Das Landwasserviadukt in der Schweiz

Bei der Fahrt mit dem Bernina-Express von Chur in der Schweiz nach Tirano in Italien überquert man auch das Landwasserviadukt bei Filisur. Das Viadukt ist 65 Meter hoch und etwas über 130 Meter lang. Erbaut wurde es zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Besondere am Landwasserviadukt ist jedoch die Tatsache, dass der Zug auf der einspurigen Trasse direkt von der Brücke in einen Fels bzw. in einen Tunnel hineinfährt. Würde die Brücke also nicht existieren, dann hätte die senkrecht aufragende Felswand einen Tunneleingang in 65 Metern Höhe.

Auf der Fahrt von Chur nach Tirano – die übrigens auf der Liste der Weltkulturerben der Unesco verzeichnet ist – hatte ich die Gelegenheit, im Führerstand mitzufahren, bei der mit der Lokführer ein paar Hintergrundinfos gab. Interessant fand ich dabei, dass er in der Leitstelle anrief und dort nachfragte, ob er langsam über die Brücke fahren darf. Das ist für die Touristen nämlich immer ein ganz besonderes Erlebnis. In unserem Fall wurde ihm die Genehmigung jedoch nicht erteilt, weil der Zug ohnehin etwas Verspätung hatte. So fuhren wir also mit der für diese Brücke üblichen Geschwindigkeit über das Landwasserviadukt.

Der Lokführer erzählte mit einem Augenzwinkern aber auch, dass man sich früher auch schon mal über die Anweisungen der Leitstelle hinweggesetzt habe. Doch seit es dort eine Webcam gibt, würden die Lokführer sich jetzt an die Anweisungen halten. Auf der Rückfahrt von Tirano nach Chur saß ich hinten in einem der Panoramawagen und bin bei Filisur extra nach ganz hinten gegangen, wo man die Fenster öffnen kann. Da hatte ich dann die Gelegenheit, bei offenem Fenster zu fotografieren. Anscheinend hatten wir auf der Rückfahrt keine Verspätung, denn bei dieser Fahrt fuhr der Zug sehr langsam über die Brücke, wie man auf dem Video unten auch gut erkennen kann.

Ein beliebtes Fotomotiv ist aber auch das Landwasserviadukt von oben. Zwischen Filisur und Tiefencastel gibt es nämlich einen kleinen Wanderparkplatz, von dem aus man einen Aussichtspunkt gut zu Fuß erreichen kann. Dabei unterquert man eine weitere Brücke, die den Schmittnerbach überspannt. Diese Brücke ist natürlich nicht mit dem Landwasserviadukt zu verwechseln.

Kurz hinter der Unterführung geht es noch ein weiteres Stück bergauf und schon steht man an einem Aussichtspunkt mit Sitzbank, der zum Verweilen einlädt. Wer viel Zeit mitbringt, kann stundenlang beobachten, wie die Züge des Bernina-Express, der Albulabahn oder auch einfach nur Güterzüge das Landwasserviadukt überqueren und direkt in den Tunnel einfahren.

Hier ist übrigens die Lage des Landwasserviaduktes:

Und zum Abschluss noch ein kurzes Video von der Rückfahrt, also wenn man den Tunnel verlässt und sich direkt auf dem Viadukt befindet. Gut zu erkennen ist die gemächliche Fahrt, weil der Zug Zeit hat:

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für deinen Bericht.
    Ich war erst einmal in der Schweiz, da war ich allerdings nur in Zürich. Im April nächstes Jahr möchte ich allerdings eine kleine Tour durch die Schweiz machen und suche deswegen ein paar Sachen, die man sich in der Schweiz anschauen kann. Jetzt weiß ich, dass das Landwasserviadukt einer dieser Sachen ist.

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