Dieselfahrverbote in Essen und anderswo

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    • Dieselfahrverbote in Essen und anderswo

      Heute wurde ja mal wieder ein Urteil zum Dieselfahrverbot gefällt und das betrifft nun meine Heimatstadt Essen. Ist schon kurios, wenn man vertraute Autobahnschilder plötzlich auf der Seite der Tagesschau sieht und die Heimatstadt bei Twitter trendet. Grund hierfür ist die Autobahn 40 - die erste Autobahn bundesweit, die mit einem Fahrverbot belegt wird.
      Ich will mal als gebürtiger Essener und Anwohner vielleicht ein wenig Einblick in die Situation hier geben. Nicht jeder von euch kennt sich hier vermutlich aus und manch einer meidet womöglich das Ruhrgebiet, weil es ja "hier nichts zu sehen gibt" und "weil man dort nicht leben kann". Typische Aussagen, die man so hört, wenn man als Ruhri in der Republik unterwegs ist. Aber darum geht es jetzt nicht, es geht um die Verkehrssituation.

      Im Großen und Ganzen erstreckt sich das Ruhrgebiet von West nach Ost über Duisburg, Oberhausen, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum nach Dortmund. Die Städte sind im nördlichen Ruhrgebiet durch die Autobahn 42 miteinander verbunden. Im mittleren Ruhrgebiet verläuft parallel dazu die Autobahn 40. Das sind knappe 60 Kilometer, die man von Duisburg nach Dortmund zurücklegt. Autobahnen in Nord-Süd-Ausdehnung gibt es nur in Duisburg, Bochum und Dortmund.
      In Essen gibt es nur die Autobahn 52, die von Düsseldorf kommend auf die Autobahn 40 stößt. Genau dort, am Autobahndreieck Essen-Ost, wohne ich. Na ja, ein paar hundert Meter entfernt in grüner Lage. Eigentlich wohne ich damit extrem zentral und könnte schnell in Dortmund, Duisburg oder Düsseldorf sein. Wenn, ja wenn da nicht die anderen sechs Millionen Einwohner des Ruhrgebiets wären. Das Autobahndreieck Essen-Ost ist damit eines der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Region. Es liegt mittendrin, nur zwei Kilometer westlich vom Essener Stadtzentrum entfernt.
      Jetzt gibt es folgendes Problem: Diese Autobahn ist in weiten Teilen zweispurig (je Fahrtrichtung). Das ist natürlich für die Anzahl der Fahrzeuge absolut unterdimensioniert. Auf Bochumer Stadtgebiet hat man vor wenigen Jahren ein Teilstück der A40 dreispurig ausbauen können. Auch im Osten von Essen ist die Autobahn dreispurig. Doch mitten in der Essener Innenstadt, nur 50 Meter vom Hauptbahnhof entfernt, ist die Autobahn zweispurig und mündet in einen eineinhalb Kilometer langen Tunnel. Man kann sich also vorstellen, wie der Verkehr von drei- auf zweispurig verläuft. Nur als Beispiel der letzte Montag:
      Ich kam von Nordkirchen, dämlicherweise mitten in der Rushhour. Ich fuhr von Bochum kommend nach Hause. Westlich des A40-Tunnels gab es einen Unfall. Durch diesen Unfall staute sich der Verkehr in den Tunnel hinein. Durch diesen Stau wurde der Feuermelder des Tunnels ausgelöst und der Tunnel automatisch gesperrt. Eine Vollsperrung der wichtigsten Autobahn der Region mitten im Berufsverkehr. Ich stand in Bochum, also eine Stadt weiter deswegen im Stau. So richtig, mit Stehenbleiben und abgestellten Motor. Nervig, aber als Ruhrgebietler ist man so etwas gewohnt. Heute morgen gab es auf dem selben Abschnitt einen 20 km langen Stau von Essen nach Dortmund. Grund war ausgelaufener Diesel eines verunfallten Lkw. Zwei Stunden Stillstand im Ergebnis, aber dieses Mal stand ich nicht drin.

      Westlich des Tunnels befindet sich die Autobahn 40 in einer Art Graben. Rechts und links befinden sich meterhohe Wände. Gleich daneben gibt es Wohnhäuser. Das ist nicht die exklusivste Wohngegend. Und genau um diesen Bereich geht es. Die Autobahn ist eine Stadtautobahn, die man als direkten Nachbar hat. Mancherorts sind die Schlafzimmer- oder Wohnzimmerfenster nur zehn Meter von der Fahrspur entfernt. Einen Standstreifen gibt es hier mangels Platz nicht.
      Da man mal eben 18 der 50 Essener Stadtteile und die Autobahn 40 zur No-Go-Area für Dieselfahrzeuge und ältere Benziner gemacht hat, kann man nur noch mit weiten Umwegen von Dortmund nach Duisburg fahren. Sprich: Wer mit einem älteren Wohnmobil als Dortmunder zum Niederrhein möchte, der hat quasi verloren. Wer als Mülheimer zum Stellplatz nach Nordkirchen will, ebenso. Das Ruhrgebiet wurde für Halter dieser Fahrzeuge jetzt quasi in Ost und West unterteilt.

      So viel erstmal zum heutigen Fahrverbotsurteil. Wollte ich einfach mal erklären.
    • Michael, danke für die Erklärungen. Ich kenne die Strecke auch von einigen Durchfahrten. Ich denke, weniger der Fernverkehr wird unter der Sperrung zu leiden haben, die können sich schon weit vorher darauf einstellen und andere Routen wählen, leiden wird vor allem der lokale Verkehr, Pendler, Lieferanten, Handwerker. Die werden dann horrende Umwege fahren müssen und ich möchte echt nicht wissen, ob das umwelttechnisch nicht problematischer ist, als wenn die Diesel weiter quer durch Essen fahren würden.

      Eine Patentlösung für die Miesere habe ich natürlich auch nicht. Nur ein paar Gedanken:
      - Ich finde, dass VW mit der Mogelei bei den Abgaswerten richtig Sch.... gebaut hat und eigentlich dafür viel härter zur Kasse gebeten werden müsste, als es jetzt in Deutschland passiert. Aber die wedeln nur mit den Arbeitsplätzen und werden von der Politik weitgehend in Ruhe gelassen. Keine Rede von Entschädigungen für betrogene Kunden wie in USA. Da würde ich mir wünschen, dass auch hierzulande hohe Strafen verhängt werden.
      - Was der Bundesverkehrsminister mit Umtauschprämien plant, ist eine Frechheit. Das spielt ja sogar noch mehr Geld in die Kassen der Autohersteller, statt dass sie für Mogelei bestraft werden. Das geht gar nicht!
      - Für mich einzig korrekte Lösung: die Industrie muss Besitzern von Mogeldieseln eine Hardware-Nachrüstung bezahlen, egal wie teuer, so dass das Auto dann die im Kaufvertrag versprochenen Abgasnormen erfüllt. Ich hab nix gegen eine Zuzahlung von ein paar Prozenten durch den Kunden, aber das Gros muss vom Verursacher des Problems kommen.

      Was meint ihr?

      LG
      Volker
      Volker und Corinna, im Dethleffs Trend A 6977
    • Ich frage mich ebenfalls, ob es tatsächlich hilfreich für das Klima ist, wenn man Umwege fahren muss... Eher nicht.
      Und ich bezweifel auch, dass es die Lebensqualität der unmittelbaren Anwohner spürbar verbessert.

      Keine Frage, es muss etwas passieren. Aber was und wann? Pekinger Verhältnisse (oder wie in Delhi) muss es doch wirklich nicht erst geben. Und gerade, weil ich hier erlebe, wie schlimm Smog werden kann, bin ich sehr dafür, dass etwas passiert. Die Fokussierung auf Dieselautos allein und ein paar Fahrverbote an mehr oder weniger klug gewählten Stellen kann es in Wahrheit aber nicht sein.

      Kleiner Exkurs:
      Für mich gehören Fahrverbote (für alle PKWs) zum Alltag. Aber in anderer Form:
      • Peking ist innerhalb des 5. Ringes einmal in der Woche für jedes Fahrzeug gesperrt (Ban-days, geht nach den Kennzeichen: von Montag bis Freitag dürfen je zwei Endziffern nicht fahren). Ausgenommen Elektroautos mit grünem Nummernschild.
      • Bei stärkerem Smog darf jeweils die Hälfte der Autos nicht fahren: ungerade/gerade Endziffern der Kennzeichen -ungerade/gerade Tage.
      Umgegangen wird damit unterschiedlich. Wer es sich leisten kann, hat zwei Autos mit unterschiedlichen Endziffern der Kennzeichen. Wer es sich nicht leisten kann, fährt dann einfach mal ohne Kennzeichen (das sieht man ziemlich oft...). Klüger: Fahrgemeinschaften. Oder Taxi/Didi. Für Leute, die am Stadtrand wohnen und in die Stadt hineinmüssen, ist der ÖPNV nicht wirklich eine Alternative, von uns aus z.B. dauert die Fahrt in die Stadt mit der Metro doppelt so lang, selbst wenn viel Stau ist.
      Blog: ombidombi.de

      Wer Schmetterlinge lachen hört,
      der weiß, wie Wolken schmecken...
    • Hallo Lin und die anderen
      Tja, als ehemaliger Ruri kenne ich die von Michael beschriebene Verkerssituation nur zu gut, bin ja selbst in diesem Bereich aufgewachsen, kenne somit vor allem auch die A 40 noch aus Kindheitstagen, war ja auch teilweise, von Mülheim aus, mein Weg zur Uni.
      Und schon damals staunte bzw. bedauerte ich die Anwohner rechts und links dieser Verkehrsader.
      Volker hat eigentlich den Nagel auf den Kopf getroffen, auch wenn du, Michael, es schon angedeutet hast.
      Der Fernverkehr kann sich darauf einstellen, die A 40 meiden und eben die A 2, A 42 oder auch A 52 nutzen, was die Ost-Westverbindung angeht. Nord-Süd läuft ja über die A 3, die ebenfalls da durchs Ruhrgebiet verläuft, oder westlich die A 57.
      Aber was machen die ganzen Anwohner, und vor allem die Pendler, die von Duisburg nach Essen, Bochum oder Dortmund wollen? Die trifft es extrem hart. Jetzt könnte ich ja sagen ihnen bleibt das Stop and Go oder sogar "parken" auf der A 40 erspart, wie Michael es beschrieben hat und was täglich im Verkehrsfunk zu hören ist, auch als Nicht-Ruri.

      Kopfschütteln bleibt mir nur wenn ich die gesamte Diskussion, die möglichen Lösungen mitbekomme, die unsere Politik als auch die Unternehmen da vom Zaun reißen. Ich bin der Ansicht dass da "mal wieder" zu kurz gedacht wird. Allein der Vorstoß eines deutschen Automobilkonzerns, der mit dem Wolf, jetzt in verstärkte Aktivitäten im Elektrobereich - erstens kommt der zu spät und zweitens, und das finde ich viel gravierender, ist ja auch das wieder gelinde gesagt eine Mogelpackung. Ich bezeichne das jedoch eher als Volksverar.... !!!
      Denn > beim Betrieb eines derartigen Autos kommen "hinten" keine Schadstoffe mehr heraus (geht ja auch nicht,fehlt ja der Auspuff :D ) aber wo kommt diese Energie denn her, wie wurde sie produziert?
      Die Meldungen der letzten Wochen sind jetzt schon fast wieder vergessen, was den Hambacher Forst betrifft, ABER wir haben in Deutschland immer noch einen hohen Anteil an Kohlekraftwerken, Stein- wie auch Braunkohle. Unabhängig davon dass bei der Braunkohle "Heimat" zerstört wird, einer der Fruchtbarsten Ackerböden umgegraben wird, aber auch bei dieser Art der Stromgewinnung entstehen umweltschädliche Abgase. Ja, und die kommen eben bei den Elektroautos nicht mehr an ihnen hinten raus sondern sind zuvor an den Produktionsstätten entstanden.
      Und somit frage ich mich: "Machen wir, macht uns die Industrie und nicht zuletzt die Politik hier nicht wieder etwas vor?"

      Das gebe ich nur einmal zu bedenken, werfe ich auch das in diese Diskussion mit ein.
      :tja:

      :buh:
      take a walk on the wildside

      sagt und grüßt
      ralf, der Ruri-Wessi
    • Diese Verbote haben aus meiner Sicht nichts mit Klimaschutz zu tun, sondern haben allenfalls den Zweck, die Luftverschmutzung in den Städten ein Stück einzudämmen. Ob es allerdings wirklich etwas bringt, ausschließlich Dieselfahrzeuge bestimmter Einstufung zu verbieten, ist allerdings fraglich.
      Die A40 kenne ich zwar nur von der Landkarte her, aber ich gehe mal davon aus, dass eine Sperrung dieser Strecke ähnliche Auswirkungen haben wird wie wenn man hier in München einen Teil des mittleren Rings dichtmachen würde. Der ist zwar keine Autobahn, aber im größten Teil der Strecke doch zumindest "autobahnähnlich". Und es ist einfach die Hauptverbindungsstraße für alle, die von einer Seite der Stadt auf die andere wollen.

      Und wenn man mit Fahrverboten halbwegs wirkungsvoll das Klima beeinflussen will, muss man schon wesentlich großflächiger vorgehen - und dabei sämtliche anderen Verbrennungsmaschinen (Schiffe, Dieselloks, Kraftwerke, Müllverbrennung, ...) mit einschließen.
    • Es gibt mehrere Studien, die sind teilweise schon einige Jahre alt un die belegen deutlich, wie man die Schadstoffbeleastung durch Autos sehr effektiv eindämmen könnte und das wäre eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber da wird die Autolobby weiterhin blockieren und mit Arbeitsplatzvverlusten drohen. Wir kommen gerade aus dem Urlaub zurück: Frankreich: 50/80/130 Ortschaft/Landstraße/Autobahn. Spanien: 50/90/120. Portugal: 50/90/120. Deutschland: 50/100/Irrsinn. Überall 30er-Zonen in den Ortschaften, die mit mächtigen Drempeln die Geschwindigkeit rigoros reduzieren oder das Auto zerlegen :) .
      Kaum kommt man zurück und fährt in Deutschland nur ein paar KM auf der Bahn, ist man total irre. Wie schön ruhig lief der Verkehr in allen anderen Ländern...und die haben auch keine Probleme mit Grenzwerten, echt interessant.
      Aber mit dem Deutschen Michel kann man sowas machen. Wir lassen uns real enteignen, weil wir mit unseren Autos bald gar nicht mehr fahren dürfen...aber es tut uns scheinbar nicht wirklich weh...
      Gruß
      Helmut und Ilona
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      Wenn du mal eine helfende Hand brauchst, beginne die Suche am Ende Deines eigenen Armes

      gonzi.de
    • Gumo zusammen,

      nicht nur Essen kann Wahnsinn. Hagen fast noch besser...
      Da wird wegen 200 Metern Strecke, die für Fahrzeuge über 3,5to (ja für mein Womo, Kastenwagen, auch), ein Umweg von knapp 6km zugemutet. Diese 200m kann man eigentlich im Verkehrsfluß einfach mit schwimmen während die Umfahrungsstrecke bergauf und bergab geht. Dazu hält der Bus noch alle paar Meter und der ganze Troß von LKW darf dann bergan wieder anfahren. Das gesperrte Teilstück wird dann auch gleich mit einem Gewichtsblitzer überwacht.

      Deutschland dein Wahnsinn...
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      Mit freundlichen Grüßen aus Hagen
      André und Susanne

      unterwegs im aufgelastetem Pössl Roadcruiser Citroen 163 HDI ALL-IN-Paket in Champagnersilber ;-)

      Aus einem "bald" sollte man viel öfter ein "jetzt" machen bevor ein "nie" daraus wird...
    • rabe schrieb:

      Denn > beim Betrieb eines derartigen Autos kommen "hinten" keine Schadstoffe mehr heraus (geht ja auch nicht,fehlt ja der Auspuff ) aber wo kommt diese Energie denn her, wie wurde sie produziert?
      Ich hatte ja schon im Kreuzfahrt-Thread geschrieben, dass ich der Meinung bin, jeder verbraucht in irgendeiner Form Energie und diese Energie muss ja hergestellt werden. Jetzt kenne ich mich mit physikalischen Gegebenheiten und Wirkungsgraden absolut nicht aus. Daher sind meine Gedanken dazu vielleicht falsch oder naiv. Aber ich habe die Vorstellung, dass ein einzelnes Kraftwerk, dass zum Beispiel für eine Million Autos am Tag Energie erzeugt, effizienter ist als eine Million kleine Kraftwerke unter den Motorhauben.
      • Ich denke da nur an die Energieverschwendung im Leerlauf an der Ampel. Wie viel Energie würde dann eingespart werden? Unser Pkw hat zum Beispiel die Abschaltautomatik. Finde ich gut und ich sehe im Display, wie viele Minuten der Wagen während einer Strecke ausgeschaltet war. Da kommt einiges zusammen.
      • Dann gibt es einige Unverbesserliche, die ja meinen, sie müssten den Motor jaulen lassen. Dachte zwar, dieses Verhalten hätten wir schon lange hinter uns gelassen, aber nein...
      • Und manch einer kann nicht richtig Auto fahren. Das muss man auch einfach mal so klar sagen. Da hört man quasi dabei zu, wie die Kupplung kommen gelassen wird und gleichzeitig der rechte Fuß das Gaspedal durchdrückt.


      Das sind doch gute Beispiele für Kleinigkeiten, die entfallen, wenn alle mit Elektroautos unterwegs wären. Von der Geräuschkulisse (die ich auch als Umweltverschmutzung sehe) ganz abgesehen.

      Außerdem sehe ich es so, dass eine Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit dem Ampelverkehr geradezu sinnvoll sein muss. Wenn ich sehe, dass an einer Ampel beispielsweise nur fünf Autos bei Grün über die Kreuzung fahren können, weil Fahrer 1 erst bei Grün in den ersten Gang schaltet, Fahrer 2 noch schnell das Handy weglegt, Fahrer 3 im Schneckentempo anfährt usw., dann behaupte ich einfach mal, dass vernetzte Autos deutlich flotter und damit umweltschonender unterwegs sind.


      Und um mal wieder auf die Stadt Essen zurückzukommen, die hier propagierte Grüne Welle taugt einfach nichts. Ist in anderen Städten sicherlich ähnlich, aber hier fallen mir natürlich spontan ein paar Beispiele ein. Da soll man angeblich von grüner Ampel zu grüner Ampel fahren können. Das funktioniert aber nur, wenn an den nächsten Ampeln keine wartenden Fahrzeuge stehen. Denn dadurch werde ich als herankommender Verkehrsteilnehmer doch logischerweise wieder ausgebremst. Im anderen Fall schaffe ich locker viele grüne Ampeln (bei uns auf der Ruhrallee von der Ruhr kommend stadteinwärts) - aber nur wenn ich durchgehend 70 fahre. Dass aber nur 50 erlaubt sind, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.



      helle schrieb:

      Kaum kommt man zurück und fährt in Deutschland nur ein paar KM auf der Bahn, ist man total irre. Wie schön ruhig lief der Verkehr in allen anderen Ländern..
      Sehe ich ganz genauso. Gleichzeitig beginnt das Drängeln und Rasen. Ich gehöre auch zu denen, die ein Tempolimit sinnvoll fänden. 140 wie in Polen finde ich zeitgemäß´. Bei den derzeitigen Strafen wären damit auch noch 150 drin, ohne dass es im Falle des Blitzens übermäßig teuer wäre. Und mit 150 ist man schon mehr als gut bedient. Schneller muss man meiner Meinung nach nicht unterwegs sein.


      Travelking schrieb:

      Da wird wegen 200 Metern Strecke, die für Fahrzeuge über 3,5to (ja für mein Womo, Kastenwagen, auch), ein Umweg von knapp 6km zugemutet.
      Das kannte ich noch nicht. Und das auf einer Bundesstraße. Das kenne ich bei uns in NRW nur noch von anderer Stelle. Da geht es um eine etwas größere Brücke und drunter fließt dieser Fluss. Wie hieß er doch gleich? Ach ja, Rhein. ;)
    • Michael Moll schrieb:

      helle schrieb:

      Kaum kommt man zurück und fährt in Deutschland nur ein paar KM auf der Bahn, ist man total irre. Wie schön ruhig lief der Verkehr in allen anderen Ländern..
      Sehe ich ganz genauso. Gleichzeitig beginnt das Drängeln und Rasen. Ich gehöre auch zu denen, die ein Tempolimit sinnvoll fänden. 140 wie in Polen finde ich zeitgemäß´. Bei den derzeitigen Strafen wären damit auch noch 150 drin, ohne dass es im Falle des Blitzens übermäßig teuer wäre. Und mit 150 ist man schon mehr als gut bedient. Schneller muss man meiner Meinung nach nicht unterwegs sein.

      Travelking schrieb:

      Da wird wegen 200 Metern Strecke, die für Fahrzeuge über 3,5to (ja für mein Womo, Kastenwagen, auch), ein Umweg von knapp 6km zugemutet.
      Das kannte ich noch nicht. Und das auf einer Bundesstraße. Das kenne ich bei uns in NRW nur noch von anderer Stelle. Da geht es um eine etwas größere Brücke und drunter fließt dieser Fluss. Wie hieß er doch gleich? Ach ja, Rhein. ;)
      sorry, aber 150 Km/h ist für mich kein Limit. Schneller kann man eh nirgends mehr fahren und das auch nur kurzzeitig. Für mich wäre 120 oder 130 auf Autobahnen das absolute Limit, bei Nässe/Regen automatisch 20 Km/h weniger, wie in Frankreich. Und die LKW sollte auch 100 fahren dürfen, so wie die schweren Wohnmobile. Und dann in allen Ortschaften drastisch runter. 30 max. überall Rechts vor links. DANN würden wir Stickoxide sparen, aber nicht durch halbherzige und ungerechtfertigte Fahrverbote für Diesel...meine Meinung
      Gruß
      Helmut und Ilona
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      gonzi.de
    • Ich sagte ja 140, wie in Polen. 150 kommt dann in Betracht, wenn man schneller als erlaubt fahren will und in Kauf nimmt, eine Strafe zu bekommen (die ja bekanntlich bei uns recht harmlos ist).
      Damit käme man noch sehr gut durch Deutschland und es würde eben nicht mehr die ganz schnellen Raser geben. Ich wurde selber schon mal bei 190 ziemlich flott überholt (hatte einen Leihwagen und habe nur so die Gelegenheit, so schnell unterwegs zu sein), was mich dann doch ein wenig erschreckte. Und es gibt noch sehr viele Strecken, auf denen man dieses Tempo fahren kann. Spontan fallen mir Autobahnen wie die A38, die A4, die A44 und die A20 ein. Aber auch hier im dicht besiedelten NRW gibt es die A43 und die A31 auf denen es fast immer möglich ist. Bei der A3 nach Köln und der A52 zwischen Essen und Düsseldorf muss man natürlich den richtigen Zeitpunkt wählen. Aber selbst die gibt es noch oft genug. Deswegen gibt es ja den Autobahntourismus, bei dem Ausländer, beispielsweise Briten, einfach mal nach Deutschland kommen, um über die Autobahn zu brettern.

      Und für Lkw hätte ich eine ganz andere Idee, Stichwort Hyperloop. Lässt sich nur nicht mal eben umsetzen. Aber Tempo 100 für die Dichtauffahrer? Nein, die sollten mal lieber das Tempo 80 überhaupt einhalten. Aber hier spricht jemand, der bereits einen Lkw-Unfall hatte und im Bekanntenkreis von einer Todesfahrt (klassisches Stauende übersehen) berichten kann.
    • Michael Moll schrieb:

      Das kannte ich noch nicht. Und das auf einer Bundesstraße. Das kenne ich bei uns in NRW nur noch von anderer Stelle. Da geht es um eine etwas größere Brücke und drunter fließt dieser Fluss. Wie hieß er doch gleich? Ach ja, Rhein.
      Na ja, Hagen war schon immer etwas besonderes. Da war doch auch was mit dem beampelten Kreisverkehr....

      Wie sag ich immer? Wer Hagen kennt, fühlt sich überall wohl!
      Mit freundlichen Grüßen aus Hagen
      André und Susanne

      unterwegs im aufgelastetem Pössl Roadcruiser Citroen 163 HDI ALL-IN-Paket in Champagnersilber ;-)

      Aus einem "bald" sollte man viel öfter ein "jetzt" machen bevor ein "nie" daraus wird...
    • Das ist so ein bisschen die harmlose Variante vom Ruhrgebietsausspruch: "Woanders ist auch sch...", oder? ;)

      Aber was mir zu dem eigentlichen Thema noch einfällt, ist ein Nebenjob, den ich Mal vor vielen Jahren gemacht habe und der auch verboten gehört.
      Und zwar musste ich nachmittags zu einem Abstellplatz, wo ich mir einen Mercedes Vito abholen musste. Mit diesem Wagen, natürlich Diesel, fuhr ich nach Essen-Kettwig zum Druckhaus vom Axel Springer-Verlag. Gegen 18 Ihr bekam ich dort ein paar Pakete frisch gedruckter Zeitungen vom nächsten Tag.
      Diese Zeitungen waren für den Verkauf in Larnaka und Casablanca bestimmt. Das waren meist nicht viele, vielleicht 30-50 Stück. Sie mussten bis spätestens 21 Uhr am Frankfurter Flughafen angeliefert werden. Um es mal vorsichtig auszudrücken: Ich bin recht flott über die Autobahn gehuscht.

      Ich als Nichtflieger fand es immer recht spannend, mit einem Pkw über das Flughafengelände zu fahren. Das nur nebenbei.

      Nach der Abgabe am Flughafen fuhr ich dann leer zurück. Allerdings nicht direkt nach Essen, sondern zu einem Logistikcenter in Köln. Dort musste ich mit vielen anderen Fahrern darauf warten, ob es noch weitere Touren gibt. Fand ich ziemlich doof, weil es ja mittlerweile schon Mitternacht war.
      Und einmal hat es mich wirklich erwischt. Da musste ich auf dem Weg nach Hause noch eine Lieferung nach Dortmund bringen. Von Köln nach Essen zu fahren, ist ein ziemlicher Umweg und auch nachts um eins kein großes Vergnügen. Was aber viel ärgerlicher war, war die Lieferung. Sie bestand aus einer einzigen (!) Zeitung.

      Obwohl ich nur zwei Mal in der Woche eingesetzt wurde, habe ich diesen Job nur ein paar Wochen gemacht. Die Strecke Essen-Frankfurt-Köln-Essen wurde aber täglich bedient und war nur eine von vielen ähnlichen Fahrten, die es gab. Noch heute sehe ich gelegentlich die Autos, die extrem viel Diesel verbrennen. Und zwar für eine Zeitung, bei der der Käufer vermutlich nicht ahnt, dass sie beim Kauf am frühen Morgen bereits über 12 Stunden alt ist.
      Solche Dinge sind meiner Meinung nach absolut überflüssig.
    • Es gibt viele unnötige Autofahrten und genau das ist das Problem.
      Die verordneten Dieselfahrverbote sind doch auch nur Alibihandlungen und sogar kontraproduktiv (wie hier schon aufgezeigt wurde)
      Wurde in Wien kurz mal angedacht, aber schnell wieder verworfen.

      Und beim Tempo reichen eigentlich auch 120 km/h. So wie auch in anderen Ländern problemlos (USA, Kanada, Chile, Australien, ..)
      Der Weg ist das Ziel