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Erst auf dem Friedhof selbst bekommen wir wieder frische Luft. Die Gruft von Evita ist nichts besonderes, der Friedhof schon. Es gibt keine Blumen, nur wilde Katzen, die zwischen den zahlreichen Gruften hin- und herlaufen. Dabei scheint man sich selbst im Tod noch überbieten zu wollen. Große Statuen verzieren die mehrstöckigen kleinen Gebäude. Im manche kann man reinschauen und die aufgebahrten Särge sehen, manche bröckeln schon auseinander und geben die Holzkiste unfreiwillig zum Vorschein.
Der optisch sauberste Teil der Stadt ist das Hafenviertel, ein Neubauviertel mit Restaurants und einem Museumsschiff. Dafür ist aber dort das Wasser im Hafenbecken ziemlich versifft und erinnert eher an einen Milchkaffee. An einem Tag besuchen wir ein militärisches Segelschiff der kolumbianischen Regierung, die sich für einen Tag repräsentieren und uns beim Betreten des Schiffes salutieren. Am Heck befindet sich die kolumbianische Flagge in einer Dimension, da hätte man sich fünfmal drin einwickeln können. Aber sehr freundlich, die Kolumbianer, gefällt uns sehr gut. An einem anderen Tag ist Moni in der Heiligen Messe der Kathedrale während ich ein wenig mit der ältesten U-Bahn der Südhalbkugel unter der Erde hindurch fahre. Mit offenen Fenstern und alten Holzbänken ein echtes Erlebnis.
Na, und schließlich fahren wir mit der Schnellfähre der Gesellschaft Buquebus noch über den Rio de la Plata in den Ort Colonia del Sacramento auf uruguayischer Seite. Dort ist es recht angenehm und es machte Spaß in der kleinen Ortschaft spazieren zu gehen, die auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO steht. Und tatsächlich, in Uruguay fahren noch sehr viele alte Autos aus vergangenen Zeiten. Mit dem Bus düsen wir von dort aus in die Hauptstadt Montevideo, wo aber kaum ein Unterschied zu Buenos Aires auszumachen ist. Nur die 180 km lange Landschaft zwischen Colonia und Montevideo gefällt uns sehr gut. Trotzdem sehnen wir uns wieder nach Mitteleuropa zurück, immerhin haben wir schon Halsschmerzen vom S mog der argentinischen Hauptstadt und nachdem wir so einige Zeit dort wohnen, ist auch irgendwann das Gefühl weg, dass wir die Stadt lustig finden. Dies lag aber nicht nur daran, dass wir den Taschendiebstahl bei McDonalds beobachten können oder uns im Taxi Falschgeld untergejubelt wurde, was wir erst beim Einkauf merken bzw. mitgeteilt bekommen, sondern auch am Dreck, den Abgasen, der Lautstärke und so vielem mehr.
Sehnlichst erwarten wir unser Schiff und so gehen wir am letzten Abend in Argentinien zum Containerhafen um Ausschau zu halten, obwohl wir wissen, dass es erst am nächsten Tag da sein wird. Plötzlich ruft Moni: „Da schau, ein Wohnmobil.“ In der Tat, diesen Anblick haben wir schon seit Monaten nicht mehr gehabt und bei einem Blick aufs Kennzeichen gehen wir schneller, denn es kam aus Deutschland. Der allein stehende Fahrer ist bereits 70 Jahre alt und kam vor drei Tagen mit der „Grande San Paolo“, ebenfalls ein Grimaldi-Schiff, in Argentinien an. Wir unterhalten uns und wünschen uns nach fast einer Stunde noch gegenseitig alles Gute und eine gute Weiterreise. Später sehen wir seinen Stellplatz am Containerhafen, der uns selbst in europäischen Regionen abgeschreckt hätte. Aber ein vertrautes Bild ist dann doch dieses Plastikfußbänkchen vor der Wohnmobiltür. Ein letztes Mal gehen zum Hotel zurück, ein letztes Mal ins Internet, ein letztes Mal an Land gehen wir schlafen. Gute Nacht, Argentinien und denkt dran: Las Malvinas sind britisch!
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