Bahntrasse an der Essener Gruga

Bahntrassenradeln im Ruhrgebiet

Auch im Ruhrgebiet kann man wunderbar radeln. Nicht umsonst habe ich bereits an drei Radreiseführern für das Ruhrgebiet gearbeitet. Denn neben den herkömmlichen Radwegen an Flüssen, Kanälen oder im Wald hat uns der Kohleabbau des letzten Jahrhunderts einige alte Bahntrassen hinterlassen. Auf diesen verkehrten die Güterzüge – machmal auch Personenzüge -, mit denen Kohle, Erz oder Abraum transportiert wurde. Viele dieser Trassen wurden in den letzten Jahren zu Radwegen umgebaut, auf denen man kreuzungsfrei durch die Städte radeln kann. Von der Erzbahntrasse, die in der Nähe der Bochumer Innenstadt beginnt (genauer gesagt am Westpark) und zum Rhein-Herne-Kanal am Gelsenkirchener Zoo führt, habe ich schon vor einigen Jahren ein paar Bilder gezeigt.

Bei strahlendem Sonnenschein war es mal wieder an der Zeit, das Fahrrad hervor zu holen. Das ist übrigens immer noch das selbe Transportmittel, das ich im Jahr 2001 auf der Radreise durch Europa und im Jahr 2007 bei meiner Reise durch Südamerika benutzte. Treu ergeben tat es auch dieses Mal seinen Dienst, als ich schnell in die Essener Innenstadt radelte und diese ausschließlich über einstige Bahntrassen verließ, um die Ruhr zu erreichen.

An der Uni Essen verläuft die Trasse der Rheinischen Bahn ab dem ehemaligen Bahnhof Essen-Nord. Dabei passiert man den noch jungen Krupp-Park am ebenso jungen Berthold-Beitz-Boulevard. Es ist noch gar nicht so lange her, dass hier, mitten im Zentrum einer deutschen Großstadt, riesiges Brachland war – entstanden durch die alten Krupp-Gelände. Wenig später folgt der künstliche Niederfeldsee, der irgendwie nicht fertig werden will. So zumindest mein Eindruck.

Später erreicht man den Borbecker Mühlenbach, an dem man innerhalb weniger Minuten die Gruga-Trasse erreicht. Dieser Weg ist zwar deutlich schmaler als die Trasse der Rheinischen Bahn, entstand aber ebenfalls durch eine ehemalige Bahnlinie.

Auf der Gruga-Trasse kommt man an der Margarethenhöhe vorbei, die als erste deutsche Gartenstadt bezeichnet wird. Gleich dahinter folgt der Grugapark, der 1929 als Große Ruhrländische Gartenbauausstellung seine Pforten öffnete. Es folgen die Grugahalle als Veranstaltungshalle und die benachbarten Messehallen. Damit ist man bereits in Essen-Rüttenscheid, einem beliebten Wohn- und Szeneviertel, angekommen und dennoch kann man ganz ohne Pkw-Verkehr weiter auf der Gruga-Trasse radeln und sich die nächsten vier Kilometer einfach nur bergab rollen lassen, damit man im sogenannten Annental die Ruhr erreicht.


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Sind die Bahntrassen bei sonnigem Wetter bereits gut gefüllt, dann ist das gemütliche Radeln oder Spazierengehen am Ruhrufer nicht mehr möglich. Entweder biegt man nach rechts ab und folgt dem überlaufenen Weg Richtung Baldeneysee, Mülheim und Duisburg oder man bleibt geradeaus und radelt in Richtung Bochum, Witten oder sogar ins Sauerland. Ich für meinen Teil bin an dieser Stelle ausgestiegen und habe den Heimweg angetreten. Mit rund 25 Kilometern, die innerhalb einer Großstadt fast ohne Pkw-Verkehr auskommen, ist das ein ganz guter Einstieg in die Fahrradsaison. Finde ich.

Und zum Schluss noch ein kurzer Zusammenschnitt der Route, auf der man ganz gut erkennen sollte, wie voll die Wege sein können:

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