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(Die Bilder sind leider zu klein und in schlechter Qualität eingescannt.)
59. Tag Montag, 25.06.2001 von Binz bis Ronne (DK) Km: 41,7 Gesamt: 3608 Durchschnitt: 14,8 gefahrene Zeit: 2:48
Sind die 10 km zur Fähre geradelt, die von 9.30 – 13.15 Uhr durch die Ostsee schipperte. Die Fahrt war angenehm und es ist wesentlich einfacher, mit dem Rad auf einem Schiff zu fahren als im Zug. Haben direkt in Rønne, der Hauptstadt Bornholms einen Campingplatz. Sind bis nach Hasle reingeradelt und waren später am Meer spazieren. Hatten mal wieder ein Eichhörnchen zu Besuch. Und irgendwie sind wir doch ganz schön geschafft, obwohl wir heut gar nicht so viel getan haben.
60. Tag Dienstag, 26.06.2001 von Ronne bis Paradisbakkerne Km: 52,9 Gesamt: 3661 Durchschnitt: 15,4 gefahrene Zeit: 3:26
Bianca hat heute Geburtstag! Ich schenkte mir ein Marco Polo-Reiseführer über Dänemark, den ich vor ein paar Tagen heimlich kaufte. Ich bedauere, ihr nicht mehr schenken zu können, wo sollen wir das transportieren? Dafür habe ich ihr noch ein riesiges „Happy Birthday“ in den Sand gebuddelt. Von zu Hause bekam ich schon morgens um halb sechs eine Geburtstags-SMS. Das baut auf. Und das Wetter schenkt mir Sonne und blauen Himmel! Sind an der Südküste Bornholms bis nach Nexø geradelt. In Dueodde ist der Sand so fein, dass er früher für Sanduhren verwendet wurde. Es ist wirklich schön hier. Es hat teilweise sogar was mediterranes und es sind nicht ganz so viele Touristen hier. Abends fuhren wir zu einem sogenannten Primitiv-Camping. Doch da wo er sein sollte, stand eine Villa. Also schellten wir an. Die Hausbewohnerin meinte nur, dass wir mit unserem Infoblättchen aus dem Fremdenverkehrsbüro nicht viel anfangen könnten, es ist doch auf englisch. ACH! Aber sie erklärte, dass wir noch ein Stückchen weiter müssten, dann käme der Platz. Doch der dazugehörige Bauernhof befände sich woanders. Wir schauten uns erst mal den Platz an. Leider war dort keine Geldbüchse in der wir unser Geld hätten einwerfen können. Und zu dem Bauernhof in wer weiß welcher Entfernung wollten wir nicht zurück. Tut uns wirklich leid. Aber wir haben ja auch nichts verbraucht. Doch normalerweise ist es in Dänemark üblich, ein Gelddose hinzu stellen und auf die Ehrlichkeit der Leute zu vertrauen. Und in der Regel funktioniert das auch.
61. Tag Mittwoch, 27.06.2001 von Paradisbakkerne bis Hasle Km: 64,8 Gesamt: 3726 Durchschnitt: 14,2 gefahrene Zeit: 4:32
Und prompt kamen wir morgens an einem kleinen Picknicktisch vorbei auf dem Kaffee , Kuchen, kalte Getränke und belegte Brote standen. Kein Mensch weit und breit, dafür besagte Gelddose. Also haben wir auch brav bezahlt. Ist auch alles wirklich ganz lieb angerichtet gewesen. Die Pause haben wir uns aber auch verdient gehabt. Wir mussten nach 10 km erst mal die Kette ölen. Das Quietschen war ja über die ganze Insel zu hören. Und ich habe meinen ersten Speichenbruch gehabt. Diesmal waren wir aber gewappnet. Nicht so wie beim ersten Platten. Alles notwendige haben wir ja mitgeführt. Doch nun standen wir da mit unserem Werkzeug und der kaputten Speiche. Dieser merkwürdige Zahnkranzabzieher, den wir ja extra kauften, funktionierte irgendwie nicht. Also ließen wir das bleiben und entschlossen uns, bei der nächsten Fahrradwerkstatt mal nachzufragen. Ich klage seit gestern über ein merkwürdiges Knacken in den Pedalen. Es ist, als würde das linke Pedal immer haken. Man hört das aber auch. Sind jetzt einmal um die ganze Insel herum gefahren. Gefällt uns sehr gut. Viele Hügel, aber wirklich lohnenswert.
62. Tag Donnerstag, 28.06.2001 von Hasle bis Ystad (S) Km: 29,3 Gesamt: 3755 Durchschnitt: 15,9 gefahrene Zeit: 1:50
Sind um 10.45 Uhr mit der Schnellfähre von Rønne nach Ystad in Schweden gefahren. Nach einer Stunde liefen wir schon in den Hafen ein. Dieser Katamaran ist wirklich ein Geschoß und es macht richtig Spaß damit über Wasser zu „fliegen“. Haben den erstbesten Campinplatz genommen, damit wir die Räder in die Werkstatt bringen können. Dort kam der Schock: Mein Tretlager und auch die Lenkerstange sind gebrochen sowie die Zahnritzel völlig abgenutzt. Bei Bianca war nur die Speiche einzusetzen, sonst war alles o.k. Wer weiß, wie teuer das wird. Das Rad bleibt bis morgen in der Werkstatt. Der Mechaniker war erstaunt, dass unsere Räder gleich alt waren und die gleiche Laufleistung hatten. Anschließend schauten wir uns Ystad an und kehrten bei McDonald’s ein.
63. Tag Freitag, 29.06.2001 von Ystad bis Simrishamn Km: 41,7 Gesamt: 3797 Durchschnitt: 20,4 gefahrene Zeit: 2:02
Ich habe morgens mein Rad abgeholt, musste aber anschließend noch mal hin, weil irgendwas mit der Kette nicht stimmte. Aber dann klappte es. So gegen 11 Uhr konnten wir dann auch los. Wir waren in Simrishamn einkaufen und wollten dann weiter fahren, als wir den Campingplatz sahen. Er liegt direkt am Meer und wir hatten eh keine Lust mehr. Und so blieben wir dort. Kurzer Test im Wasser – kalt!
64. Tag Samstag, 30.06.2001 Simrishamn Km:- Gesamt:- Durchschnitt:- gefahrene Zeit:-
Wir machen Pause. Mal ganz ohne Rad. Hatten wir bish er noch gar nicht, selbst in Südfrankreich sind wir ja täglich gefahren. Aber hier wollen wir einfach nur am Strand liegen und ein bisschen bummeln gehen. Also entschließen wir uns, das Wochenende hier zu bleiben.
65. Tag Sonntag, 01.07.2001 Simrishamn Km:- Gesamt:- Durchschnitt:- gefahrene Zeit:-
Überlegen ernsthaft, ob wir hier bleiben wollen oder nach Hause fahren und mit dem Auto wieder nach Schweden fahren. Mir geht es zudem nicht besonders gut. Ich habe Glieder- und Kreuzschmerzen. Nur am Strand geht es mir besser.
66. Tag Montag, 02.07.2001 Simrishamn Km:- Gesamt:- Durchschnitt:- gefahrene Zeit:-
Waren im Meer, macht richtig Spaß. Überlegen uns, länger hier zu bleiben. Das Zelt steht 100 Schritte vom Wasser entfernt. Es ist richtig schön hier. Nur mir geht es nicht so gut. Jetzt auch noch den Magen verdorben. Haben Vögel zu Besuch, die von uns gefüttert werden wollen.
67. Tag Dienstag,03.07.2001 Simrishamn Km: 14,4 Gesamt: 3812 Durchschnitt: 12,3 gefahrene Zeit: 1:09
Haben uns Schwimmringe gekauft. Das ist echt lustig. Waren beim Bahnhof um uns nach Preisen für Fahrten nach Malmö oder Kristianstad zu erkundigen. So als Tagesausflug, ist aber zu teuer. Dafür haben wir rausbekommen, dass eine Parzelle auf unserem jetzigen Campingplatz den ganzen Monat Juli 2.000 Kronen kostet. Das ist ziemlich günstig. Wollen mal fragen, ob das auch für Radler gilt. Ich bekomme jetzt auch noch einen Sonnenbrand.
68. Tag Mittwoch, 04.07.2001 Simrishamn Km: 4,9 Gesamt: 3817 Durchschnitt: 11,8 gefahrene Zeit: 0:25
Die 2.000 Kronen zählen nur, wenn ein Wohnmobil auf der Parzelle steht! Ansonsten wird es teuer. So steht es allerdings nicht angeschlagen, sehr ärgerlich. Man bot uns allerdings an, wir dürften unser Zelt ausserhalb des Campingplatzes günstiger aufstellen. Danke, wenn man bedenkt, dass in Schweden das Allemannsrätten gilt und wir womöglich 10 Kilometer landeinwärts zelten könnten, wo es niemanden stört, ist das ja ein überaus großzügiges Angebot. Wir habe n uns entschlossen: Wir werden nach Hause fahren und das Auto holen und dann noch ein paar Tage hier in Schweden verbringen. Und das aus guten Gründen:
Zum einen geht es Biancas Knien nicht mehr sonderlich gut. Sie wäre froh, wenn sie ein paar Tage mal nicht radeln muss und zum anderen möchten wir mal wieder kurz nach Hause um ein paar private Dinge zu erledigen. Des weiteren wollen wir noch ein bisschen in die „Wildnis“ Schwedens. Damit wir auch mal richtig Ruhe haben, ohne laute Zeltnachbarn und ohne LKW-Verkehr o.ä. Und ob wir das noch mit dem Rad in dem Zeitrahmen, den wir haben erreichen ist fraglich. Und meine Lenkerstange ist ja nicht repariert. Das bedeutet an sich nichts schlimmes, aber es macht wenig Spaß damit zu fahren, da es sich nicht sonderlich gut lenken lässt. Auch das ist eine dieser privaten Dinge, Zuhause bekommen wir das auf Garantie ersetzt.
69. Tag Donnerstag, 05.07.2001 von Simrishamn bis Trelleborg Km: 102,5 Gesamt: 3919 Durchschnitt: 18,1 gefahrene Zeit: 5:39
Wir haben den ganzen Tag Rückenwind. Wir waren schon um 15 Uhr in Trelleborg. Haben auch direkt die Karten gekauft. Die Fähre kommt allerdings erst abends um viertel vor 11. Also schauen wir uns ein wenig die Stadt an, ist aber nicht so der Knüller. Einerseits finden wir es selber schade, nach Hause zu fahren, andererseits freuen wir uns aber auch. Immerhin waren wir zwei Monate unterwegs, haben sehr viel gesehen, kamen mit hunderten von Menschen in Kontakt und erlebten viele lustige aber auch nicht so schöne Sachen. Abends stehen wir am Hafen in der Autoschlange und warten auf die Fähre von Scandlines. Es fährt auch ein Schiff ein, doch da öffnet sich die Bugklappe nicht und die Passagiere kommen nicht von Bord. Irgendwann erfahren wir, dass das Schiff gebrannt hat und nicht mehr wegkommt. Daher kommt „unser“ Schiff nicht in den Hafen rein. Es kann noch einige Zeit dauern. Scandlines kann einem leid tun. Dies ist schon der zweite Brand auf einer Fähre innerhalb weniger Tage. Nun denn, so gegen ein Uhr in der Nacht ist es soweit, wir werden reingelassen.
70. Tag Freitag, 06.07.2001 von Trelleborg bis Essen (D) Km: 7,4 Gesamt: 3926 Durchschnitt: 14,2 gefahrene Zeit: 0:28
Wir kommen morgens trotz der verspäteten Abreise noch fast rechtzeitig in Rostock an. Wie der Kapitän das geschafft hat, ist uns ein Rätsel. Nachts war es ein ganz toller Blick über das Meer. Auf der einen Seite war am Horizont ein heller Lichtschimmer von der untergegangenen Sonne zu sehen während über uns der Mond stand. In Rostock angekommen fuhren wir auf direktem Wege zur Europcar-Geschäftsstelle. Wir haben uns bereits im Am Strand von BornholmInternet informiert, dass wir ohne Kreditkarte auch einen Wagen bekämen. Allerdings nur einen VW-Lupo. Auf meine Frage, ob es auch mit Fahrradgepäckträgern zu haben sei, verneinte der Mitarbeiter dies, bot uns aber einen VW-Golf an. Nun gut, etwas größer, aber passen da auch zwei Fahrräder, acht Packtaschen, ein Zelt, zwei Seesäcke und wir zwei rein? Ja! Wir sind keine VW-Fans, aber an dieser Stelle ein Lob. Wir konnten sogar die Heckklappe schließen. Und so machten wir uns auf dem Weg nach Essen in die Heimat und fuhren eine Strecke von fast 600 Kilometern, für die wir mit den Rädern knapp eine Woche gebraucht hätten. Ein komisches Gefühl. Nun, wir blieben ein paar Tage bei unseren Eltern und machten uns dann mit meinem Wagen auf den Weg wieder nach Schweden.
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