29 km auf dem Baldeneysteig

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    • 29 km auf dem Baldeneysteig

      Gestern war ich wandern und will euch jetzt ein paar Bilder zeigen.

      Bei uns im Essener Süden gibt es den Baldeneysee. Er ist der größte Stausee entlang der Ruhr und ein sehr beliebtes Freizeitziel. Sehr ufernah verläuft dort ein Rad- und Fußweg einmal rund um den See. Dabei legt man knapp 15 Kilometer zurück und ich radel die Strecke eigentlich sehr gerne und oft. Jedoch seit Jahren nicht mehr an Wochenenden. Dann ist es dort einfach zu voll.

      Seit dem letzten Jahr gibt es nun auch einen Wanderweg auf den Höhen rund um den Baldeneysee. Er wurde groß angekündigt und feierlich eingeweiht und nennt sich Baldeneysteig. Seine Länge beläuft sich offiziell auf 26,7 km. Ich habe aber schon von anderen Leuten gehört, dass man mit dieser Kilometerangabe nicht genau hinkommt. Letztendlich wurden es auch bei uns 29,1 km. Wir starteten morgens um kurz nach 9 und waren gegen 17.15 Uhr fertig.

      Die Tour war echt schön, doch die Beschilderung ließ im Laufe der Zeit immer zu wünschen übrig. Mein Eindruck war, dass man hier einen äußerst kostengünstigen Weg ausgeschildert hat. An einigen Stellen, es dürften 7 oder Orte gewesen sein, gab es eine Infotafel mit Übersichtskarte. Aber die Wegweisung bestand lediglich aus kleinen, quadratischen Hinweisen. Mal waren es laminierte Täfelchen, mal Aufkleber. Es wurde aber nirgendwo ein einziger Pfahl in den Boden gerammt. Vielmehr hat man die Täfelchen an bereits vorhandenen Punkten angebracht. Das war nicht immer sinnvoll.
      Trotzdem hat es Spaß gemacht. Ich schreibe gerade einen Blog-Beitrag und momentan lade ich auch das entsprechende Video hoch. Da es aber in 4K aufgenommen ist, wird der Upload (61 GB, 44 min.) voraussichtlich bis morgen Abend dauern.

      Daher vorab schon mal ein paar Bilder von der Tour:

      Hier eine der Infotafeln. Gleich bei der ersten Tafel fiel mir jedoch eine Merkwürdigkeit auf: Auf dem Plan ist die Route rot markiert. Im südlichen Bereich fehlt ein Stück der Markierung, weil sie nicht mehr auf die Karte passte. Im Norden jedoch ist noch sehr viel Platz. Da hätte man den Ausschnitt der Karte doch besser ein Stück nach oben geschoben, damit alles ordentlich drauf passt. Keine Ahnung, warum man hier so schludderig gearbeitet hat.


      Südlich des Baldeneysees wandert man an zahlreichen Feldern vorbei. Das ist übrigens alles Essener Stadtgebiet, was ich immer ganz gerne betone.


      Teilweise geht es auf schmalen Pfaden durch kleine Wälder hindurch. Dieser hier liegt auf einer Art Berggrat zwischen dem Seeufer und einem parallel verlaufenden Tal. Problem war nur, dass man am Ende des Grats wieder hinab musste. Das sah dann so aus:


      Das war ein nicht ganz so einfaches Teilstück.



      An dieser Stelle hätte ich mir gerne eine andere Wegführung gewünscht oder zumindest, dass man hier etwas Platz für die Wanderer schafft. Wenn man schon einen Weg anlegt...


      Auf der Nordseite des Sees wandert man überwiegend durch Wälder auf den Ruhrhöhen. Hier hat man immer wieder tolle Ausblicke auf den Baldeneysee.


      Dass der Baldeneysteig nicht der erste Wanderweg an dieser Stelle ist, beweist diese Aufnahme vom Ruhrhöhenweg.


      Und das hier war so ein Beispiel von schlechter Wegführung. Links geht der Weg bergauf, rechts bergab. Die kleinen Aufkleber an einem dünnen Ast haben wir erst gesehen, nachdem wir den linken Aufstieg ausprobiert hatten und nach einiger Zeit zur Kreuzung zurückgingen. Das wirkte hier sehr provisorisch auf mich und ich frage mich, ob der Weg in Zukunft überhaupt gepflegt wird. Denn was passiert, wenn der Ast mal abbricht?


      Aber trotzdem war die Tour echt gut. Hier sieht man die Ruhr im Vordergrund, das Stauwehr und den See hinter dem Stauwehr. Links oben im Bild ist die Villa Hügel zu sehen. Die Wanderung startete hinter dem Wehr und führt dann halbrechts oben aus dem Bild heraus. Über die Höhen im Hintergrund wandert man dann später von rechts nach links durch das Bild, an der Villa Hügel vorbei bis zu diesem Standort. Na ja, und dann nur noch bergab und nach rund eineinhalb Kilometern ist man wieder am Wehr.
      Aber die Länge der Strecke habe ich gestern Abend deutlich gespürt ;)
    • Das scheint eine schöne Tour zu sein mit einer ordentlichen Länge.
      Das mit der schlechten Ausschilderung nervt mich auch oft kolossal. Egal, ob wir im Schwarzwald unterwegs waren oder im Allgäu oder, oder......
      Das Problem ist oft, daß es ja von Ortsansässigen ausgeschildert werden und ihnen oft die Gegebenheiten zu klar erscheinen, im Gegensatz zu den Orstfremden.
      Das Klebepapier um das dünne Stämmchen ist schon mehr als grenzwertig :D
      Ich bin..
      Teilzeit-Engel
      Gelegenheits-Hexe
      Gleitzeit-Teufel
      Vollzeit-Verrückte
      ....aber glücklich!
    • Ja, die Sache mit der Beschilderung war wirklich grenzwertig. Eigentlich fing es ziemlich gut an, bis dann eben die ersten Probleme auftauchten. Ich habe jetzt das Video online und warte eigentlich nur noch darauf, dass es von Youtube in 4k bereit gestellt wird. Müsste im Laufe des Tages soweit sein, aber in HD ist es schon abrufbar:



      Die ersten Probleme gab es bei Minute 12:42. Hier waren wir irritiert und haben uns eher zufällig für den richtigen Weg entschieden. Ab der 28. Minute begann aber dann zusätzlich auch noch das Elend mit dem Vandalismus. Da fehlten also einige Schilder, die mutwillig zerstört und entfernt wurden.
      Gut, dafür können diejenigen nichts, die den Weg einrichten. Aber die können auf jeden Fall etwas für die teils seltsame Anbringung der Schilder.

      Es ist nämlich so, dass der Weg - so wie meine Informationen sind - vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) ausgeschildert wurde, und zwar im Auftrag der Stadt Essen. Oder anders ausgedrückt: Bei uns in der Region ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Wanderwege nur vom SGV beschildert werden dürfen. Jetzt ist es aber so, dass ich selber Mitglied im SGV bin und vom Verein ja zum Wanderführer ausgebildet wurde. In dem Lehrgang habe ich gelernt, dass Wanderwege so beschildert werden sollen, dass es direkt an der Kreuzung eine eindeutige Kennzeichnung gibt und kurz hinter der Kreuzung noch einmal eine Art Bestätigungsschild. So, damit man weiß, dass man wirklich den richtigen Abzweig gewählt hat. Jetzt hat man natürlich bei einer Umgebung wie oben auf dem Bild das Problem, wie man direkt an der Kreuzung und kurz hinter der Kreuzung ein Schild anbringen soll, wenn da ja nur Gestrüpp ist. Und das lässt wiederum darauf schließen, dass hier mit sehr, sehr günstigen Mitteln gearbeitet wurde.
      Es ist natürlich deutlich günstiger, mit Aufklebern zu arbeiten als mit vernünftigen Schildern. Erst recht, wenn diese komplett einheitlich gedruckt wurden. Es gab also keine Schilder, die nach rechts oder links zeigten. Richtungsangaben wurden mit einem kleineren, ebenfalls einheitlichen, Pfeilaufkleber gemacht, der dann das eigentliche Schild ergänzte. Von Kilometerangaben will ich gar nicht erst anfangen. Die gibt es natürlich überhaupt nicht.

      Aber ich muss sagen, dass der Weg als solcher wirklich toll ist. Der hat mir echt gut gefallen.

      Gesamte Strecke.gpx
    • Hi Michael, jetzt muss ich aber mal fragen: Du bist echt die ganzen 29km am Stück gelaufen? Wenn ja, alle Achtung! Das ginge etwas über meine Möglichkeiten. Wir haben bei unserer Rennsteigwanderung als max. Strecke einmal 20km dabei. Die Kinder haben da echt schon gejammert, bei mir war es aber auch schon grenzwertig. Und dabei halte ich mich selbst eigentlich für einen ziemlich ausdauernden Wanderer.
      LG
      Volker
      Volker und Corinna, im Dethleffs Trend A 6977
    • Ja richtig, an einem Stück. Ich will nicht sagen, dass das bei uns Standard ist, aber so ganz ungewöhnlich für uns dann auch wieder nicht. Unser persönlicher Tagesrekord liegt bei 42 Kilometern, aufgeteilt auf vier Rundwanderwege im Thüringer Wald. Ich habe gerade auch noch mal bei einer anderen Tour im Harz nachgelesen: Da haben wir an einem langen Wochenende (Fr-Mo) 80 Kilometer zurücklegt. Ich hatte mir notiert, dass wir am Freitag nach der 300 km langen Anfahrt noch 22 km zu Fuß unterwegs waren und am Samstag waren es 26 km. Die restlichen 32 Kilometer fielen dann überwiegend auf den Sonntag, weil wir Montag nur noch eine kurze Tour machten, bevor wir wieder zurückfuhren.
      Also ja, wir sind schon recht viel auf den Beinen. Das gilt aber auch für Stadtrundgänge. In so Städten wie New York, London oder Washington kommen wir auch locker auf Strecken zwischen 20 und 25 Kilometer.

      Vielleicht mal als Ergänzung, jetzt für die Baldeneysteig-Tour:
      Unsere erste Pause, die man als solche bezeichnen kann, hatten wir nach 10 Kilometern. Dauer ca. 15 Minuten.
      Eine weitere Pause, in der wir zumindest kurz Platz nahmen und eine Kleinigkeit aßen, hatten wir bei Kilometer 17.
      Dann folgte eine bei Kilometer 22 (wieder ca. 15 Minuten) und eine weitere letzte, kleine Rast (ungefähr 5-10 Minuten) bei Kilometer 26.
      Schaut man sich die Abstände an, dann sieht man aber, dass die Distanzen zum Ende hin immer kürzer wurden. Das schiebe ich jetzt aber einfach mal auch auf die Höhenmeter. Offiziell sind es 670 Hm, aber Erfahrungsberichte anderer Wanderer und auch unser Navi zeigten, dass das nicht ganz hinkommen kann und wir ungefähr an der 1.000 Höhenmeter-Marke knabberten.