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Schon bei unserer Ankunft begrüßte uns ein Reh in den Rheinauen und gab uns das Gefühl von Idylle. Nur wenige Meter entfernt befindet sich eine kleine Fähre, auf der man den Altarm des Rheins überqueren kann. Irgendwie tat uns der Fährmann leid, weil jeder die vier Kilometer entfernte Brücke nutzte und sich uns die Frage stellte, ob die Fähre überhaupt gebraucht wird. Dabei waren die Preise mit 45 Cent pro Person recht passabel. Auf der anderen Seite des Altarms liegt übrigens die zu Kleve gehörende Ortschaft Düffelward. Hier musste ich ein wenig schmunzeln, weil sich das in meinen Ohren so anhört wie der mögliche Nachname eines Cousins von Donald Duck. Es fehlte irgendwie bloß der Vorname Dietbert oder so. Dietbert Düffelward, als Name in einem Entenhausener Comic vielleicht gar nicht so schlecht.
Die Nacht wurde wirklich so ruhig und angenehm, wie von uns erwartet. Über Kleve machten wir uns wieder auf den Weg in die Niederlande und folgten der Strecke, die wir bereits 2007 radelten, als wir zu unserem Frachtschiff in der Normandie wollten. Veluwezoom hieß unser nächster Nationalpark, gleich in der Nähe von Arnheim, der ebenfalls einen viel versprechenden Eindruck hinterließ. Das Besucherzentrum war sehenswert und schön, nur fanden wir leider keine geeignete Übersicht über die Wanderwege, vor allem Kilometerangaben waren Mangelware. Vielleicht haben wir aber auch nicht richtig geschaut, denn gedanklich waren wir ohnehin schon beim nächsten Nationalpark. Der viel größere und weitaus bekanntere Park „De Hoge Veluwe“ liegt ja direkt nebenan und hatte sowieso schon unsere Vorfreude geweckt. Also schnupperten wir nur kurz in den Veluwezoom hinein und begaben uns zu seinem großen Bruder.
De Hoge Veluwe hat drei Eingänge und kann entweder zu Fuß betreten oder mit einem Auto befahren werden. Wir ließen das Auto draußen stehen und zahlten die 7,50 € Eintritt pro Person. In diesem Preis inbegriffen ist aber dann der kostenlose Verleih eines Fahrrades. An jedem Eingang stehen zahlreiche weiße Fahrräder, die man sich einfach nehmen darf. Mit ihnen macht sich man sich dann auf den Weg, den Park zu erkunden. Wir entschieden uns für den südlichen Parkeingang Schaarsbergen, von dem aus es rund 11 Kilometer bis zum Besucherzentrum mitten im Park sind. Auch hier wurden wir gleich von einem Reh bestaunt, welches im dichten Wald zu erkennen war.
Der Radweg ist ausgebaut und führt durch wunderbare Heidelandschaft und an einer schönen Sanddüne vorbei. Dabei sind wir noch sehr weit von der Küste entfernt. Kiefernduft liegt in der Luft und wir erinnern uns ob der schönen Landschaft an Touren durch Norwegen, Schweden und Estland. Wir waren hellauf begeistert von dem, was wir sahen und waren der Ansicht, das Auto draußen stehen zu lassen, war eine gute Idee. Wir verzichteten zwar auf den Besuch der Kröller-Müller-Museums, aber ließen das Besucherzentrum nicht aus, deckten uns mit Souvenirs ein und radelten weiter nordwärts zum Jagdhaus St. Hubertus. Dort ließen wir einfach die Räder stehen und wanderten fast sieben Kilometer zurück zum Besucherzentrum, wo wir uns die nächsten Fahrräder schnappten. An Mooren und weiteren weiten Heidelandschaften vorbei, kamen wir abschließend wieder am südlichen Eingang aus. Insgesamt beherbergt der Park 42 Kilometer Radwege, von denen wir 28 kennen lernten und zwei Kilometer doppelt radelten. Zu den 30 Kilometern Radelspaß kamen noch insgesamt zehn Kilometer, die wir zu Fuß zurück legten. Um es kurz zu sagen: Wir kamen voll auf unsere Kosten und fanden den Eintrittspreis unter diesen Umständen nicht nur gerechtfertigt, sondern auch äußerst günstig. Der Park schließt erst um 22 Uhr seine Pforten, d.h. man könnte also auch noch bis zur Dämmerung bleiben und an einem der vielen Aussichtspunkte, Picknicktischen oder Hochsitzen bleiben und auf Großwild hoffen. Neben Rehen, Wildschweinen und Hirschen gibt es auch Mufflons im Park, von denen wir aber leider keine antrafen.
Wir waren hellauf begeistert und werden sicherlich nochmal nach De Hoge Veluwe fahren, aber für diesen Park muss man nicht nur Zeit mitbringen, sondern sich auch bewegen wollen, damit man ihn wirklich wahrnimmt.
Fazit: Vier der 20 Nationalparks in den Niederlanden haben wir aufgesucht. In zwei von ihnen (De Groote Peel und De Hoge Veluwe) hielten wir uns länger auf und wurden dafür mit toller Landschaft belohnt, zwei weitere (Maasduinen und Veluwezoom) weckten unsere Neugier und werden uns in Zukunft sicherlich auch nicht enttäuschen. Die weiteren sechzehn Parks werden demnächst hier vorgestellt.
Hier gibt es die Fahrt durch die Niederlande als Track für Google Earth und hier die Wanderung durch den Nationalpark Hoge Veluwe als Kml-Datei.
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