Beiträge von Schimmelrieder

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    Landschaft, Literatur & Poesie

    Juni 2021




    Ein neues Kalenderblatt mit ein paar Zeilen aus einem Lied von Hannes Wader aus dem Jahr 1985, mit dem er, wie er bei einem Auftritt erzählte, die Stimmung aus der Erzählung Dshamilja des kirgisischen Dichters Tschingis Aitmatow wiedergeben wollte, die der französische Dichter Louis Aragon ‘die schönste Liebesgeschichte der Welt’ nannte.


    Was das Foto der Weiden am Fluss betrifft, mag ich nicht ausschließen, das Hannes Wader daselbst schon einmal gestanden hat. Ich entdeckte den verborgenen Winkel im Mai letzten Jahres am Ufer der Eider bei Reimersbude, gar nicht so weit entfernt vom damaligen Wohnsitz des Liedermachers in seiner Windmühle bei Struckum.


    Und damit einen guten Start in den Juni.

    Jürgen

    Das Beste am Norden …



    … sind unsere Schlossbewohner


    Wo heute in Tönning das frühere Kreishaus mit der Nationalparkverwaltung steht, befand sich einst das Schloss mit seinen fünf Türmen. Von 1581 bis 1584 erbaut, wurde es 1735 nach einer Belagerung durch den dänischen König Friedrich V. abgerissen, doch sagt man, dass an dem Ort, an dem es stand, alle sieben Jahre drei Jungfrauen erscheinen und das Schloss nach ihrer Erlösung in alter Pracht auferstehen wird. Bis dahin muss man sich mit dem Modell im Schlossgraben zufrieden geben – doch das Teichhuhn, das es in diesem Frühjahr besetzt hat, zeigt sich auch mit der Miniaturausgabe zufrieden.


    Mit einem schönen Gruß aus der Stadt an der Eidermündung

    Jürgen

    Das Haus in der Husumer Wasserreihe und Theodor Storm




    Nach dem Tod seiner ersten Frau Constanze heiratete Theodor Storm die 38-jährige Dorothea Jensen, die er bereits kurz nach seiner ersten Hochzeit kennen gelernt hatte, und zog mit ihr in Hafennähe in das Haus Wasserreihe 31. Nichts ist in diesem Haus, in dem der Dichter und Landvogt von 1866 bis 1880 wohnte, mit Kordeln abgesperrt. Schilder ‘Berühren verboten’ sucht man vergeblich und ältere Leute, so wurden wir informiert, dürfen sich auch schon einmal auf einen der Stühle setzen, auf denen schon Storm gesessen hat. Wir fühlten uns allerdings nicht angesprochen.


    Im ersten Stock kommt man in die Hauptwohnstube, die heute wieder original möbliert ist. Hier stehen das alte Tafelklavier — Storm war auch ein guter Sänger — und der Sessel, aus dem heraus er die neugeschriebenen Kapitel der Familie vorlas, insgeheim die Mienen seiner Zuhörer beobachtend. Wirkten sie gelangweilt, so wurde das Kapitel gestrichen.


    Dann rief vielleicht die Pflicht und der Landvogt zog sich in sein 20 Quadratmeter großes Arbeitszimmer im Erdgeschoss zurück, von wo aus er das heutige Nordfriesland einschließlich der Insel Sylt verwaltete. Die Akten hatten in einem Schrank Platz, es musste nicht alles schriftlich begründet werden. Ein Mord im Hinterland? Der Landvogt muss ihn aufklären, verbindet das Ganze mit einem Familienausflug — und wer weiß, am Ende springt vielleicht eine feine Novelle dabei heraus.


    Im früheren Elternschlafzimmer steht heute der Schreibtisch, den er zu seinem siebzigsten und letzten Geburtstag bekam und an dem er den Schimmelreiter vollendete. Da lebte er in Hademarschen. Vier Säulen in Form einer Eule tragen das Oberteil, geschnitzt von einem 15-jährigen Lehrling aus einer Kieler Werkstatt. Emil Hansen hieß der junge Mann, der sich dann später Emil Nolde nannte.


    Im Obergeschoss dann das ‘Poetenstübchen’, das original aus der Stormzeit erhalten ist und in dem mehr als zwanzig seiner Novellen entstanden. Steht man in diesem Zimmer mit seinen dunkelroten Wänden, dunklem Deckengebälk und dunklem Mobiliar, in das nur wenig Licht durch das kleine Fenster fällt, versteht man, warum Storms Geschichten oft etwas düster-melancholisch sind. Er hatte sich dieses Arbeitszimmer ‘selbst gedichtet’, als er die untere Etage aus Geldmangel vermieten musste. Die schwarze Holzdecke hatte er sich zu seinem 60sten geleistet, als er, wie er in einem Brief vermerkte, “als ein bis dato armer Mann endlich die Früchte seiner schriftstellerischen Arbeit zu ernten begann”. Denn nach Gründung des norddeutschen Bundes hatte die preußische Obrigkeit im Rahmen einer Verwaltungsreform die Husumer Landvogtei aufgehoben und ihn bei verminderten Bezügen zum Amtsrichter degradiert. Mit den Mieteinnahmen reichte es aber noch für zwei Dienstmädchen.


    Und damit wünsche ich allen ein schönes Wochenende — und unserem Admin Michael nach seinem Unfall eine gute Genesung :thumbup:!
    Jürgen

    Landschaft, Literatur & Poesie

    Mai 2021




    Mit einem neuen Kalenderblatt und einem Gedicht von John Edward Masefield (1878 – 1967) aus dem Jahr 1902 geht es in den Monat Mai. Kurz vor seinem 13. Geburtstag floh der für seine realistische bis mystische Lyrik bekannte Sohn eines Rechtsanwalts aus einem traditionsreichen englischen Internat und heuerte kurz darauf auf dem Schulschiff HMS Conway der Royal Navy an, wo er als Junior Officer ausgebildet wurde. Anschließend fuhr er bis zu seinem 21. Lebensjahr auf Passagierschiffen über den Atlantik, ehe er 1897 wegen einer Krankheit nach England zurückkehren musste und mit seiner literarischen Tätigkeit begann.


    Das Foto entstand 2018 auf der Renvyle-Halbinsel an der irischen Westküste vor dem Eingang zum Killary Fjord, und mit diesem Foto wünsche ich allen einen guten Start in den Monat Mai.


    Jürgen

    Moin tosamen —


    Nun ist aus wohlbekannten Gründen schon zum zweiten Mal in Folge das große Krokusblütenfest am Schloss vor Husum ausgefallen, und wenn ich auch ansonsten die meisten der von der Obrigkeit verordneten Regeln zur Eindämmung der Epidemie akzeptiere, bin ich doch ganz froh, dass sich die Krokusse in diesem Jahr nicht an das Versammlungsverbot gehalten haben:





    Die in der vergangenen Woche aufgenommen Fotos wurden allerdings, wie vielleicht der eine oder andere bemerkt haben mag, nicht vor dem Husumer Schloss aufgenommen, sondern siebzehn Kilometer weiter südlich im Schlossgarten von Tönning.


    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Landschaft, Literatur & Poesie

    April 2021



    Keinen Aprilscherz habe ich zum 1. April auf Lager, sondern das Kalenderblatt für den neuen Monat. Zum Text muss ich nicht viel sagen. Es sind einige Zeilen aus dem Lied Die Moorsoldaten, entstanden 1933 im Konzentrationslager Börgermoor bei Papenburg, ein Klassiker nicht nur der deutschen sondern als The Peat Bog Soldiers auch den angelsächsischen Folkszene. Ich kann mich an keinen Irlandaufenthalt erinnern, in dem ich es nicht im Verlauf einer Folk-Session in einem Pub gehört habe.




    Bei dem vor 27 Jahren entstandenen Foto handelt es ich um den ersten Torfabstich, den ich je vor die Linse bekam, und es ist bis heute meine bestes Foto von einem Torfabstich geblieben. Aufgenommen wurde es unweit des Killary Fjords am Lough Fee im Westen Irlands.


    Und damit wünsche ich allen einen guten und gesunden Start in den neuen Monat.

    Jürgen

    Ja, das war Stade, und die Standorte beim Fotografieren von Bild #408 und #410 liegen vielleicht gerade einmal 100 bis 200 Meter voneinander entfernt. Michael hatte die Lösung mit …


    Das ist aber schade ,…

    bereits verschlüsselt verraten, denn wenn man in seiner Antwort aus dem ‘ch’ ein ’t’ macht ...


    Die Gratulation geht also an Lin, die nun weitermachen darf.


    Allen hier noch einen schönen Abend

    Jürgen

    Hallo Jürgen,

    alles Verstecken und Vertuschen reicht nicht, um Dich zu täuschen :). … So, du bist dran.

    Moin ihr beiden —


    und alle anderen hier, so ein bisschen Schmeichelei tut ja der Seele gut. Ich mache dann mal weiter mit einem anderen Nachtfoto, und wenn ich dabei auch immer an Theodor Storms Gedicht ( es ist eines seiner ganz wenigen plattdeutschen)


    Över de stillen Straaten

    Geiht klar de Klokkenslag;

    God Nacht! Din Hart will slapen,

    Un morgen is ok en Dag


    denke, handelt es sich hier nicht um Husum! Ich habe noch ein paar Nachtfotos mehr aus dieser Stadt, will aber mit dem am wenigsten eindeutigen beginnen. Es wurde von ‘min Deern’ mit ihrem Smartphone aufgenommen; ich habe lediglich die ganz grellen Stellen etwas gedämpft und ein paar extrem dunkle Bereiche leicht aufgehellt, damit in ihnen auch noch Konturen zu erkennen sind.


    Also, um welche Stadt handelt es sich hier?


    Viel Spaß beim Recherchieren

    Jürgen

    Moin tosamen —


    ich mache mal ohne die Verwendung von Spoilern weiter, denn wenn man falsch liegt, ist es so oder so egal, und wenn man richtig liegt, ist das Rätsel so oder so gelöst. Es gibt da eine Stadt, in der ich mehrfach war, und die zumindest ähnliche Ansichten liefert.


    Würde es sich um Dublin handeln, handelte es sich bei dem Park um den St. Stephen’s Green und das Gebäude dahinter könnte das Shelbourne Hotel sein, das wohl bekannteste der Grünen Insel überhaupt. Bei dem Nachtbild würde es sich dann um die sich quer durch sich Stadt ziehende Liffey handeln (der Fluss wurde erst kürzlich in diesem Forum abgebildet :)), und die Kuppel rechts hinten auf dem Nachtbild wäre die Kuppel der Four Courts, wo auch das oberste Gericht des Landes tagt.


    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Gratulation, es stimmt alles, Ilona und Helmut hatten mit Italien recht, und Michael dann die richtige Lösung!


    Der Garten trägt den Namen der immergrünen Myrte, “eine Symphonie in Grün gespielt von einem Ensemble von über 500 seltenen mediterranen und exotischen Pflanzen”, liest man in einem Reiseführer. Und diese Art der Beschreibung hat ihren Grund, denn komponiert wurde der in Forio auf Ischia alles andere als bearbeitungsfreundlich an einem Hang gelegene zwei Hektar große Garten vom englischen Komponisten Sir William Walton mit Hilfe seines Landschaftsarchitekten Russel Page. Und vor allem seiner Frau, will ich noch hinzufügen, denn während er sich seiner Musik hingab, beaufsichtigte Susana die Arbeiten und entwickelte immer wieder neue Ideen, erzählte die 2010 verstorbene Argentinierin in einem Film, den wir uns dort ansahen.


    Und nun ist Michael mal wieder dran!


    Ich wünsche noch einen schönen Abend

    Jürgen

    Hallo Alex —


    und alle anderen hier. Ich vermute mal, dass ich (auch wenn das mit dem ‘Central Square’ nicht hingehauen hat, doch die Stadt stimmte ja immerhin) nun weitermachen darf. Und so begeben wir uns mit dem folgenden Foto auf eine Gartenreise:




    Bei den Gartenliebhabern unter den Forumsteilnehmern ist dieser Garten vielleicht ein Begriff, im letzten der drei Fotos findet sich das Grabmal des Gründers. Sollte die Sache zu schwer sein, habe ich die Gedenktafel dort auch noch in größer.


    Viel Spaß beim Recherchieren

    Jürgen

    Moin tosamen -


    nun denn, dann reagiert der große Bruder Google vielleicht bei allen anders. Ich habe es in die Google-Bildersuche hochgeladen und erhielt als erstes Vergleichsbild:


    Domažlice (CZE) - Central Square :) ,


    der mir in praktisch allen Punkten mit dem Suchbild in Übereinstimmung zu sein scheint. Hier auch der Link, zu dem ich geführt wurde:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…CZE)_-_central_square.jpg

    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Moin Alex —


    ich war zwar noch nie dort, doch mit der Bildersuche eines globalen Konzerns findet man die Stadt dummerweise in Nullkommanix. Doch vielleicht kommt jemand ohne diese aus, und so sage ich erst einmal nix und gebe denen eine Chance, die die Stadt vielleicht wirklich kennen.


    Vielleicht noch ein Tipp an alle, die Bilderrätsel einstellen: Probeweise erst einmal das Bild in die Google-Bildersuche hochladen, und wenn gleich auf den ersten zehn Plätzen die Lösung zu finden ist, einen anderen Ausschnitt suchen.


    Und damit einen Gruß in den neuen Tag

    Jürgen

    Die Kids von heute würden wohl sagen: "Was für ein Cooler Park" ...

    Moin Michael —


    tolle Replik, und natürlich hast du Recht! Es handelt sich um den Coole Park im County Clare. Dem Ladsitz von Lady Gregory, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Förderin für Literatur- und Theaterschaffende hervorgetan hat und sie gerne auf ihrem Landsitz im Westen Irlands um sich versammelte. 15 berühmte Persönlichkeiten haben auf auf dem Baum ihre Initialen hinterlassen, so auch die Literatur-Nobelpreisträger William Butler Yeats und George Bernard Shaw, dessen Initialen (bei der ihm üblichen Bescheidenheit ;)) die größten sind.


    So, und jetzt darfst du weitermachen!

    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Klasztor ist Polnisch, oder? ...


    Huch, vermutlich ja, und das hängt dann damit zusammen, dass ich im Internet auf ein fast identisches Foto einer polnischen Fotografin stieß, die das Motiv so benannt hatte. Wie auch immer, hier nun das nächste Rätsel:




    Durch welchen Park wanderten hier ‘my love and I’, worin dann auch noch ein weiterer verborgener Hinweis steckt. Ich vermute, dass es dieses Mal nicht allzu schwer ist, doch wer weiß?


    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Die Brücke über den Dawros River



    Wir befinden uns im Westen Irlands auf der Renvyle-Halbinsel an der Brücke über den Dawros River. Jeder, der schon einmal im irischen Westen unterwegs war, wird ‘Kylemore Abbey’ kennen, ein Schloss erbaut von dem in der ländlichen Bevölkerung durchaus beliebten und zugleich wohlhabenden britischen Arzt und Politiker Mitchell Henry als Hochzeitsgeschenk für seine Frau.


    Doch Geld macht nicht immer glücklich, wie man am Erbauer von Schloss Kylemore sieht. Zunächst starb seine Frau an einem Fieber, das sie sich auf einer Urlaubsreise in Ägypten zugezogen hatte, und dann wurde am 21. September 1892 diese unweit seines Schlosses befindliche Brücke zum Schauplatz eines tragischen Ereignisses, als seine Tochter Geraldine beim Straucheln ihres Pferdes aus der Kutsche geschleudert und Stunden später tot im Bachbett gefunden wurde.


    Jürgen