Dealey Plaza

Roadtrip durch Texas

Bei unserem Roadtrip durch die USA kamen wir im Süden des Landes natürlich auch durch Texas. Wir waren gerade auf dem Weg von den Außerirdischen in Roswell (New Mexico) zur Golfküste, genauer gesagt nach New Orleans in Louisiana.

Staatsgrenze zu Texas

Staatsgrenze zu Texas

Dabei durchquert man Texas auf einer Breite von über 800 Kilometern. Das ist natürlich eine sagenhafte Entfernung und innerhalb Europas würde man Tage, wenn nicht gar Wochen oder Monate benötigen, um sämtliche Sehenswürdigkeiten entlang so einer langen Strecke zu besichtigen.

Verlassene Tankstelle

Verlassene Tankstelle

In Texas ist das ein wenig anders. Texas gehört zu den Fly-Over-States, also zu den amerikanischen Bundesstaaten, über die man normalerweise hinwegfliegt, wenn man von der Ostküste zur Westküste möchte. Da wir generell nicht mit dem Flugzeug fliegen sehen wir uns lieber auch mal unspektakuläre Landschaften an.

Einsame Interstate

Einsame Interstate

Zugegeben, ganz so unspektakulär ist Texas nicht. Dennoch kann es über eine sehr lange Zeit ziemlich monoton sein, wenn man durch die flache Landschaft reist. Kein Berg, kein See, kein Wald. Eigentlich nur weite, flache Landschaft. Selbst die Baumwollplantagen, auf die wir uns ein wenig gefreut hatten, waren rar gesät.

Einsame Stadt

Einsame Stadt

Zunächst überquerten wir an der Grenze zwischen New Mexico und Texas eine Zeitzone. So weit, so gut. Doch die Landschaft, die uns in New Mexico schon wenig gefallen hatte, abgesehen vom wirklich empfehlenswerten White Sands National Monument, änderte sich ab der texanischen Grenze natürlich nicht.

Heruntergekommen wirken die Geschäfte

Heruntergekommen wirken die Geschäfte

Es war aber nicht nur die Landschaft, die wir als Ödnis empfanden. Vielmehr sagten uns auch die Ortschaften nicht zu. Diese waren natürlich in typisch amerikanischer Form angelegt und bestanden aus breiten, rechtwinkligen Straßenzügen. Fußgänger waren kaum zu sehen und so wirkte jede Stadt ein wenig ausgestorben. Das wurde auch noch unterlegt von einigen leerstehenden Ladenlokalen.

Baumwolle

Baumwolle

Wir fragten uns, was die Menschen, die dort leben, eigentlich so den ganzen Tag machen. Für uns sah es mancherorts wirklich extrem langweilig aus. Es ist ja nicht so, dass nur der Ort langweilig ist. Will man in den Nachbarort, dann fährt man durch eine ebenso triste Landschaft und stellt in der nächsten Kleinstadt fest, dass es dort genauso heruntergekommen wirkt.

Verlassene Häuser

Verlassene Häuser

Deutsche Spuren in Texas

Wir übernachteten in Wichita Falls, einer größeren Stadt in der Nähe der Staatsgrenze zu Oklahoma. Am nächsten Tag wurde dann aber plötzlich alles anders. Man kann den Unterschied auch sehr gut in der Satellitenkarte bei Googlemaps erkennen: Westlich von Wichita Falls wird es deutlich grüner. Und in der Tat wirkte die Landschaft gleich viel freundlicher.

Idylle wie in Deutschland

Idylle wie in Deutschland

Baumwollplantage

Baumwollplantage

Kurioserweise muss ich sagen, dass es sogar ein wenig wie in Deutschland aussah. Farbenfrohe Felder säumten den Weg und es waren sogar eine Vielzahl an Windrädern zu sehen – in den USA ansonsten eher eine Seltenheit.

Willkommen im texanischen Münster

Willkommen im texanischen Münster

Wir witzelten ein wenig, ob das historische Gründe haben könnte. Denn die Ecke in Texas, in der wir nun unterwegs waren, ist geprägt von den Spuren deutscher Auswanderer. Genau das war nämlich überhaupt der Grund, warum wir die Gegend nördlich von Dallas erkundeten. Wir wollten uns mal anschauen, was aus den Orten wurde, die deutsche Auswanderer gründeten bzw. in denen sie sich breit gemacht hatten.

Deutsche Spuren in Texas

Deutsche Spuren in Texas

Muenster in Texas

Zu diesen Städten zählte zum Beispiel auch Muenster. Schon alleine der Ortsname ist natürlich eindeutig. Und in der Tat gibt es in Muenster deutsche Spuren deutlich zu sehen. Zunächst scheint man in einen gewöhnlichen amerikanischen Ort hineinzufahren. Doch wenn man in die Main Street abbiegt, sieht man gleich auf der linken Seite eine Betonwand, auf der typische deutsche Häuser mit entsprechend deutscher Beschriftung aufgemalt sind. Da heißen die Fachwerkhäuser Metzgerei und Süsswarengeschäft.

Wandbemalungen auf Deutsch

Wandbemalungen auf Deutsch

Auch die angrenzenden Wohnhäuser und Geschäfte sehen hin und wieder ganz nett aus und laden einen mit einem Willkommensschild ein – natürlich auf Deutsch geschrieben. Und schräg gegenüber befindet sich das Fischer’s – ein Lebensmittelhersteller, der von deutschen Auswanderern gegründet wurde. Das ist allerdings schon lange her und mittlerweile wird der Betrieb von den Nachfahren geführt.

Das Fischers in Muenster

Das Fischers in Muenster

5 Dollar für deutsches Brot oder Strudel

5 Dollar für deutsches Brot oder Strudel

 

Deutsches Brot in den USA ist teuer

Gekauft hatten wir da allerdings nichts. Wir hatten zwar auf ein leckeres deutsches Brot gehofft. Aber bitte nicht für über 5 Dollar. Auch seltsam gekühlte Strudel konnten uns nicht beeindrucken. Aber das Geschäft war gut besucht und das auf einem Sonntag. Es schien beinahe so, als würde jeder Einwohner aus der Region seinen Sonntagsausflug nach Fischer’s machen. Würde uns nicht wundern, viel mehr gab es ja in Muenster nicht zu sehen.

Öffentliche Eismaschine

Öffentliche Eismaschine

Reizvolle Kleinstadt

Reizvolle Kleinstadt

Auf dem weiteren Weg nach Dallas kamen wir noch nach Gainesville und besuchten die dortige Bäckerei Rümpy’s. So richtig überzeugen konnte uns das dortige Warenangebot jedoch auch nicht. Pizza, Würstchen im Brötchen, angelieferte Strudel von Fischer’s und lieblos eingepackte „German Brownies“ gab es dort zu kaufen.

Seit wann gibt es deutsche Brownies

Seit wann gibt es deutsche Brownies

Über die „German Brownies“ wunderte ich mich ein wenig. Ich musste es echt nochmal nachlesen, aber auch die Wikipedia behauptet sowohl auf der deutschen als auch auf der englischen Seite, dass Brownies eine amerikanische Erfindung sind. Von „German Brownies“ zu reden, mutet daher irgendwie seltsam an.

Das Attentat auf John F. Kennedy

Am Nachmittag kamen wir dann in Dallas an und steuerten unseren SUV auf einen Parkplatz nahe der Dealey Plaza. Logisch, jeder Tourist, der sich in Dallas aufhält, schaut sich den Ort an, an dem der amerikanische Präsident John F. Kennedy einem Attentat zum Opfer fiel.

Dealey Plaza

Dealey Plaza

Genau an der Stelle der Straße, an der Kennedy die Kugel in den Kopf bekam, ist heute eine Markierung. Dass man diesen Ort fotografiert ist irgendwie nachvollziehbar. Aber dass man sich dort auf die Straße stellt und ein Selfie mit dem Schulbuchlagerhaus macht, ist schon irgendwie schräg.

Hier wurde JFK getötet

Hier wurde JFK getötet

Rundgang auf der Elm Street

Wir spazierten noch ein wenig um die Dealey Plaza herum, an der es zahlreiche Informationen und historische Fotos zu sehen gibt. Legendär natürlich auch der berühmte Holzzaun, hinter dem ein Schütze vermutet wurde. Lediglich das Museum im einstigen Schulbuchlager ließen wir aus. Die Geschichte und die Verschwörungen rund um das Attentat waren uns ausreichend bekannt.

Abschließend waren wir der Meinung, dass Texas im Verhältnis zur Größe des Bundesstaats relativ wenig zu bieten hat, aber dennoch abwechslungsreich ist. Nach einem tristen Start erlebten wir im Osten von Texas dann doch noch eine nette Landschaft und waren froh, dass wir beide Seiten des US-Staates kennengelernt hatten.

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