Michael Moll - Reisebuchautor, Fotograf und Weltenbummler / Per Bus und Rad durch Südamerika <body> <p>Informationen über Sabbatjahre (Sabbatical), Ausstieg auf Zeit, Leben im Wohnmobil und weltweite Reisen ohne Flugzeug</p> </body>

Die Weltenbummler

Informationen über Sabbatjahre (Sabbatical), Ausstieg auf Zeit, Leben im Wohnmobil und weltweite Reisen ohne Flugzeug

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Straßenbild Buenos AiresTäglich gehen wir in das so genannte Mikrozentrum, das sich östlich des Wahrzeichens erstreckt, dem Obelisken. Dieser war im Übrigen schön verpackt, als wir Buenos Aires erreichten. In schwarz-rot-goldenen Tüchern leuchtete er weithin sichtbar und meine Kathedrale von innenbescheidene Seele nahm zunächst an, dies wäre mir zu Ehren so gestaltet worden. Später erfuhren wir jedoch, dass es sich bloß um die 150jährige deutsch-argentinische Freundschaft handelte. Der Obelisk steht auf der Avenida 9 Jullio, der angeblich breitesten Straße der Welt. Sie hat zwarMetrozugang in der Tat 20 Fahrspuren, was im Berufsverkehr zu Erstickungsanfällen führt, aber die Hauptstraße in Brasiliens Hauptstadt Brasilia kam mir breiter vor. Aber ich schweife ab, also auf der Ostseite der Avenida befindet sich das U-Bahn mit HolzbänkenMikrozentrum mit dem Präsidentenpalast und der Straße Florida. Florida ist zehn Blocks lang und eine reine Fußgängerzone. Voll und laut sowieso aber auch kaputt. Zweimal sehen wir, wie Fußgänger in Schlaglöcher fallen bzw. stürzen. Dreckig ist sie auch, denn alle zehn Meter bekommt man Flugblätter in die Hand gedrückt. Würde man jedes nehmen, hätte man am Ende de Straße eine ganze Menge zu tragen. Auf jedem Block befindet sichWache mindestens ein Zeitungskiosk, der hinterste hat sogar deutsche Magazine, teilweise zwar veraltet, aber das macht nichts. Für unsere Schiffsreise reicht es alle Mal. Für die, die es ganz genau wissen wollen: Vom Retiro aus gesehen, der erste Kiosk auf der Florida, gleich neben McDonalds. Davon gibt es übrigens drei oder vier alleine auf dieser Straße. Von den anderen im Mikrozentrum ganz abgesehen.

WachablösungManche Ladeneingänge entpuppen sich sogar als große Einkaufspassagen, so dass man dort auch noch lange bummeln kann. Eine Passage fällt uns besonders auf. Nicht nur, weil vier oder fünf junge Leute am Eingang stehen und Zettel verteilen, sondern weil die ganze Passage nur aus kleinen Computergeschäften besteht. Nichts anderes als Computerzubehör in mehr al 20 Lädchen.

MetroWir beschließen, in einer kleinen Bäckerei, wie wir sie nur ein einziges Mal auf der gesamten Florida finden, leckere Gebäckteilchen zu kaufen. Schon während der gesamten Reise aßen wir diese kleinen Dinge jeden Tag. Meistens kauften wir so um die zehn Stück, die dann genauso viel kosteten, Spinne im Größenvergleichwie ein einziges in Deutschland. Allerdings waren in den kleinen Städten Argentiniens mehr Bäckereien zu finden, als in der Hauptstadt – seltsam. In dieser einen Backstube ist es zudem noch etwas skurril, nachdem wir bestellen und die Brottüte erhalten, gibt man uns auch noch einen Zettel in die Hand. StraßeDaraufhin müssen wir uns einfach nur umdrehen, einen einzigen Schritt machen und an der separaten Kasse bezahlen. Und damit alles schließlich seine Richtigkeit hat wird dieser winzige Zettel noch mit dem Stempelaufdruck „Pagado“, also Bezahlt versehen. Zu allem Überfluss Obeliskmuss man beim Betreten dieses wirklich kleinen Geschäftes auch noch eine Wartemarke ziehen, an die sich aber sowieso kein Mensch hält. Wohlgemerkt, der Laden ist mit Verkaufstheke höchstens 12 qm groß.

Gehen wir zum Hotel zurück, dass sich auf der anderen Seite der Avenida 9. Jullio befindet und die Straße ein Stück weiter, so kommen wir Obeliskzum Kongress. Dorthin gehen wir jedoch nur ein einziges Mal. Erstens gibt es nicht sonderlich viel zu sehen, zweitens stank es unheimlich und drittens campierten ausgerechnet vor dem Kongress zahlreiche Obdachlose, die sich dort nachts an brennenden Fässern aufwärmen. Man kann nicht sehen, wo Avenida 9 Juliosie ihr Geschäft verrichten, aber man kann es riechen. Der gesamte Vorplatz vom Kongress stinkt nach menschlichem Urin und Hundekot, das hier wieder häufiger anzutreffen ist. Avenida 9 JulioUns fällt es schwer, sich diese Gegebenheiten vor dem Berliner Reichstag vorzustellen.

Ebenso stinkt es im vornehmeren Stadtteil Recoleta. Dort gehen wir Friedhof in Recoletaeinmal um den Friedhof herum, auf dem Eva „Evita“ Peron begraben liegt. Während wir an den Außenmauern entlang laufen, habe ich zweimal würgen müssen du mich beinahe übergeben, so Grab von Eva Evita Peronwiderlich stinkt es dort. Zudem muss man wirklich aufpassen, wo man hintritt, da die Hundereste im Abstand von maximal nur einem Meter entfernt sind. Dazwischen kann man an den Schmierspuren aber gut erkennen, dass die Einheimischen weniger zimperlich sind und sich aus diesem Dreck anscheinend wenig machen.

 

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