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Da ich im Laufe der Zeit immer wieder Anfragen zum Thema “Leben im Wohnmobil” erhalte, habe ich beschlossen, einen kleinen Treffpunkt für Interessierte einzustellen. In diesem sehr einfachen Forum möchte ich einen Platz bieten, damit sich jeder, der Fragen hat oder ein ähnliches Projekt plant, mit anderen austauschen kann. Ich bitte, die guten Sitten zu wahren und sich untereinander höflich zu verständigen. Sexuell anstößige, fremdenfeindliche und beleidigende Postings werde ich sofort löschen. Zudem bitte ich darum, keine Links auf andere Seiten zu setzen.

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Überwintern in Deutschland in einem Wohnmobil
Nun ist soweit. Erst war, wie allgemein üblich, die Idee. Aus der Idee, im Wohnmobil zu leben, wurde ein Plan. Das Für und Wider wurde gegeneinander gestellt und ich entschied mich dafür. Sonst würde ich nun nicht hier sitzen und darüber schreiben.

Samstag, 13. November 2004, 19.15 Uhr
Doch von Anfang an: Die Wohnung wurde gekündigt. Die Möbel, von denen ich prinzipiell nicht viel habe, eigentlich sind es nur ein paar Bretter und ganz wenige Kisten, wandern im Augenblick noch zwischen zwei Garagen hin und her. Meine Reiseführer und meine Donald Duck-Comics liegen sicher verwahrt im Keller meiner Mutter. Der PC ist in meinem ehemaligen Kinderzimmer aufgebaut und alles andere habe ich immer bei mir. Bei mir bedeutet, in einem 91er Ford Transit, der von Euramobil zu einem Wohnmobil aufgebaut ist. Das Auto ist komplett eingerichtet. Es existieren drei Kochplatten, die mit Gas betrieben werden, ein Kühlschrank, den ich mir aber spare, weil es draußen kalt genug ist. Ein komplettes Badezimmer, wobei ich die Toilette aber nicht benutze. Sie ist seit 13 Jahren im Auto und wurde vom Vorbesitzer benutzt. Dementsprechend ist das Innenleben, ich möchte mich nicht weiter äußern. Dann gibt es noch über der Fahrerkabine ein schön kuscheliges Bett und neben der Sitzgruppe im „Erdgeschoss“ einen Gasofen der so richtig warm macht. Ich sitze gerade daneben und überlege, meinen Pulli auszuziehen. Wohlgemerkt, draußen sind es knapp 5 oder 6 Grad, wir haben November. Aber ich muss eh gleich raus, mal die Hände waschen. Das mache ich bei McDonald´s. Denn dort stehe ich in diesem Augenblick auf dem Parkplatz und räume den Wagen auf.

Im Wohmobil zu übernachten ist ja nichts neues für mich. Allerdings es zu tun, wenn ich in meiner Heimatstadt bin, ist schon was anderes. Es gibt also abends keine Couch oder TV. Ich betrachte dies alles aber bereits schon als Teil meiner nächsten Reise. Ab nächster oder übernächster Woche werde ich auf Teilzeit in Bonn arbeiten und in der freien Zeit sitze ich hier am Laptop und schreibe weiter an meinen Büchern. Ich versuche so normal wie jeder andere zu leben. Auch ich werde mir mal eine Pizzza bestellen (bin ja mal auf das Gesicht von dem Pizzaboten gespannt ;-)). Mein Entertainment besteht aus zahlreichen Büchern, die ich mir schon seit Monaten vornehme zu lesen sowie das Radio. Genug zu tun habe ich auch. Und ab und zu kann ich mir ja auch mal eine Runde Solitär auf dem Laptop erlauben.

Anfangs habe ich niemandem davon erzählen wollen, dass ich in einem Wohnmobil lebe. Als ich es doch tat, wurde ich immer recht skeptisch angeschaut. Mittlerweile macht es mir Spaß, die Leute zu schocken. Es ist ja unüblich und man ist nicht normal und gehört nicht zur Gesellschaft, wenn man so dubiose Dinge tut...

Aber hat schon mal jemand darüber nachgedacht, eiszapfen4awieviel Geld man sparen kann? Es fallen die Kosten der Wohnung weg, die der E-Werke, die Festnetzgrundgebühr und der mögliche Ärger mit Nachbarn. Hinzu kommt, dass ich mit dem Auto nächtigen kann, wo ich möchte. Sollte ich Lust darauf haben, mit Blick auf den Essener Baldeneysee einzuschlafen, dann mache ich das halt...Was die rechtliche Seite angeht, betrachte ich es so, dass ich irgendwo parke und mich zur Erholung in mein Bett lege. Dies kann mir niemand verwehren. Zudem werde ich niemanden belästigen, indem ich mich mit Campingklamotten breit mache. Aber es gibt natürlich auch Ausgaben. Es erhöht sich leicht der Spritverbrauch, weil man häufiger unterwegs ist, genauso wie die Handykosten leicht ansteigen werden. Aber dies liegt an einem selber. Tja, und dann bleiben noch die Gaskosten. Aber die sind minimal, da eine Gasflasche mit 12 Litern nur rund 11 Euro kostet. Mal schauen, wie lange sie hält.

Hier an dieser Stelle werde ich also in unregelmäßigen Abständen mal einen kurzen Lagebericht von mir geben. Außer, dass ich heute morgen unsanft von den Essener Entsorgungsbetrieben geweckt wurde, gibt es aber noch nicht viel zu berichten. Es ist halt ein Tag wie jeder andere. Im Augenblick bin ich aber auch noch mit viel zu vielen Dingen beschäftigt um mir Sorgen zu machen, dass ich mich einsam fühlen oder mich langweilen könnte. So bleibt also nur abzuwarten, was passiert.

Sonntag, 14. November 2004, 20.07 Uhr
Die zweite Nacht liegt nun hinter mir. Letzte Nacht stand ich mit meinem Fahrzeug auf einem Wohnmobilstellplatz in Hattingen. Denn die kleine Stadt an der Ruhr hat meiner Heimatstadt eines auf jeden Fall voraus. Dort befinden sich fünf extra für Wohnmobile ausgewiesene Stellplätze. In Essen gab es auch mal einen. Doch da wurde leider randaliert und so hat die Stadt ihn sogleich wieder geschlossen. Schade, dass das Thema dann direkt ganz begraben wird. Hier auf dem Stellplatz, wo ich mich nun befinde ist lediglich ein Schild aufgestellt, dass man hier ausdrücklich nächtigen darf. Mehr wünscht man sich doch gar nicht. Vielleicht schafft es die Stadt Essen ja auch irgendwann mal in der Zukunft einfach irgendwo ein Blechschild anzubringen...vielleicht kommen dann ja auch mehr Touristen um sich mal das Weltkulturerbe anzuschauen...

Ich wäre auch heute hier gar nicht weg gefahren. Nach einem lange Spaziergang an der Ruhr nach dem Aufstehen musste ich aber doch heute nachmittag kurz los. Leider habe ich vergessen, Frischwasser aufzufüllen. Also bin ich vorhin zu meiner Mutter, konnte dort wie zufällig in den Genuss eines Mittagessens kommen, meine Mails lesen, die Lindenstrasse gucken und ...ach ja...Wasser holen. Blöd ist nur, dass ich das Wasser in einem Plastikkanister oder in PET-Flaschen aufbewahren muss. Der Wagen verfügt über eine Dusche, ein Waschbecken und über ein Spülbecken. Das Wasser dafür wird in einem 100 Liter-Wassertank transportiert, doch besser nicht im Winter. Wenn sich Wasser in der Wasserpumpe befindet und diese friert, kann das teuer werden. Also muss die etwas umständlichere Lösung herhalten. Egal, sonst gibt es bisher keine Probleme. Draußen ist es nebelig, die Ruhr fließt in unmittelbarer Nähe vorbei, der Parkplatz ist wieder leer und hier drinnen dudelt leise das Radio. Soll ich was sagen? Es ist schön!!!!
 

 

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