Großes Grundstück für Wohnmobile

Erfahrungen mit dem Caravan Club

Wenn man mit dem Wohnmobil nach England fährt, dann stellt man sich meist die Frage, wo man übernachten kann. In England ist es nämlich grundsätzlich verboten, frei zu übernachten. Wohnmobilstellplätze sind eine Rarität, eine praktische Ausnahme ist der Wohnmobilstellplatz in Canterbury, den ich bereits im Forum vorgestellt habe.

Kleine Stellfläche auf Privatcamping

Kleine Stellfläche auf Privatcamping

Im Reiseforum habe ich aber auch bereits über die beiden Campingclubs geschrieben. Zwar gibt es auch freie Campingplätze in England, doch die meisten Campingplätze sind einem der beiden Clubs angegliedert. Diese sind The Camping and Caravanning Club und The Caravan Club. Offiziell wird man als Gast auf den Campingplätzen nur aufgenommen, wenn man Mitglied im entsprechenden Club ist.

Großes Grundstück für Wohnmobile

Großes Grundstück für Wohnmobile

Ansonsten kann man Pech haben und man wird vom Betreiber des Campingplatzes abgewiesen, so wie es mir einmal ergangen ist, weil ich bei meiner zweiten Wohnmobiltour durch England kein Mitglied im The Camping and Caravanning Club war. Mich hätte man nur übernachten lassen, wenn ich vor Ort eine Mitgliedschaft erworben hätte. Das wollte ich aber nicht, weil ich mich bereits zu dem anderen Verein zählte.

Genug Abstand zwischen den Womos

Genug Abstand zwischen den Womos

Und damit kommen wir zu meinen Erfahrungen mit beiden Clubs: Auf meiner ersten Reise mit dem Wohnmobil durch England habe ich das Rundum-Sorglos-Paket genommen und Mitgliedschaften in beiden Clubs abgeschlossen. Auf der zweiten Tour sparte ich Geld und entschied mich für nur einen Club. Welcher und warum will ich im Folgenden erklären.

Farm in Wales

Farm in Wales

Beide Mitgliedschaften erwarb ich online auf den entsprechenden Webseiten der Vereine. Die Angaben, die man dort machen muss, sind ein wenig umfangreich, aber lösbar. Wenige Tage später erhält man dann Post aus Großbritannien. Diese besteht aus

  • den Mitgliedskarten für die Personen, die man angemeldet hat,
  • einer Landkarte mit Markierungen sämtlicher Plätze,
  • einem umfangreichen Handbuch, in dem alle Plätze beschrieben werden,
  • und einem Autoaufkleber mit dem entsprechenden Logo für die Windschutzscheibe.
  • Außerdem erhält man monatlich das englischsprachige Clubmagazin.
Caravan Club-Hinweisschild

Caravan Club-Hinweisschild

Das Handbuch ist sehr hilfreich, besonders in Kombination mit der Landkarte. So kann man gut erkennen, ob und welche Übernachtungsmöglichkeiten in der anvisierten Region vorhanden sind. Einen großen Unterschied gab es in der Koordinatenschreibweise. The Camping and Caravanning Club gibt die Koordinaten in einem System an, das auf der britischen Insel zwar verbreitet ist, mit dem wir in unserem Navi jedoch wenig anfangen konnten. Die Koordinaten von The Caravan Club waren da deutlich hilfreicher, denn sie bestanden aus dem von GoogleMaps gewohnten Dezimalsystem.

Caravan Club-Hinweisschild

Caravan Club-Hinweisschild

Jetzt kann man sich fragen, wofür man Koordinaten benötigt. Straßennamen funktionieren doch auch und Campingplätze sind nun nicht so klein, dass man sie übersehen würde. Und genau das ist der springende Punkt. Wir wurden nämlich nicht deshalb Mitglied im The Caravan Club, weil wir so scharf auf die großen Campingplätze waren, sondern weil es uns um die kleinen, privat geführten Plätze ging, die manchmal etwas schwerer zu finden sind.

Campingplatz in England

Campingplatz in England

Gerade diese Plätze machen nämlich den Reiz der beiden Campingverbände aus. Oft sind diese Plätze abseits und sehr ruhig gelegen, bieten vielleicht eine schöne Aussicht, mindestens jedoch viel Platz. Die Plätze gehören Farmern und Privatleuten, die genug Land besitzen, um es in dieser Form anbieten zu können. Manche der Grundstückseigentümer sind selber Campingurlauber und kennen daher die Bedürfnisse von Wohnwagen- und Wohnmobilfahrern. Doch weil diese Plätze eben oft abseits liegen und schwer zu finden sind, waren die genannten Koordinatenangaben ein wichtiges Werkzeug. Und genau deshalb blieben wir lieber dem Caravan Club treu.

Camping mit Aussicht in Wales

Camping mit Aussicht in Wales

Grundsätzlich gilt zumindest bei The Caravan Club, dass nur fünf Fahrzeuge pro Nacht dort stehen dürfen. Zu dieser Maßnahme verpflichten sich die Grundstückseigentümer, damit sie ihren Grund und Boden im Verband bewerben können. Das kann dazu führen, dass man nach langer Fahrt an einem riesigen Grundstück angelangt ist, wo locker noch 20 Wohnmobile parken könnten, man aber abgewiesen wird, weil schon fünf andere Fahrzeuge schneller waren. So ist es uns nicht nur einmal ergangen.

Camping in Wales

Camping in Wales

Eine Grundausstattung ist nicht vorgesehen, das heißt, eine Toilette oder eine Dusche müssen auf diesen Plätzen nicht vorhanden sein. Auch Strom oder Wasser werden nur optional angeboten. Steht es aber so im Handbuch, dann legt der Caravan  Club jedoch großen Wert darauf, dass diese Angaben auch stimmen. Kurz gesagt, auf die Angaben im Buch kann man sich verlassen. Wobei man schon wissen muss, worauf man sich da einlässt. Die angegebene Toilette kann ein Gästezimmer im Haus des Anwesens sein, aber sich auch in einer Holzhütte am Rand der Wiese befinden.

Auch Nichtmitglieder willkommen

Auch Nichtmitglieder willkommen

Auf diesen kleinen Plätzen haben wir noch nie unsere Mitgliedsausweise vorzeigen müssen. Doch ohne Mitgliedschaft gibt es kein Handbuch und ohne Handbuch erfährt man nicht, wo sich die Plätze befinden. Von außen sind sie ja ganz unscheinbar und nur dezent mit einem Schild des jeweiligen Clubs markiert.

Übernachtung direkt am Haus

Übernachtung direkt am Haus

Ebenfalls sehr schön an diesen Plätzen ist, dass man sich so von den touristischen Hauptrouten entfernt. Außer Briten trifft man auf den Plätzen selten andere Nationalitäten. Das bedeutet wiederum, man kommt gut mit der einheimischen Bevölkerung und vor allen Dingen mit dem Besitzer des Grundstücks in Kontakt. Wir erinnern uns noch gerne an einen Farmer in Nordirland, der sich so dermaßen über unseren Aufenthalt gefreut hat, dass wir direkt nach unserer Ankunft in ein sehr langes Gespräch verfielen oder an die ältere Dame in Wales, die uns ihre halbe Lebensgeschichte erzählte.

Stellplatz mit Aussicht

Stellplatz mit Aussicht

Außerdem sind natürlich die Übernachtungsgebühren auf den kleinen Plätzen deutlich günstiger als auf den herkömmlichen Campingplätzen. Auch hier ist man durch das Handbuch im Vorfeld gut informiert. Wir hatten auch hier die gesamte Bandbreite an Preisen erlebt, die bei 4 Pfund begann und bis 17 Pfund reichten. Die Unterschiede begründen sich natürlich mit der Lage und der Ausstattung der Plätze.

Privatcamping auf einer Farm in Cornwall

Privatcamping auf einer Farm in Cornwall

Die Mitgliedschaft im The Camping and Caravanning Club gibt es auch für Reisende vom Kontinent, d.h. für einen Drei-Monats-Zeitraum. Das erfuhren wir leider erst am letzten Abend auf unserer ersten Reise. Da war es dann zu spät, vermutlich hatten wir das auf der Webseite übersehen. Beim Caravan Club schließt man die Mitgliedschaft in der Regel für ein Jahr ab. Das anschließende Kündigen funktionierte jedoch problemlos per Mail.

Maximal fünf Fahrzeuge

Maximal fünf Fahrzeuge

Alles in allem hat sich die Mitgliedschaft für uns jedoch gelohnt und wir werden sie sicherlich auch wieder abschließen, wenn wir nach England und Wales fahren. Für eine reine Tour mit dem Wohnmobil durch Schottland lohnt sich die Mitgliedschaft weniger, da es dort deutlich weniger Privatplätze gibt und man in Schottland ohnehin problemlos frei übernachten kann.

Manchmal mit Besuch

Manchmal mit Besuch

Und für weitere Fragen und Diskussionen steht natürlich das kostenlose Forum bereit: www.molls-reiseforum.de

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für die nützlichen Hinweise!!

    Die Antwort auf Ihre Ankündigung, [Auf der zweiten Tour sparte ich Geld und entschied mich für nur einen Club. Welcher und warum will ich im Folgenden erklären.] musste ich mir durch mehrmaliges lesen aber schwer erarbeiten.

    • Danke für den Hinweis. Ich habe noch einen Satz ergänzt, damit es (hoffentlich) direkt beim ersten Mal etwas klarer wird.

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