Beiträge von Schimmelrieder

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    Moin tosamen —


    da es in diesem Forum nicht gerade wenige Wohnmobilisten gibt, habe ich aus meiner Bibliothek mal einen ‘klassischen’ Reisebericht aus diesem Bereich herausgesucht, erschienen 1977 im Diogenes Verlag. Beim Verlag ist das Buch natürlich längst vergriffen, doch antiquarisch (z.B. bei zvab.com) problemlos für wenig Geld erhältlich:




    Jürgen Lodemann


    Phantastisches Plastikland und
    Rollendes Familienhaus


    336 Seiten, 12,5×19 cm
    Leinen mit SU, Fadenheftung
    Diogenes Verlag, Zürich 1977
    ISBN 3-257-01557-7


    Es ist eine Famlien-Ferienfahrt zu Viert mit zwei Kindern im Motorhome 12.000 Kilometer durch Amerikas Wilden Westen. Die Fahrt geht von Denver aus über die Rocky Mountains zu den ältesten Indianersiedlungen, den Pueblos der ‘ersten Amerikaner’ in New Mexico und Arizona, durch die Nevada-Wüste, Las Vegas, Los Angeles, San Diego, San Francisco, dann weiter am Pazifik entlang von der mexikanischen zur kanadischen Grenze und von dort von den Gletschern des Mount Olympic über den Yellowstone Nationalpark zurück nach Denver.


    Eine Gebrauchsanweisung für alle die dagewesen sind oder hinwollen, meint der Verlag, und auch, wenn (oder vielleicht gerade, weil?) es sich um einen ‘historischen’ Reisebericht handelt, kann es eine tolle Lektüre für alle sein, die sich nun vierzig Jahre später auf eine solche Reise begeben oder einfach nur gerne alte Reiseberichte lesen.


    Einen schönen Gruß
    Jürgen

    Moin tosamen —


    wie in den vergangenen Jahren habe ich auch für 2019 für Freunde & Bekannte einen Kalender zusammengestellt, in denen ich Fotos von Landschaften und Sehenswürdigkeiten mit kurzen Literaturauszügen, Gedichten und Liedern kombiniert habe. Vielleicht reizt es den einen oder die andere, der oder die gerade die Gegend bereist, an diesen Orten mal vorbeizuschauen. Ich starte mit dem Kalenderbild für Januar:



    Das Foto entstand im Winter 2010/11 an der Eidermündung bei Tönning etwa in Höhe des Wohnmobil-Stellplatzes. Bei dem Text handelt es sich um einen Auszug aus einem Lied des Liedermachers Manuel Knortz, der in den 1980er Jahren mit seinem Freund Kalle Johannsen in Husum das Dragseth Duo gegründet hatte. In dem Lied beschreibt er, wie er als Jugendlicher eines Wintermorgens mit seinem Vater, mit dem er sich lange nichts mehr zu sagen hatte, an den Nordseestrand bei Schobüll ging, sie das Eis auf der Nordsee brechen sahen und dabei auch das große Eis zwischen ihnen brach.


    Euch allen einen schönen Tag
    Jürgen

    Nun, dann mache ich einfach einmal mit Buchvorstellungen weiter und hole das Thema aus der Versenkung nach oben, auch wenn es sich hier um Inseln geht, die nie jemand mit seinem Wohnmobil aufzusuchen vermag. Doch das Träumen gehört ja auch zum Reisen, und die abenteuerlichsten Reisen finden auch heute immer noch im Kopf statt.



    Judith Schalansky

    Atlas der abgelegenen Inseln


    144 Seiten, 19×26,5 cm
    Halbleinen, Fadenheftung, farbiger Buchschnitt
    mareverlag, Hamburg 2009
    ISBN 978-3-86648-117-6


    Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde, nennt Judith Schalansky ihr Buch im Untertitel und entführt den Leser von den Weihnachts- über die Himmelfahrts- und Osterinseln auf 50 entlegene Eilande der Weltmeere. Zu jeder Insel hat sie etwas zu erzählen, Geschichten “wie sie nur die Wirklichkeit sich auszudenken vermag, wenn sie mit wenigen Quadratkilometern im Nirgendwo auskommen muss. Es sind Geschichten von seltenen Tieren und seltsamen Menschen, von gestrandeten Sklaven und einsamen Naturforschern, verirrten Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern [...], die beweisen, dass die abenteuerlichsten Reisen immer noch im Kopf stattfinden: mit dem Finger auf der Landkarte.”


    Das von der 1980 in Greifswald geborenen Autorin gestaltete Buch wurde von der Stiftung Buchkunst als Das schönste Buch 2009 ausgezeichnet und lag ein Jahr nach dem Erscheinen bereits in der 6. Auflage vor.


    Einen schönen Gruß
    Jürgen

    Sorry, ich hatte den Beitrag aus Versehen in eine falsche Kategorie gesetzt und daher hier gelöscht. Ich setze ihn noch einmal neu in die richtige Kategorie.

    St. Laurentiuskirche Tönning


    De Tönninger Torn is hoch und spitz,
    de Husumer Herren hemm de Verstand in der Mütz!

    Nachdem ich im ersten Beitrag zum Thema Nordfriesische Kirchen mit dem obigen Vergleich der Husumer die Tönninger Kirche bereits erwähnt habe, bietet es sich an, sie nun einmal vorzustellen. Die Tönninger St. Laurentiuskirche ist im Kern noch romanisch, hat aber nach mehrfachen Zerstörungen im 17. und 18. Jahrhundert immer wieder Umbauten erfahren:



    Sie wurde nicht nur zu heiligen Zwecken verwendet. Nachdem die Eiderstedter sieben Dithmarscher Frauen geraubt und in der Tönninger Kirche eingesperrt hatten, kamen 1402 die Dithmarscher über den Fluss, befreiten sie aus dem Gotteshaus und brannten die Stadt nieder.



    In der Kirche sieht man auf der linken Seite ein Gemälde des Malers Jürgen Ovens, der 1623 in Tönning geboren wurde. 1640 ging er als Schüler Rembrandts in die Niederlande und kehrte 1651 in seine Heimatstadt zurück, wo er die Tochter eines reichen Ratsherrn heiratete. Über seinem Bild von der Heiligen Familie hängt ein Selbstportrait von ihm und seiner Frau Maria, die man (rechtes Foto) weniger hochgeschlossen auf einem Bild in der Ausstellung der Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte bewundern kann.


    Einen schönen Gruß
    Jürgen

    Frohe Weihnachten und tschüüs für dieses Jahr


    Moin tosamen —


    da ich nun für den Rest des Jahres und die erste Woche des neuen im hohem Norden Deutschlands Urlaub auch vom Internet mache, wünsche ich bis zu meiner Rückkehr im Forum in der ‘Sprache dieses Nordens’ allen Schöne Wiehnachtsdaag un en gode Rutsch rin in dat nie’e Johr:



    Dor kummt een Schipp — is laden
    Bet an sien böverst Boord,
    Brengt Gott sien Söhn vull Gnaaden
    Brengt uns dat ewig Woord.


    Das Foto mit dem Kutter vor der Spitze der Halbinsel Eiderstedt habe ich bei einem Abendspaziergang am Ordinger Strand aufgenommen. Ich denke, den Text darunter muss ich nicht ins Hochdeutsche übersetzen. Es ist eine Strophe aus einem alten und wie ich finde sehr schönem Weihnachtslied, entnommen einem Gesangbuch aus dem Jahr 1609, das viele in seiner hochdeutschen Fassung kennen werden. Und da in dem Lied auch jemand reist, habe ich diese Zeilen als Weihnachtsgruß für das Reiseforum ausgewählt.


    Weil ich nun aber auch ein Faible für Irland habe, gibt es hier für alle, die in diesem Jahr mit ihrem Wohnmobil über Irlands Straßen kurvten, einen weiteren Weihnachtsgruß in der laut Verfassung ersten Sprache des Landes:


    Nollaig shona agus síocháin sa bhliain úr


    oder auf Hochdeutsch Frohe Weihnachten und Frieden im neuen Jahr.
    Jürgen

    Moin tosamen —


    man kennt das ja aus dem Berufs- und sonstigen Leben: wenn man als ‘Neuzugang’ irgendwo in Erscheinung tritt, sollte man vorsichtig sein und nicht neunmalklug mit Verbesserungsvorschlägen oder Wünschen um sich werfen. Und darum bitte ich, das Folgende nur als eine ganz vorsichtige Anregung aufzufassen.


    Was ich hier vermisse ist eine Art Schmöker- oder Bücherecke, in der man Tipps zu Büchern zum Thema Reisen und Land & Leute finden und über solche berichten kann. Ich meine nicht nur aktuelle Reiseführer (diese natürlich auch), sondern zum Beispiel auch Hinweise zu Büchern mit historischen Berichten über Reisen und Länder aus früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten, mit denen ich mich immer gerne auf eine Reise einstimme. Und dann auch Tipps zu Büchern mit Geschichten und Romanen, in denen eine Region besonders präsent ist. Des weiteren hat jede Region ihre speziellen Krimis, die man gerade dann gerne liest, wenn man dort unterwegs ist und die Landschaften und Tatorte mit eigenen Augen sieht. Auch dazu könnten Tipps in einer solchen ‘Bücherecke’ gegeben und gefunden werden.


    Vielleicht habe ich nicht gründlich genug gesucht, doch bislang habe ich so recht keine Abteilung in diesem Forum gefunden, in der man solche Buchtipps sinnvoll und für andere schnell auffindbar unterbringen könnte. Am besten würde das Thema vermutlich unter ‘Treffpunkt’ passen. Wenn man Bücher als eines von vielen Medien sieht, könnte man Buchtipps jetzt mit aller Gewalt in die Schublade ‘Multimedia’ zwängen, doch ist dieser Begriff in der allgemeinen Wahrnehmung wohl anders belegt.


    Dies war dann also meine ‘schüchtern-vorsichtige Anregung’.
    Ich wünsche allen noch einen schönen Abend
    Jürgen

    Nordfriesland und seine Kirchen


    Egal ob motorisiert, mit dem Rad oder per pedes, ob religiös oder nicht religiös: Kirchen ziehen Reisende an. Und so starte ich heute einmal ein neues Thema Nordfriesische Kirchen. Da ich mit den Gepflogenheiten in diesem Forum noch nicht so ganz vertraut bin, bin ich mir etwas unsicher, ob ich es unter Treffpunkt — Natur, Landschaft, Architektur oder hier unter Länder und Städte einbringen sollte, habe mich dann einfach mal für das Letztere entschieden. Gegen eine Verschiebung habe ich natürlich nichts einzuwenden.


    Ich beginne in Husum, der Hauptstadt Nordfrieslands, womit ich gleichzeitig zur jüngsten Kirche aus meinem Fotoarchiv komme. Am 7. Juli 1833 wurde die heutige St. Marienkirche am Husumer Marktplatz geweiht:



    Theodor Storm mochte die 1833 fertiggestellte Nachfolgerin der 1807 wegen Baufälligkeit abgerissenen Ziegelkirche aus dem Jahr 1436 überhaupt nicht, doch die Kosten für deren Sanierung waren der knauserigen Husumer Kaufmannschaft zu hoch gewesen. Das wertvolle Inventar wurde verschleudert, und ein Vierteljahrhundert lang lebte man ohne Stadtkirche, bis 1829 der Neubau in Auftrag gegeben wurde.


    Nicht nur Theodor Storm, auch den meisten anderen Husumern seiner Zeit gefiel das neue Gotteshaus zunächst gar nicht. “Ein gelbes, hässliches Kaninchenhaus mit zwei Reihen viereckiger Fenster und einem Turm wie eine Pfefferbüchse”, nannte Storm die neue Kirche, und der Volksmund spottete über die ‘ach so vernünftigen’ Husumer:


    De Tönninger Torn is hoch un spitz,
    de Husumer Herren hemm de Verstand in der Mütz!


    Hell und licht stellt sich der vom dänischen Architekten Christian Friedrich Hansen im neuklassizistischen Stil entworfene Neubau da, dessen Turm an ein Leuchtfeuer erinnert. In den Jahren 2012 bis 2013 wurde der Innenraum renoviert und erstrahlt seither im neuen Glanz:




    Soviel für heute, im Januar werde ich das Thema mit weiteren Kirchen aus Nordfriesland fortführen. Und natürlich sind alle in diesem Forum eingeladen, in ihren Fotoarchiven gleichfalls nach nordfriesischen Kirchen zu suchen und sie hier vorzustellen.


    Jürgen

    Moin tosamen —


    und sollte es hier Forianer geben, die die Weihnachtstage in einer Ferienwohnung in Nordfriesland oder zum Beispiel auf dem WoMo-Stellplatz von Tönning an der Eider verbringen, habe ich hier ein paar Tipps zu weihnachtlichen Veranstaltungen. Natürlich beginne ich mit dem Weihnachtsereignis im historischen Packhaus am Hafen von Tönning, der von vielen als der schönste der schleswig-holsteinischen Westküste angesehen wird:



    Da kann das Wetter draußen sein, wie es will: am 22., 23. und 29. Dezember findet in ihm von 11 bis 18 Uhr auf zwei Etagen ein Weihnachtsmarkt mit einem Rahmenprogramm für die ganze Familie statt. Falls sich jemand von euch dort am 29. Dezember ein Stück Torte gönnt, ist nicht mit letzter Sicherheit auszuschließen, dass es aus unserem Backofen kommt.


    Sehr viel kleiner hingegen aber gemütlich und familiär ist am 29. Dezember ab 12 Uhr auch der Lütte Weihnachtsmarkt in einem Hinterhof an der Johann-Adolf-Str. 11 gleich neben der Tönninger Kirche. Das Foto vom vergangenen Jahr zeigt hier einen Ausschnitt — da kommt dann auch etwas ‘Bethlehem-im-Stall-Stimmung’ auf:



    Immer wieder schön ist um 17 Uhr am zweiten Weihnachtstag die Lesung mit Geschichten (teils plattdeutsch, teils hochdeutsch) und Musik in der St. Laurentiuskirche am Tönninger Markt. Oder vielleicht lieber um 15.30 Uhr in der Gemeindebücherei von St. Peter-Ording das Küstencrime Weihnachtspecial?


    Für Freunde des Laientheaters führt die Tönner Speeldeel am 27. und 28. Dezember in der Stadthalle von Tönning De Aantenkrieg (der Entenkrieg) auf, eine plattdeutsche Komödie à la Don Camillo & Peppone. Die Aufführung beginnt jeweils um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Die Karten kosten zehn Euro.


    Mit Theodor Storm durch Schleswig-Holstein geht es am 29. Dezember um 19 Uhr im Herrenhaus Hoyerswort bei Oldenswort, Kotzenbüller Chaussee. Eine musikalische Dia-Show mit Matthias Friedemann und K.-M. Irmer. Eintritt: 12 Euro. Die Besichtigung des Hauses lohnt sich auch, wenn man nicht in die Veranstaltung will.


    Oder wie wäre es mit einem Besuch des Weihnachtshauses in Husum, geöffnet täglich von 11 bis 17 Uhr in unmittelbarer Nähe zum Husumer Verlagshaus in der Straße Westerende 46. Im Ambiente eines gründerzeitlichen Kulturdenkmals zeigt es auf drei Etagen eine der umfangreichsten Sammlungen zum Thema Weihnachten vom Biedermeier bis heute. Der kleine historische Laden aus dem Jahr 1890 lädt zum Stöbern, Entdecken und Shoppen ein.


    So leeve Lüd, es gibt mit Sicherheit noch mehr Veranstaltungen, doch diese fielen mir gerade ein.


    Tschüüs denn für heute
    Jürgen

    Sorry, jetzt habe ich als Forums-Neuling noch ein technischens Problem.


    als ich den obigen Beitrag schrieb, waren alle Zeilen des Gedichts mittig. Und nach dem Absenden rutschten dann die mittleren drei Zeilen nach links. Jetzt suche ich verzweifelt einen Knopf "Beitrag bearbeiten" um das zu korrigieren, finden aber keinen.

    Ein Moin am frühen Morgen —


    verstehe ich es als Neuzugang hier richtig, dass bei diesen Bildern des Tages der Administrator ein Bild einstellt und alle anderen raten dürfen, um was es sich handelt? Dann versuche ich es mal mit dem Bild 641, dem bislang vorletzten in diesem Thema:


    Wir waren vor längerer Zeit mal ein paar Tage in Stade und haben von dort aus mit dem Fahrrad das Alte Land erkundet. Zwar würde ich meine Hand dafür nicht ins Feuer legen, aber ich bin mir fast sicher, dass es sich um das dortige Schwedenspeichermuseum am alten Hafen handelt.


    So long
    Jürgen