Von Tallinn nach München auf dem Landweg

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    • Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Es ist zwar noch eine Weile hin, aber bei komplizierteren Dingen kann man ja nie früh genug mit der Planung anfangen.
      Und zwar werde ich nächstes Jahr im Juni mit einer Reihe von Freunden nach Finnland reisen. Am Schluss der Tour steht dann noch ein gemeinsamer Tagesausflug in die estnische Hauptstadt an, und dann geht es per Flugzeug zurück nach Deutschland. Ich möchte auf dieser Strecke aber nicht gerne fliegen, sondern lieber die Strecke etappenweise auf dem Landweg zurücklegen. Auf dem Hinweg werde ich wohl mit Zug und Fähre über Skandinavien reisen - mit je ein paar Stunden Aufenthalt in Kopenhagen und Stockholm. Das wäre der einfachere Teil. Auf dem Rückweg wäre dann eben die andere Seite der Ostsee dran. Im Baltikum war ich bisher nämlich auch noch nie, und das sollte sich langsam mal ändern.

      Jetzt bin ich also auf der Suche nach Tipps, wie man die Strecke von Tallinn nach München - ohne eigenes Gefährt - am besten einteilen und zurücklegen kann. Ich kann zur Zeit noch nicht sagen, wie viele Tage ich dafür zur Verfügung haben werde. Gehen wir aber mal davon aus, dass es nicht allzu viele sind, denn irgendwann will mich mein Arbeitgeber auch wieder sehen. Allzu viele Umwege und Abstecher sind also eher nicht drin (bzw. lassen sich immer noch spontan einbauen, falls ich doch mehr Zeit haben sollte).

      Eine Zwischenstation wird sicherlich Riga sein, und danach ist wahrscheinlich auch ein Halt in Litauen (Vilnius, oder doch evtl. eine andere Stadt?) angesagt. Und dann wäre ja noch ganz Polen zu durchqueren.
      Da im Baltikum immer noch so gut wie alle Bahnlinien nach (Weiß-)Russland führen, werde ich in diesen drei Ländern wohl eher mit Bussen unterwegs sein. Irgenwo in Polen kommt dann wohl der Umstieg auf die Bahn.

      Soweit mal die Eckpunkte. Jetzt seid Ihr dran: Wer war schon mal in dieser Region unterwegs und kann mir Tipps geben, wie man am einfachsten von A nach B kommt, welche Zwischenstationen sinnvoll wären, welche Punkte man ansteuern sollte, um sich ein gutes Bild von einer Stadt zu verschaffen, wo man sich weiter informieren kann... und was Euch sonst noch alles zu so einer Tour einfällt.

      Ich bin mal gespannt... :popcorn:
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      In Polen bin ich meist mehrmals im Jahr, allerdings mit dem Wohnmobil. Das Baltikum habe ich auch schon einige Male bereist.

      Ich will mich nicht vordrängeln, Tereska, aber vielleicht helfen ja schon mal ein paar meiner Erfahrungen :-):

      Grundsätzlich bin ich erstaunt, dass sich die drei baltischen Staaten so unterschiedlich entwickelt haben, obwohl sie ja eigentlich die gleichen Grundvoraussetzungen haben.
      Mir gefällt am Besten Estland. Zum einen erinnert das Land sehr an Skandinavien. Weite Wälder, ruhige Straßen, zum Teil noch auf extremen Schotterpisten im Waschbrettstil. Außerdem sehr freundlich und touristisch sehr gut erschlossen und vor allem modern. Estland besitzt zum Beispiel ein gut ausgebautes Radwegenetz und an jeder Ecke sieht man Hinweisschilder auf öffentliches Wi-Fi.
      Meine persönlichen Highlights: Tallinn, Saaremaa und Südost-Estland, wo sich der Suur Munamägi befindet. Interessant, aber weniger erschlossen ist die Küste vom Peipus-See.

      Lettland ist wirtschaftlich fest in russischer Hand. In den Geschäften hatte ich von der Freundlichkeit her oft den Eindruck, mich noch in der Sowjetunion zu bewegen. Das können aber auch Einzelfälle gewesen sein. Riga ist natürlich Pflicht. Das Hinterland ist sehr waldreich und eigentlich auch nett, würde aber für einen Abstecher nicht lohnen.

      Litauen scheint mir das Land im Baltikum zu sein, das irgendwie am rückständigsten ist - um es mal vorsichtig auszudrücken. Irgendwie ist es nett, aber wenn man zuvor in Estland war, dann ist Litauen vielleicht ein kleines bisschen enttäuschend. Das trifft auch auf Vilnius zu. Mich konnte die Stadt nicht überzeugen. Würde ich durch Litauen fahren und hätte nur Zeit für einen Besichtigungspunkt, dann würde ich lieber zur Kurischen Nehrung düsen. Die ist natürlich top. Allerdings ist sie auch gut erschlossen und dementsprechend auch voll. Etwas nördlich befindet sich an der Küste Palanga. Hier triffst du auf Menschenmassen pur - ist extrem beliebt.

      Solltest du dich entscheiden, durch Kaliningrad zu düsen (Visumpflicht), dann kann ich dir da vielleicht auch noch was zu sagen. Ist zwar nett, mal dagewesen zu sein, allerdings nicht sooo lohnenswert.

      Für die baltischen Staaten hast du dir Antwort aber auf jeden Fall schon mal selber gegeben. Und die heißt: Bus fahren. Mit den Zügen wird das nichts, ist aber nicht schlimm. Bei meiner ersten Reise nach Estland habe ich eine Mail-Freundin besucht, die mir dort ziemlich viel gezeigt hat und mir erklärte, dass Busfahren normal sei. Nach ein paar Tagen brachte ich sie dann auch zum Busbahnhof in Tartu, wo sie unkompliziert ein Ticket kaufte und dann Richtung Narva fuhr und später nach Tallinn. Das ist aber schon fast zehn Jahre her und wie gesagt: Estland ist modern. Ich kann mir vorstellen, dass es heute noch leichter ist und es wahrscheinlich irgendwelche e-Tickets gibt - oder so was in der Art. :D

      Polen habe ich mehrfach mit dem Zug durchquert und die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Im Südosten Polens bin ich mal mit einem Regionalzug gefahren, der so wackelte, schunkelte und beinahe aus den Gleisen hüpfte, dass ich am liebsten sofort ausgestiegen bin. Das Gegenteil war auf der Fahrt von Moskau nach Berlin der Fall. Dort saß ich unter anderem in einem hochmodernen polnischen Speisewagen und sah auf der Digitalanzeige, dass wir mit 150 km/h durch die Landschaft ziehen - und es war kaum was zu spüren.
      Auch eine Nachtfahrt habe ich von Berlin nach Kraków hinter mir. In einem 6-Mann-Abteil war es zwar eng und ungemütlich, aber völlig problemfrei.

      Außerdem besteht natürlich noch die Möglichkeit, sich in Polen ein Auto zu mieten. Habe ich auch mal gemacht. Ob du eine One-Way-Miete benutzen kannst, musst du mal bei den einschlägigen Vermietern anfragen. Könntest ja dann eventuell von Suwalki oder Warschau nach Breslau mit dem Auto.

      Noch nicht genutzt habe ich den Grenzverkehr mit den Regionalzügen zwischen Dresden und Breslau. Aber ich glaube, die sind auch recht günstig und angenehm.

      Ach so, und wenn du die Zeit hast, dann schau dir lieber Krakau als Warschau an.

      So, das war das, was mir spontan so einfällt.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Hallo Michael,

      Na, das sind ja schon mal ein paar nützliche Informationen :top: .
      Schauen wir uns das mal genauer an:

      Michael Moll schrieb:


      Das Baltikum habe ich auch schon einige Male bereist.

      Dachte ich mir so ähnlich. Schließlich habe ich gesehen, dass es da so einen Baltikum-Reiseführer von einem gewissen Herrn Moll gibt. :floet: Da der sich an WoMo-Fahrer richtet, habe ich ihn aber erstmal nicht gekauft...


      Mir gefällt am Besten Estland.
      [...]
      Meine persönlichen Highlights: Tallinn, [...]

      Schätze mal, ich werde mich im ersten Anlauf auf diese Stadt beschränken. Vielleicht kommt aber noch ein zweites Ziel als "Kür" mit auf die Liste.

      Lettland [...]
      Riga ist natürlich Pflicht. Das Hinterland ist sehr waldreich und eigentlich auch nett, würde aber für einen Abstecher nicht lohnen.

      Ist notiert...

      Litauen scheint mir das Land im Baltikum zu sein, das irgendwie am rückständigsten ist - um es mal vorsichtig auszudrücken. Irgendwie ist es nett, aber wenn man zuvor in Estland war, dann ist Litauen vielleicht ein kleines bisschen enttäuschend. Das trifft auch auf Vilnius zu. Mich konnte die Stadt nicht überzeugen. Würde ich durch Litauen fahren und hätte nur Zeit für einen Besichtigungspunkt, dann würde ich lieber zur Kurischen Nehrung düsen. Die ist natürlich top. Allerdings ist sie auch gut erschlossen und dementsprechend auch voll. Etwas nördlich befindet sich an der Küste Palanga. Hier triffst du auf Menschenmassen pur - ist extrem beliebt.

      Hier wirds jetzt schwieriger. Nach Königsberg werde ich auf dieser Tour wohl nicht fahren, weil ich mir wegen der kurzen Durchfahrt den Stress mit dem Visum nicht antun will. Damit wird aber auch die litauische Küste zu einem ziemlich weiten Umweg. Gibts im Osten des Landes irgendwelche Alternativen? Auf der Landkarte ist mir da noch die Stadt Kaunas aufgefallen (ohne dass ich jetzt eine Ahnung von deren touristischer Anziehungskraft hätte :tja:)

      Solltest du dich entscheiden, durch Kaliningrad zu düsen (Visumpflicht), dann kann ich dir da vielleicht auch noch was zu sagen. Ist zwar nett, mal dagewesen zu sein, allerdings nicht sooo lohnenswert.

      Noch ein Grund fürs Sparen. Ich habe von diversen Leuten, die dort waren, gehört, dass vom alten Königsberg außer dem Dom eigentlich nichts mehr übrig ist. Und das neue Калининград soll ja nicht gerade der Brüller sein. Oder hat die Gegend vielleicht landschaftlich etwas zu bieten, was die Nachbarländer nicht haben?

      Für die baltischen Staaten hast du dir Antwort aber auf jeden Fall schon mal selber gegeben. Und die heißt: Bus fahren. Mit den Zügen wird das nichts, ist aber nicht schlimm.

      Mit solchen Busfahrten habe ich inzwischen einige Erfahrungen gesammelt: Letztes Jahr einmal quer durch Kroatien (schöööön! :) ) und dieses Jahr in China (auch ganz einfach). Das größte Problem dabei ist eigentlich nur, dass die Fahrpläne im Netz nru schwer bis gar nicht zu finden sind. Hat da jemand vielleicht schon einen Link parat?

      Estland ist modern. Ich kann mir vorstellen, dass es heute noch leichter ist und es wahrscheinlich irgendwelche e-Tickets gibt - oder so was in der Art. :D

      Eine Möglichkeit, online im Voraus zu buchen wäre in der Tat was. Bin mal gespannt.

      Polen habe ich mehrfach mit dem Zug durchquert und die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht.

      Ich auch. Ist aber inzwischen alles über 15 Jahre her:
      Nachtzug Berlin-Danzig im 6er-Liegewagen (mehrfach), oder auch die Fernzüge Deutschland --> Breslau bzw. Krakau waren ganz ok. Auf Nebenstrecken war das dann doch etwas anders: Von Breslau zur tschechischen Grenze (120km) in 4 Stunden. Und auch von Krakau in die Beskiden ging es kaum schneller.

      Außerdem besteht natürlich noch die Möglichkeit, sich in Polen ein Auto zu mieten. Habe ich auch mal gemacht. Ob du eine One-Way-Miete benutzen kannst, musst du mal bei den einschlägigen Vermietern anfragen. Könntest ja dann eventuell von Suwalki oder Warschau nach Breslau mit dem Auto.

      An diese Möglichkeit hatte ich noch gar nicht gedacht. Jetzt habe ich mal kurz bei ein paar einschlägigen Mietwagenfirmen nachgesehen: Dort gibt es nordöstlich von Warschau fast keine Vermietstationen. Im Süden dann schon eher. Da werde ich wohl mal nach inländischen Firmen suchen müssen. Hat jemand zufällig die polnische Vokabel für "Mietwagen" oder "Autovermietung" parat (als Suchbegriff für Google)? Dass das Auto "samochód" heißt, weiß ich gerade noch, aber dann hörts bei mir auf.

      Noch nicht genutzt habe ich den Grenzverkehr mit den Regionalzügen zwischen Dresden und Breslau. Aber ich glaube, die sind auch recht günstig und angenehm.

      Hmm - bin auch gar nicht sicher, ob Breslau überhaupt an meiner Strecke liegt. Mit dem Zug gibt es einerseits die Möglichkeit von Krakau oder Kattowitz nach Wien zu fahren, und dann weiter nach München, andererseits ist man - wie ich heute gesehen habe - von Warschau aus inzwischen in nur 5 Stunden in Berlin (mit ICE-Anschluss weiter nach Süden).

      Ach so, und wenn du die Zeit hast, dann schau dir lieber Krakau als Warschau an.

      Auch das lese ich nicht zum ersten Mal. Nur: In Krakau war ich schon mal, in Warschau noch nie.

      Aber jetzt schauen wir mal, was Tereska dazu meint.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Hallo Alex,

      wie ich sehe, kennst Du dich in Polen ganz gut aus :-).
      Und erste Erfahrung mit dem PKP hast Du auch schon gemacht. :top:
      Ein bisschen hat sich mittlerweile getan in den letzten 15 Jahren, aber es gibt immer noch Unterschiede in der Qualität.


      Mietwagen:
      Ich habe mal auf hertz.pl geschaut. Dort könntest Du in Olsztyn ein Auto mieten und in Wroclaw abgeben. Ein kleiner Corsa kostet für 24 Stunden zurzeit 450 PLN, aber ich schätze dieses Oneway funktioniert nur bei großen internationalen Ketten.
      Die polnischen Wörter für Autovermietung (wynajem samochodów oder wypożyczalnia samochodów) kennst Du jetzt auch schon.:-)


      Bahn:
      Soweit ich das sehen konnte (so oft bestelle ich nicht bei PKP) bekommst Du dort online nur Tickets für die IC und nur nach Registrierung. https://bilet.intercity.pl/irez/

      Bus:
      Das würde theoretisch auch funktionieren, da musst Du dich aber auf viele Umsteigen einstellen.

      Das erstmal nur so allgemein. Wenn Du etwas Detailliertes brauchst, helfe ich gerne.
      Gruß T.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      So, allmählich sollte ich mich zum Thema auch wieder mal äußern. Inzwischen bin ich auch selbst ein wenig weiter gekommen. Ich habe mal einen groben Plan entworfen, wie so eine Tour aussehen könnte:

      Tag 1: Morgens Ankunft in Tallinn mit der Fähre aus Helsinki. Stadtbesichtigung (noch mit einer Gruppe), Übernachtung in Tallinn.

      Tag 2: Bus nach Riga (www.ecolines.net oder www.businessline.ee, Fahrtzeit 3-5 Stunden) , Stadtbesichtigung, Übernachtung.

      Tag 3: Da in Litauen alle Wege über Kaunas führen, wäre das wohl mein Ziel in diesem Land. Also: Bus von Riga nach Kaunas (auch ca. halber Tag Fahrt), Freizeit in der Stadt. Falls die Zeit doch nicht reicht, dann ich aber auch von Riga bis Warschau durchfahren.

      Tag 4: Zug von Kaunas nach Warschau (ca. 9 Stunden).

      Tag 5: evtl. ein freier Tag in Warschau
      Danach: Weiterfahrt mit dem Zug nach München. Entweder auf dem schnellsten Weg via Berlin (12 Stunden) oder - etwas länger - über Wien.

      Das Ganze kann sich abhängig von Fahrplänen natürlich noch verschieben. So kann ich mir auch vorstellen, am späten Nachmittag in einen Bus zu steigen und in die Nacht hineinzufahren (so sich denn ein Hotel findet, das mich abends um 10 noch hereinlässt).

      Soweit mal der grobe Plan. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was ich bei meinen Stadtbummeln so alles mache. Hat jemand vielleicht Ideen, was man in den genannten Städten einen halben oder ganzen Tag lang machen kann, um sich ein Bild von der Stadt zu verschaffen. Es geht mir nicht um das Abklappern von "Pflicht"-Sehenswürdigkeiten, sondern eher darum, etwas vom Charakter einer Stadt zu erspüren. Hat da einer von Euch Ideen?
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      So, jetzt will ich endlich mal erste Antworten geben, nachdem ich ja einige Zeit unterwegs war (unter anderem auch in Helsinki, wo wir kurzzeitig darüber nachdachten, übers Baltikum heim zu fahren, aber das bleiben ließen, weil wir es ja schon kennen).

      Das Erste, was ich sagen würde: Spar dir Kaunas. Du hast ja eigentlich jeweils nur einen Dreiviertel-Tag in Tallinn und Riga. Mach da mehr draus und lass Kaunas liegen.
      Für Tallinn kann ich spontan gerade empfehlen, die Altstadt auch mal zu verlassen. Keine Frage, die Altstadt ist schön. Die gebrannten Mandeln sind lecker und die Atmospähre ist angenehm. Aber das ist eben die touristische Seite. Das Tallinn der Einwohner findest du etwas weiter östlich. Zu Fuß nicht weit entfernt. Es ist deutlich moderner aber eben auch mit zahlreichen Einkaufszentren zugepflastert.
      Westlich der Altstadt wird wiederum mehr gewohnt. Da findest du in Stadtteilen wie Mustamäe noch einige sowjetische Bausünden, die teilweise aber renoviert wurden. In Mustamäe wohnt eine frühere Mailfreundin von mir, die ich mal besuchen konnte. Ist aber schon einige Jahre her. Dummerweise hat sie mir in der Stadt nur die Klassiker gezeigt, dafür sind wir aber eine Woche durch das Land gedüst und ich habe außerhalb von Tallinn einiges zu sehen bekommen.
      Ansonsten war der Fernsehturm mal ein beliebtes Ausflugsziel (auch in sowjetischer Zeit, weil man wohl bis Helsinki gucken konnte). Ob der aber heute noch besucht werden kann, prüfe lieber vorher. Bei meinem letzten Besuch war alles sehr verwaist:



      Auf dem Weg zum Turm, der aber weit außerhalb steht, kommst du am Yachthafen Pirita vorbei. Dort sind noch die Olympischen Ringe von 1980 angebracht, weil bei der Olympiade in Moskau die Segelwettbewerbe in Tallinn statt fanden. Nur für den Fall, dass es dich interessiert ;)

      Wenn du gerne fotografierst, dann empfehle ich für Riga einfach mal den Besuch im Radisson Hotel:



      Von dort hast du einen schönen Blick auf das Stadtpanorama, allerdings nur durch die Scheibe im Treppenhaus. So musste ich es machen, weil die St. Peterkirche an dem Tag geschlossen hatte. Sonst wäre ich dort den Kirchturm hinauf spaziert. Übrigens fährt im Kirchturm auch ein Fahrstuhl.

      Mal schauen, was mir noch so einfallen wird. Übrigens, für einen Vorgeschmack (aber du wirst es wahrscheinlich schon wissen): Tallinn und Riga sind bei Streetview gut und relativ aktuell erfasst (Juli und Augsut 2011).
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Danke für die vielen Infos. Da ist doch eine Menge dabei, was ich verwerten kann :)

      Michael Moll schrieb:


      Das Erste, was ich sagen würde: Spar dir Kaunas. Du hast ja eigentlich jeweils nur einen Dreiviertel-Tag in Tallinn und Riga. Mach da mehr draus und lass Kaunas liegen.

      OK, dann wird es wohl allenfalls bei einem Umsteigehalt bleiben. Vielleicht reicht dann die Zeit noch, um wenigstens essen zu gehen, denn das ist im Fernbus nicht so prickelnd. Und evtl. noch für einen Länderpunkt in meiner Geocaching-Statistik :D.

      Für Tallinn kann ich spontan gerade empfehlen, die Altstadt auch mal zu verlassen. Keine Frage, die Altstadt ist schön. Die gebrannten Mandeln sind lecker und die Atmospähre ist angenehm. Aber das ist eben die touristische Seite. Das Tallinn der Einwohner findest du etwas weiter östlich. Zu Fuß nicht weit entfernt. Es ist deutlich moderner aber eben auch mit zahlreichen Einkaufszentren zugepflastert.

      In Tallinn werde ich ja erstmal mit einer Gruppe unterwegs sein, bevor die dann gegen Abend nach Helsinki zurückdampft. Da werden wir sicher erstmal die "Klassiker" in der Altstadt abklappern. Ich denke mal, dass ich anschließend noch etwas Zeit haben werde, um die Altstadt auch mal zu verlassen.
      Von der Innenstadt nach Osten zu gehen, passt mir übrigens ganz gut. Als begeisterter Chorsänger habe ich mir nämlich vorgenommen, zumindest eine der Stätten der baltischen Sängerfeste aufzusuchen. Nummer eins wäre dann hier: (am besten auf Satellitenbild umschalten)


      Oder alternativ hier (Riga):

      Eine ähnliche Riesenbühne gibts auch noch in der Nähe von Vilnius, abe da komme ich ja nicht hin.

      Auf dem Weg zum Turm, der aber weit außerhalb steht, kommst du am Yachthafen Pirita vorbei. Dort sind noch die Olympischen Ringe von 1980 angebracht, weil bei der Olympiade in Moskau die Segelwettbewerbe in Tallinn statt fanden. Nur für den Fall, dass es dich interessiert ;)

      Warum eigentlich nicht, wenn ich sowieso schon auf dem Weg in diese Richtung bin? Der Hafen liegt nochmal ein paar km hinter der Sängerbühne von Tallinn.

      Wenn du gerne fotografierst, dann empfehle ich für Riga einfach mal den Besuch im Radisson Hotel:
      Von dort hast du einen schönen Blick auf das Stadtpanorama, allerdings nur durch die Scheibe im Treppenhaus. So musste ich es machen, weil die St. Peterkirche an dem Tag geschlossen hatte. Sonst wäre ich dort den Kirchturm hinauf spaziert. Übrigens fährt im Kirchturm auch ein Fahrstuhl.

      Mal schauen. So ein Kirchturm hat meistens was, auch wenn ich jetzt nicht so der Foto-Freak bin. Aber einen schönen Ausblick kann man auch ohne Linse genießen, und meistens bekommt man noch ein paar interessante Einblicke in die Architektur des Kirchturms (wenn man den Aufzug links liegen lässt).

      Übrigens, für einen Vorgeschmack (aber du wirst es wahrscheinlich schon wissen): Tallinn und Riga sind bei Streetview gut und relativ aktuell erfasst (Juli und Augsut 2011).

      Nein, wusste ich noch nicht. Ist aber gut zu wissen.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Richtig, an die Sängerbühne habe ich gar nicht gedacht und es geht wirklich in die selbe geografische Richtung.

      Den Wink mit der Geocaching-Statistik habe ich übrigens verstanden. :D

      Ich muss aber mal weiter nachdenken (oder meine eigenen Unterlagen durchschauen). Irgendwas fällt mir bestimmt noch ein. Ist ja noch Zeit.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Langsam müssen die Pläne jetzt konkret werden...

      Als erstes habe ich mir mal den Hinweg angesehen. Hier habe ich das Problem, dass mir da ein dienstlicher Termin im Wege steht, den ich nicht oder nur wenig nach vorn verschieben kann. Gegenüber der Flug-Variante (für die ich auch schon schieben muss) könnte ich also allenfalls am Vorabend den Zug nehmen. Dafür dauert die "Land"-Variante aber etwa 48 Stunden, gegenüber etwa einem halben Tag für Flug und Transfers. Dann habe ich gesehen gesehen, dass allein schon die Fähre zwischen Stockholm und Finnland allein fast soviel kostet wie der Flieger. Ich habe zwar sonst kein Problem damit, etwas mehr für meine Reise zu zahlen, aber dafür möchte ich dann auch etwas mehr haben als 2 Tage lang von einem Verkehrsmittel zum nächsten zu hetzen, ohne mir die Zwischenstationen genauer ansehen zu können. Also wohl doch Flug... :( .

      Für den Rückweg übers Baltikum sieht es zeitlich besser aus, deshalb behalte ich zumindest diesen Plan bei. Ein mögliches Szenario wäre dabei:

      Tag 1: Morgens Ankunft in Tallinn mit der Fähre aus Helsinki. Stadtbesichtigung (noch mit einer Gruppe), Übernachtung in Tallinn.

      Tag 2: Vormittag weitere Besichtigung von Tallinn - diesmal allein. Am Nachmittag dann Bus nach Riga. Dort Übernachtung.

      Tag 3: Ganzer Tag in Riga. Abends Einstieg in den Nachtbus nach Warschau.
      Bei der Busverbindung gibt es 2 Varianten: Einmal direkt, und einmal mit 1 Stunde Umsteige-Aufenthalt in Vilnius. Weiß ja nicht, ob die Stadt zwischen 22 und 23 Uhr so spannend ist. Wahrscheinlich lässt sich da auch nicht viel mehr machen, als sich im Busbahnhof (direkt nehben dem Hauptbahnhof) irgendwo zu verköstigen. Der direkte Bus fährt allerdings auch den Umweg über Vilnius...

      Tag 4: Ankunft früh morgens (vor 6 Uhr...) in Warschau. Gepäck ins Schließfach im Bahnhof Warszawa Centralna. Ein ganzer Tag in der Stadt. Nach dem Abendessen Nachtzug nach Wien.

      Tag 5: Ankunft in Wien. Frühstück kaufen (wird im Zug gegessen), und weiter mit dem Zug nach München. Ankunft mittags.

      Sicher wäre es nett, und auch etwas entspannender, auch noch eine Nacht in Warschau zu verbringen. Allerdings muss ich allerspätestens am Tag 6 wieder im Büro sein, am besten sogar noch am Vortag. Deshalb die Nachtfahrt. Die stelle ich mir im Schlafwagen auch etwas bequemer vor als im Bus.

      Wobei: Die baltischen Fernbus-Gesellschaften werben fast alle mit Komfort-Merkmalen, die man bei der Bahn - wenn überhaupt - nur aus der 1. Klasse kennt: Steckdosen an jedem Platz und kostenloses WLAN im Bus (so der Bus Netzempfang hat). Hätte ich auch nicht gedacht. Und natürlich lassen sich die Tickets - incl. Platzreservierung - übers Internet buchen :cool: :top: .

      Jetzt wollen wir mal schauen, ob ich den Urlaubsantrag so durchbekomme. Und wenn es klappt, schauen wir mal, was man in je einem Tag in Tallinn, Riga und Warschau so alles anstellen kann :zwink: . Vorschläge sind natürlich jetzt schon willkommen.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Puh, das ist aber ein sportlicher Ablauf. Aber angesichts des engen Zeitfensters klingt das alles ziemlich passend.
      Die Stunde in Vilnius würde ich mir wahrscheinlich sparen bzw. es auch von meinem Gepäck abhängig machen. Wenn ich einen schweren Koffer, einen Trekkingrucksack und noch einen Stoffpinguin mit mir rumtragen würde, dann wäre es wohl besser, alles im Bus zu lassen und weiter zu fahren.
      Aber ich vermute, dein Gepäck wird nicht so überdimensioniert sein, was zwar die Sache, aber nicht die Entscheidung leichter macht.
      Es ist aber auch noch so eine blöde Uhrzeit. Wenn es wenigstens bei Tageslicht wäre.
      Aber trotzdem: Eine Stunde wäre mir zu knapp. Zieh' mal fünf bis zehn Minuten ab, bis du den Bus bzw. Busbahnhof verlassen hast. Und ich schätze dich mal so ein, dass du auch pünktlich, sprich einige Minuten vor der Abfahrt, wieder dort sein willst. Ob sich das dann lohnt?

      Ich glaube, ich würde es nicht machen.


      So, jetzt habe ich mir das mal auf der Karte angeschaut. Zum Hauptplatz (Rotuse) sind es vom Busbahnhof 900 Meter. Zur Kathedrale das Doppelte. Und zurück musst du auch wieder. Mal von der Uhrzeit abgesehen, siehst du dann sowieso nichts von der Innenstadt.

      Bei der Bequemlichkeit, die die baltischen Busse anbieten, würde ich wohl eher sitzen bleiben :D :schlaf:
      Hast du mal einen Link zu diesen bequemen Bussen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Michael Moll ()

    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Keine Sorge - ich hatte nicht vor, in einer Stunde noch durch die Innenstadt von Vilnius zu rennen. Das würde dann doch nur in puren Stress ausarten. Ich hatte mir eher vorgestellt, die Stunde zu nutzen, um im Busbahnhof nochmal etwas zu essen, ohne den Bus vollkrümeln zu müssen. Ich erinnere mich da noch an eine Busfahrt durch Kroatien, wo der Bus mittags einen Aufenthalt von 20 Minuten hatte. Da ich mich erstmal orientieren musste, reichte die Zeit für mich nicht, um mir an einer der diversen Imbissbuden im Busbahnhof etwas zu essen zu besorgen und dieses dann auch gleich aufzuessen. So musste ich halt mit einer halb angeknabberten, sehr saftigen Pljeskavica in der Hand wieder in den Bus steigen und hatte nur wenig später die Hälfte der Sauce auf meiner Hose :tja:. Sowas muss nicht unbedingt nochmal sein. Also lieber zum Essen aussteigen - und der Busbahnhof von Vilnius hat schließlich auch einen WLAN-Hotspot :cool: (wobei ich noch nicht raus habe, ob der auch kostenlos ist...)

      Wobei... Wie ich jetzt bei genauerem Hinsehen feststelle, ist die Umsteigestation "Vilnius City Centre (Panorama)" gar nicht der Busbahnhof in Altstadtnähe, sondern liegt neben einem dicken Einkaufszentrum in der Peripherie. Da dort alles außer dem Mega-Supermarkt um 22 Uhr schließt, ist das mit dem Umsteige-Aufenthalt vielleicht doch nicht so eine gute Idee :rolleyes:. Naja - über solche Details kann ich mir ja immer noch Gedanken machen :tee:. Also entweder durchfahren oder doch einen früheren Bus ab Riga nehmen, um wenigstens einen kurzen Blick auf Vilnius zu erhaschen. Damit ich meinen Koffer nicht die ganze Zeit mitschleifen muss, gibts schließlich noch eine Gepäckaufbewahrung.

      Hast du mal einen Link zu diesen bequemen Bussen?

      Die größte Busgesellschaft in der Region ist wohl LuxExpress, eine estnische Firma, mit der zugehörigen Billiglinie
      Die lettische Konkurrenz sieht aber auch nicht so übel aus.
      Und dann gibt es natürlich noch die "Business Class".

      Wenn ich ehrlich bin, erwarte ich allerdings in Sachen Sitzkomfort von allen Buslinien nicht wesentlich mehr als in einem gewöhnlichen Reisebus oder Eisenbahn-Sitzwagen. Es geht halt nur um das diverse "Drumherum" während der Reise.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      AlexM schrieb:


      Hast du mal einen Link zu diesen bequemen Bussen?

      Die größte Busgesellschaft in der Region ist wohl LuxExpress, eine estnische Firma, mit der zugehörigen Billiglinie
      Die lettische Konkurrenz sieht aber auch nicht so übel aus.
      Und dann gibt es natürlich noch die "Business Class".

      Wenn ich ehrlich bin, erwarte ich allerdings in Sachen Sitzkomfort von allen Buslinien nicht wesentlich mehr als in einem gewöhnlichen Reisebus oder Eisenbahn-Sitzwagen. Es geht halt nur um das diverse "Drumherum" während der Reise.


      Das erinnert mich ein wenig an die Fahrt durch Südamerika. Das war ein Doppeldeckerbus. Die untere Etage (natürlich mit Vollverpflegung) sah so aus:



      Gegen all die genannten Busunternehmen kann Eurolines in Sachen Komfort ziemlich einpacken. Bin aber sowieso mal gespannt, wie sich das mit den Buslinien in Deutschland demnächst ergeben wird.
      Jetzt komme ich schon wieder vom Thema ab. Auf den Rest antworte ich morgen, bin gleich auf einer Schneewanderung durch's Sauerland unterwegs.
    • RE: Von Tallinn nach München auf dem Landweg

      Danke für Dein Angebot, Tereska :-).
      Ich denke mal, die wichtigsten praktischen Informationen wie Fahrpläne, Stadtplan, Infos zum ÖPNV-System etc. habe ich zusammen. Interessant wären aber sicher ein paar touristische Informationen aus erster Hand. Gibt es Dinge, die ich mir Deiner Meinung nach unbedingt ansehen sollte? Oder Orte, die zwar üblicherweise in den Reiseführern stehen, die sich aber eher nicht lohnen? Oder kennst Du vielleicht Restaurants, in denen man - abseits von "Touristenfallen" angenehm essen kann? (Kein Problem, wenn dort niemand Deutsch oder Englisch spricht - mein Polnisch sollte noch reichen, um mich dort zurecht zu finden.)
      So, wie es aussieht, werde ich wohl doch eine Nacht in Warschau verbringen. Falls Du ein Hotel empfehlen kannst, wäre das auch willkommen.