Die Weltenbummler

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12. Tag
Um halb 3 klingelte der Wecker. Wir wollten auf keinen Fall verpassen, wie unsere Atlantiküberquerung endet und das Einlaufen in der Karibik sehen. Wir gingen aufs Deck und sahen in geringer Entfernung die Lichter der Insel St. Maarten. Allerdings kreuzte daTaxi Murder Zeitung Titelbilds Schiff noch vor der Küste, bis es irgendwann mal den Hafen ansteuerte. Moni legte sich wieder hin und ich beendete derweil das Puzzle. Um halb 6 war es dann soweit. Der Lotse war an Bord, die Sonne dämmerte und die Matrosen verzurrten die Marfret Normandie am Hafenkai. Wir sind da! Nach 3558 Seemeilen erreichen wir die Insel, zweigeteilt ist. Der Norden gehört zu Frankreich und ist somit Teil der EU, der Süden gehört zu den Niederländischen Antillen, ist aber kein Teil der EU. Witzigerweise befindet sich damit mitten in der Karibik die einzige Grenze zwischen Holland und Frankreich und die wollen wir natürlich sehen. Also schnell in den Frühstücksraum noch was futtern und ab aufs Land. Zu erreichen was das aber nicht so komfortabel wie in Le Havre über eine Gangway, sondern über eine Sprossenleiter, die an der Reling festgezurrt war. Super, wie in alten Piratenfilmen. Der kleine Frachthafen und somit auch das Schiff befanden sich in der Nähe von Philipsburg, der Hauptstadt des südlichen Abschnitts. Wesentlicher Anlaufpunkt dort ist die Einkaufsstraßem die mit Musikuntermalung an einen Freizeitpark erinnert. Die dortigen Geschäfte waren aber wStraße in Port-of-Spaineniger für uns gedacht, ein Juwelier neben dem anderen und wenn es kein Juwelier war, dann konnte man dort steuerfrei Alkohol und Zigaretten kaufen. Eine Flasche Wodka für $5 (€ 3,80) und eine Stange Zigaretten für $10 (€ 7,50), doch Internetverbindungen waren recht teuer (15 min. für 4$, also 3 Euro). Doch wofür das Ganze? Für die Tausenden von US-Touristen, die mit ihren Kreuzfahrtschiffen tagtäglich hergebracht warden. Da aber die Touristensaison beendet war und die Hurrikansaison begonnen hatte, hatten wir Glück und es gab kein Schiff in der Bucht außer unserem. Weniger Glück hatten mit dem Wetter. War ja klar dass es regnen würde, wenn wir an Land gehen. Aber bei einer Temperatur von 30 Grad Celsius war es zu überleben.

Die Menschen auf der Insel, allesamt farbiStraßenbild Port-of-Spaing, waren durch die Reihe freundlich und hilfsbereit. Fragte man nach dem Weg, ließen die Leute alles stehen und liegen um zu helfen. Kein Wunder dass auf den Kfz-Nummernschildern der Werbeslogan steht: St. Maarten – The friendly Island. Allerdings nur auf den Schildern des Südens. Die Autos aus dem Norden hatten – bis auf geringe Abweichungen – französische Nummernschilder, inklusive dem blauen EU-Symbol.

Wir verließen die Stadt zu Fuß und begaben uns nach Norden, wo wir an der Grenze ein Pingufoto machen wollten. Unterwegs erzählten uns Einheimische, dass wir doch den Bus nehmen sollten, koste nur 1$ pro Person. Okay, aber wie sehen hier die Busse aus? Wir hatten noch keine gesehen. Es waren kleine Privatfahrzeuge a la Ford Transit oder VW Bus, nur auf “Toyotanisch”. ManAutokennzeichen Trinidad muss noch nicht mal zu einer Haltestelle oder dem Busfahrer winken. Es reicht, wenn man an der Straße steht und blöd durch die Gegend guckt, schon hält einer an und fragt, ob wir mitkommen wollen. Und so waren wir ruckzuck an der Grenze, bei der bloß ein Schild auf das andere Territorium hinweist und machten ein Foto. Unterwegs empfahl uns der Fahrer noch die Hauptstadt Frankreichs. Also nicht Paris, sondern vielmehr vom französischen Inselabschnitt – Marigot. Doch nach so vielen Tagen Einsamkeit auf hoher See direct zwei Stadtbesichtigungen an einem Tag? Nein, danke. Wir nahmen den Bus in die andere Richtung, saßen bei lauter Musik (ausnahmsweise keine karibische) zwischen 13 Farbigen und düsten zwischen den Hügeln der Insel zurück nach Philipsburg. Dort hüpfte ich noch einmal schnell in das smaragdgrüne warme Wasser, bevor wir wieder zurück zum Schiff gingen.

Beim Abendessen passierte es dann: Micha hatte mal wieder einen seiner großartigen Einfälle. Ich dachte darüber nach, dass wir in Trinidad aussteigen werden, eine Woche dort bleiben müssen (wegen der Fähre nach Venezuela) und dann wochenlang durch Venezuela, Brasilien, Guayan und SurinameLinksverkehr Trinidad und Tobago reisen um nach Französisch Guayana zu kommen. Das Ganze jedoch nur, um denselben Weg zurück zu nehmen (ca. 1000 km), weil Französisch Guayana eine Sackgasse ist. Und wie ich so darüber nachdachte, dass wir in vielen Wochen nud nach zahlreichen finanziellen Ausgaben (7x Hotel Trinidad, Fähre nach Venezuela, Übernachtungen, Visagebühren Guayana und Suriname) genau an der Stelle sein werden, wo das Schiff ind dem wir gerade zu Abend essen, in drei Tagen sein wird, fragte ich mich, warum wir eigentlich nicht auf dem Schiff bleiben werden ?

Wir würden ja nichts verpassen. Port-of-Spain bzw. Trinidad sehen wir bei unserem Landgang, durch Guyana und Suriname müssen wir so oder so, bräuchten aber nur ein Visum anstatt zwei und auf der Strecke in Venezuela, die wir bereisen würden, interessiert uns eigentlich nur die Gran Sabana. Eine fantastische Landschaft, die aber so gelegen ist, dass wir nur einen Umweg von 100 km machen müssen.

Tja, aber wir sitzen jetzt auf dem Schiff, dass gerade in St. Maarten beladen wird und heute in der Nacht abfährt. Dann heißt eStraßenverkehr auf der Karibikinsels : 36 Stunden Fahrt in der Karibik bevor wir in Trinidas sind und aussteigen müssen. Kann man also spontan mal eben die Pläne andern, die nicht nur uns, sondern das gesamte Schiff betreffen? Man kann! Ich erzählte Moni von meiner Idee und wir gingen nochmal alles gründlich durch. Die Hauptfrage war die Immigration, doch da Französisch Guayana zur EU gehört, gibt es dort kein Problem. Aber werden wir dort ein Visum für Suriname beantragen können? Um diese Frage zu klären, verließen wir fluchtartig über die Sprossenleiter das Schiff und wollten zu einem Internetcafe. Es war kurz vor 19 Uhr und um spätesten 21 Uhr muss jeder wieder an Bord sein, so die Order vom Kapitän.

Also hetzten wir durch die feucht-schwüle AbFlagge von Trinidad und Tobagoendhitze der Karibik, doch es hatte alles schon geschlossen. Ob Juwelier, Souvenir oder Internetcafe – alles zu. Nur die extreme gekühlten Casinos erfreuten sich der Besucher, die dort ihr Geld lassen. Aber einen Internetterminal gab es dort nicht. So konnten wir die Frage also nicht beantworten, doch wir waren entschlossen unsere Reiseroute genauso zu ändern. Dafür mussten wir mit dem Kapitän sprechen. Aber wann? Momentan ist er schwer beschäftigt und im Hafen ist es für Passagiere verboten, die Brücke zu betreten. So können wir also nur bis morgen warten, wenn wir wieder auf See sind. Aber wird es dann nicht zu spät sein?

 

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