Die Weltenbummler

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2. Tag
ALAAAARM!!! Völlig aufgeregt weckt mich Moni mit den Worten, dass etwas passiert Sprossenleitersei. Es hört und fühlt sich alles anders an Tatsächlich, das Bett vibriert jetzt viel mehr und das Schiff, das um das Bett gebaut wurde, auch. Ich springe in den Wohnraum, schaue aus dem Fenster und sehe in der Dunkelheit ein Schleppschiff, das mit unserem verbunden ist. Es geht also los, morgens um 2. Wir ziehen uns an, gehen an Deck und beobachten, wie die Leinen gelöst werden und das riesige Schiff mit dem Schlepper durch den Hafen von Le Havre manövriert wird. Wir erkennen im Vorbeifahren das Rathaus, die Kirche und die Strandpromenade. Langsam entfernt sich die Stadt, um uns Karibik hohe Luftfeuchtigkeitherum wird es dunkler. Der ganze Vorgang dauert bis halb vier. Unsere vierte Nacht in Le Havre - mal wieder mit Unterbrechung geschlafen. Wir gehen wieder ins Bett und werden wenig später vom Wecker geweckt.

Moni:” Oje, da draußen ist nur Wasser und es wackelt so.” Ich stehe auf, will zum Fenster gehen uInsel der Juwelierend lerne dabei unbeabsichtigt alle vier Ecken des Wohnzimmers kennen. Aber es gefällt mir, völlig motiviert und voller Freude auf den ersten Tag auf hoher See schlüpfe ich in die Schuhe und will zur Kabinentür. Die Türklinke habe ich bereits in der Hand, als mich Moni fragt, wo ich hin will. “Na, zum Frühstücksraum. Essen und den Kapitän kennen lernen.” Doch Moni antwortet: “Soweit ist er nicht weg. Wir haben erst 5 nach 7″. Oh, also hinsetzen und warten.

Nach dem Frühstück, bei dem es auch etwas Warmes gibt (heute: Corned Beef) gehen wir wieder in unsere kleine Wohnung. Plötzlich höre ich ein vertrautes Geräusch: Moni bekommt eine SMS: Auch wenn wir die Küste nicht mehr sehen, ist Pilipsburg auf St. Maartensie wohl nicht weit weg. Ich mache mein Handy an und sende auch noch eine Nachricht in die Heimat.

Moni geht es zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz so gut. Sie fühlt sich schlecht und bleibt nur noch auf der Couch liegen. Beim Lunch mümmelt sie ein bisschen Salat, legt sich danach gleich wieder hin.

Das auf dem Tisch ausgebreitet Puzzle rühre ich auch nicht an. Die Teile sind mir zu klein, müsste ich mich darauf konzentrieren würde es mir auch schlecht gehen. Also verbringe ich den Nachmittag mit Lesen. Nur einmal wage ich mich raus und gehe zum ersten Mal zum Bug. Unter den tonnenschweren Containern hindurch erreiche ich die Spitze des Schiffes, muss mich aber sKaribikstrandtändig und gut festhalten. Die Nase des Frachters taucht tief in die Wellen ein, das Wasser spritzt meterhoch an mir vorbei. Nein, zu gefährlich und zu unheimlich. Ich gehe schnell wieder in die Kabine. Gegen 17 Uhr, aus dem Weltempfänger ertönen gerade die Nachrichten der Deutschen Welle, springt Moni von der Couch und rennt ins Bad. Es folgen irgendwelche Würgegeräusche und ein jammerndes:”Micha, mir iTelefonzellest ja so schlecht.” Damit steht fest, wie der Titel des heutigen Tagebucheintrages lautet: “Moni kotzt”

Das Dinner lässt sie dementsprechend ausfallen und ich gehe alleine die leckeren Nudeln und Hackfleischbällchen essen. Doch ausgerechnet bei diesem Essen erscheint nun auch der Kapitän mit seiner Frau. Er heißt den Schweizer Passagier und mich Willkommen und fragt nach Moni. Der Kapitän entschuldigt sich dass er so selten am Tisch sitzt aber er hatte St. Maartengestern und heute viel zu tun. Danach folgen ein paar erste Informationen. So könnten wir beispielsweise per Satellitentelefon telefonieren. Eine Minute würde einen US-Dollar kosten. Die Bordwährung ist sowieso nur Dollar. Dann erhalte ich eine Preisliste und einen Bestellzettel für Getränke und Snacks. Diese werden zu vernünftigen Preisen angeboten. Das Mitbringen unserer Getränke war also nicht notwendig, aber weiß man es vorher?

Schließlich gibt es noch ein wenig Smalltalk und ich schaffe es, dass der Kapitän fassungslos den Kopf schüttelt, als ich von unseren Plänen berichte. Er sieht im Übrigen nicht aus wie Kapitän Smith, sondHaus mit Ananasern eher militärisch zackig. Zudem ist er mit 39 Jahren verhältnismäßig jung.

Nach dem Essen kam der Sicherheitsinspektor und bat um zahlreiche Unterschriften mit denen ich bestätigte, dass er uns alles gezeigt und erklärt hat. Ja, die Bürokratie ist auch auf hoher See nicht wegzudenken. Anschließend gab es noch ein Identifikationsbild und eine Deklaration unStrandserer Wertgegenstände für den Zoll.

Danach traf ich den ersten Maschinisten aus Polen, der uns direkt für den morgigen Samstagabend in die Bar zu einer kleinen Feier einlud. Er hatte Namenstag und dieser hat in Polen größeren Stellenwert als der Geburtstag. Ich mache mich danach auf dem Weg zum Küchensteward um zu erfragen, wo ich denn unsere bestellten Getränke abholen könne, aTropischer Regenls ich am Mannschaftsraum der Matrosen vorbei komme. Als man mich sah wurde ich sofort fröhlich und laut herein gewunken. In Sekundenschnelle machte man mir einen Platz frei und gab mir eine Getränkedose. Der Videorekorder spielte einen amerikanischen Film mit holländischem Untertitel in einer sagenhaften Lautstärke. Die Philipinos haben wohl ein anderes Verhältnis zur LautstPhilipsburgärke als wir Europäer. Die Schauspieler im Fernsehen schreien, die Philipinos schreien, alle schreien. Hauptsache laut und durcheinander. Zwei von ihnen hatten Geburtstag und deswegen wurde gefeiert. Später soll es noch Karaoke geben. Nachdem ich brav gratulierte, öffnete ich die silbern leuchtende Dose und erwartete einen kühlen Schluck Cola-Light. Ich hätte genauer hinsehen sollen, es war Bier. SAutokennzeichen St. Maarteno sitze ich also mitten zwischen zehn laut schreienden philippinischen Matrosen, werde mit Bier abgefüllt, muss Fragen zur Reise beantworten und meine Stimme nun gegen den Fernseher ankämpfen lassen, während Moni zwei Etagen über mir in stiller Einsamkeit an Seekrankheit stirbt.

 

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