Zahnradbahn

Bergfahrt mit der Zahnradbahn – Snowdon

Als ich vor Kurzem über die Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Gornergrat schrieb, fiel mir ein, dass ich ja noch gar nichts von der Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Snowdon in Wales zeigte. Ich hatte zwar bereits über Llanfair geschrieben, was gleich um die Ecke liegt, und auch im Reisebericht „Mit dem Wohnmobil nach Wales“ berichtete ich bereits über die Besteigung vom höchsten Berg in Wales, aber eben nicht ausführlich. Lediglich im Reiseforum erzählte ich ein wenig davon.

Aber was heißt schon Besteigung? Im Gegensatz zum Scafell Pike in England, der Wanderung auf den Ben Nevis und die Wanderung auf den Carrauntoohil, die alle auf der gleichen Reise stattfanden, kam in Wales alles anders. Wir verließen nämlich an einem frühen und grauen Morgen unseren Wohnmobilstellplatz und erreichten nach einer kurzen Fahrt den Parkplatz, der ein idealer Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den Snowdon im Snowdonia-Nationalpark sein sollte.

Doch der Parkplatz war bereits gerammelt voll und der Parkwächter verwies uns auf einen anderen, weiter unten gelegenen Parkplatz in der Nähe der Ortschaft Llanberis. Von dort aus hätte man mit einem Shuttle-Bus zum Wanderparkplatz kommen können, aber irgendwie sagte uns das nicht zu. Außerdem war das Wetter an diesem Morgen mehr als bescheiden und wir hatten ohnehin schon wenig Lust zur Wanderung auf den höchsten Berg von Wales. Entgehen lassen wollten wir uns das aber auch nicht.

Doch bei der Fahrt durch Llanberis sahen wir Schilder, die auf eine Zahnradbahn hinwiesen und ich erinnerte mich daran, davon bereits gelesen zu haben. Was lag also näher, das mal auszutesten?
Wir fuhren auf den Großparkplatz in Llanberis und begaben uns zur Talstation, um entsprechende Tickets zu kaufen. Allerdings waren die nächsten Bahnen bereits komplett belegt und es standen nur noch Plätze in einer Bahnfahrt am frühen Nachmittag zur Verfügung. Also kauften wir die Tickets, schauten uns den Ort an und zogen uns in unser Wohnmobil zurück, bis unser Zug an der Reihe wäre.

In dieser Zeit hörte zumindest schon einmal der Nieselregen auf und sogar die dicken Wolken verzogen sich. Aber um von einem schönen Wetter reden zu können, hätte man immer noch lügen müssen.

Wir setzten uns in die Snowdon-Bahn und saßen dichtgedrängt mit anderen Fahrgästen ziemlich in der Mitte des Waggons. Um uns herum nur Menschen und mit jedem Meter, den wir fuhren, stellten wir fest, dass der Wanderweg richtig schön zu sein schien. Einige Wanderer blieben stehen, schauten unserem Zug hinterher, andere gingen schnellen Schrittes bergab. Bergauf ging um diese Zeit kaum noch jemand. Ohne uns abzusprechen hatten wir beide das gleiche Bedürfnis, draußen sein zu wollen und diesem schönen Wanderweg zu folgen.

Als wir oben an der Bergstation ankamen, standen wir jedoch zunächst im dichten Nebel. Zu sehen war kaum etwas. Und was war schon die Spitze vom Snowdon? Sie bestand in erster Linie aus der Bergstation, in der sich die Menschen ebenso hineindrängten wie in den Zug. Und als ob sie noch nie etwas gegessen hätten, stürmten sie den Imbiss. Es war einfach nur laut und unangenehm. Außerhalb der Station ging es in wenigen Schritten zu einer metallenen Platte, die den höchsten Punkt von Wales markierte – der Gipfel des Snowdon. Wir machten ein Standard-Foto mit Pingu und waren uns sehr schnell einig, dass wir nun nicht eine Dreiviertel Stunde warten würden, bis uns die Zahnradbahn wieder ins Tal bringen würde. Wir erinnerten uns daran, was wir aus der Bahn heraus gesehen hatten: Einen wunderbar einfachen Wanderweg parallel zur Bahntrasse und waren uns sicher, dass wir schon deutliche Höhenmeter gemacht haben werden, bis „unser“ Zug unser überhaupt überholen würde.

Und so war es denn auch. Wir verließen den 1.085 Meter hohen Snowdon und waren schon 400 Höhenmeter tiefer als die Bahn dann irgendwann kam. Eine weitere Stunde später waren wir dann auch schon wieder in Llanberis angelangt. Während der Wanderung verzogen sich auch noch die meisten anderen Wolken und wir hatten eine wirklich tolle Tour hinter uns gebracht, gepaart mit der ersten Zahnradbahn-Fahrt seit meiner Kindheit.

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