Erfahrungen mit Flusskreuzfahrten?

    Lust auf eine nette und reiselustige Community? Dann melde dich doch ganz einfach, schnell und kostenlos an. Anschließend stehen dir alle Funktionen im Forum zur Verfügung.

    • Erfahrungen mit Flusskreuzfahrten?

      Hallo ihr Lieben,

      ich muss euch jetzt mal was fragen bzw. steht die Frage ja schon im Betreff.
      Der Hintergrund ist folgender: Meine Eltern haben im letzten Jahr eine Flusskreuzfahrt von Passau nach Budapest gemacht und waren hellauf begeistert. Dieses Jahr umrumden sie mit einem Costa-Dampfer Westeuropa und im nächsten Jahr werden sie vier Tage auf der Nordsee die Queen Mary 2 unsicher machen.
      Ein Wunsch meiner Mutter wäre, dass wir mal zu viert wenigstens ein paar Tage gemeinsam auf irgendeinem Schiff unterwegs wären. Das wäre von unserer Seite aus kein Problem und wir würden das gerne mitmachen. Aber jetzt sind wir ja von der Queen Mary ein wenig verwöhnt was die Größe und das Erlebnis betrifft und da schauten wir zunächst mal, was ein Cunard-Schiff für uns im Angebot hätte. Da passt in den nächsten 18 Monaten zeitlich nur eine Tour und die führt uns von Southampton nach Amsterdam, Brügge nach Cherbourg. Das finden wir irgendwie doof, erst nach Southampton zu fahren, um dann mit einem Schiff fast wieder nach Hause zu fahren (überspitzt formuliert). Und außerdem fehlt uns allen so ein wenig der Reiz bei dieser Tour.
      Also ging unser nächster Schritt zu den Mein-Schiff-Schiffen. Aber da passte uns gar nichts ins Konzept. Ich fand eine Tour reizvoll (Barcelona, Mallorca, Kanaren, Marokko), aber das Gegenargument war, dass man ja erst mal hinkommen müsste und keiner will fliegen. Moni und ich hätten ja kein Problem, mit der Bahn nach Barcelona zu fahren. Aber ich denke, das wäre für meine Eltern zu viel. So fiel diese Möglichkeit auch aus.
      Die nächste Variante ist eine Flusskreuzfahrt. Und hier haben eben Moni und ich irgendwie ein Problem mit. Ich habe mir jetzt gerade mal ein Video von der A-Rosa Luna angeschaut und muss sagen, dass man sich offensichtlich sehr viel Mühe gibt. Aber es ist eben ... klein. Und viele der in Frage kommenden Flüsse kennen wir landseitig. Über Rhein und Mosel habe ich Bücher geschrieben, an der deutschen Donau bin ich zwei Mal entlang geradelt. Ich weiß einfach nicht, ob mich das begeistern kann - auch wenn meine Eltern das toll fanden.
      Ich weiß ja, dass man so eine Reise nicht mit einer Atlantiküberquerung vergleichen kann, aber irgendwie wünscht man sich unterwegs vielleicht doch "mehr" oder gar "Meer". Oder so ähnlich. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine.
      Daher meine Frage: Ich versuche, mir eine Flusskreuzfahrt vorzustellen und ob das überhaupt zu mir/uns passt. Könnt ihr also von solchen Erfahrungen berichten oder habt ihr vielleicht Tipps/Ideen in Bezug auf Reiseart oder Region, an die wir noch gar nicht gedacht haben?
    • Lieber Micha,

      ich verstehe dein Dilemma. Gerade letzten Samstag war ich auf einem Flusskreuzfahrer. Hier in Dresden. Eigentlich wollte ich das Ablegemanöver eines unserer schönen alten Elbe-Dampfer filmen, aber der Kreuzfahrer lag genau in Blickachse, bzw. in der perfekten Verlängerung. Und da die Crew gerade beim Be- und Entladen von Lebensmitteln waren, also keine Gäste an Bord, dachte ich, ich frage mal, ob ich aufs Sonnendeck darf. Und siehe da, der Kapitän selbst hat uns (Olaf war natürlich mit) eingeladen, es uns gemütlich zu machen. Man brachte uns sogar noch Kaffee. :)
      Als ich meine Bilder im Kasten hatte, haben wir uns noch kurz umgesehen, denn es gibt schon schöne Routen. Mich hätte ja Budapest gereizt, oder auch die Rhone mit Lyon und Avignon. Aber du hast recht, die Schiffe sind viel kleiner und eigentlich nicht vergleichbar. Andererseits sind natürlich deutlich, deutlich weniger Gäste an Bord.
      Was uns aber definitiv fehlen würde, wäre ein Balkon an der Kabine, als Rückzugsort. Denn so etwas hat man auf so einem Schiff so gut wie gar nicht. Das Sonnendeck ist zwar verhältnismäßig groß, aber eben komplett auf einem Deck, ohne gemütliche Nischen usw. Und man kann auf dem Schiff nicht mal eben so von vorn nach hinten spazieren, oder umgekehrt. Die Einrichtung allerdings ist schon sehr gediegen. Sehr maritim und schön.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Sans_Souci_(Schiff)

      Trotzdem kommt für uns so eine Reise auch vorerst nicht infrage, denn da ist ja noch die Sache mit dem Altersdurchschnitt. Während man auf den großen Kreuzfahrtschiffen alles dabei hat, inklusive Kind, Kegel und Schwiegermütter, macht das Publikum auf den Flüssen eher den Eindruck Ü75. Natürlich gibt es auch sehr fitte Ü75, aber ihr wisst, was ich meine. :)

      VG, Dorit

      PS: in vier Wochen starten wir zu unserer ersten Tour mit der MeinSchiff 3. :)
    • Hallo Dorit,

      ja, dass auf so einem Schiff naturgemäß sehr wenige Passagiere an Bord sind, habe ich erstmal als positiv betrachtet. Aber dann habe ich mir mal Schiffsdaten angeschaut, die auch auf dein verlinktes Schiff zutreffen (kurioserweise funktioniert der Link nicht, man muss in der Wikiliste dann nochmal klicken, aber man findet es ja). So ein Schiff hat eine Breite von 9,50 Meter. :staun: Das ist angesichts der Schleusen, die gelegentlich passiert werden, natürlich klar. Es ist eben eine FLUSSkreuzfahrt. Aber wenn man "9,50 m" liest, dann möchte man vielleicht trotzdem an einen Tippfehler glauben.
      Die andere Sache ist halt die, dass wir sehr aktiv sind. Es ist für uns schwer vorstellbar, dass wir auf einem Schiff sitzen und die Landschaft an uns vorüberziehen lassen, die man doch erwandern, beradeln und abfotografieren könnte. Wir hatten so ein Erlebnis mal, als wir mit der Zahnradbahn auf den Snowdon in Wales fuhren. Wir entschieden uns dafür, weil das Wetter so schlecht war. Als wir aber unterwegs waren, schauten wir ein wenig traurig durch das Fenster auf die Bergkulisse. Ergo: Oben angekommen ließen wir unser Rückfahrticket verfallen und stiegen zu Fuß vom Berg. Ein Jahr später passierte und dasselbe auf dem Pilatus in der Schweiz.

      Der Altersdurchschnitt macht uns weniger was aus. Das sind wir auch von der QM2 gewohnt, denn auch dort ging es etwas gediegener zu und man konnte die Personen, die jünger waren als wir, schnell durchzählen.

      Trotzdem, ich kann mich da (noch) nicht wirklich zu durchringen.
    • Kann ich verstehen. :)

      off topic: Als wir auf dem Pilatus waren, waren wir zuvor ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass wir zumindest ein Stück dort würden wandern können. Es war schließlich Anfang Juni, Pfingsten 2007. Tja, aba nüscht. In der Nacht zuvor ein Kälteeinbruch zumindest in den Bergen rund um den Vierwaldstätter See. Die meisten Bergpässe waren gesperrt usw. Wir sind dann auch mit der Zahnradbahn hoch, als beinahe einzigste Gäste, denn viele Leute dachten, die Bahn würde nicht fahren. Oben dann eisiger Wind, aber grandiose Aussichten. Und als wir wieder unten waren, sind wir im Tal gewandert und es wurde wieder richtig warm. :)

      Alle drei Bilder sind am gleichen Tag entstanden.