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(Die Bilder sind leider in schlechter Qualität eingescannt.)
1. Tag: Samstag, 28.04.2001 von Essen nach Bonn km: 61,4 Gesamt: 61 km Durchschnitt: 12,2 km/h Gefahrene Zeit: 5:00 h
Als wir unsere Räder aus den Garagen holen, das erste Foto schießen, treffen wir einen Garagennachbarn, der sich sofort anbot ein, Foto zu machen; am Borbecker Bahnhof erzählt uns ein etwas nerviger Typ seine uralte Sportgeschichte, hilft aber mit den Fahrkarten und im Zug werden wir gefragt:”Seid ihr nicht die, aus der Zeitung?” Jau, das sind wir. Und das waren unsere ersten Eindrücke. Wir haben noch keinen Tritt in die Pedale gemacht und standen schon mit etlichen Leuten im Gespräch. Aber mittlerweile waren wir das ja auch gewohnt. Kurz vor unserer Abreise in den letzten Tagen hatten wir ja doch noch eine ganze Menge Stress. Die Presse gab sich bei uns die Klinke in die Hand. Am lustigsten war aber der WDR, der für zwei Minuten Bild material zwei Tage unserer Reisevorbereitungen “klaute”. Aber Spaß hat es gemacht. Und nun saßen wir im Zug nach Leverkusen-Langenfeld. Der Grund hierfür war ganz einfach: Wir wollten zum einen nicht mit den ungewohnten Packtaschen im Moloch Ruhrgebiet starten sondern direkt am Rhein und dann kam noch etwas Psychologie ins Spiel. Wir wären wohl am ersten Tag nicht weiter als 50 oder 60 Kilometer gekommen. D.h. wir wären abends dort gewesen, wo wir in letzter Zeit recht häufig mit dem Auto in einer knappen halben Stunde waren. Nun, der Radweg in Leverkusen endet mitten in einer Baustelle nachdem wir über Schotter und riesigen Felsbrocken radeln mussten. Haben wir halt den Bauzaun am Bayer-Werk “durchtrennt”. Und Bianca hätte es fast vom Rad gerissen, als ein rot-weißes Flatterband straff über den Weg gespannt war und sie es nicht sehen konnte. Das war unser erste Tag. Beinahe-Unfälle, schlechtes Wetter und das Zelt steht kurz vor Bonn direkt am Rhein auf einer Halbinsel mitten in Matsch und Brennesseln.
2. Tag: Sonntag, 29.04.2001 von Bonn nach Andernach Km: 58,2 Gesamt: 119 km Durchschnitt: 13,0 km/h Gefahrene Zeit: 4:28 h
In Bonn läuft die Radstrecke schön am Rhein entlang. Größtenteils ist es heute trocken. Wir hatten in Königswinter heute unser erstes Handy-Interview mit Radio Essen. Und anschließend kam der große Durst. Vor der Tour haben wir alle möglichen Reiseberichte gelesen:”Radfahren in der Wüste”, “Radfahren in Sibirien”. Immer wird vor Wassermangel gewarnt. Und jetzt hier mitten in der Zivilisation haben wir Durst und keine Möglichkeit weit und breit. Bis wir nach einer halben Ewigkeit endlich eine kleine Tankstelle finden. DAS passiert uns nicht mehr! Haben heute per Fähre die Rheinseite gewechselt und stellen die Zelt unter Obstbumen auf. Dürfte eigentlich nicht gesehen werden. Morgens ist Bianca direkt beim Losfahren ein Stück Draht in den Speichen hängen geblieben. Wir dachten schon, das wäre unser erster Speichenbruch. Zum Glück ist nichts passiert.
3.Tag: Montag, 30.04.2001 von Andernach nach St. Goar Km: 70,4 Gesamt: 190 km Durchschnitt: 13,8 km/h Gefahrene Zeit: 5:06 h
Die ganze Nacht hat es geregnet und gewittert. Das was sich als abgestochenes Schwein heute Nacht anhörte erwies sich als Falke. Es klang aber ziemlich unheimlich. Kamen tagsüber zügig voran, kaum Gegenwind. Vor Koblenz wurden die Räder unfreiwillig sauber, da der Radweg 10 cm unter Wasser steht. Sonne, warme Luft...Merkwürdiges Wetter. Und unser erster Sonnenbrand. Auf den Armen und im Gesicht hat es uns erwischt. Unser erstes Higlight erscheint: das Deutsche Eck in Koblenz, dass allerdings ziemlich gut von Touristen besucht wird, doch es eignet sich aber für eine schöne Pause. Auf unserem ersten Campingplatz der Tour in St. Goar lädt uns ein holländisches Ehepaar (ca. 70 Jahre) zum Tee ein (schwarzer Tee!). Sie sind unterwegs von Rotterdam nach Korsika und machen dort sechs Wochen Ferien. Wir h aben abends gerechnet, denn zu dem Zeitpunkt werden wir nämlich noch lange unterwegs sein. Ist ein komisches Gefühl. Biancas linkes Knie schmerzt sehr. Sie hat es gekühlt. Unser Zelt stand genau unter einer Laterne, die abends natürlich leuchtete...Beim nächsten Mal müssen wir auf so was achten.
4. Tag: Dienstag, 01.05. 2001 von St. Goar bis Mainz Km: 72,8 Gesamt: 263 km Durchschnitt: 13,7 km/h Gefahrene Zeit: 5:16 h
Es ist der 1. Mai – ein Feiertag! Allen Menschen fiel heute ein, dass sie noch ein Fahrrad im Keller stehen haben. Und alle mussten auch gleich bei dem schönen Wetter am Rhein entlang fahren. Uns gehen diese Menschen ziemlich auf den Zeiger. Die ersten 20 km ließen sich gut fahren. Aber dann: Bingen ist sehr fahrradunfreundlich, irgendwie gibt es dort ganz viele Radwege, die alle irgendwo enden und weiterführen. Wir stehen plötzlich in irgendeiner Unterführung mit einer Gruppe Feiertagsausflügler, die alle nicht wissen, wohin. An einem Biergarten haben wir eine dreiviertel Stunde vergebens auf unsere Pizza gewartet. Da sich überhaupt keine Möglichkeit zum Wildcampen ergab, zelten wir schon wieder auf einem Campingplatz (Mainz/Laubenheim). Die Autobahn ist direkt nebenan.Und die Einflugschneise für den Frankfurter Flughafen genau über uns.
5. Tag: Mittwoch, 02.05.2001 Von Mainz bis Mannheim Km: 81,4 Gesamt: 344 km Durchschnitt: 13,4 Gefahrene Zeit: 6:02 h
Heißes Wetter. Gemischter Wegbelag (Matsch, Wiese, Asphalt). Konnten auf Landstraße 33 km/h erreichen (Stolz!). Und wir erhielten die bisher witzigste Wegbeschreibung eines Amerikaners in Pfälzer Dialekt. Klang verdammt lustig. Kurz vor Mannheim hat uns ein älterer Herr mehrere Kilometer begleitet und die Umgebung erklärt (BASF-Werk) und uns zu einer Fährüberfahr t über den Altrhein eingeladen. Sehr nett, danke. Im Übrigen ist es sehr interessant, was man alles lernt. Altrhein - haben wir vorher nie gehört. Und auf einmal stehen wir mitten auf einer kleinen Fähre, die mit einer Kette von Ufer zu Ufer gezogen wird. Endlich mal ein richtiger Campingplatz! Wieder direkt am Rhein, und dort bieten uns Camper ihren Tisch und die Stühle an. Also nett sind die Leute eigentlich alle. Bis auf den einen Spinner, der uns in Mannheim in irgendeinem Park auf seinem Rad entgegenkam und uns anblaffte, wir sollen rechts fahren. Klar, und das in einem Park, wo alle kreuz und quer durcheinander laufen. Aber das ist wohl typisch deutsch. Ob wir im Ausland auch so blöde angemacht werden? Haben sehr selten den Rhein gesehen. Doch dafür waren wir im Internetcafe in Worms und haben unseren ersten Eintrag gemacht.
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