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46. Tag Dienstag, 12.06.2001 von Sadov bis Jirkov (Chomutov) Km: 63,2 Gesamt: 2687 Durchschnitt: 18,5 gefahrene Zeit: 3:24
Es war den ganzen Tag bewölkt und ab und an mal sonnig. Am frühen Abend fing es natürlich wieder an zu tröpfeln. Hatten starken Rückenwind. Unser kleiner Wettkampf um die höchste Geschwindigkeit dürfte seit he ut nicht mehr zu schlagen sein. Bianca hatte habe ihn gewonnen, bei einer Abfahrt kam sie auf 64,8 km/h. Ich hatte nur 63,3 km/h. Ich habe nicht schlecht gestaunt als sie mich bei Tempo 60 noch überholt hatte. Die Städte bleiben weiterhin hässlich, wir sind aber auch in einem industriegeprägtem Teil Tschechiens. Fuhren auf einer Schnellstraße. Vermutlich waren wir im Radio: „Achtung, Radfahrer auf der Autobahn ...“. Wir wissen es nicht. Nun, und man merkt auch die Nähe zur deutschen Grenze. Wir sind an einigen Prostituierten vorbeigefahren. Eine Finnlandkarte haben wir jetzt auch gekauft. Und wir sind mittlerweile süchtig nach Baguette und Kakao. Ich sage immer „Kronenbaguette“ dazu. Eins kostet nur eine Krone. Sind etwas größer als ein normales Brötchen, aber verdammt lecker.
47. Tag Mittwoch, 13.06.2001 von Jirkov bis ca. 10 km von Teplice entfernt Km: 53,5 Gesamt: 2741 Durchschnitt: 18,1 gefahrene Zeit: 2:57
Wir haben heute morgen aus dem Zelt geschaut und sehen – blauen Himmel! Michael wurde heute morgen nach dem Bezahlen wieder per Handschlag verabschiedet. Nette Leute hier! Sind vor Chomutov weiter auf der B13 gefahren. Kamen an einem riesigen hässlichem Chemiewerk vorbei. Hier herrscht Industrie. Ein großes Loch klafft im Boden: Ein Tagebau. Erinnert uns an Garzweiler. Wollten eigentlich bis Decin fahren, hatten aber keine Lust mehr und haben uns ein Hüttchen genommen. Wir hätten für 8,00 DM zelten können oder für 10,50 DM die Hütte. Die Wahl fiel uns nicht schwer. Jedoch sind wir für das menschliche Geschäft lieber in den angrenzenden Wald gegangen als hier aufs Klo! Da roch es verdammt ekelig. Eine nervige Schulklasse macht hier ganz schön Krach und spielt Fußball. Von wegen Ruhe! Die Klasse kommt natürlich aus – Deutschland
48. Tag Donnerstag, 14.06.2001 10 km von Teplice entfernt bis Hradek u.N. Km:90,7 Gesamt:2832 Durchschnitt:16,2 gefahrene Zeit:5:35
Zur Abwechslung hatten wir heute mal wieder nur Berge. Das heißt lange Aufstiege und kurze rasante Abfahrten. Da loben wir uns die Alpen. Da geht’s einmal rauf und wieder runter. Doch hier wissen wir nie, was nach dem nächsten Hügel kommt. Um Michael schwirrten heute Fliegen. Ich musste so lachen, wie er ständig versuchte, die Fliegen wegzuschlagen und völlig entnervt war. Aber ich habe mich nicht getraut, er fühlte sich schon ständig wie ein „verwesendes Etwas das auf der Straße liegt.“ Zumindest hat er es so ausgedrückt. Hätten nicht gedacht, dass wir heut soweit kommen. Wollten auch erst einen Campingplatz 15 km vorher nehmen. Jetzt sind aber nur noch 2 km von Zittau (Sachsen) entfernt. Ab morgen geht es dann den Oder-Neiße-Radweg in Richtung Ostsee entlang. Und, den ganzen Tag war es sonnig und warm.
49. Tag Freitag, 15.06.2001 von Hradek u.N. bis Zgorzelec (PL) Km: 47,9 Gesamt: 2880 Durchschnitt: 15,8 gefahrene Zeit: 3:02
Wir fuhren Richtung Zittau und wurden plötzlich vom polnischen Zoll begrüßt! Nach einem Kilometer kam aber dann auch der deutsche Zoll. Also wieder den Ausweis rauskramen. Sind schnell durch Zittau und haben sogar den Neiße-Radweg gefunden. Von dort ging es weiter nach Görlitz. Haben uns dort die Altstadt angesehen. War aber nicht so toll, bis auf Karstadt! Ein Prachtbau von innen, was für eine Decke, ach was, eine Glaskuppel und verzierte Treppen. Hat was von einer Kirche. Zelten heute auf polnischer Seite. Doch hässliche Städte und bettelnde Menschen. Unser erster Eindruck von Polen. Michael hat mal wieder Zahnschmerzen seit gestern. Ich kann es nicht mehr hören... Aber das schlimmste: Bei unserer letzten Routenänderung haben wir uns extra erkundigt ob wir für das Baltikum ein Visum benö tigen. Das nicht, aber ein Reisepass wird gefordert. Und den haben wir nicht. Hätten wir auch nicht gebraucht, da wir ja ursprünglich durch Westeuropa gefahren wären. Doch nun brauchen wir einen. Also – wir planen wieder um: Wir werden nun bis zur Ostsee fahren und dann in Richtung Skandinavien radeln. Ab jetzt wird nicht geplant
50. Tag Samstag, 16.06.2001 von Zgorzelec bis Döbern (D) Km: 77,3 Gesamt: 2957 Durchschnitt: 19,0 gefahrene Zeit: 4:03
Sind schon um 8.00 Uhr losgefahren. Hatten mal wieder Schwierigkeiten aus aus Görlitz herauszukommen. Haben freiwillig die Landstraße genommen, die noch ziemlich neu asphaltiert ist. Wir kamen an einem riesigen Truppenübungswald vorbei und haben erst nach 60 km die erste Pause gemacht. Wenn man bedenkt. Am Anfang haben wir nach 60 km aufgehört zu fahren. Obwohl es heute dann auch nicht mehr viel wurde. Der Campinplatz liegt an einem See und ist von lauter nervigen Leuten „bewohnt“. Haben endlich mal wieder Wäsche gewaschen. Und die Zahnschmerzen lassen auch wieder nach.
51. Tag Sonntag, 17.06.2001 von Döbern bis Eisenhüttenstadt Km: 91,7 Gesamt: 3049 Durchschnitt: 17,6 gefahrene Zeit: 5:11
Sind wieder früh losgefahren und haben in Guben am Bahnhof auf Christian gewartet. Christian stammt aus Berlin und ist unser Sponsor bezüglich der Hängematten. Als er hörte, dass wir diese Strecke nehmen hat er spontan angerufen und gesagt, er würde gerne einen Tag mit uns mitfahren. Als Begrüßung hatte ich auch direkt einen Platten. Sein insgesamt fünfter. Doch diesmal tauschten wir erst mal nur den Schlauch aus. Flicken kann man ihn ja später noch. Waren an der Oder-Neiße-Mündung und sind nun ca. 30 km vor Frankfurt/Oder. Wir zelten mitten im Grenzgebiet zwischen etlichen Mücken. Der Bundesgrenzschutz fuhr an uns vorbei, hat uns aber nicht entdeckt. Ich denke, die haben Wärmebildkameras? Der 3000ste Kilometer wurde von uns erreicht.
52. Tag Montag, 18.06.2001 von Eisenhüttenstadt bis Alt Zeschdorf Km: 50,2 Gesamt: 3099 Durchschnitt: 14,5 gefahrene Zeit: 3:27
In der Nacht hat es geregnet und gewittert. Vorher wurden wir von den Viechern zerstochen. Haben gegen Mittag Christian zum Bahnhof nach Frankfurt/Oder gebracht. Anschließend wollten wir ins Internetcafe in der Bücherei. Doch die befindet sich gegenüber dem Rathaus und das war komplett gesperrt. Ein roter Teppich war ausgelegt und viele Polizisten standen herum. Ich fragte, ob denn jemand Wichtiges kommen möge. Als Antwort erhielt ich: „Wenn Ihnen der Name Schröder was sagt?“. Naja, sind wir halt weiter gefahren. Am heutigen Campingplatz konnten wir uns ein Ruderboot ausleihen. Es war lustig, denn es hatte ein Loch im Boden. Aber wir bekamen eine leere Maisdose mit. Damit konnten wir das Wasser immer rausscheppen. War aber halb so schlimm. Hatten anschließend einen schönen Sonnenuntergang.
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