Beiträge von Schimmelrieder

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    Busfahren auf Santorini Anno Domini 1987



    Und hier noch ein bisschen ‘Poesie’ zu den Fotos. Im Juni 1987 waren ‘ik un mien Deern’ — eine Woche, nachdem wir geheiratet hatten — für zwei Wochen auf der griechischen Insel Santorin, die damals noch nicht regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wurde. Athinios war der einzige Hafen der Insel, an dem nicht ausgebootet werden musste, eine schmale Straße schlängelt sich in engen Kurven die Felswand hinunter. Wenn abends die Fähre aus Kreta anlegte und ihre rucksachbefrachtete Fracht ausspie, quellte der kleine Platz vor der Mole über von Menschen, Taxis und Mietwagen, bei deren Betrachtung wir eines Abends bei einer Flasche auf der Insel angebauten Weins nach dem Vorbild des jiddischen Liedes von den Zehn Brüdern den Santorini-Inselbus-Song ‘dichtete’ :):


    Der Santorini-Inselbus-Song


    Tsen Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios mit Wein,

    Eins fand die erste Kehre nicht,

    Da sinne es geblieben neun.

    Neun Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios mit Fracht,

    Eins fand die zweite Kehre nicht,

    Da sinne es geblieben acht.


    Doch wir fahr’n mit dem Inselbus,

    Der Fahrer kennt sich aus.

    Mit unserm grünen Inselbus,

    Da komm’n wir gut nach Haus.

    Oj, oj, oj, oj, oj,

    Oj, oj, oj, oj, oj,

    Mit unserm grünen Inselbus,

    Da komm’n wir gut nach Haus.


    Acht Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios, ihr Lieben,

    Eins fand die dritte Kehre nicht,

    Da sinne es geblieben sieben.

    Sieben Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios mit Gepäcks,

    Eins fand die vierte Kehre nicht,

    Da sinne se geblieben sechs.


    Doch wir fahr’n mit dem Inselbus …


    Sechs Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios ohn’ Strümpf’

    Eins fand die fünfte Kehre nicht,

    Da sinne es geblieben fünf.

    Fünf Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios mit Bier,

    Eins fand die sechste Kehre nicht,

    Da sinne es geblieben vier.


    Doch wir fahr’n mit dem Inselbus …


    Vier Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios, good-bye,

    Eins fand die siebte Kehre nicht,

    Da sinne es geblieben drei.

    Drei Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios, o weih!

    Eins fand die acht Kehre nicht,

    Da sinne es geblieben zwei.


    Doch wir fahr’n mit dem Inselbus …


    Zwei Rent-a-Cars sinne es gewesen,

    Fuhren nach Athinios, o Schreck,

    Eins fand die neunte Kehre nicht,

    War von der Straße weg!

    Ein Rent-a-Car ist es gewesen,

    Fuhr nach Athinios, o Graus,

    Es fand die letzte Kehre nicht,

    Da war das Liedl aus.


    Doch wir fahr’n mit dem Inselbus …


    Mag sein, dass die Orthographie hier und dort mit dem ungeklärten Inselwein in Zusammenhang steht, den unser Wirt Kostas (von dessen fünf Gästezimmern in seiner Taverne im Dorf Akrotiri wir eines gebucht hatten) selbst angebaut hatte.


    Und damit einen schönen Gruß ins Wochenende

    Jürgen

    … oder wie der englischer Schriftsteller William Makepeace Thackeray, ein Zeitgenosse von Charles Dickens, im Jahr 1842 in seinem Reisetagebuch notierte:


    Als die Welt aus dem formlosen Chaos entstand, muss dieses Stück übrig geblieben sein — die letzten Spuren des Ur-Chaos.

    In diesen Tagen irgendwo aufgeschnappt:


    “Sage mir, o Herr, warum hast du den Menschen Ohren gegeben, wenn sie doch nicht auf dein Wort hören?” “Weil ich ihnen im Jahr 2020 eine Pandemie auf die Erde schicken werde.” “Und dann werden sie auf dein Wort hören?” “Nein, aber sie werden sie brauchen um die Masken zu befestigen, wenn sie auf Reisen sind.”


    Und damit einen schönen Gruß ins Wochenende

    Jürgen

    ... Der Grund warum ich derzeit öfters Bing verwende ist, weil mich Google immer öfter nervt. ...


    Aus diesem Grund verwende ich schon seit längerer Zeit Startpage als Standard-Suchmaschine:

    Zitat von Wikipedia

    Startpage ist eine Suchmaschine, die die eingegebenen Suchanfragen an die Google-Suchmaschine weiterleitet und dadurch anonymisiert die Suchergebnisse anzeigt. Startpage will damit den Datenschutz ihrer Nutzer gewährleisten. Startpage wird von der niederländischen Startpage B.V. betrieben, die zur Surfboard Holding B.V. gehört.[


    Startpage verzichtet ausdrücklich auf Targeted Advertising. Statt die Nutzerdaten auszuwerten und zu vermarkten, erfolgt die Finanzierung über nicht-personalisierte Werbung


    Da keinerlei Cookies etc. verwendet werden, kommen auch keine nervigen Aufforderungen zur Zustimmung zur Verwendung solcher. Die Suchergebnisse weichen mitunter leicht von denen bei Google ab, auch deshalb, weil bei einer Suche nicht berücksichtigt wird, was derjenige zuvor gesucht hatte, denn das wurde ja nicht festgehalten. Was aber in meinen Augen nur positiv ist.


    Zudem bietet Startpage bei den meisten Suchergebnissen an, die Ergebnisse anonym aufzurufen, so dass derjenige, dessen Seite aufgerufen wird, nicht nachverfolgen kann, woher der Besucher kommt. Damit wird es zum Beispiel möglich, sich die deutschprachigen E-Books des Project Gutenberg herunterzuladen, die aufgrund von rechtlichen Unklarheiten (obwohl es nur Werke sind, deren Copyright abgelaufen ist) für Zugriffe aus Deutschland gesperrt sind.


    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Moin tosamen —


    Venedig ist richtig! Der Fotograf hatte sich im März 2013 mit sien Deern für eine Woche in eine Ferienwohnung im einstigen Arbeiterviertel Cannaregio im Nordwesten von Venedig eingemietet, nur wenige Gehminuten von der Kirche Madonna del Orto entfernt. Vom Anleger Orto(für den ‘Wasserbus’ Vaporetto aus wurde das Foto mit einem 300mm-Teleobjektiv (entspricht 450mm KB) aufgenommen.


    Mit einen schönen Gruß

    Jürgen

    Einen schönen guten Morgen —


    da sich nun schon zwei Tage lang niemand mehr an dem Rätsel versucht hat, fasse ich das Bisherige zusammen:


    Was das Gebirge betrifft gehen Helmut & Ilona sowie Sanitär von den Alpen aus. Das ist richtig. Des weiteren habe ich in einem Beitrag weiter oben geschrieben, dass der Ort, von dem aus die Berge fotografiert wurden, zu den weltweit beliebtesten Touristenzielen gehört.


    Wie würde ich nun vorgehen, wenn ich das Rätsel lösen wollte? Ich würde mir einen Atlas vornehmen, im Alpenbereich und drumherum nach weltweit beliebten Touristenzielen suchen und versuchen abzuschätzen, von welchem aus das Foto wohl geschossen wurde.


    Tschüüs denn und viel Erfolg

    Jürgen

    Einen schönen guten Abend —


    ich finde es ganz toll, dass sich nun bereits drei Leute Gedanken gemacht haben. Michaels Beitrag hat mich ganz besonders zum Schmunzeln gebracht, herrlich! Norwegen hätte man sich vom Motiv her durchaus vorstellen können, schließlich waren wir schon dort, wie Freerunner weiß. Helmut und Ilona liegen mit ihrem Vorschlag näher dran, aber auch daneben. Daher allen fürs Spekulieren einen :thumbup:unter ihren Beitrag!


    Wir hatten uns in dem Ort, von dem aus das Foto gemacht wurde, im März 2013 für eine Woche eine Ferienwohnung gemietet. Zu dieser Jahreszeit hielt sich der Tourismus dort noch in Grenzen. In den Nächten gab es sogar leichten Bodenfrost, auch wenn wir uns vorgestellt hatten, dergleichen sei dort unbekannt. Nur wenig später im Jahr gehört dieser Ort (ich habe in keinen Statistiken gewühlt, es ist nur so ein ‘Bauchgefühl’) jedoch zu den weltweit zehn beliebtesten Touristenzielen.


    Und damit wünsche ich allen eine gute Nacht.

    Jürgen

    Einen schönen guten Morgen —


    und heute habe ich einmal ein ‘Rätsel anders herum’. Denn ich frage nicht, was hier abgebildet ist, sondern:


    Wo stand der Fotograf?




    Wobei ich noch verrate, dass er auf festem Boden stand, sich also an Land und nicht etwa auf einem Schiff befand.


    Viel Spaß beim Raten

    Jürgen

    Landschaft, Literatur & Poesie

    September 2020



    Mit dem Oktober leite ich nun mit einem neuen Kalenderblatt den Herbst ein. Bei dem Text handelt es sich um die vierte und fünfte Strophe des Gedichtes Herbst von Theodor Storm, erschienen im Jahr 1848 in ‘Biernatzkis Volksbuch’. Das Foto entstand im Herbst 2017 an der Elbe im Kreis Stendal zwischen Tangermünde und dem Dorf Buch.


    Mit einem schönen Gruß in den neuen Monat

    Jürgen

    Und hier ist dann die passende Poesie dazu:


    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Einen schönen guten Morgen —


    und die Gratulation geht zu früher Morgenstunde an Michael, der das Rätsel im zweiten Anlauf (daher ziehe ich zwei Punkte ab und es gibt nur 98 von 100 :)) gelöst hat. Es handelte sich um den ehemaligen Bahnhof von Lippramsdorf im südlichen Münsterland an der einstigen Bahnlinie von Haltern nach Wesel. 1901 ging er in Betrieb, und 1962 hielt hier der letzte Personenzug. Bis in die 1980er Jahre verkehrte auf einem Teilabschnitt am Bahnhof vorbei noch einmal ein Tag ein Güterzug zu einem Bergwerk am Südrand der Hard:




    Zu Beginn der 1990er Jahre wurden die Schienen schließlich abgebaut; hier noch als Reminiszenz ein Foto des Gleises vor der Einfahrt zum Bahnhof im Abendlicht:




    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Uff, ich muss passen.

    Moin tosamen —


    nun denn, mit dem Verweis auf Michaels Stellplatz habe ich ja verraten, dass es sich um einen ehemaligen Bahnhof im Münsterland handelt. Und er wurde, soviel verrate ich jetzt auch noch, vor nicht gar so langer Zeit in diesem Forum (am Rande) erwähnt. Daher dachte ich mir, man könnte vielleicht ihn kommen — selbst wenn man ihn nie gesehen hat. So schrecklich viele ehemalige Bahnhöfe aus dem Münsterland wurden hier ja nocht nicht genannt.


    Hinter allem stand die Überlegung, in diesem Bahnhofsrätsel nicht nur die großen Bahnhöfe der Welt zu würdigen, sondern auch den kleinen, heute so gut wie vergessenen Dorf- und Kleinstadtbahnhöfen ihr kleines Denkmal zu setzen, die auch das ihre zur Mobilität der Menschen beigetragen haben.


    So viel für jetzt,

    Jürgen

    Einen schönen guten Morgen —


    Bahnhof raten ist dieses Thema überschrieben, doch ich denke, es geht hier nicht allein ums Raten, sondern auch darum, Bahnhöfe kennen zu lernen — vielleicht auch solche, die in ihrem Bestreben, Dividenden für die Aktionäre auszuschütten, dem Rationalisierungswahn der Deutschen Bahn zum Opfer gefallen sind. Zu den letzten gehören insbesondere die Kleinstadt- und Dorfbahnhöfe, und so stelle ich heute einen vor, von dem ich nicht einmal mehr weiß, ob das Gebäude noch existiert. Vielleicht aber lässt sich der Ort mit ein paar Tipps und etwas Spürsinn dennoch erraten. Hier zwei Fotos, aufgenommen vor fast vier Jahrzehnten:





    Wir befinden uns in der Region, in der Michael seinen Stellplatz hat, wenngleich etwas weiter weg von seiner Haustür. Personenzüge hielten hier schon damals nicht mehr, und so reiste der Fotograf, der noch keinen Führerschein besaß, mit dem Fahrrad an. Die Schienen gab es noch, und einmal am Tag kam ein Güterzug vorbei. Und wenn der ratelustige Betrachter der Bilder jetzt in anderen artverwandten Themen dieses Forums nachforscht, an denen sich der Fotograf in den letzten Monaten beteiligte, kommt er mit Hilfe dieser Tipps vielleicht darauf, wo er damals stand.


    Mit einem schönen Gruß in den Tag

    Jürgen

    Huw Lewis-Jones (Hg.)

    Das Buch des Meeres


    Tage- und Skizzenbücher

    großer Seefahrer




    Eine Zeit, in der man auch ‘für Geld und gute Worte’ nicht in alle Ecken dieser Welt reisen kann, mag auch eine Zeit für Zeitreisen sein. In seinem Buch des Meeres zeigt Huw Lewis-Jones, ein britischer Historiker, Herausgeber und Kurator am Scott Polar Research Institute der Universität Cambridge, Ausschnitte aus Briefen, Tage- und Skizzenbüchern großer Seefahrer aus sechs Jahrhunderten, wobei die Ausschnitte beweisen, dass viele von ihnen auch mit Feder und Zeichenstift gut umzugehen wussten:


    Huw Lewis-Jones

    Das Buch des Meeres

    300 Seiten, Halbleinen, Fadenheftung

    Dumont Verlag, Köln 2020

    ISBN 973-3-8321-9975-3


    Blättert man durch die Seiten, so ist man froh, dass Seefahrer wie Vasco da Gama und Sir Francis Drake noch kein Tabletcomputer und keine Kamera an Bord hatten, um ihre Eindrücke festzuhalten. Ihre ganz persönliche Sicht der Dinge, die wohl nur in handschriftlichen Aufzeichnungen, Skizzen, Bildern und Zeichnungen zum Ausdruck kommen kann, wäre dann wohl verloren gegangen.


    Jürgen

    Hmm, ein tolle Idee, aber in Zeiten von Google & Co ist es sehr leicht, solche Zitate zuzuordnen. Ich maße mir daher nicht an, meinen Google-Treffer, der sicher 100% korrekt ist, hier als Lösung anzubieten. …

    Hallo Volker —


    ja, so verdirbt einem Google schöne literarische Reiserätsel. So wollte ich gerade mal einschätzen lassen, wann wohl die folgende Beschreibung zu Papier gebracht wurde:


    “Wie sehr die Menschen, die sich zu Hunderttausenden auf einem kleinen Erdenfleck angesammelt hatten, diese Erde, auf der sie sich drängten, zu verunstalten versuchten, wie sehr sie sie mit Steinen zupflasterten, damit nichts mehr auf ihr gedeihen konnte, wie sehr sie noch jedes Kräutchen, das da keimte, wegrupften, wie sehr sie alles mit Steinkohle und Petroleum verqualmten, wie sehr sie die Bäume stutzten und Tiere und Vögel samt und sonders verjagten — der Frühling war Frühling, selbst in der Stadt.”


    Würde man, wenn man das Buch nicht gelesen hat, auch ohne Google schnell auf die Idee kommen, dass hier St. Petersburg im Jahr 1898 beschrieben wurde? Bei dem Text handelt es sich um den ersten Satz aus Lew Tolstois Roman Auferstehung, doch als ich den Satz bei Google eingab, war gleich das erste Ergebnis ein Treffer.


    Allen hier einen schönen Tag

    Jürgen

    Einen schönen guten Abend —


    Ich weiß nicht, ob es allen — so wie oben offenischtlich Volker — gelungen ist, den Autor des Eingangszitates zu ermitteln, und daher folgt hier die Auflösung: Es handelte sich um die ersten Zeilen aus dem Reisebericht Meine Reise mit Charley – Auf der Suche nach Amerika von John Steinbeck, der 1962 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Die Erstausgabe in Buchform erschien 1962 unter dem Titel Travels with Charley. Und so kam es zu dem Buch:


    Jahrelang, verrät der Autor auf einer der ersten Seiten, sei er durch viele Länder der Welt gereist, bis ihm im Alter von 58 Jahren klar geworden sei, dass er sein eigenes Heimatland nicht kannte. “Aber nicht nur das”, fuhr er fort, “ich hatte das Land seit 25 Jahren nicht mehr bewusst erlebt. Kurz, ich schrieb über etwas, das ich nicht kannte, und halte dies bei einem sogenannten Schriftsteller für ein Verbrechen. Meine Erinnerungen waren von 25 verstrichenen Jahren entstellt.”


    Und so ließ er sich auf der Basis eines Pick-up ein Wohnmobil bauen und startete im Herbst 1960 mit seinem Freund Charley, einem schon etwas älteren Pudel-Herrn, zu seiner Reise durch Amerika, über die er in dem Buch berichtet.


    Tschüss bis demnächst einmal

    Jürgen

    Landschaft, Literatur & Poesie

    September 2020



    Verflixt noch mal — da habe ich doch zu Monatsbeginn das Kalenderblatt für September vergessen. Hier ist es nun, der Text ist einem Brief des Fürsten Hermann von Pückler Muskau an seine Ex-Frau entnommen. Der fast bankrotte Fürst befand sich 1828 auf einer Reise durch England und Irland, um sich eine reiche, auf einen Adelstitel scharfe Erbin zu angeln, mit deren Geld er seine Gärten weiter finanzieren wollte. Vor der Reise hatte er sich dazu einvernehmlich von seiner Frau (man sagt sogar, es sei ihr Plan gewesen) scheiden lassen, die nach der Hochzeit mit der Erbin in ein Nachbargebäude auf seinem Anwesen ziehen sollte.


    Die Erbin hat er dann wider Erwarten nicht gefunden (einmal war es fast soweit, aber eben nur fast), doch nach der Reise macht er viel Geld mit der Publikation der Briefe, die er fast täglich an seine ‘Ex-Frau’ geschrieben hatte, mit der er nach seiner Rückkehr bis zu ihrem Tod weiter zusammenlebte.


    Das Foto, es zeigt Clifden Castle im County Galway an der irischen Westküste, nahm ich im Juni 2014 auf.


    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

    Einen schönen guten Nachmittag —


    heute habe ich mal eine andere Art von Rätsel: Nicht der Aufnahmeort eines Bildes ist zu erraten, sondern der Autor eines Textes, der — so finde ich — wunderbar in dieses Forum passt, und damit auch zu den Reisebeschränkungen, die das vermaledeite Corona-Virus über die Welt gebracht hat. Der Text stammt, soviel sei verraten, von einem Literatur-Nobelpreisträger:


    „Als ich noch sehr jung war und darauf brannte, anderswo zu sein, versicherten mir reife Menschen, die Reife würde dieses Laster heilen. Als man mich dann den Jahren nach reif nennen konnte, verschrieb man mir das gesetztere Alter. Im gesetzteren Alter hieß es, mit fortschreitendem Alter würde mein Fieber nachlassen, und heute, mit 58 Jahren, bleibt mir nur noch die Aussicht, dass die Senilität endlich das Ihre tut. Bis jetzt hat nichts geholfen. Wenn ich das schrille Pfeifen einer Schiffspfeife höre, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut im Nacken und meine Beine setzen sich in Bewegung. Das Dröhnen eines Düsenflugzeugs, ein warmlaufender Motor und sogar Hufgeklapper weckt in mir das alte Reisefieber; mein Mund wird trocken, der Blick schweift in die Ferne, die Handflächen werden heiß, und der Magen hebt sich in den Brustkasten. Mit anderen Worten: Einmal ein Vagabund, immer ein Vagabund.“


    Ich wünsche viel Spaß beim Recherchieren, und natürlich ist das ‘heute’ in dem Text nicht das ‘heute’ von heute.


    Jürgen