geht zur Theke, holt sich sein Guinness und bezahlt es auch gleich, und kann dann mit seinen Freunden beliebig lange mit den Getränk in einer Ecke hocken, ohne dass, wenn es langsam zur Neige geht, eine Kellnerin stört und fragt, ob man ein neues haben möchte. Und wenn man dann gehen will, geht man, ohne sich noch um das Bezahlen kümmern zu müssen.


    Mit einem schönen Gruß in den Tag
    Jürgen

    Vielen Dank für diese Diskussion, die ich warum auch immer erst jetzt entdeckt habe! ... Umso mehr bedanke ich mich für die schönen Bilder!


    St. Magnus-Kirche Tating


    Ja, dann muss ich mit dem Thema wohl weitermachen. Ich weiß nicht, ob es stimmt, dass es auf der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt die größte Kirchendichte Deutschlands gibt, doch mit 18 Kirchen bei in unseren Tagen 22.400 Bewohnern würde mich das nicht wundern. Glaubt man der Eiderstedter Chronik von 1104 bis 1547, begann die Geschichte dieser Kirchengemeinden mit einem Mord. Demnach hatten im Jahr 1113 die Männer der Familie Boyens in Garding ihren Kirchenherrn Harmen Lütke erschlagen, weil er zu spät zum Gottesdienst kam. Darauf entzog man ihnen das Vorschlagsrecht zur Besetzung der Pfarrstelle, und so bauten sie sechs eigene Kapellen, aus denen sich die heutigen Gemeinden entwickelten. Die älteste von ihnen ist St. Magnus in Tating:



    Im Jahr 1103 zunächst als hölzerne Kapelle errichtet, wurde sie sehr bald durch einen Steinbau ersetzt. Das auf dem Foto sich etwas absetzende romanische Mittelschiff aus dem 12. Jahrhundert ist heute der älteste Teil der Kirche. Den Turm erhielt sie erst 1662.



    Zu den zahlreichen Kunstschätzen, die sie beherbergt, gehört der um 1450 erstellte und im 17. Jahrhundert erweiterte dreiflügelige Altar. Die drei Fotos sind noch ‘ganz frisch’, sie wurden vor vier Wochen aufgenommen — am 18. Februar, sollte es jemand ganz genau wissen wollen.


    Soviel für heute und noch einen schönen Tag
    Jürgen

    Ein Fachhandel für Überflüssiges


    Ich drängel mich noch einmal mit Werbeschildern nach vorne. Vielleicht kennt die eine oder der andere von euch das Buch des Fernsehmoderators Dieter Moor (inzwischen nennt er sich Max Moor) über seinen Umzug aus der Schweiz auf einen Bauernhof in Brandenburg, in dem er unter anderem über einen Dorfladen berichtet, der über der Tür mit Wir haben alles was Sie brauchen, und was wir nicht haben, brauchen Sie auch nicht auf sich aufmerksam macht. Ein Foto von dieser Tafel habe ich leider nicht, aber es geht auch umgekehrt:



    Läden, Kaufhäuser und Online-Shops, die alles haben, was man braucht, gibt es schon genug, dachte sich ein findiger Husumer, was aber fehlt ist ein echter Fachhandel für Überflüssiges — und gründete einen in einem Hinterhof an der Hohlen Gasse. Mischmasch nennt sich der Laden. Anlässlich des am 26. Januar begangenem Tag der Handschrift, in finnischen Schulen z.B. gilt die Handschrift inzwischen als überflüssig und wird weder unterrichtet noch verlangt, schloss er sich der Kampagne zur Rettung dieses nach Ansicht von manchen Bildungsexperten überflüssigen Kulturgutes an. Klar, dass er das Material dazu feilbietet.


    Mit einem schönen Gruß
    Jürgen

    Moin tosamen —


    da gratuliere ich meinen Vor-Schreibern, denn die Lösung ist richtig, wobei ich die Bezeichnung ‘Estação do Oriente’ noch nicht einmal kannte und ihn nur als ‘Expo-Bahnhof’ in Erinnerung hatte. So lernt man halt dazu! Ich habe jetzt gerade einmal in meinen Reisenotizen von damals geblättert und unter dem 28. Februar 2000 folgendes gefunden:



    Lissabon, 28. Februar 2000


    Unsere erste 3-Tages-Karte für die Tram ist abgefahren, also fahren wir heute mit der Eisenbahn. Zum Expo-Gelände. Mien Deern weiß, welcher der drei Kopfbahnhöfe Lissabons für die Strecke nach dort zuständig ist: der Bahnhof Santa Apolónia. Es gelingt ihr herauszufinden, von welchem Bahnsteig wann ein Zug fährt und zwei Rückfahrkarten zu erstehen. Zum Gesamtpreis von, man mag es kaum glauben, umgerechnet gerade einmal DM 5,60.


    Der Expo-Bahnhof, in Reiseführern auch als ‘neuer Hauptbahnhof’ bezeichnet, ist ein futuristischer Palmengarten aus Glas und Stahl. Dass er jemals ein echter Hauptbahnhof wird, vermag man jedoch kaum zu glauben; dazu liegt er zu weit ab vom Zentrum. Auf dem Bahnhof, von dem wir gestartet sind, war wesentlich mehr Leben als auf diesem hier, der kaum genutzt zu werden scheint. Und in dem riesigen überdachten Einkaufszentrum ihm gegenüber scheinen wir abgesehen von Verkäufern die einzigen Menschen zu sein.


    Das Expogelände selbst wirkt ein bisschen wie ein großer, moderner — wenngleich weitgehend menschenleerer — Universitätscampus, vielleicht abgesehen von der Seilbahn, die am Ufer des Tejo entlang über das Gelände führt. Doch uns interessiert vor allem das Ozeaneum, das zweitgrößte der Welt, haben wir gelernt. Beeindruckend über mein sonstiges Lästern erhaben, aber dennoch: wenn dieses das zweitgrößte der Welt ist, besitzt Tönning wohl das drittgrößte …


    Ich denke das reicht als Ausschnitt aus meinem alten Reisetagebuch, alles andere hat nichts mehr mit dem Bahnhof und seinem Umfeld zu tun. Vielleicht ist dort, wo nun fast zwanzig Jahr vergangen sind, heute mehr los und es tobt das Leben. Ich wünsche allen einen schönen Start in die neue Woche.


    Jürgen

    .. aber ich wollte andere Teilnehmer nicht blockieren auch hier Bahnhöfe zu posten. ^^ Mir gefällt jedenfalls dieses Thema und möchte es ein wenig beleben. Vielleicht finden sich noch einige Bahnfreunde ?( ...


    Moin Globus —


    ja, dann greife ich deine Anregung doch gleich einmal auf und präsentiere hiermit zwei Fotos eines futuristischen Bahnhofs:



    Futuristisch? Nun denn, heute ist diese Zeit fast schon ‘graue Vergangenheit’, und damals war mein Bart noch nicht so grau, wie er es heute ist. Die Fotos wurden am 28. Februar des Jahres 2000 mit einer Olympus OM4 Ti auf Kodak E100 S Diafilm aufgenommen. Um welchen Bahnhof handelt es sich wohl?


    Einen schönen Gruß
    Jürgen

    Werbetafeln in Südengland


    Moin tosamen — In der Abteilung Interessantes, Amüsantes und Kurioses am Wegesrand hier nun ein paar Werbe- und Warnhinweise, die mir im März 2015 im Süden Englands vor die Kamera gekommen sind:



    Ganz links eine Tafel vor dem Pub The Rose im Städtchen Deal, in der Mitte die Werbung an einem Restaurant im Dorf Sandwich, welches für sich reklamiert, dass von seinen Räumlichkeiten aus das vom Earl of Sandwich erfundene Sandwich seinen Siegeszug in die Welt gemacht haben soll, und ganz rechts die Warnung am Eingang eines Hauses in Rye.


    Mit einem schönen Gruß
    Jürgen