Michael Moll - Reisebuchautor, Fotograf und Weltenbummler / Radreise durch Europa <body> <p>Informationen über Sabbatjahre (Sabbatical), Ausstieg auf Zeit, Leben im Wohnmobil und weltweite Reisen ohne Flugzeug</p> </body>

Die Weltenbummler

Informationen über Sabbatjahre (Sabbatical), Ausstieg auf Zeit, Leben im Wohnmobil und weltweite Reisen ohne Flugzeug

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(Die Bilder sind leider in schlechter Qualität und zu klein eingescannt.)

39. Tag
Dienstag, 05.06.2001
von Neuburg a.d. Donau bis Vohburg Menning
Km: 49,6
Gesamt: 2297
Durchschnitt: 15,5
gefahrene Zeit: 3:11

Haben mein Rad heute morgen erst mal zur Werkstatt gebracht. Dort gab es sehr nette und schnelle Hilfe, sogar das Internet wurde uns angeboten, was wir allerdings dankend ablehnten, weil es bei uns ja länger dauert, als nur die eMails abzurufen. Anschließend ging es dann weiter. In Ingolstadt haben wir uns ein wenig die Innenstadt angeschaut, bis wir vor der Touristenzentrale standen und feststellten, dass der Radweg rechts und links weitergeht. Aber wir hatten keine Ahnung, von wo wir gekommen sind. Also schnell rein ins Büro und nachgefragt. Die Antwort war in einem patzigen Ton: “Regensburg liegt in Richtung Osten!“. Danke für die aufschlussreiche Erklärung. Warum sind die Mitarbeiter in diesen Bürosmonacob immer so unfreundlich wenn man wissen möchte, wie man aus Ihrer Stadt heraus kommt? Tja, und auf dem Weg dorthin passierte es: der erste Platten. Es traf mich und zwar am Hinterrad. Ist ja kein Problem. Schnell die Taschen runter, das Flickzeug rausgekramt und weitergefahren. Das Flickzeug? Wo war das Flickzeug? Nach ca. 20 Minuten und dreimaligem Leerräumen aller Taschen haben wir festgestellt, dass wir das Flickzeug zu Hause zu den Sachen gepackt haben, die nicht mitkommen. Wir haben unseren gesamten Hausstand dabei, Lebensmittel für einige Tage, Ausrüstungsgegenstände im Wert von mehreren hundert Mark, aber einen Flicken für 5 Pfennig? Und das erklär mal einem Radler, der uns zwar weiterhalf, aber etwas erstaunt anschaute angesichts unserer Sachen, die schön um uns verbreitet herum lagen. Abends hat Michael seine Isomatte geflickt, die seit drei Tagen undicht war. Er wachte morgens immer wieder auf und hatte das Gefühl auf dem harten Boden zu liegen. Um es vorweg zu nehmen: Es brachte nicht viel, alle möglichen Flicken wollten nicht halten und so musste er sich daran gewöhnen. Ich habe mittlerweile ganz viele Insektenstiche von der Größe von 1 DM und bis zu 5 DM- Stücken. Juckreiz, Rötung, Schwellung.

 

40. Tag
Mittwoch, 06.06.2001
von Vohburg Menning bis Herrnsaal (Kelheim)
Km: 40,2
Gesamt: 2337
Durchschnitt: 17,3
gefahrene Zeit: 2:19

Morgens regnet es mal wieder. Gegen halb 11 machten wir uns dann aber auf den Weg. Doch nach 50 Metern mussten wir schon wieder anhalten. Michaels Kette ist abgesprungen und hat sich ziemlich hartnäckig festgesetzt. Nach 10 Minuten ging es dann aber weiter. Sind heute freiwillig die Landstraße gefahren, weil dies auf der Karte kürzer aussah als der Radweg. Fehler! Kurz vor Kelheim ging es nur bergauf und bergab. Tempo 50!! Uiuiui, war aber anstrengend. Und zwei Kilometer vor dem Campingplatz hatte ich dann meinen ersten Platten. Leider hatten wir noch keine Gelegenheit Flickzeug zu kaufen... Also ist Bianca erst mal zum Campingplatz, hat ihre Taschen dort gelassen, ist zurück und hat meine Taschen geholt, während ich dann mein Rad getragen habe. Das alles natürlich im strömenden Regen. Anschließend haben wir dann auch ihre Isomatte geflickt. Seltsam, dass beide nach knapp fünf Wochen gleichzeitig an der selben Stelle kaputt gehen.

 

41. Tag
Donnerstag, 07.06.2001
von Herrnsaal (Kelheim) bis Regensburg
Km: 27,1
Gesamt: 2364
Durchschnitt: 18,6
gefahrene Zeit: 1:27

Nun konnten wir heute morgen wieder weiter, nachdem uns ein Ehepaar mit einem Wohnmobil Flickzeug leihen konnte. Aber es brachte nichts. Michael hatte heute auf dem Weg nach Regensburg noch drei (!) Platten hinten.panne2b Muß ich erwähnen, dass wir immer noch kein Flickzeug haben? Irgendwie kamen wir dann doch noch in Regensburg an und kauften uns zwei Mäntel (der Hauptgrund für die Platten, denn sie waren hinten ziemlich abgefahren und jedes noch so kleines Steinchen bohrte sich so durch den Mantel), einen Bremsklotzsatz (unser Vorrat war nach den Alpen schnell aufgebraucht) und endlich auch Flickzeug. Und eine Baltikumkarte haben wir jetzt auch. Der Internetanschluß in der Sparkasse Regensburg kostet nur 3,00 DM die Stunde. Das ist ja fast geschenkt, wenn wir an die Preise in Frankreich denken. Meine Stiche am rechten Schienbein sind mittlerweile so groß wie Eier. Es ist schon die zweite Nacht in Folge, in der ich wegen des starken Juckreizes wach werde. Haben die Mäntel ausgewechselt, Kartenmaterial studiert und wollen ab morgen endlich mal wieder weiter kommen.

 

42. Tag
Freitag, 08.06.2001
von Regensburg bis Furth i. Wald
Km: 106,9
Gesamt: 2471
Durchschnitt: 17,5
gefahrene Zeit: 6:05

Folgen nun dem Regentalradweg, der sehr schön und ruhig ist, bis nach Cham (ca. 70 km). Dort grenzt dann der Chambtalradweg an den Regentalradweg. Leider konnten wir aber der Beschilderung nicht folgen, weil mitten auf dem Weg plötzlich ein Drehkreuz und Zäune stehen. In Cham findet eine Gartenschau statt. Daher durften wir wieder einmal einen Umweg machen, der allerdings nicht ausgeschildert war und erst von uns lange gesucht werden durfte. Sind aber stolz, dass wipolengrenzbrückebr die Strecke heute geschafft haben. Am frühen Abend regnete es dann mal wieder, hatten aber unterwegs nur einen kurzen Schauer gehabt. Nun sind wir nur noch 3-5 km von tschechischen Grenze entfernt.

 

43. Tag
Samstag, 09.06.2001
von Furth i. Wald bis Podhaji (CZ)
Km: 32,0
Gesamt: 2503
Durchschnitt: 14,2
gefahrene Zeit: 2:15

Wir sind in Tschechien. Sind dem Radweg 2014 gefolgt, bis zur Grenze am Waldanfang ist er geteert, der Rest mündet in einem völlig verwachsenem Wald. Absolut nicht zu empfehlen. Haben die Räder auf Schotterpisten durch den Böhmer Wald bergauf geschoben. Danach waren wir fix und alle. Sind nun auf einem Autocampingplatz (so heißen die hier). Zelten verboten. Haben dafür jetzt ein kleines Zimmerchen. Mit Betten, Licht und einem Tisch. Was will man mehr? Und es kostet die Hälfte von dem Campingplatz vorgestern in Regensburg. Und gegessen haben wir richtig gut, mit Getränken für nur 12,- DM. So gefällt es uns. Meine Stiche sind immer noch da, jucken aber nicht mehr so. Ach, ja. Und kaum sind wir hier angekommen fing es natürlich an zu regnen.

 

44. Tag
Sonntag, 10.06.2001
von Podhaji bis Stanovisce (Marianske Lazne = Marienbad)
Km: 62,9
Gesamt: 2566
Durchschnitt: 17,5
gefahrene Zeit: 3:34

Wurden heute mit Handschlag verabschiedet. Das passierte uns nicht, als wir eine Woche in Südfrankreich geblieben sind und nicht wenig Geld dort da gelassen hatten. So werden uns die Berührungsängste mit Osteuropa schnell genommen. Was haben wir nicht alles aus der Heimat hören müssen, als wir mitteilten, wo wir nun lang fahren werden: „Osteuropa? Ist doch viel zu gefährlich und bestimmt auch dreckig.“ Von wegen, die Plumpsklos hatten wir in Italien und Südfrankreich. Und gefährlich gegenüber Touristen ist es meistens auch nur da, wo Touristen sind. Und wo sind wohl mehr Touris? An der Cote d’Azur oder in Tschechien und Polen? Und eigentlich wollten wir ja durch Spanien (Barcelona, Alicante). Ist es dort sicherer? Zurück zur Tour: Der Betreiber hat uns noch seine Karte von Tschechien zur Verfügung gestellt, damit wir uns Markierungen machen können, wo noch weitere Plätze sind. Losgefahren sind wir dann im Trockenen, aber der Regen ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Es ging allerdings die gesamte Strecke bergauf und ab. Am Anfang war es sehr anstrengend. Dann ging es aber. Konnten im „Konsum“ einkaufen, trotz Sonntag. Der Regen hört kaum auf. Habe seit vorgestern leichte Beschwerden im Knie.

 

45. Tag
Montag, 11.06.2001
von Stanovisce bis Sadov (Ostrov)
Km: 57,8
Gesamt: 2624
Durchschnitt: 18,8
gefahrene Zeit: 3:04

Im Großen und Ganzen blieb es trocken. Regen fiel natürlich, aber die Sonne ließ sich auch blicken. Kamen durch Karlovy Vary und sind fast auf einer Autobahn gefahren. Die Städte sind aber hässlich und unheimlich. Michael stand neben -wir nennen sie mal Bedürftige-, während ich einkaufen war. Er sagt, das war nicht besonders prickelnd. Aber immerhin haben sie ihn nicht belästigt. Und streng genommen, gibt es so Leute auch bei uns vor Kaufhäusern. Man bekommt ständig Vorurteile eingetrichtert. Dabei ist es hier nicht unbedingt schlimmer. Die Dörfer riechen allerdings unangenehm nach Qualm und alle haben Hunde. Zum Glück hinter Zäunen. Doch die Landschaft ist hier sehr schön. Ein Bach, Wälder, Felsen, es war richtig toll. Das Gebäude für die sanitären Einrichtungen auf dem Campingplatz ist hier ganz neu und sauber. Nur merkwürdigerweise sind die Duschvorhänge nicht gerade breit. Was soll´s? Sind ja eh alleine hier.
 

 

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